Nervenbahnen-Quetschung im Rücken: Ursachen, Behandlung und Prävention

Eine Wirbelsäulenverletzung kann problemlos ausheilen. Wenn jedoch auch das Rückenmark verletzt ist, können bleibende Lähmungen entstehen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Behandlung von Nervenbahnen-Quetschungen im Rücken, insbesondere im Zusammenhang mit Wirbelsäulenverletzungen.

Einführung

Wirbelsäulenverletzungen sind ein bedeutendes Gesundheitsproblem, insbesondere bei jungen Erwachsenen. Die häufigste Form ist eine Verdrehung der Wirbelsäule (Distorsion) ohne Schäden an Knochen oder Rückenmark. Allerdings können schwerwiegendere Verletzungen, wie Wirbelbrüche, zu einer Quetschung der Nervenbahnen im Rückenmark führen, was erhebliche neurologische Folgen haben kann.

Ursachen von Nervenbahnen-Quetschungen im Rücken

Mögliche Ursachen für Rückenmarksverletzungen sind zum Beispiel Wirbelbrüche, bei denen sich Bruchstücke verschieben und das Rückenmark verletzen oder durchtrennen. Meist verursachen Unfälle mit starker Gewalteinwirkung, zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei risikoreichen Sportarten, eine Wirbelsäulenverletzung.

Entsprechend sind Verkehrsunfälle die häufigsten Ursachen der Wirbelsäulenverletzung: Jedes zweite Wirbelsäulentrauma entsteht durch einen Unfall im Straßenverkehr. Mehr als jede zweite Verletzung der Halswirbelsäule entsteht durch einen Verkehrsunfall bei hoher Geschwindigkeit, wobei überwiegend Autoinsassen betroffen sind. Aber auch Stürze aus großer Höhe und banale Unfälle (z.B. Als Klassiker bei Unfällen mit Beteiligung der Halswirbelsäule gilt beispielsweise der Kopfsprung in zu seichtes Wasser: Dann zieht die verletzte Halswirbelsäule häufig eine Querschnittslähmung nach sich. Häufigste Ursache für Verletzungen der Lendenwirbelsäule ist ein Sturz aus größerer Höhe, während nur etwa jede fünfte Wirbelsäulenverletzung im Lendenwirbelbereich durch einen Verkehrsunfall entsteht. Die Brustwirbelsäule ist seltener an einer Wirbelsäulenverletzung beteiligt.

Weitere Ursachen können sein:

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  • Wirbelbrüche: Bruchstücke können sich verschieben und das Rückenmark verletzen oder durchtrennen.
  • Luxationsfrakturen: Eine gewaltsam gedrehte, gebeugte oder überdehnte Wirbelsäule kann zu einer Wirbelsäulenverletzung in Form einer Luxationsfraktur führen.
  • Kompressionsfrakturen: Ein durch Stauchung der Wirbelsäule entstandenes Wirbelsäulentrauma kann mit einer Kompressionsfraktur einhergehen. Das heißt: Die Wirbel sind geborsten oder völlig plattgedrückt.
  • Erkrankungen: Wenn nicht gleichzeitig eine Erkrankung vorliegt, die die Knochen brüchiger macht und somit Verletzungen der Wirbelsäule begünstigt (wie z.B.

In Deutschland tritt die Wirbelsäulenverletzung mit einer Häufigkeit von etwa 10.000 bis 12.000 Fällen pro Jahr auf. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist 16 bis 30 Jahre alt. Am häufigsten handelt es sich bei einer Wirbelsäulenverletzung um eine Verdrehung (Distorsion) der Wirbelsäule, bei der weder Knochen noch Rückenmark geschädigt sind.

Symptome einer Nervenbahnen-Quetschung

Eine Wirbelsäulenverletzung mit Rückenmarksverletzung löst neurologische Symptome aus. Das bedeutet: Es kommt zu Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen) wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmung im Bereich der Arme und Beine (Extremitäten).

Eine besonders schwere Wirbelsäulenverletzung ist schon von außen zu erkennen: Dann kommt es zu einer sichtbaren Fehlstellung der Wirbelkörper; manchmal ist eine Lücke zwischen den einzelnen Dornfortsätzen zu ertasten. Unter Umständen ist die Rückenmuskulatur örtlich begrenzt verhärtet, was die Folge einer reflexbedingten Verspannung der Muskeln ist (sog. Muskelhartspann).

