Nervensystem und das Aufstehen: Prozesse, Reaktionen und Bewältigungsstrategien

Einführung

Das Aufstehen ist ein alltäglicher Vorgang, der jedoch eine komplexe Interaktion des Nervensystems erfordert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Nervensystems im Zusammenhang mit dem Aufstehen, von den unmittelbaren Reaktionen bis hin zu langfristigen Auswirkungen von Stress und möglichen Störungen.

Nervenzusammenbruch oder Belastungsreaktion: Eine Klärung

Der Begriff "Nervenzusammenbruch" ist umgangssprachlich und wird in der Fachsprache als akute Belastungsreaktion bezeichnet. Es handelt sich um eine vorübergehende, aber extreme Reaktion auf ein belastendes Ereignis. Diese Reaktion tritt meist wenige Minuten nach dem Auslöser ein und kann auch als psychischer oder seelischer Schock bezeichnet werden. Die Belastungsreaktion ist ein natürlicher Bestandteil des Bewältigungsprozesses, der uns hilft, mit dem schockierenden Erlebnis umzugehen. Es ist wichtig, dass anwesende Personen angemessen reagieren, um den Bewältigungsprozess zu unterstützen.

Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer längerfristigen Reaktion, je nach zeitlicher Dauer der Symptome:

  • Akute Belastungsreaktion: Symptome treten kurz nach dem traumatischen Ereignis bis 48 Stunden danach auf.
  • Akute Belastungsstörung: Symptome dauern ab 48 Stunden nach dem Erlebnis bis zu vier Wochen.
  • Akute posttraumatische Belastungsstörung: Symptome treten bis zu drei Monate nach dem schockierenden Erlebnis auf.
  • Chronische posttraumatische Belastungsstörung: Symptome treten auch nach drei Monaten weiterhin auf.

Es gibt auch einen stillen Zusammenbruch, der mit einer langsamen, schleichenden Verschlechterung des psychischen Zustands einhergeht. Im Gegensatz zum akuten Nervenzusammenbruch entwickelt sich ein "stiller Nervenzusammenbruch" im Zuge eines kontinuierlichen Stresslevels oder anderer psychisch belastenden Situationen.

Ursachen und Symptome einer Belastungsreaktion

Die Ursachen für eine Belastungsreaktion sind vielfältig. Jedes Ereignis, das ein Trauma auslösen kann, kann auch einen Nervenzusammenbruch zur Folge haben. Beispiele hierfür sind schwere Unfälle, Körperverletzungen, Krieg, Terroranschläge, Flucht, Vertreibung, Gewalt oder Naturkatastrophen. Das Alter spielt dabei keine Rolle, jeder Mensch kann betroffen sein.

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Bestimmte Berufsgruppen, wie Mitarbeitende der Polizei, Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Notfallmedizin, sind häufiger mit traumatischen Ereignissen konfrontiert und gehören daher zur Risikogruppe. Auch Menschen mit körperlichen oder seelischen Erkrankungen wie Depressionen, Erschöpfung, psychischer Verletzlichkeit oder fehlenden Bewältigungsstrategien haben ein erhöhtes Risiko, eine Belastungsreaktion zu entwickeln.

Die Symptome einer Belastungsreaktion sind vielfältig und von Mensch zu Mensch verschieden. Typische Anzeichen sind:

  • Sprachlosigkeit
  • Veränderte Wahrnehmung (sich selbst oder die Umgebung als fremd empfinden)
  • Einengung des Bewusstseins (Gedanken kreisen um die auslösende Situation)
  • Nacherleben der Situation (Alpträume, Flashbacks)
  • Lücken in der Erinnerung
  • Überreizung (Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit)
  • Stimmungsschwankungen (Aggression, Wut, Angst, Panik, Trauer, Weinen, Lachen)
  • Körperliche Reaktionen (Schweißausbrüche, Herzrasen, Blässe, Übelkeit)

Die körperlichen Reaktionen werden unter anderem durch das Stresshormon Cortisol ausgelöst. Andauernder Stress in Kombination mit langfristiger Erschöpfung und Überforderung kann den Cortisolspiegel dauerhaft erhöhen und zu einem Nervenzusammenbruch in Zusammenhang mit einem Burnout-Syndrom führen.

