Das Marienkrankenhaus Kassel hat sich als ein bedeutendes Zentrum für Neurochirurgie, insbesondere im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie, etabliert. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Wirbelsäulenzentrum Nordhessen und die kontinuierliche Erweiterung des medizinischen Angebots hat sich das Krankenhaus auf die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der gesamten Wirbelsäule spezialisiert. Seit Januar können Patienten am Marienkrankenhaus auch neurochirurgisch versorgt werden - vor allem Eingriffe nach Bandscheibenvorfällen und chronischen Rückenschmerzen stehen im Vordergrund.
Spezialisierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Das Marienkrankenhaus Kassel hat seinen Fokus auf verschiedene Fachdisziplinen weiter ausgebaut. Die Neurochirurgen des Wirbelsäulenzentrums mit Sitz in Baunatal operieren seit dem 1. Januar im Marienkrankenhaus in einem speziell für diese Eingriffe ausgestatteten Operationssaal. Die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie deckt alle Bereiche der Wirbelsäulenchirurgie vollständig ab.
Die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie ist auf die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der kompletten Wirbelsäule spezialisiert und bietet hier als renommiertes neurochirurgisches Zentrum in Nordhessen mit der sogenannten Perkutanen Laser-Diskus-Kompression (PLDD) ein modernes minimal-invasives und schonendes Verfahren zur ambulanten operativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen.
Vorteile der Versorgung im Marienkrankenhaus
Dr. Kordian Wojtas, Facharzt für Neurochirurgie und einer der beiden leitenden Ärzte des Wirbelsäulenzentrums, betont die Vorteile der operativen Versorgung der Patienten am Marienkrankenhaus. Dazu gehören der direkte Zugriff auf eine hochmoderne Intensivstation und die idealen Voraussetzungen für die stationäre Überwachung neurochirurgischer Patienten durch hochqualifizierte Ärzte und Pflegekräfte. Zudem wird die persönliche Note der pflegerischen Betreuung hervorgehoben, die den Patienten ein Gefühl des Aufgehobenseins vermittelt. Die stationäre Versorgung vor und nach den Operationen wird durch die Klinik sichergestellt.
Moderne Ausstattung und minimalinvasive Techniken
Um die mikrochirurgischen Eingriffe durchführen zu können, wurde ein Operationssaal am Marienkrankenhaus komplett für die Neurochirurgie ausgestattet. Zur zusätzlichen Ausstattung dieses OPs zählt auch eines der modernsten Operationsmikroskope, die derzeit in Kassel verfügbar sind.
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Bei Operationen spielt die mikrochirurgische, minimalinvasive Schlüssellochtechnik eine entscheidende Rolle. Eine nicht minimalinvasive Bandscheiben-Operation ohne Mikroskop ist heutzutage nicht vertretbar. Dabei bedarf es nicht nur eines Spezialmikroskops und spezieller Operationsinstrumente. Die Erfahrung des Operateurs und der im Umgang mit den Instrumenten sind wesentliche Faktoren für eine erfolgreichen Operation. Die mikrochirurgische Operationstechnik bedarf jahrelanger Übung, wie es beispielsweise in der neurochirurgischen Facharztausbildung verlangt wird. Empfiehlt man Ihnen bei der operativen Behandlung eines Bandscheibenvorfalls eine Versteifung der Wirbelsäule oder ist der Schnitt deutlich länger als 2-3 cm, besteht ein Grund zu Skepsis.
Bei Operationen unter einem geeigneten Mikroskop beträgt der Schnitt auf der Haut etwa 1-2 cm. In dieser Tiefe werden nur wenige Muskelfasern abgelöst bis das sogenannte Fenster zwischen den Wirbelkörpern dargestellt ist. Nach Mobilisation des zwischen den Wirbelbögen aufgespannten Bandes werden Nervenwurzel und Duralschlauch dargstellt und der Bandscheibenvorfall vorsichtig entfernt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Nach der Operation sind die Patienten entweder sofort deutlich schmerzgebessert oder sogar schmerzfrei. Die Patienten dürfen nach dem Eingriff sofort aufstehen, können sich frei bewegen, dürfen sitzen und in jeder Körperlage liegen. Bereits einen Tag nach der Operation beginnt man mit der Physiotherapie. Ein Korsett wird heutzutage nicht mehr getragen und ist sogar kontraindiziert, da es durch das Tragen eines Korsetts langfristig zu einem Abbau der stabilisierenden Rückenmuskulatur kommt.
Nach der OP absolvieren die Patienten eine ambulante oder stationäre Rehabilitation. Die Arbeitsfähigkeit wird nach etwa 4-6 Wochen nach der Operation wieder erreicht.