Ein Schleudertraumader Halswirbelsäule ist häufig durch ein sogenanntes beschwerdefreies Intervall gekennzeichnet, was bedeutet: Erst nach mehreren Stunden oder Tagen ruft diese Wirbelsäulenverletzung Symptome hervor.

Diagnose von Wirbelsäulenverletzungen

Eine Wirbelsäulenverletzung zu diagnostizieren ist nicht immer einfach. Entscheidend ist dabei vor allem, ob es Zeichen für eine stabile oder instabile Wirbelsäulenverletzung gibt. Eine instabile Wirbelsäulenverletzung ist ein sogenanntes Polytrauma, bei dem gleichzeitig Wirbelkörperhinterkante, Bandscheibenwand, Gelenkfortsätze, Wirbelbogen und hinterer Bandkomplex verletzt sind. bewusstlos ist oder Bewusstseinstrübungen hat,Anzeichen für eine neurologische Störung (z.B. Lähmungen, Gefühlsstörungen) zeigt,über Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und / oder eine Muskelverhärtung am Rücken klagt,unter dem Einfluss von Medikamenten, Alkohol, Drogen o.Ä.

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Wirbelsäulenverletzungen kann man diagnostisch in zwei Hauptgruppen unterteilen: Eine Wirbelsäulenverletzung mit und ohne Rückenmarksverletzung. Bei jedem Wirbelsäulentrauma ist zunächst in Betracht zu ziehen, dass das Rückenmark ebenfalls verletzt ist. Gefühlsstörungen oder Lähmungen in den Armen oder Beinen können auf Rückenmarksverletzungen hinweisen.

Um die Wirbelsäulenverletzung endgültig zu diagnostizieren und genau zu beurteilen, erfolgen sobald wie möglich Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule in zwei Ebenen sowie eine Computertomographie (CT) der vermeintlich betroffenen Stelle.

Therapie bei Nervenbahnen-Quetschungen im Rücken

Bei einer Wirbelsäulenverletzung hängt die Therapie von der Art der vorliegenden Verletzung ab. Bei leichteren Weichteilverletzungen oder bei der Stauchung eines Wirbelkörpers ist keine Operation nötig: Hier beschränkt sich die Behandlung darauf, den Rücken durch Ruhigstellung zu schonen und die Beschwerden durch physikalische Maßnahmen (wie Wärme- oder Kälteanwendungen) zu verbessern. Auch stabile Brüche kann man konservativ (d.h.

Eine Wirbelsäulenverletzung macht eine stabilisierende Operation notwendig, wenn ein Bruch eines oder mehrerer Wirbel mit verschobenen Bruchkanten vorliegt: Ohne Operation könnten sich die Bruchstücke in den Rückenmarkskanal verschieben und dabei im ungünstigsten Fall das Rückenmark vollständig durchtrennen. Daher zielt die Operation darauf ab, die Wirbel so schnell wie möglich zu fixieren, um eine Verschiebung der Bruchstücke zu verhindern. Bei einer Wirbelsäulenverletzung ist auch dann eine Operation nötig, wenn neurologische Störungen auftreten.

Wurde das Rückenmark bei der Verletzung der Wirbelsäule nicht durchtrennt, bildet sich durch die verschobenen Wirbelknochen sehr häufig eine deutliche Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Rückenmarkskanal. Dieser Kanal kann - aufgrund der knöchernen Anteile der Wirbelkörper - dem immer stärker werdenden Druck nicht nachgeben, den das Ödem verursacht. Folglich führt das Wirbelsäulentrauma zu einer Quetschung der Nervenbahnen, die dann nicht mehr ausreichend durchblutet sind. Daher leiten die gequetschten Nerven nach kurzer Zeit keine Reize mehr weiter, was zu Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsverlust führt. Um die Durchblutungsstörung zu beseitigen, entfernt der Operateur einen möglicherweise vorhandenen Bluterguss (Hämatom) und erweitert den Wirbelkanal.

