Leben mit Migräne: Ein Ratgeber aus der Sicht einer Betroffenen und ihres Neurologen

Chronische Kopfschmerzen, darunter Migräne, Clusterkopfschmerzen und Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch, beeinträchtigen die Lebensqualität von Millionen Menschen weltweit erheblich. Die Migränepatientin erzählt, ihr Neurologe gibt Ratschläge - gemeinsam schreiben sie ein Buch über Migräne. Im Zentrum dieses Ratgebers stehen nicht medizinisch-wissenschaftliche Aspekte, sondern die Erfahrungen einer Journalistin mit Migräne.

Einblicke in die Entstehung des Buches

Die Migränepatientin erzählt, ihr Neurologe gibt Ratschläge - gemeinsam schreiben sie einen Ratgeber, in dessen Fokus nicht medizinisch-wissenschaftliche Aspekte, sondern die persönlichen Erfahrungen mit Migräne und deren Bewältigung stehen. Die Journalistin Praxedis Kaspar-Schmid berichtet von ihrem Leben, das von schwerer Migräne, aber auch von deren Folgen wie Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch geprägt war. Wie ein erfüllendes Leben mit dieser Erkrankung gelingen kann, reflektiert sie erzählend sowie im Dialog mit ihrem Neurologen Andreas Gantenbein.

Fokus auf Resilienz und Coping-Strategien

Die AutorInnen legen den Fokus auf Resilienz- und Copingstrategien für eine bessere Lebensqualität und geben zahlreiche Tipps für den Alltag. Die beiden legen den Schwerpunkt dabei auf Ressourcen und Copingstrategien für eine höhere Lebensqualität und geben zahlreiche Tipps, um den Alltag mit Migräne besser bewältigen zu können.

Zielgruppe und Perspektiven

Das Werk richtet sich an Migränebetroffene und an alle, die sich für eine andere Sichtweise auf diese oft missverstandene Krankheit interessieren. Mit seinen erzählenden Teilen eröffnet es aber gerade auch Nicht-Betroffenen eine neue Sicht auf diese oft missverstandene Krankheit.

Die Autoren

Praxedis Kaspar-Schmid ist Autorin, Journalistin und Migränepatientin aus Schaffhausen. Prof. Dr. med. Andreas R. Gantenbein ist Facharzt für Neurologie und Kopfschmerzspezialist, tätig in der Privatpraxis Neurologie am Untertor in Bülach und als Medical Advisor der Rehaklinik ZURZACH Care in Zurzach.

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Inhaltliche Gestaltung und Rezension

"… ein handliches, schmales, inhaltlich informatives Buch … Das liest sich gut, nicht nur weil es grafisch abwechslungsreich gestaltet ist, sondern weil der 50 Seiten umfassende aufwühlende ,Erfahrungsbericht' Kaspar-Schmidts über mehr als 60 Jahre Leben mit massiven Migräneattacken ergänzt wird durch einen Dialog." (A. Kluy, Psychologie heute, 02/2025, S.

Fortschritte in der Kopfschmerzbehandlung

In den letzten Jahren gab es beachtliche Fortschritte mit Antikörpern gegen das «calcitonin gene-related peptide» (CGRP) und dessen Rezeptor sowie innovativen Neuromodulationsverfahren. Der Vormarsch der neuen Generation von Gepantetherapien bei Clusterkopfschmerz und Migräne erlaubt neue Behandlungsansätze im akuten und prophylaktischen Setting.

Herausforderungen in der Triptantherapie

Der Behandlungsstandard (SOC) bei Clusterkopfschmerz und Migräne ist eine Triptantherapie. Jedoch sind nur circa 30% der Patient:innen zwei Stunden nach Triptaneinnahme schmerzfrei und 30-40% erfahren einen Rebound. PDDr.med.Ruth Ruscheweyh vom LMU Klinikum München erklärte, dass sich laut einer aktuellen Studie (n=2284) die Anzahl der Patient:innen häuft, die nicht auf Triptane ansprechen oder unverträglich sind (42,5% Non-Responder), die resistent gegenüber ≥2 Triptanen sind (13,1% resistent) oder kein Ansprechen auf ≥3 Triptane (3,9% refraktär) zeigen. Gerade für diese Patient:innenpopulation sind zwingend neue Therapien erforderlich.

Bedeutung der Differenzialdiagnostik

Während einige Patient:innen unter primären Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerz leiden, können bei anderen sekundäre Ursachen wie Medikamentenübergebrauch, Veränderungen des intrakraniellen Drucks oder posttraumatische Prozesse zugrunde liegen. Eine Differenzialdiagnostik und eine entsprechend individualisierte Therapie sind daher von grosser Bedeutung.

Verbreitung chronischer Kopfschmerzen

Chronische Kopfschmerzen sind weitverbreitet, sie betreffen etwa 3-5% der Bevölkerung. Sie sind damit eine erhebliche sozioökonomische Belastung.

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