Hilfe bei einer Belastungsreaktion

Traumatische Erlebnisse sind unvorhergesehen und können nicht verhindert werden. Daher ist schnelle, professionelle Unterstützung entscheidend. Bei einem Unfall ist es wichtig, dass die Rettungskräfte vor Ort schnell reagieren und Betroffene versorgen. Je nach Situation kann es notwendig sein, speziell ausgebildete Rettungskräfte wie den psychiatrischen Notdienst zu rufen. Die Erfahrung zeigt, dass Betroffene nachhaltiger von ihren Symptomen befreit werden können, wenn sofort professionelle Hilfe zur Verfügung steht. Dies entlastet Betroffene schnell und kann verhindern, dass die Symptome einer Belastungsreaktion länger andauern oder chronisch werden.

Selbsthilfemöglichkeiten für Betroffene

Bei einer akuten psychischen Krise sollten Betroffene und Angehörige nicht zögern, professionelle Hilfe zu rufen. Anlaufstellen sind psychiatrische Praxen oder Kliniken, der bundesweite Bereitschaftsdienst, die Telefonseelsorge oder die Nummer gegen Kummer für Jugendliche und Kinder. Die akute Hilfe kann in eine längerfristige Therapie übergehen, je nach Bedarf. Wenn die Auswirkungen des Nervenzusammenbruchs nach kurzer Zeit verschwinden und sich die Person stabil fühlt, kann der weitere Weg selbstständig mit Unterstützung vertrauter Menschen gegangen werden. Wichtig ist, dass Betroffene tun, was ihnen guttut, und ihren Angehörigen signalisieren, wenn Gesprächsbedarf besteht. Umgekehrt sollten Angehörige ihre Gesprächsbereitschaft zeigen.

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Längerfristige Behandlung eines Nervenzusammenbruchs

Bei stärker ausgeprägten Belastungsreaktionen oder länger andauernden Symptomen ist weitere Hilfe wichtig. Je nach Art der Störung und Person kommen verschiedene psychologische Therapien infrage. Zu Beginn findet eine individuelle Beratung statt, um die passende Therapieform zu definieren. Bei Bedarf werden zusätzlich therapiebegleitende Medikamente verschrieben, um die Symptome zu lindern.

Viele Krisen können mit Unterstützung von nahestehenden Menschen, vorübergehender Hilfe oder eigenen Ressourcen bewältigt werden. Es ist wichtig, um Hilfe zu bitten oder sie anzunehmen. Nahestehende Menschen können motivieren und Kraft geben. Neben Gesprächen ist die Reduktion von Stress und Reizen sowie ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit hilfreich. Entspannungsübungen sind nicht immer empfehlenswert, da sie die Innenschau verstärken und die Anspannung erhöhen können. Reichen diese Schritte nicht aus, ist der sozialpsychiatrische Dienst im Gesundheitsamt eine gute Anlaufstelle.

Nervenzusammenbruch durch Stress: Auswirkungen auf den Körper

Ein akuter Zusammenbruch in einer Stresskrise, begleitet vom Gefühl „Ich kann nicht mehr“, kann das Resultat von langanhaltendem psychischem Stress sein. Er äußert sich durch ein Gefühl von Ungleichgewicht zwischen den eigenen Leistungsmöglichkeiten, Zielen, Bedürfnissen und den äußeren Ansprüchen. Diese Dysbalance kann uns entweder anspornen oder auch hemmen und ist ein normales Auf und Ab.

Hält der Stress länger an, reagiert der Körper darauf mit Gegenwehr, denn er möchte den Alarmzustand möglichst schnell beenden. Von dieser Gegenwehr ist vor allem unser Immunsystem betroffen, wodurch es zunehmend schlechter funktioniert. So wächst in einer stressigen Lebensphase das Risiko für Infektionen, wie zum Beispiel Erkältungen. Langfristig führt dieser Zustand dann zur Erschöpfung verschiedener körperlicher Prozesse. Das hat wiederum zur Folge, dass sich weitere körperliche und seelische Krankheiten entwickeln können, etwa Allergien, Burnout oder Stoffwechselerkrankungen. Und je länger der Stresszustand andauert, umso länger dauert es auch, bis sich unser Körper wieder davon erholt hat.