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Wenn bei einer Wirbelsäulenverletzung eine Rückenmarksverletzung vorliegt, ist eine Therapie immer schwierig: Eine vollständige Durchtrennung des Rückenmarks kann man durch eine Operation nicht beheben. Im Anschluss an die Therapie der Wirbelsäulenverletzung erfolgt immer eine Rehabilitation, deren Ausmaß von Fall zu Fall verschieden ist. Bei einer Wirbelsäulenverletzung mit anderen Verletzungsmustern wiederum kann die Lagerung in einem sogenannten Stufenbett Teil der Rehabilitation sein. Die hierbei eingenommene Rückenlage mit im 90-Grad-Winkel hochgelagerten Beinen entspannt und entlastet die Rückenmuskulatur und die Wirbelsäule. Der Raum zwischen den einzelnen Wirbelkörpern vergrößert sich. Gezielte krankengymnastische Übungen haben sich vor allem bei Muskelverspannungen und Fehlhaltungen, die durch eine schmerzbedingte Schonhaltung entstehen, als sinnvoll erwiesen. Bei einer schweren Wirbelsäulenverletzung mit Querschnittslähmung findet während der Rehabilitation eine Schulung statt, um zu vermitteln, wie man mit den neuen Lebensumständen zurechtkommt.

Sofortmaßnahmen am Unfallort

Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung ist es unbedingt erforderlich, direkt am Unfallort lebensbedrohliche Zustände unter Kontrolle zu bringen und die Wirbelsäule für den Transport zu stabilisieren.

In Gefahrensituationen (z.B. bei Bränden oder wenn ein Ertrinken droht) ist es allerdings unabhängig vom Ausmaß der Rückenverletzung nötig, die verletzte Person erst einmal aus der Gefahrenzone zu bergen und lebensbedrohliche Zustände zu behandeln. Die lebensnotwendigen Funktionen (Vitalfunktionen) zu sichern, ist bei den Sofortmaßnahmen zunächst vorrangig: Wenn beispielsweise ein Motorradfahrer ein Wirbelsäulentrauma hat und bewusstlos ist, muss man ihm den Helm abnehmen, um ihn (falls nötig) beatmen zu können und seine Atemwege zu sichern. Nach diesen ersten lebensrettenden Sofortmaßnahmen kümmern sich bei einer möglichen Wirbelsäulenverletzung am besten nur fachkundige Helfer um die Lagerung der verletzten Person. Dabei ist es wichtig, die Halswirbelsäule sofort durch eine starre Halskrawatte zu stabilisieren und auch anschließend keinesfalls Zug auf die Halswirbelsäule auszuüben. Wenn jemand mit einer Wirbelsäulenverletzung über Gefühlsstörungenoder Bewegungsunfähigkeit klagt, ist bei jeglichen Sofortmaßnahmen allerhöchste Vorsicht geboten: In solchen Fällen ist wahrscheinlich das Rückenmark bereits geschädigt. Nur eine vorsichtige Versorgung kann bei einer Rückenmarksverletzung eine vollständige Durchtrennung des Rückenmarks verhindern. Auf keinen Fall darf die verletzte Person sitzen oder aufstehen!

Verlauf und Prognose

Bei einer Wirbelsäulenverletzung hängen Verlauf und Prognose entscheidend davon ab, welche Art der Schädigung vorliegt. In bis zu 20 Prozent der Fälle ist eine Wirbelsäulenverletzung jedoch mit Rückenmarksverletzungen verbunden, angefangen von einer Stauchung (Kompression) bis zur vollständigen Durchtrennung.

Eine Wirbelsäulenverletzung kann mit Komplikationen verbunden sein, die auch durch unsachgemäße Sofortmaßnahmen nach dem ursächlichen Unfall entstehen können. Eine mögliche Komplikation ist die Verschiebung (Dislokation) gebrochener Anteile der Wirbelkörper. Da die Folge der Wirbelsäulenverletzung in diesem Fall eine Querschnittlähmung unterhalb der geschädigten Stelle ist, ist das Ausmaß von Rückenverletzungen nach einem Unfall schnellstmöglich abzuklären und zu behandeln.

Prävention von Wirbelsäulenverletzungen

Einer Wirbelsäulenverletzung können Sie nur bedingt vorbeugen, da ein solcher Wirbelsäulenschaden bei gesunden Menschen nur durch starke Gewalteinwirkung zustande kommt: Wenn Sie beispielsweise Motorrad fahren, verwenden Sie am besten speziell für Motorradfahrer im Fachhandel erhältliche Wirbelsäulenprotektoren. Beim Autofahren sind Airbags, gut eingestellte Kopfstützen und die Nutzung der Sicherheitsgurte empfehlenswerte Schutzmaßnahmen gegen Rückenverletzungen. Wenn bei Ihnen eine Knochenerkrankung vorliegt, die die Entstehung von Wirbelsäulenverletzungen begünstigt (wie z.B.

