Nervenschmerzen durch Kontaktlinsen: Ursachen und Behandlungen

Kontaktlinsen sind für viele Menschen eine attraktive Alternative zur Brille. Sie bieten eine unauffällige Möglichkeit, Sehprobleme zu korrigieren, beschlagen nicht und werden bei Regen nicht nass. Allerdings können Kontaktlinsen auch eine Reihe von Problemen verursachen, die im schlimmsten Fall die Sehkraft gefährden können. Ein häufiges Problem ist das Auftreten von Nervenschmerzen oder einem unangenehmen Fremdkörpergefühl im Auge, das das Tragen der Linsen zur Belastung macht.

Ursachen von Nervenschmerzen und Beschwerden durch Kontaktlinsen

Die Ursachen für Nervenschmerzen und Beschwerden beim Tragen von Kontaktlinsen sind vielfältig. Da Kontaktlinsen in direktem Kontakt mit dem Auge stehen, spielt mangelnde Hygiene eine entscheidende Rolle. Unverträglichkeiten, falscher Umgang mit Kontaktlinsen oder minderwertige Linsen können ebenfalls zu Problemen führen.

Mangelnde Hygiene

Mangelnde Hygiene beim Einsetzen, Herausnehmen und Reinigen der Kontaktlinsen kann zu schweren Entzündungen im Auge führen. Keime wie Bakterien, Viren, Pilze oder Akanthamöben können sich auf den Linsen ansiedeln und eine Keratitis (Hornhautentzündung) verursachen. Die Fraunhofer Gesellschaft führt 88 Prozent der Infektionen auf weiche Kontaktlinsen als Überträger zurück, hauptsächlich durch infizierte Kontaktlinsenbehälter oder unzureichend gereinigte Kontaktlinsen.

Unverträglichkeit und Trockene Augen

Viele Menschen mit Kontaktlinsen leiden unter einem sogenannten "trockenen Auge". Bereits leichte Störungen des Tränenfilms können das Tragen von Kontaktlinsen unangenehm bis unmöglich machen. Durch das Tragen von Kontaktlinsen verdunstet die Tränenflüssigkeit auf dem Auge deutlich schneller als sonst, was die Symptome verstärkt. Langjähriges Tragen von Kontaktlinsen bewirkt bei 50 Prozent der Patienten eine Störung des Tränenfilms.

Falsche Anpassung und minderwertige Linsen

Schlecht angepasste Kontaktlinsen können die Augen reizen und zu Rötungen und Überbeanspruchung führen. Auch das Tragen einer Brille mit falscher Sehstärke kann ähnliche Symptome hervorrufen. Von sehr günstigen Kontaktlinsen aus dem Discounter oder einem Internetshop wird grundsätzlich abgeraten, da sie zu Verletzungen der Augenoberfläche führen könnten.

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Weitere Risikofaktoren

Weitere Risikofaktoren für Nervenschmerzen und Beschwerden durch Kontaktlinsen sind:

  • Lange Tragezeiten
  • Schlafen mit Kontaktlinsen
  • Verwendung von ungeeigneten oder abgelaufenen Pflegemitteln
  • Umwelteinflüsse wie trockene Luft, Rauch, Staub oder Klimaanlagen
  • Bestimmte Medikamente, die den Tränenfilm beeinflussen können
  • Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma

Symptome von Nervenschmerzen und Beschwerden

Die Symptome von Nervenschmerzen und Beschwerden durch Kontaktlinsen können vielfältig sein:

  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Brennen oder Kratzen im Auge
  • Druckgefühl
  • Tränenfluss
  • Rötung
  • Verschwommenes Sehen
  • Verstärktes Blinzeln
  • Schmerzen
  • Lichtempfindlichkeit

Diagnose

Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Dieser kann die Ursache der Beschwerden feststellen und eine geeignete Behandlung empfehlen. Zur Diagnose gehören in der Regel:

  • Gespräch über die Krankengeschichte und die Beschwerden
  • Untersuchung der Augen mit der Spaltlampe
  • Beurteilung des Tränenfilms
  • Überprüfung der Kontaktlinsen auf Passform und Beschädigungen
  • Ggf. Abstrich von der Bindehaut zur Bestimmung von Erregern

Behandlung von Nervenschmerzen und Beschwerden

Die Behandlung von Nervenschmerzen und Beschwerden durch Kontaktlinsen richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen ist eine Kontaktlinsenpause erforderlich, um die Augen zu entlasten.