Stressfaktoren, die viele Menschen als belastend empfinden

Stress hat viele Gesichter, und ebenso viele Ursachen. Wie stark er sich auf unseren Körper und unsere Psyche auswirkt, ist individuell verschieden. Oft ist es die Kombination mehrerer solcher Faktoren, die schließlich in einer akuten Krise oder einem Zusammenbruch münden kann. Zu den häufigsten belastenden Stressauslösern zählen:

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  • Beruflicher Druck (hohe Arbeitsbelastung, Mobbing, fehlende Anerkennung)
  • Konflikte im privaten oder beruflichen Umfeld
  • Mehrfachbelastungen durch Familie und Beruf bei gleichzeitig fehlender Erholung
  • Ständiger Termindruck und das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen
  • Kritische Lebensereignisse (Trennungen, Jobverlust, Krankheit)
  • Eigene Ansprüche, Sorgen und Ängste
  • Fehlen sozialer Unterstützung (Einsamkeit)

Typische Symptome bei psychischem Dauerstress

Dauerhafter seelischer Stress kann sich auf vielfältige Weise äußern: körperlich, emotional und mental. Zu den häufigsten körperlichen Anzeichen zählen Zittern, starkes Weinen oder regelrechte Weinkrämpfe, begleitet von Schwitzen, Übelkeit, Herzklopfen und Kopfschmerzen. Betroffene fühlen sich oft nervös, innerlich unruhig, niedergeschlagen oder kraftlos. Auch Schlafprobleme, Schwindel, Muskelverspannungen, Atembeschwerden oder ein Kloßgefühl im Hals sind typische Begleiterscheinungen. Nicht zuletzt leidet auch die geistige Leistungsfähigkeit: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sind häufige Folgen von anhaltendem psychischem Druck.

Ärztliche Hilfsangebote

Bei genannten Symptomen sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, um zu klären, ob psychischer Dauerstress oder eine organische Ursache vorliegt. Erste Anlaufstelle ist in der Regel der Hausarzt. Je nach Befund kann dieser eine Überweisung an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ausstellen, insbesondere dann, wenn die psychische Belastung den Alltag deutlich beeinträchtigt. In einer psychotherapeutischen Sprechstunde wird dann gemeinsam entschieden, welche Therapieform geeignet ist.

In akuten Belastungssituationen, in denen schnell psychotherapeutische Hilfe notwendig ist, hilft die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung, innerhalb von fünf Wochen ein Erstgespräch bei einem zugelassenen Psychotherapeuten zu vermitteln, bei akuter psychischer Krise sogar innerhalb von drei Wochen.

Vorbeugung und langfristige Strategien

Begleitend zu einer Therapie können Sie bei einer Belastungsreaktion auch mit eigenen Maßnahmen versuchen, Stress zu regulieren oder ihm vorzubeugen.

  • Kürzer treten, um Leistungsfähigkeit zu erhalten: Unter ständiger Belastung sinken Konzentration, Kreativität und Entscheidungsfähigkeit. Fehler häufen sich, die Qualität der Arbeit leidet - was zusätzlichen Stress erzeugt. Stress belastet auch das soziale Umfeld: Reizbarkeit, Rückzug oder Konflikte mit Partner, Familie oder Freundeskreis nehmen zu. Zeit für Regeneration hilft, zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen und zu stabilisieren.
  • Warnzeichen Ernst nehmen: Ein wichtiger Schritt in der Stressbewältigung ist die Früherkennung: Wer seinen Körper gut kennt, kann erste Anzeichen von Überforderung rechtzeitig wahrnehmen und ernst nehmen. Ein gesunder Lebensstil bildet dabei die Basis: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung sowie bewusste Entspannungstechniken helfen dabei, die innere Balance zu erhalten. Besonders hilfreich ist Bewegung an der frischen Luft. Sie klärt den Kopf und baut Spannungen ab.
  • Auch mal "Nein" sagen: Lernen Sie, „Nein“ zu sagen: Nicht jede zusätzliche Aufgabe muss übernommen werden. Vor allem dann nicht, wenn sie unnötigen Druck erzeugt. Auch der Austausch mit anderen, das Pflegen von Freundschaften oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann helfen, belastende Situationen besser zu bewältigen.
  • Selbstfürsorge: Regelmäßige Pausen und echte Erholungszeiten sind keine Schwäche, sondern Voraussetzung für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Posturales Tachykardiesyndrom (POTS)