Nervenverletzungen außerhalb des Rückenmarks

Nerven sind verletzlich - ihre Funktionsfähigkeit kann durch verschiedene Einwirkungen wie Schnitt-, Stichverletzungen oder Quetschungen beeinträchtigt werden. Die Heilungsprognose richtet sich dabei nach Ausmaß und Art der Läsion und ist bei einer teilweisen Durchtrennung deutlich besser als bei einer vollständigen. können durch verschiedene Ursachen entstehen. Verletzungen von Nerven kommen vergleichsweise selten vor. Bei einer Studie über Erdbebenopfer konnten bei etwa 5,8 Prozent der Teilnehmer Nervenverletzungen festgestellt werden. In der allgemeinen Bevölkerung ist der Anteil an Betroffenen statistisch noch geringer.

Arten von Nervenverletzungen

Je nach Verletzung des Nervs sind verschiedene Auswirkungen möglich.

  • Neurapraxie: Bei einem leichten Trauma (zum Beispiel infolge von langem Liegen auf einer Stelle) kann die Funktion kurzzeitig eingeschränkt sein.
  • Axonotmesis: Das gleiche gilt bei Verletzungen wie Quetschungen oder Überdehnungen, wenn die äußerste Gewebsschicht (Epineurium) intakt bleibt, aber das Axon (Nervenzellenfortsatz, der elektrische Nervenimpulse vom Zellkörper weg leitet) unterbrochen ist.
  • Neurotmesis: Wird der Nerv komplett durchtrennt, also sowohl Nervenfasernwie Hüllenstruktur, führt das in der Regel zu einer Funktionseinschränkung desbeschädigten Nervs. begrenzt sind.

Heilung von Nervenverletzungen

Nervenverletzungen im Rückenmark oder Gehirn haben meist schlimme Folgen. Sie können nicht so einfach wieder geheilt werden. Dagegen überwinden periphere Nerven, zum Beispiel in den Armen und Beinen, Beschädigungen deutlich besser und erholen sich in vielen Fällen so weit, dass sie wieder voll funktionsfähig sind. Forschungen. Zellmaterial ersetzen.

Behandlung von Nervenverletzungen

kann, ob die Nerven normal leiten. Ist davon auszugehen, dass sich der Nerv von allein wieder erholt, warten Ärzte daher oft einige Wochen ab. Wichtig ist jedoch, dass regelmäßige Verlaufskontrollen durchgeführt werden. Nerv ist hingegen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Bei Nerveneinklemmungen, wie es beispielsweise beim Karpaltunnelsyndrom in der Hand der Fall ist, versucht der Chirurg den Nerv zu entlasten (Nervendekompression), indem er beispielsweise eine Sehne, die auf den Nerv drückt, durchtrennt. Die operative Behandlung von komplett durchtrennten Nerven kann nur mittels einer End-zu-End-Naht erfolgen. Sind die beiden Enden aufgrund der Verletzung so weit voneinander entfernt, dass der Arzt sie nicht zusammenlegen kann, ist eine Nerventransplantation erforderlich, bei der ein Spendernerv zur Überbrückung des fehlenden Stücks eingenäht wird. Diesen entnimmt der Arzt meist aus dem Nervus suralis, der an der Außenkante des Fußes und des Unterschenkels verläuft7. Im Anschluss an die Operation muss die operierte Stelle - je nach Operationsart - für zehn Tage bis drei Wochen mit einem Gips ruhiggestellt werden. Über den Zeitpunkt für die Operation entscheidet der Neurologe (Facharzt für Nerven) beziehungsweise Chirurg. Im Falle einer glatten Durchtrennung sollte die Nervennaht bereits in den ersten Stunden nach dem Geschehen gesetzt werden, um eine gute Chance zu haben, dass sich der Nerv wieder regeneriert.

Chronische Schmerzen und Nervenschädigung

Chronische Schmerzen, einschließlich chronischer Rückenschmerzen, sind ein weit verbreitetes Problem. Bei Nervenschmerzen, die bei einer Nervenschädigung auftreten können, geht man von einer Häufigkeit von immerhin 7-8 % in der Bevölkerung europaweit aus. Akute Rückenschmerzen sind sehr viel häufiger, in Deutschland leiden circa 60 % der Erwachsenen unter mindestens einer Episode mit Rückenschmerzen im Jahr.

