Die neurologische Versorgung in Dortmund bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der neurologischen Praxis in Dortmund, von den angebotenen Untersuchungen bis hin zu den Behandlungsschwerpunkten und Kooperationen mit anderen Fachbereichen.
Einführung in die Neurologie in Dortmund
Die Neurologie im Klinikum Dortmund bietet als Einrichtung im Haus der Maximalversorgung ein breites Spektrum an neurologischer Behandlungskompetenz. Die Klinik für Neurologie diagnostiziert und behandelt alle Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks, also des zentralen Nervensystems (ZNS), und des peripheren Nervensystems. Ebenso umfasst die Neurologie Erkrankungen der Muskulatur. Die neurologische Facharzt-Praxis in Dortmund steht Patienten bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen zur Seite.
Diagnostische Verfahren zur Messung von Nervenbahnen
Ein zentraler Aspekt der neurologischen Arbeit ist die Diagnostik. Verschiedene Verfahren ermöglichen es, die Funktion der Nervenbahnen zu messen und Störungen zu erkennen. Hierzu gehören:
Elektroenzephalographie (EEG): Das EEG ist eine Methode, bei der Hirnstromkurven mithilfe von Elektroden abgeleitet werden. Es ist das wichtigste Hilfsmittel in der Epilepsiediagnostik und dient dem Nachweis umschriebener oder diffuser Störungen des Gehirns, welche z.B. durch Raumforderungen, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen ausgelöst werden. Das EEG ist im Prinzip die gleiche Methode wie das EKG für das Herz.
Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten (NLG) und Muskelaktivität (EMG): Diese Methoden dienen zur Bestimmung der Nerven- und Muskelfunktion. Störungen der peripheren Nerven, wie sie z.B. bei Polyneuropathie vorkommen, können erkannt werden. Auch dient das EMG der genaueren Lokalisation von z.B. Bandscheibenvorfällen. Mit kleinen Stromimpulsen werden an Armen und Beinen Nerven „gemessen“. Die Geschwindigkeit mit der der Strom durch den Nerv wandert sagt etwas über seinen Zustand aus, Blockaden können erkannt werden. Das bekannteste Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom, ein „eingeklemmter“ Nerv im Bereich des Handgelenkes. Manchmal muss an einzelnen Stellen eine feine Nadel in den Muskel gestochen werden. Diese enthält einen Messfühler, der die elektrische Aktivität des Muskelinneren sicht- und hörbar machen kann. Diese Methode wird zum Beispiel verwendet, um herauszufinden ob ein Bandscheibenvorfall eine Nervenwurzel beschädigt hat.
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Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SSEP): Bei den evozierten Potentialen handelt es sich um eine aus der EEG-Technik kommende Methode, verschiedene Leitungsbahnen im Nervensystem zu untersuchen. Die Methode wird zur Untersuchung der Sehbahn (VEP), der Hörbahn (AEP) und der sensiblen Bahnen (SEP) eingesetzt. Mit dem Verfahren VEP (Visuell Evozierte Potentiale) können Erkrankungen des Sehnervs erfasst werden. Es werden auf einem Monitor optische Reize wie zum Beispiel ein wechselndes Schachbrettmuster oder Lichtblitze präsentiert und die Zeitdauer vom Auftreten eines Sehreizes bis zu einer entsprechenden Hirnstromaktivität gemessen. Die akustisch evozierten Potenziale (AEP) untersuchen die Reaktion des Nervensystems auf akustische Reize, wie zum Beispiel Töne oder Klickgeräusche. Diese Reize werden über Kopfhörer oder Lautsprecher präsentiert und die Reaktion des Nervensystems wird gemessen. Mithilfe der SEP (sensibel evozierte Potentiale) kann die Leitfähigkeit der Gefühlsbahn gemessen werden, sprich der Nerven, die zum Beispiel für das Berührungsempfinden und Druckempfinden zuständig sind. SSEP-Untersuchungen werden im Falle entzündlicher Erkrankungen des Nervensystems oder bei Bandscheibenvorfällen eingesetzt.
