Nervenschmerzen, auch bekannt als neuropathische Schmerzen oder Neuralgie, entstehen durch Schädigungen oder Fehlfunktionen des Nervensystems. Im Gegensatz zu anderen Schmerzarten entstehen sie nicht durch äußere Verletzungen oder Entzündungen. Typische Empfindungen sind Brennen, Stechen oder elektrische Schläge, die durch leichte Berührungen ausgelöst werden können (Allodynie). Eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie) kann ebenfalls auftreten.
Etwa 6-10 % der Bevölkerung in Deutschland leiden unter neuropathischen Schmerzen, die sowohl periphere als auch zentrale Nerven betreffen können. Nervenschmerzen sind oft chronisch und nicht vollständig heilbar, insbesondere bei irreparablen Nervenschäden. Sie können anhaltend oder wiederkehrend auftreten und sich nachts oder bei Temperaturveränderungen verschlimmern.
Was bedeutet Übersäuerung?
Die Thematik der „Übersäuerung“ wird in der alternativen Medizin und der Schulmedizin kontrovers diskutiert. Es handelt sich eher um eine empirische Wahrnehmung und Erfahrung als um ein wissenschaftlich untermauertes Konzept.
Ob eine wässrige Lösung eine Säure oder eine Base ist, wird durch ihren pH-Wert bestimmt. Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Lösung ist, wobei die am häufigsten gemessenen Werte zwischen 0 und 14 liegen. Je kleiner der pH-Wert, desto saurer ist die Lösung. Je größer der pH-Wert, desto basischer ist die Lösung. Lösungen mit einem pH-Wert von 7 werden als „neutrale Lösungen“ bezeichnet.
Es ist wichtig zu beachten, dass bei der Diskussion über chronische Übersäuerung das Bindegewebe gemeint ist und nicht das Blut. Eine akute Azidose, die sich bei Diabetes und Nierenversagen entwickeln kann, ist lebensgefährlich und erfordert sofortige Behandlung.
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Die Rolle des Bindegewebes bei Übersäuerung
Alle überschüssigen Säuren, die die freien Basen im Blut nicht sofort puffern können, wandern ins Bindegewebe und werden dort von Basen der Kollagenfasern neutralisiert. Dies sollte jedoch nur eine Notlösung sein, bis die Blutbasen wieder ausreichen, um die zwischengelagerten Säuren zu puffern. Durch die dauerhafte Pufferung der Säuren durch das Bindegewebe kann es zu Problemen kommen, insbesondere in den Knochen und Gelenkknorpeln. Die Säuren entziehen dem Knochen wertvolles Kalzium, während die Knorpel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Die Folge sind vorzeitige Abnutzung (Arthrose) und Entzündungen (Arthritis).
Ursachen von Neuralgien
Neuralgien können verschiedene Ursachen haben, darunter:
- Muskelverhärtungen: Verspannte und verhärtete Muskeln können Druck auf Nerven ausüben und Reizungen verursachen.
- Verschleißerscheinungen und Funktionsstörungen der Wirbelsäule: Diese können ebenfalls zu Nervenreizungen führen.
- Bandscheibenvorfall: Hier drückt der Faserring auf die Spinalnerven.
- Wirbelgleiten (Spondylolisthese): Nerven können im Spinalkanal eingeklemmt werden.
- Knochentumore: Durch ihr Wachstum können sie auf Nerven drücken.
- Spinalkanalstenose: Eine Verengung des Spinalkanals kann Nerven komprimieren.
- Ischialgie: Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs.
- Infektionen: Virusinfektionen wie Herpes Zoster (Gürtelrose) können Nervenschmerzen verursachen.
- Toxine: Umweltgifte und Schwermetalle können Nervenschädigungen verursachen.
- Chronische Infekte: Chronische Clostridienbesiedlungen des Dickdarms können eine Rolle spielen.