Beim Aufstehen spielt auch das Posturale Tachykardiesyndrom (POTS) eine Rolle. Bei Menschen mit POTS steigt der Puls nach dem Aufstehen so stark an, dass ihnen schwindelig wird oder sie sich benommen fühlen. Fachleute sprechen von POTS, wenn innerhalb von maximal 10 Minuten nach dem Aufstehen der Puls um 30 Schläge pro Minute gegenüber der Normalfrequenz oder auf über 120 Schläge pro Minute ansteigt. Charakteristisch für POTS ist außerdem, dass sich der Blutdruck dabei nicht oder nur geringfügig verändert.

Häufige Symptome bei POTS

Hauptsymptom ist der spürbar erhöhte Puls nach dem Aufrichten. Weitere mögliche akute Symptome in den ersten Minuten nach dem Aufstehen sind:

  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Schwächegefühl
  • Kurzatmigkeit
  • Zuckungen oder Zittern
  • Schwitzen
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Angstempfinden
  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehstörungen

Akute Symptome wie Schwindel und Benommenheit verschwinden in der Regel, wenn sich die Betroffenen wieder hinlegen. Darüber hinaus gibt es mögliche dauerhafte Begleitsymptome, die aufgrund der sich wiederholenden POTS-Episoden entstehen:

  • Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Geringe Belastbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Magen- und Verdauungsprobleme

Mögliche Ursachen von POTS

Wie es zu einem POTS kommt, ist nicht genau geklärt. Fachleute vermuten, dass Störungen in der Hormonproduktion und -aufnahme (neuroendokrine Dysfunktion), des autonomen (vegetativen) Nervensystems oder Autoimmunerkrankungen für das POTS verantwortlich sind. Außerdem können chronische Schmerzen eine Rolle spielen. Diese führen oft zu einem Schonverhalten mit einer Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit (Dekonditionierung), von der auch das Herz betroffen sein kann.

Wer ist hauptsächlich von POTS betroffen?

Prinzipiell kann es bei jedem Menschen in jedem Alter zu POTS kommen, am häufigsten sind jedoch Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren betroffen. Das Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt 5:1. Einige Frauen mit POTS berichten von einer Zunahme der Episoden unmittelbar vor der Menstruation.

Wie wird POTS diagnostiziert?

Wiederkehrende Probleme beim Aufstehen wie Schwindel oder Benommenheit sollten ärztlich abgeklärt werden. Beim POTS ist ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) für die Diagnose besonders wichtig, um Hinweise auf zugrunde liegende Erkrankungen zu finden. Das POTS muss außerdem von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen abgegrenzt werden.

Die ärztliche Untersuchung kann folgende Schritte umfassen:

  • Puls- und Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen
  • Kipptischuntersuchung
  • Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der Herzströme

Behandlungsmöglichkeiten und Therapieansätze

Stellt sich bei der ärztlichen Untersuchung heraus, dass eine zugrunde liegende Erkrankung vorliegt, geht es in erster Linie darum, diese Grunderkrankung zu behandeln. Die Therapie des POTS selbst zielt darauf ab, den Blutkreislauf zu verbessern.