Ultraschall (Doppler- und Duplexsonographie): Mit modernen Schallköpfen ist es möglich, die Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, nicht nur in ihrem Verlauf am Hals, sondern auch im Schädelinneren genau zu untersuchen. Dies hat eine besondere Bedeutung bei Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen von Schlaganfällen. Mithilfe der Dopplersonographie können wir den Blutfluss in den Gefäßen messen. Durch die Analyse der Geschwindigkeit und Richtung des Blutflusses können Verengungen (Stenosen) oder Verschlüsse der Gefäße erkannt werden. Die Duplexsonographie kombiniert die Doppler-Sonographie mit der Darstellung der Gefäßstrukturen. Dabei werden hochauflösende Bilder der Gefäße erstellt, um mögliche Veränderungen wie Plaques oder Aneurysmen zu erkennen.
Liquordiagnostik (Nervenwasseruntersuchung): In besonderen Fällen ist eine Nervenwasserentnahme im Bereich der Lendenwirbelsäule erforderlich. Diese wird mit einer speziellen, sehr feinen Nadel gemacht. Dabei wird in unserer Praxis für Neurologie Dortmund und Unna ambulant eine kleine Menge der sogenannten Liquorflüssigkeit entnommen, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt. Obwohl die Liquor- oder Lumbalpunktion eine invasive Untersuchung ist, ist sie in der Regel gut verträglich und mit nur geringen Risiken verbunden.
Neuropsychologische Hirnleistungstestungen: Zu den neuropsychologischen Hirnleistungstestungen zählen u.a. MMST (Mini-Mental-Status-Test), Demtc Demenztest, der Uhrentest (psychometrischer Test) oder MoCa-Screeningtest.
Tremoranalyse: Die Tremoranalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnose und Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson. Der Tremor, ein charakteristisches Symptom dieser neurologischen Erkrankung, äußert sich in rhythmischen, unwillkürlichen Bewegungen, die meist in Ruhe auftreten. Die Tremoranalyse spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verlaufskontrolle von Morbus Parkinson.
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Wichtige Krankheitsbilder und Behandlungsschwerpunkte
Die Neurologie in Dortmund behandelt ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen. Zu den wichtigsten Krankheitsbildern und Behandlungsschwerpunkten gehören:
Gefäßerkrankungen des Gehirns (z.B. Schlaganfall): Die Neurologie im Klinikum Dortmund verfügt über eine zertifizierte überregionale Stroke Unit (12 Betten, A12S), die gleichzeitig koordinierendes Zentrum des Neurovaskulären Netzwerkes Ruhr-Ost ist. Zeitnah wird die Stroke Unit in den Neubau umziehen und gleichzeitig auf 14 Betten erweitert. Bei einem Schlaganfall - einer Durchblutungsstörung des Gehirns, häufig der Verschluss eines Hirngefäßes oder einer Hirnblutung - kann es zur Lähmung eines Armes oder Beines, einer Gesichtshälfte sowie zu weiteren Funktionsstörungen, wie Sprachstörung kommen. Als medizinischer Notfall muss ein Schlaganfall schnellstmöglich behandelt werden und auch die Ursachen des Schlaganfalls sollten untersucht werden. Eine umfassende Nachsorge ist unerlässlich, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und die Rehabilitation zu unterstützen. Dies beinhaltet regelmäßige Arztbesuche, um den Fortschritt des Patienten zu überwachen und gegebenenfalls die Behandlung anzupassen. Eine essentielle Rolle spielt hierbei die Sekundärprophylaxe, wodurch ein weiterer Schlaganfall vermieden werden kann. Eine intrazerebrale Blutung (ICB) ist eine Art von Schlaganfall, der durch eine plötzliche Blutung im Gehirn verursacht wird.
Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson-Krankheit): Ausgelöst durch einen Dopaminmangel im Gehirn kommt es bei Parkinson zu Störungen des Bewegungsablaufes mit dem Auftreten von Symptomen wie Zittern (Tremor), erhöhter Muskelspannung (Rigor) und Bewegungsarmut (Akinese). Um den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen, erfolgt die Behandlung vor allem durch verschiedene Medikamente.