- Elektromagnetische Belastungen: Diese können die Blut-Hirn-Schranke schwächen und Nervenzellen anfälliger für Infektionen machen.
- Psychische Traumata: Schocks und unverarbeitete Emotionen können den Energiefluss stören und zu Nervenerkrankungen beitragen.
Symptome von Neuralgien
Die Symptome von Neuralgien können vielfältig sein und hängen davon ab, welcher Nerv betroffen ist. Häufige Symptome sind:
- Einschießende, brennende und stechende Schmerzen
- Schonhaltung zur Schmerzvermeidung
- Bewegungseinschränkungen
- Kribbeln, Taubheitsgefühle und Empfindungsstörungen
- Abgeschwächte Reflexe
- Schwere und müde Beine
- In Extremfällen Lähmungserscheinungen
- Blasenschwäche und/oder Mastdarmstörung
Begleitsymptome können sein:
- Schweißausbrüche
- Übelkeit / Erbrechen
- Fieber
- Atemnot
- Verwirrtheit
Diagnose von Neuralgien
Die Diagnose von Neuralgien umfasst in der Regel:
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- Anamnese: Erfassung der Krankheitsgeschichte und Beschreibung der Symptome.
- Körperliche Untersuchung: Testen der Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Reflexe.
- Bildgebende Verfahren: Röntgen, MRT oder CT, um andere Ursachen auszuschließen.
- Myelografie: Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, um Nervenunterbrechungen oder -verengungen zu erkennen.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um die Funktion der Nerven zu überprüfen.
Therapie von Neuralgien
Die Therapie von Neuralgien ist abhängig von der Ursache und den Symptomen. Mögliche Therapieansätze sind:
- Medikamentöse Behandlung:
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
- Muskelrelaxanzien zur Entspannung der Muskulatur.
- Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva) zur Schmerzlinderung bei neuropathischen Schmerzen.
- Antiepileptika (Antikonvulsiva) zur Reduktion von Nervenschmerzen.
- Opioide (niedrig dosiert) zur Schmerzhemmung.
- Physiotherapie: Mobilisierung, Lockerung und Kräftigung der betroffenen Körperregionen.
- Manuelle Therapie (Chirotherapie): Lösung von Blockaden in der Muskulatur.
- Akupunktur und Triggerpunktmassagen: Lösung von Muskelverhärtungen (Myogelosen).
- Alternative Behandlungsmethoden:
- Wärmetherapie mit Moorpackungen oder Wärmepflastern zur Durchblutungsförderung und Muskelentspannung.
- Kühlpackungen zur Schmerzlinderung.
- Akupressur zur Stimulation von Akupressurpunkten.
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson zur Muskelentspannung.
- Heilkräuter und Heilpflanzen (z.B. Arnika, Bryonia).
- Aromatherapie mit ätherischen Ölen (z.B. Lavendel, Cajeput, Geranie).
- Schüssler Salze (z.B. Nr. 7 Magnesium Phosphoricum, Nr. 9 Natrium Phosphoricum).
- Ernährung:
- Basenreiche Ernährung zur Normalisierung des Säure-Basen-Haushaltes.
- Ausreichende Zufuhr von Magnesium, Kalzium und Vitamin D.
- Psychologische Schmerztherapie: Bei chronischen Schmerzen, die mit Angst oder Depressionen einhergehen.
- Chirurgische Eingriffe: Bei Nervenkompressionen, z.B. beim Karpaltunnelsyndrom oder Bandscheibenvorfall.
Vorbeugung von Neuralgien
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Neuralgien vorzubeugen:
- Körperhaltung: Aufrechte Sitzhaltung und Vermeidung von Fehlhaltungen.
- Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung zur Stärkung und Entspannung der Muskulatur.
- Entspannung: Stressreduktion und Entspannungstechniken.
- Ernährung: Ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium und Kalzium.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Einschränkung des Alkoholkonsums und Vermeidung von Rauchen.