Eine häufige Empfehlung ist außerdem ein körperliches Trainingsprogramm, das an die individuelle Belastbarkeit angepasst ist und dessen Intensität langsam gesteigert wird. Mit den Übungen wird oft in Rückenlage begonnen. Zur Pulssenkung kann außerdem ein regelmäßiges Ausdauertraining beitragen, sofern der Gesundheitszustand dies zulässt. Um den Blutrückfluss in die Beine zu verringern, können Kompressionstrümpfe sinnvoll sein.

Oft verringern oder mildern solche allgemeinen Maßnahmen die POTS-Episoden. Sollte dies nicht gelingen, können Ärzte verschiedene Medikamente in einem individuellen Heilsversuch nutzen - ein speziell für POTS zugelassenes Medikament gibt es allerdings nicht.

Orthostatische Hypotonie

Die orthostatische Hypotonie ist eine bestimmte Form des niedrigen Blutdrucks (Hypotonie), bei der kurz nach dem Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen der Blutdruck stark abfällt. Fällt der Blutdruck beim Aufstehen ab, kommt es typischerweise zu Schwindel, Sehstörungen und Benommenheit, manchmal sogar zu einer Ohnmacht.

Ursachen der orthostatischen Hypotonie

Diese spezielle Form des niedrigen Blutdrucks kommt meist bei älteren Menschen vor. Sie kann Nebenwirkung von Medikamenten sein oder Begleiterscheinung einer langjährigen Erkrankung wie Parkinson, Demenz oder Diabetes mellitus. Manchmal bleibt die Ursache einer orthostatischen Hypotonie aber unklar.

Behandlung der orthostatischen Hypotonie

Mit bestimmte Maßnahmen lässt sich zudem Schwindel und Ohnmachtsanfällen wirksam vorbeugen. Dazu gehören:

  • langsames und schrittweises Aufstehen, insbesondere morgens
  • spezielle Übungen vor dem Aufrichten, beispielsweise das Anspannen und Lockerlassen der Wadenmuskulatur
  • Meiden von körperlicher Belastung bei heißem Wetter
  • Tragen von Stützstrümpfen
  • ausreichend trinken
  • reduzierter Verzehr von kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Weißbrot und geschältem Reis - vor allem, wenn der Blutdruckabfall im Zusammenhang mit dem Essen steht

Sind die Beschwerden sehr belastend und helfen die genannten Maßnahmen nicht - was selten vorkommt - kann eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden.

Innerliches Zittern

Innerliches Zittern bezeichnet ein Phänomen, bei dem im Körperinneren ein Zittern wahrgenommen wird, ohne dass ein äußerliches Muskelzittern zu sehen ist. Es handelt sich um eine Form der inneren Unruhe, die sowohl körperliche als auch seelische Ursachen haben kann. Oftmals ist das innerliche Zittern eine körperliche Reaktion auf Angst und Stress.

Ursachen des innerlichen Zitterns

Psychische Belastung ist die häufigste Ursache für innerliches Zittern. Stehen Sie ständig unter Strom und finden keine ausreichende Entspannung, ist Ihr Körper permanent hohem Stress ausgesetzt und das dauernd gereizte Nervensystem kann in der Folge mit Überaktivierung und überschießenden Impulsen antworten. Innerliches Zittern im Körper kann außerdem ein Symptom psychischer Erkrankungen sein. Dazu gehören vor allem Angststörungen und Depressionen, aber auch Schizophrenie, Demenz und bipolare Störungen. Rührt das Zittern im Inneren nicht von einer seelischen Dysbalance her, stecken körperliche Unzulänglichkeiten bzw. Erkrankungen dahinter.

Mögliche körperliche Ursachen

  • Restless-Legs-Syndrom (RLS)
  • Magnesiummangel
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Muskuläre Verspannungen
  • Bewegungsmangel
  • Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Das überreizte Nervensystem beruhigen

Ein überreiztes Nervensystem äußert sich durch Symptome wie Herzklopfen, Schlafstörungen und ständige Anspannung. Der Vagusnerv spielt eine wichtige Rolle beim Entspannen und lässt sich durch Atemtechniken, Kälte und Körperübungen aktivieren. Kurzfristig beruhigt etwa die 4-7-8-Atemtechnik, während langfristige Regulierung bei chronischem Stress Wochen bis Monate dauert. Hilfreich dabei sind vor allem Bewegung, Vagusnerv-Stimulation und Ansätze wie bestimmte Atemtechniken.