Demenzen:
Entzündliche Erkrankungen/Neuroimmunologie (z.B. Multiple Sklerose): Die Multiple Sklerose ist die häufigste chronische Erkrankung des Zentralnervensystems bei jungen Menschen und kann zu bleibenden Behinderungen führen. Durch eine fehlende Immunreaktion werden Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark geschädigt. Der Verlauf von MS ist oft schubartig, wobei die Symptome sehr unterschiedlich sein können.
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Epilepsie: Das EEG ist das wichtigste Hilfsmittel in der Epilepsiediagnostik.
Muskelerkrankungen: Die Elektromyografie (EMG) ist eine diagnostische Methode, die in der Neurologie eingesetzt wird, um die elektrische Aktivität der Muskeln zu messen. Die Elektromyografie kann bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden, um eine genaue Diagnose oder Differentialdiagnosen zu stellen. Sie kann helfen, Muskel- und Nervenerkrankungen wie periphere Neuropathien, Muskeldystrophien und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu identifizieren.
(Kopf-)Schmerzen:
Polyneuropathie: Störungen der peripheren Nerven, wie sie z.B. bei Polyneuropathie vorkommen, können mit der Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten (NLG) und Muskelaktivität (EMG) erkannt werden.
Schlafapnoe: Der Begriff Schlafapnoe bezeichnet schlafbezogene Atmungsstörungen. Genauer Atemstillstände, die während des Schlafes auftreten und von den Betroffenen meist unbemerkt bleiben. Die Folge: Betroffene erhalten nicht genug Sauerstoff und schlafen insgesamt sehr schlecht. Eine unbehandelte Schlafapnoe kann gravierende Folgen haben, etwa das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen. Deshalb sollte bei Betroffenen eine Schlafanalyse (Polygraphie) vorgenommen werden. Bei der Polygraphie handelt es sich um eine ambulante Untersuchungsmethode, bei der verschiedene Parameter während des Schlafs gemessen werden. Dazu gehören unter anderem die Atemfrequenz, der Sauerstoffgehalt im Blut, die Atembewegungen und die Herzfrequenz. Die Untersuchung erfolgt in der Regel zu Hause, indem der Patient ein kleines Gerät mit nach Hause nimmt, das mit Sensoren zur Messung der genannten Parameter ausgestattet ist. Der Patient trägt das Gerät während des Schlafs und die Daten werden aufgezeichnet.
Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Auch nach einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) sind wir für Sie da. Im Volksmund wird ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma auch als Gehirnerschütterung bezeichnet und kann zu Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Apathie führen. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma kann hingegen zu Sprachstörungen, Lähmungen, Konzentrationsschwäche oder auch Persönlichkeitsveränderungen führen.
Spezialambulanzen und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Neurologie in Dortmund bietet viele Spezialambulanzen, darunter:
- Multiple Sklerose
- Muskelerkrankungen
- Amyotrophe Lateralsklerose
- Gefäß- und Nervenultraschall
- Botulinumtoxin
- Neuro-Onkologie
- Demenz
- Parkinson
- Schluckuntersuchung (FEES)
Hier arbeiten die Neurologen eng mit den niedergelassenen Neurologinnen und Neurologen sowie Kolleginnen und Kollegen anderer Fachabteilungen zusammen - so besteht für Sie als Patientin und Patient eine möglichst optimale Versorgung. Eine besonders enge Zusammenarbeit erfolgt mit der (Neuro-)Radiologie, Neurochirurgie, Augenklinik, HNO-Klinik, Orthopädie/Wirbelsäulenchirurgie und Schmerzklinik. Selbstverständlich besteht eine hervorragende Zusammenarbeit mit sämtlichen anderen Abteilungen im Haus der Maximalversorgung, um eine umfassende Patientenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau zu gewährleisten.