Behandlungsspektrum und Schwerpunkte
Neben Bandscheibenoperationen werden auch Eingriffe mit der sogenannten Infiltrationstherapie bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen durchgeführt. Wojtas erläutert dazu: „Für eine operative Infiltrationstherapie bei chronischen Schmerzen der Wirbelsäule kommen die Patienten in Frage, bei denen das Spektrum ambulanter Methoden zur Schmerzbekämpfung ausgeschöpft ist.“
Ein besonderer Fokus liegt auf der grösstmöglichen Erhaltung der natürlichen Beweglichkeit der Wirbelsäule. Das Marienkrankenhaus ist ein internationales Referenzzentrum für die Implantation von Bandscheibenprothesen an der Halswirbelsäule.
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Das Team der Wirbelsäulenchirurgie
Das Team der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am Marienkrankenhaus Kassel besteht ausschliesslich aus Fachärzten, die Mitglieder der entsprechenden Deutschen Fachgesellschaften sind. Regelmässige Fort- und Weiterbildungen sind selbstverständlich. Alle neurochirurgischen Kollegen sind darüber hinaus Mitglieder der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG).
Zum Team gehören:
- Dr. med. Kordian Wojtas (Chefarzt)
- Prof. Dr. med. Ralf Becker (Vertretung Chefarzt, Leitender Arzt)
- Alexander Stiegel (Leitender Arzt)
- Dr. med. Jens Kleffmann, LL.M (Leitender Arzt)
- Dr. Jürgen Höpfner (Leitender Arzt)
Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie: Dr. Kordian Wojtas
Chefarzt Dr. med. Kordian Wojtas ist Facharzt für Neurochirurgie und ein international anerkannter Spezialist für die operative Behandlung von Bandscheibenvorfällen an der Halswirbelsäule und minimalinvasive Operationstechniken an der Lendenwirbelsäule. Er ist sowohl mit dem Masterzertifikat der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft als auch dem Wirbelsäulenzertifikat der Europäischen Wirbelsäulengesellschaft ausgezeichnet.
Wirbelsäulenzentrum Kassel: 10 Jahre Exzellenz
Das Wirbelsäulenzentrum Kassel wurde im Januar 2013 von den Neurochirurgen Dr. med. Kordian Wojtas und Thomas Kruschat gegründet. Von Anfang an wurde eine enge Zusammenarbeit mit dem Marienkrankenhaus Kassel (MKH) vereinbart, um hier ein Zentrum für Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen aufzubauen. Die entsprechenden Räumlichkeiten wurden im Zuge eines Klinik-Neubaus am MKH im Jahr 2015 in Betrieb genommen und das medizinische Angebot um die Fachrichtung Neurologie erweitert.
Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Marienkrankenhaus Kassel wurde das Wirbelsäulenzentrum Kassel als erstes deutschlandweit als Wirbelsäuleneinrichtung Level III der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) zertifiziert. Später erfolgte die Zertifizierung zum Wirbelsäulenspezialzentrum der DWG.
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Ambulantes Wirbelsäulenzentrum
Das ambulante Wirbelsäulenzentrum am Marienkrankenhaus Kassel deckt den Bereich der Neurochirurgie - insbesondere der Wirbelsäulenchirurgie, der Neurologie, der Psychiatrie und der Psychotherapie ab.
Im neurologischen Bereich bietet das Zentrum die Diagnostik und therapeutische Begleitung von Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder anderen Störungen des Nervensystems. Daneben wird das gesamte Spektrum der Psychotherapie z. B. bei Erkrankungen wie Depression, Angst- oder Zwangsstörungen angeboten. Die Neurochirurgie ist insbesondere auf die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Wirbelsäule spezialisiert und bietet hier als einziges neurochirurgisches Zentrum in Nordhessen mit der sogenannten Perkutanen Laser-Diskus-Kompression (PLDD) ein modernes minimal-invasives und schonendes Verfahren zur ambulanten operativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen.
Spine Academy Kassel
Die Spine Academy Kassel wurde 2022 durch Dr. Wojtas ins Leben gerufen und dient der Aus- und Weiterbildung von Wirbelsäulenchirurgen. Dr. Wojtas wird dabei durch Prof. Becker unterstützt. Inzwischen bietet die Spine Academy Kassel regelmässige Fortbildungen an, die sich grosser Beliebtheit erfreuen. Im Rahmen der Spine Academy Kassel fand am 4. April 2025 eine Tagung zum Thema Bandscheibenprothetik an der Hals- und Lendenwirbelsäule statt.
Fortbildungsreihe „Wirbelsäule im Fokus“
Das Wirbelsäulenzentrum Kassel bietet eine Fortbildungsreihe unter dem Titel „Wirbelsäule im Fokus“ an. Diese richtet sich an Kolleginnen und Kollegen und widmet sich verschiedenen Themen rund um die Wirbelsäule. Die Fortbildungen bieten nicht nur Einblicke in Diagnose und Therapie bestimmter Erkrankungsbilder, sondern auch die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und beispielsweise Implantate am Kunstknochen einzusetzen oder unter einem Operationsmikroskop zu arbeiten.
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