Allgemeine Maßnahmen

  • Kontaktlinsenpause: Bei den ersten Anzeichen einer Unverträglichkeit sollten die Kontaktlinsen entfernt und auf eine Brille umgestiegen werden, bis die Symptome abgeklungen sind.
  • Reinigung und Pflege: Die Kontaktlinsen sollten regelmäßig und gründlich mit der richtigen Kontaktlinsenlösung gereinigt werden. Der Aufbewahrungsbehälter sollte regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Befeuchtung: Trockene Augen können das Fremdkörpergefühl verstärken. Künstliche Tränen oder rezeptfreie befeuchtende Augentropfen können helfen, die Augen ausreichend zu befeuchten.
  • Augenhygiene: Eine gute Augenhygiene kann dazu beitragen, das Risiko von Reizungen und Infektionen zu verringern. Dies umfasst das regelmäßige und gründliche Reinigen der Kontaktlinsen sowie das Waschen der Hände vor dem Einsetzen und Entfernen der Linsen.

Medikamentöse Behandlung

Bei schweren Symptomen kann ein Augenarzt Medikamente wie Augentropfen, Salben oder Pillen verschreiben, um die Entzündung zu reduzieren und die Symptome zu lindern.

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  • Antibiotische Augentropfen: Bei bakteriellen Infektionen
  • Antivirale Augentropfen: Bei viralen Infektionen
  • Antimykotische Augentropfen: Bei Pilzinfektionen
  • Antihistaminika: Bei allergischen Reaktionen
  • Kortikosteroide: Bei starken Entzündungen

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

  • Tränenersatzmittel: Konservierungsstofffreie hyaluronsäurehaltige Tränenersatzmittel können vor dem Linseneinsetzen und während der Tragezeit verwendet werden.
  • Lidrandpflege: Regelmäßige Lidrandpflege kann helfen, Reizungen vorzubeugen.
  • Spezielle Kontaktlinsen: In einigen Fällen kann ein Wechsel zu anderen Kontaktlinsenmaterialien oder -typen eine Lösung sein. Silikonhydrogel-Kontaktlinsen sind für viele Menschen eine gute Wahl, da sie eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit bieten. Tageslinsen sind eine gute Option, da sie nur einmal getragen und danach entsorgt werden.
  • Operation: In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, z.B. eine Hornhauttransplantation bei einer schweren Keratitis.

Alternativen zu Kontaktlinsen

Wenn das Tragen von Kontaktlinsen dauerhaft zur Belastung wird, gibt es verschiedene Alternativen:

  • Brille: Die einfachste und offensichtlichste Alternative zu Kontaktlinsen ist die Brille. Moderne Brillen können leicht, komfortabel und stilvoll sein und bieten eine gute Sehkorrektur.
  • Augenlaserbehandlung: Eine dauerhaftere Lösung kann die Korrektur der Sehkraft durch eine Augenlaserbehandlung wie LASIK oder PRK sein. Diese Eingriffe können eine dauerhafte Lösung für Sehprobleme bieten. Nach 5-jährigem Tragen weicher Kontaktlinsen ist das Risiko für eine Hornhautentzündung, die durch Mikroben hervorgerufen wird, größer als nach einer LASIK.
  • Intraokulare Linsen: In einigen Fällen können intraokulare Linsen eine Alternative sein. Dabei handelt es sich um künstliche Linsen, die chirurgisch ins Auge eingesetzt werden, um die natürliche Linse zu ersetzen.
  • Orthokeratologie: Bei dieser Methode werden spezielle, formstabile Kontaktlinsen über Nacht getragen, um die Form der Hornhaut vorübergehend zu verändern und so eine bessere Sehkraft zu ermöglichen.

Vorbeugung

Um Nervenschmerzen und Beschwerden durch Kontaktlinsen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Sorgfältige Hygiene beim Einsetzen, Herausnehmen und Reinigen der Kontaktlinsen
  • Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt
  • Verwendung von geeigneten Kontaktlinsen und Pflegemitteln
  • Begrenzung der Tragezeit
  • Vermeidung von ungünstigen Umwelteinflüssen
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Gesunde Ernährung
  • Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit

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