Erkennen eines überreizten Nervensystems

Es ist wichtig zu erkennen, wann dein Nervensystem überreizt oder dysreguliert ist. Dysreguliert bedeutet dabei, dass das Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist und nicht mehr angemessen auf Reize reagiert. Jeder Mensch hat ein individuelles Stresstoleranzfenster - einen Bereich, in dem er mit Herausforderungen umgehen kann, ohne dass das Nervensystem aus dem Gleichgewicht gerät.

Der Vagusnerv und seine Bedeutung

Ein Teil des parasympathischen Nervensystems ist der Vagusnerv („Nervus vagus”) - der längste Hirnnerv deines Körpers. Er ist wie eine „Bremse” für dein vegetatives Nervensystem. Wenn er aktiviert wird, sendet er Signale an Herz, Lunge und andere Organe, um deinen Körper zu beruhigen. Den Vagusnerv kannst du durch gezielte Übungen wie Atemtechniken, Kältereize oder Summen bewusst aktivieren.

Strategien zur Beruhigung des Nervensystems

  • Atemtechniken: Die 4-7-8-Atemtechnik (4 Sekunden einatmen, 7 halten, 8 ausatmen) kann helfen, ins Hier und Jetzt zurückzukehren und Ruhe zu finden.
  • Körperliche Aktivität: Sport hilft, das ausgeschüttete Adrenalin und Cortisol abzubauen und signalisiert dem Gehirn, dass die Gefahr vorüber ist - so kann sich das Nervensystem wieder sicher und ausgeglichener anfühlen.
  • Vagusnerv-Stimulation: Die Zwerchfellatmung (auch Diaphragmatic Breathing genannt) gilt als Goldstandard für Stressreduktion.
  • Achtsamkeit und Meditation: Regelmäßige Meditation und Achtsamkeitsübungen können den Geist und das Nervensystem beruhigen und dir bei regelmäßiger, täglicher Übung helfen, deine Stressresilienz zu stärken.
  • Schlafhygiene: Sorge dafür, dass du genug Ruhezeit in der Nacht hast und nutze die 10 Regeln der Schlafhygiene, um deinen Schlaf zu verbessern.
  • Emotionen zulassen: Manchmal kann es richtig guttun, einfach mal die angestauten Emotionen herauszulassen.
  • Soziale Interaktion: Lockere, freundliche und liebevolle soziale Interaktionen sind ein gutes äußeres Zeichen, dass die Welt ein sicherer Ort ist.

Parkinson und das Nervensystem

Parkinson ist eine chronische, also dauerhafte und fortschreitende Erkrankung der Nervenzellen in dem Teil des Gehirns, der für die Kontrolle der Bewegungen zuständig ist. Die dort betroffenen Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin. Dopamin ist für die Übermittlung von Signalen für die Bewegungskontrolle zuständig. Sterben die Nervenzellen ab, sinkt der Dopamin-Spiegel. In ihrem Verlauf kann die Erkrankung daher Auswirkungen auf die Koordination und die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen haben.

Ursachen von Parkinson

Ursächlich für die Beschwerden bei einer Parkinson-Erkrankung ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin. Dieser Stoff wird in den Nervenzellen der Substantia Nigra (schwarze Substanz) gebildet. Grundsätzlich nimmt die Zahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens ab. Bei Menschen mit Parkinson verläuft dieser Zellabbau jedoch beschleunigt. Sind etwa 50 bis 60 Prozent der Dopamin bildenden Zellen abgestorben, treten die typischen motorischen Symptome auf.

Hinweise deuten darauf, dass das Zusammenspiel mehrerer Faktoren das Auftreten der Erkrankung begünstigen kann.

  • Alter: Ein wichtiger Faktor, der an der Entstehung von Parkinson beteiligt sein kann, ist das Alter.
  • Genetische Ursache: In sehr wenigen Fällen ist Parkinson erblich bedingt.
  • Giftstoffe: Es scheint, dass verschiedene Schadstoffe das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen können.
  • Kopfverletzungen: Bestimmte Arten von Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen, an sekundärem Parkinson zu erkranken.