- Impfung: Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) für Personen ab 60 Jahren oder bei geschwächtem Immunsystem.
Die Rolle der Übersäuerung bei Neuralgien
Eine langanhaltende Säure-Basen-Dysbalance kann unangenehme Folgen haben, die es gegebenenfalls mit einem Arzt abzuklären gilt. Normalerweise können diverse Regulierungs- und Puffersysteme ein Zuviel an Säure im Körper rechtzeitig ausbalancieren. Sind diese Ausgleichsmechanismen allerdings erschöpft, kann dies zu geringfügigen Verschiebungen des pH-Wertes innerhalb des Normbereiches führen. Überschüssige Säuren werden auch im Bereich zwischen den Körperzellen abgelagert, was den Transportweg für diverse Stoffwechselvorgänge beeinträchtigen kann.
Eine chronische Übersäuerung kann sich auf das Allgemeinbefinden auswirken und die Stoffwechselaktivitäten beeinflussen. Das Bindegewebe ist in der Lage, Säuren zu binden, wodurch sich die Säuren im Bindegewebe ansammeln. Knochen sind körpereigene Basenspeicher, und wenn die Kapazitäten der Säure-Basen-Ausgleichssysteme erschöpft sind, greift der Organismus auf diese Basenvorräte zurück. Etwa werden basische Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium aus den Knochen herausgelöst, um die Säuren zu neutralisieren, was Auswirkungen auf die Knochenfestigkeit hat.
Testen auf Übersäuerung
Mit den folgenden 14 Fragen können Sie überprüfen, ob Sie möglicherweise übersäuert sind:
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(Die Fragenliste wurde aus dem Originaltext entfernt, da sie nicht vollständig war und möglicherweise irreführend ist. Es wird empfohlen, einen Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren, um eine genaue Diagnose zu erhalten.)
Den Säurewert Ihres Urins können Sie zu Hause mit einem ph-Teststreifen bestimmen. Nehmen Sie während der Testphase keinesfalls Basenpräparate ein, denn damit verfälschen Sie das Ergebnis! Messen Sie den ph-Wert Ihres Urins an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ab dem Aufstehen alle drei Stunden, insgesamt fünfmal.
Ernährungstipps bei Übersäuerung
- Essen Sie täglich ca. 80 % basenbildende und 20 % säurebildende Lebensmittel.
- Kochen Sie, sooft es geht, frisch.
- Salzen Sie sparsam.
- Schränken Sie Ihren Süßwarenkonsum ein.
Gürtelrose (Herpes Zoster) und Neuralgie
Die Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Viruserkrankung, die durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht wird, das auch Windpocken auslöst. Nach einer Windpockeninfektion verbleibt das Virus im Körper und kann bei geschwächtem Immunsystem reaktiviert werden. Die Gürtelrose äußert sich durch Bläschen auf der Haut, die jucken und schmerzen. Hinzu kommen häufig starke Nervenschmerzen (Post-Zoster-Neuralgie).
Die Behandlung der Gürtelrose umfasst die Einnahme von Virostatika, um die Vermehrung der Viren zu stoppen, und Schmerzmittel zur Linderung der Schmerzen. Bei der Post-Zoster-Neuralgie können auch Antidepressiva und Antiepileptika eingesetzt werden.
Nervenentzündungen (Neuritis)
Als Neuritis bezeichnen Mediziner eine häufig mit Schmerzen verbundene Entzündung der Nerven. Es können sowohl die peripheren Nerven als auch die Hirnnerven betroffen sein. Die Gründe für die Entstehung von Nervenentzündungen sind vielfältig, darunter Infektionen, Medikamente, Erkrankungen und mechanischer Druck auf den Nerv.
Die Symptome einer Nervenentzündung können (stechende) Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schwäche in den betroffenen Bereichen und motorische Beeinträchtigungen umfassen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Entzündung und kann Medikamente, Physiotherapie oder Operationen umfassen.
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