Nervenschmerzen treten immer dann auf, wenn Nervenfasern, die für die Schmerzinformationsverarbeitung verantwortlich sind, geschädigt werden, wobei der Schädigungsort irgendwo in der Schmerzbahn, die von der Haut über die Nerven, das Rückenmark und schließlich zum Gehirn zieht, liegen kann. Bei chronischen Rückenschmerzen gibt es oft eine Kombination von Schmerzen durch degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, Muskelverspannungen und Nervenschmerzen.

Behandlung chronischer Schmerzen

Die Behandlung von Nerven- und Rückenschmerzen erfolgt nach den Richtlinien der Fachgesellschaften. Das Prinzip der medikamentösen Therapie ist „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Bei Nervenschmerzen kann von den speziellen Symptomen auf die zugrunde liegenden Ursachen geschlossen und so eine spezifische medikamentöse Therapie initiiert werden. Ziel der Schmerztherapie ist, dass Patienten möglichst uneingeschränkt ihr Leben gestalten können und auch weiterhin arbeitsfähig bleiben.

Nerven- und Rückenschmerzen werden medikamentös und nicht medikamentös behandelt und die Therapie wird durch schmerztherapeutisch erfahrene Ärzte, ggf. auch multidisziplinär, an die besonderen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten angepasst. Bei chronischen Nerven- und Rückenschmerzen ist das oberste Therapieziel die ausreichende Schmerzreduktion. Schmerzfreiheit kann oft nicht erreicht werden. Schmerzbewältigungsmechanismen können den Umgang mit den chronischen Schmerzen verändern und dazu führen, dass der Schmerz „weniger Raum“ im Leben einnimmt. Ist erst eine Chronifizierung der Schmerzen eingetreten, ist eine vollständige Heilung unwahrscheinlich. Ziel ist eine individuelle Therapie, sodass der Patient möglichst uneingeschränkt seinen Alltag bewältigen kann.

Skoliose und ihre Auswirkungen auf Nerven

Eine Skoliose ist eine angeborene oder aufgrund von degenerativen Prozessen oder Erkrankungen erworbene Fehlstellung der Wirbelsäule. Die seitliche Verkrümmung mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelsäule kann den Bereich der Brustwirbelsäule, der Lendenwirbelsäule oder den Übergang dieser beiden Abschnitte betreffen. Fortgeschrittene Fehlstellungen sind meist sehr schmerzhaft und äußern sich durch muskuläre Verspannungen.

Die dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule führt zu einer schnelleren Abnutzung, sodass Patienten mit Skoliose mit zunehmendem Lebensalter unter erheblichen Beschwerden leiden können. Durch die Verdrehung der Wirbelsäule und die damit einhergehende Verkürzung des Rumpfes verkleinert sich der Brust- und Bauchraum. Eine Funktionseinschränkung verschiedener innerer Organe kann resultieren. Vor allem die Leistungsfähigkeit des Herzens und der Lunge sind eingeschränkt, in extremen Fällen auch die der Nieren, des Magens und des Darms.

Behandlung der Skoliose

Welche Art der Therapie die Wirbelsäulenspezialisten der Gelenk-Klinik wählen, richtet sich nach der Ursache der Skoliose, dem Alter des Patienten und dem Ausmaß der skoliotischen Fehlstellung. Eine beginnende Erkrankung wird in der Regel konservativ mit Kräftigungsübungen und Physiotherapie behandelt. Betroffene tragen häufig ein Korsett, das die Wirbelsäule stabilisiert. Nur sehr schwere Fälle von Skoliose werden operativ behandelt.