Symptome von Parkinson

In den meisten Fällen treten erste Anzeichen der Parkinson-Erkrankung Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte vor den klassischen motorischen Symptomen auf. Motorische Symptome sind die Beschwerden, die die Körperbewegungen betreffen, zum Beispiel das Zittern.

Vier klassische Krankheitszeichen im Krankheitsverlauf sind:

  • Muskelzittern (Tremor)
  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese)
  • Gang- und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität)

Neben den Beschwerden, die sich auf die Körperbewegung auswirken, kann Parkinson auch vegetative Störungen sowie psychische Veränderungen verursachen.

Diagnose von Parkinson

Einen speziellen Parkinson-Test, mit dessen Hilfe eine schnelle und sichere Diagnose gestellt werden könnte, gibt es nicht. Eine erfahrene Neurologin oder ein erfahrener Neurologe ist jedoch in der Lage, die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen wie ein Puzzle zusammenzusetzen und so zur richtigen Diagnose zu gelangen. Dazu muss sie oder er Ihren Krankheitsverlauf gut kennen. Die Basis der Untersuchung bildet ein ausführliches Gespräch (Anamnese).

Um andere Erkrankungen auszuschließen und die Diagnose Parkinson zu bestätigen, können in der Neurologie Tätige zudem testen, ob Sie auf die Gabe von Levodopa ansprechen. Bessern sich die Beschwerden unter dem Wirkstoff Levodopa, ist das ein weiteres Indiz für eine Parkinson-Erkrankung.

Auch der Einsatz bildgebender Verfahren kann dabei helfen, andere Erkrankungen auszuschließen und die Verdachtsdiagnose Parkinson zu erhärten.

ISG-Syndrom und seine Auswirkungen

Das Iliosakralgelenk (ISG) verbindet das Kreuzbein der Wirbelsäule mit dem Darmbein des Beckens. Verschieben sich die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks gegeneinander, kann ein Iliosakral-Gelenk-Syndrom (ISG-Syndrom) bestehen. Dieses äußert sich durch Schmerzen im betroffenen Bereich und ist eine häufige Ursache von Rückenschmerzen.

Ursachen und Symptome des ISG-Syndroms

Ursächlich für eine ISG-Syndrom ist in den meisten Fällen das falsche Anheben von schweren Gegenständen, oder auch ein Tritt ins Leere, beispielsweise beim Verfehlen einer Treppenstufe oder beim Stolpern während des Gehens auf unebenem Untergrund. Auch degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule und bestimmte Wirbelsäulenerkrankungen können die Entstehung eines ISG-Syndroms begünstigen.

Eine ISG-Blockade macht sich meist durch ziehende Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks bemerkbar. Diese Schmerzen können an Intensität zunehmen, sobald man sich nach vornüber beugt oder das Bein in der Hüfte nach außen rotiert.

Behandlungsmöglichkeiten des ISG-Syndroms

Die ISG-Schmerzen können durch bestimmte Übungen vermindert werden. Dazu legen sich der Patient auf den Rücken und streckt beide Beine gerade aus. Dann werden die Arme ausgestreckt zur Seite, die Handinnenflächen nach oben zeigend. Nun wir der Fuß des rechten Beins auf Höhe des linken Kniegelenks ab. Drehung von der Hüfte abwärts nach links und die Schultern auf dem Boden liegen lassen. Jetzt mit der linken Hand das rechte Knie greifen und sanft in Richtung Fußboden ziehen. Den Kopf zur rechten Seite drehen. Diese Dehnung für etwa 20 Sekunden einhalten und danach langsam wieder strecken und sich lang machen. Dasselbe wird mit dem linken Bein nun wiederholt. Manchmal kann es bei einem akuten ISG-Schmerz auch hilfreich sein, in Rückenlage die Beine anzustellen und langsam von einer Seite zur anderen zu bewegen.

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