Terminvereinbarung und Vorbereitung
Für einen Termin in der neurologischen Praxis in Dortmund sind einige Vorbereitungen zu treffen. Es werden folgende Unterlagen benötigt:
- (Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte, Schilddrüsenwerte)
- aktuelles EKG (mit QTc-Zeit)
- nach Möglichkeit eine Überweisung vom Hausarzt (bei Teilnahme HzV-Vertrag zwingend)
Die Terminvereinbarung erfolgt in der Regel über die Hausarztpraxis. Diese kontaktiert die neurologische Praxis per Telefon (023733111 bei der Ansage bitte die 1 drücken) und vermittelt somit Ihren Termin. Für die Hausarztpraxis ist auch möglich bei neurologischen Fragestellungen das Terminvergabeportal www.neurologiePort.de zu benutzen, wo bei unserer Praxis Termine gebucht werden können. Dies ist für Termine vorgesehen bei denen Ihre Hausarztpraxis eine Dringlichkeit sieht. In der Regel erhalten Sie dann einen Termin innerhalb von 4 Tagen. Bringen Sie entsprechend Zeit zu diesem Termin mit, da wir abhängig von der Symptomatik Unterschungen durchführen. Sie müssen zwingend zum Termin eine Überweisung von der Hausarztpraxis mitbringen, auf der der Vermerk "Hausarztvermittlung" ausgewiesen ist. Die Hausarztpraxis vermerkt unsere Betriebsstättennummer BSNR: 183834300 für die Vermittlung. Wenn Sie einen Termin über die 116117 erhalten haben, brauchen Sie diesen Termin nicht zu bestätigen! Bitte haben Sie Veständnis, dass bei Terminen über die 116117 spezialisierte Untersuchungen wie EEG, Duplex, EMG, etc. nicht am Termintag erfolgen können, da wir den Inhalt der Überweisung nicht kennen und solche Untersuchungen geplant werden. Die Terminvermittlung durch die 116117 dient zur Orientierung, was fachärztlich zu veranlassen ist.
Wichtige Hinweise zur Kontaktaufnahme
Bitte beacht Sie, dass Anrufe mit unterdrückter Telefonnummer als "Fake-Anrufe" eingestuft und direkt gelöscht werden und nicht bearbeitet werden können! Ebenso werden Anfragen über das Kontaktformular nicht bearbeteitet, wenn diese unvollständig ausgefüllt wurden! Der Telefonbot wird Sie leiten, sie könne Termine buchen, Termine absagen, Rezeptwünsche aufgeben, derer andere Anliegen mitteilen. Es ist wichtig, dass Sie klar sprechen. Damit bekommen Sie auch einen Link zur Terminabsage. Wenn Sie zu unseren Öffnungszeiten anrufen, werden Sie dann durchgestellt. Sie beschleunigen damit gar nichts. Nein, Sie behindern damit sogar die Bearbeitung! Diese Nummer ist ausschließlich für Hausarztpraxen vorgesehen!!!
Die Rolle der Anamnese und neurologischen Untersuchung
Bei der Neurologischen Untersuchung ist die vorherige Befragung des Patienten (Anamnese) besonders wichtig, um der Lösung näher zu kommen. Wundern Sie sich nicht, wenn sie z.B. ausführlich zu Vorerkrankungen befragt werden. Neben der Anamnese ist die neurologische Untersuchung der zweite wichtige Baustein, um Ausfälle und Funktionsstörungen des Nervensystems zu erkennen und bildet die Grundlage jeder neurologischen Diagnostik. Weiterführende technisch-apparative Untersuchungen folgen je nach Befund zur weiteren Klärung der Diagnose, sofern dies notwendig sein sollte. Die neurologische Begutachtung und neuropsychologische Diagnostik dienen auch der Differenzialdiagnose, um verschiedene neurologische Erkrankungen voneinander zu unterscheiden.
Nachsorge und Rehabilitation
Nachsorge ist ein entscheidender Teil der Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose (MS) und Morbus Parkinson. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Gesundheit und / oder der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.
Psychosomatische Grundversorgung
Die psychosomatische Grundversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Versorgung in unserer Praxis und umfasst die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen, bei denen körperliche Symptome in enger Verbindung mit psychischen Faktoren stehen.
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