Eine früh erkannte Skoliose mit einem Cobb-Winkel bis 20 Grad behandelt man vor allem durch Physiotherapie. Aktive Übungen, Haltungs- und Bewegungstraining sowie neurophysiologische Übungen und Elektrostimulation kommen zum Einsatz, um durch Muskelaufbau die Wirbelsäule zu kräftigen und zu stabilisieren. Ziel ist es, die Fehlstellung der Wirbelsäule weitgehend zu korrigieren und vor allem eine Progredienz (Verschlimmerung) zu verhindern. Regelmäßige ärztliche Kontrollen der Wirbelsäule sind notwendig, um ein Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig erkennen und die Therapie entsprechend anpassen zu können. Die Behandlung mittels Korsett kommt bei fortgeschrittenen Skoliosen (zwischen 20 und 50 Grad, Winkel nach Cobb) zusätzlich zur Krankengymnastik zur Anwendung. Schwere Skoliosen mit einer Krümmung von über 50 Grad nach Cobb erfordern in der Regel eine operative Behandlung, da konservative Methoden nicht zum gewünschten Erfolg führen würden.

Borreliose und Nervenschmerzen

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zeckenbisse übertragen wird. Die Borreliose kann sich auch auf das Nervensystem ausweiten, man spricht dann von einer Neuroborreliose. Etwa drei von 100 an Borreliose erkrankte Menschen leiden unter der Neuroborreliose.

Typische Symptome der Neuroborreliose bei Erwachsenen sind:

  • Starke, vom Rückenmark ausstrahlende Schmerzen: Sie werden häufig von einseitig oder beidseitig auftretenden Gesichtslähmungen begleitet.
  • Taubheitsgefühle und Missempfindungen
  • Kopfschmerzen, die durch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursacht werden. Zusammen mit weiteren Symptomen tritt eine Meningitis wesentlich häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen auf.
  • Lähmungen: Hauptsächlich betroffen ist die Muskulatur im Gesichtsbereich. In seltenen Fällen können Rumpf, Arme und Beine betroffen sein.
  • Weitere Einschränkungen der Nervenfunktionen: In manchen Fällen können auch die Nerven verantwortlich für Sehen, Hören und den Gleichgewichtssinn betroffen sein.

Diagnose und Therapie der Borreliose

Die Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen. Die Therapie erfolgt meistens mit Antibiotika. Je nachdem, wie gut die Antibiotika wirken, dauert die Behandlung etwa zwei bis vier Wochen. Werden bei schweren Verläufen der Erkrankung Organe oder Gelenke geschädigt, können weitere Behandlungen notwendig sein.

Trigeminusneuralgie

Bei einer Trigeminusneuralgie treten plötzlich heftige Gesichtsschmerzen auf. Sie halten meist nur wenige Sekunden an, kehren oftmals aber immer wieder. Die Beschwerden gehen vom größten Gesichtsnerv, dem Trigeminusnerv, aus, der bei Schädigung Schmerzsignale an das Gehirn sendet.

Mediziner unterscheiden zwischen einer klassischen, sekundären und idiopathischen Trigeminusneuralgie. Bei einer klassischen Trigeminusneuralgie entstehen die Schmerzen dadurch, dass benachbarte Blutgefäße auf den Nerv drücken (neurovaskuläre Kompression) und so die Umhüllung des Nervs (Myelinscheide) schädigen. Eine sekundäre Trigeminusneuralgie liegt vor, wenn sich anhand radiologischer Bildgebung oder durch eine Operation eine andere Erkrankung als eindeutige Ursache für die Schmerzattacken nachweisen lässt. Bei der idiopathischen Trigeminusneuralgie, die deutlich seltener auftritt, lässt sich keine andere Erkrankung oder Gewebeveränderung an beteiligten Gefäßen und Nerven als Ursache für die Beschwerden feststellen (idiopathisch = ohne bekannte Ursache).

Diagnose und Therapie der Trigeminusneuralgie

Der richtige Ansprechpartner für die Diagnose und weiterführenden Untersuchungen bei dieser Erkrankung ist aber ein Facharzt für Neurologie oder ein Facharzt für Neurochirurgie. Der erste Schritt bei Verdacht auf eine Trigeminusneuralgie ist die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Weitere Untersuchungen klären dann, ob eine auslösende Erkrankung der Trigeminusneuralgie zugrunde liegt oder nicht.

Der Krankheitsverlauf bei der Trigeminusneuralgie ist sehr variabel. Es ist kaum vorhersehbar, wie viel Zeit bis zur nächsten Schmerzattacke vergeht. Die Trigeminusneuralgie beeinträchtigt das Alltagsleben der meisten Betroffenen massiv - nicht nur durch die heftigen Schmerzattacken an sich, sondern auch durch die Angst vor der nächsten Attacke. Auch das seelische Wohlbefinden leidet entsprechend darunter.

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