Die Neurologische Ambulanz des Universitätsklinikums Halle bietet ein breites Spektrum an spezialisierten Sprechstunden und diagnostischen Verfahren für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Ziel ist es, eine individuelle und umfassende Betreuung zu gewährleisten, die von der Diagnosestellung bis zur Therapie und Nachsorge reicht. Die Ambulanz arbeitet eng mit anderen Fachbereichen des Klinikums zusammen, um eine optimale Versorgung der Patienten sicherzustellen.
Spezialisierte Sprechstunden für verschiedene neurologische Erkrankungen
Die neurologische Ambulanz in Halle bietet eine Vielzahl von Spezialsprechstunden an, die auf die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Patientengruppen zugeschnitten sind. Diese Spezialisierung ermöglicht eine fokussierte und kompetente Betreuung bei unterschiedlichen neurologischen Erkrankungen.
- Epilepsie-Ambulanz: Diese Spezialambulanz betreut Kinder mit Epilepsie von der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Die Leiterin der Ambulanz, Frau OÄ Dr. Steffi Patzer, ist Kinderärztin mit Subspezialisierung Neuropädiatrie. Neben Untersuchungen des Hirnstrombildes (EEG) und der Festlegung der diagnostischen und therapeutischen Strategie werden auch Aufklärung, Beratung und Schulungen angeboten. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der kinderneurologischen Station der Klinik sowie mit anderen Fachabteilungen wie Kinderchirurgie, Radiologie, Anästhesiologie, Physiotherapie, Schmerzdienst, Sozialdienst, Seelsorge, dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), dem Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,- psychosomatik und -psychotherapie mit der angeschlossenen Institutsambulanz. Zu anderen neuropädiatrischen Fragestellungen außer der Epilepsie wird während der Telefonsprechzeit beraten.
- Kopf- und Gesichtsschmerz-Sprechstunde: Hier werden Patientinnen und Patienten mit dem gesamten Spektrum an Kopf- und Gesichtsschmerzen behandelt. Ziel ist es, durch ein individuelles Therapiekonzept eine Linderung der Schmerzen oder sogar Schmerzfreiheit zu erreichen. Dabei ist es wichtig, Auslöser und Verstärkungsfaktoren der Schmerzen zu erkennen und zu behandeln. In dringenden Fällen können bei bereits in der Sprechstunde angebundenen Patienten auch kurzfristige Termine vereinbart werden, um Vorstellungen in der Notaufnahme mit möglicherweise langen Wartezeiten zu vermeiden. Bei medizinischer Notwendigkeit kann auch eine stationäre Aufnahme in der neurologischen Klinik angeboten werden. Die umfassende Betreuung wird durch die intensive Zusammenarbeit auch mit anderen Fachgebieten (u.a. Anästhesie, Psychologie, Neurochirurgie) ermöglicht. Es werden regelmäßig wissenschaftliche Untersuchungen zu Kopfschmerzerkrankungen durchgeführt. Voraussetzung für alle Terminvergaben ist eine vorangegangene fachärztliche Behandlung. Für die Erstvorstellung ist daher eine Überweisung von einem Facharzt für Neurologie, Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie oder von einem Schmerztherapeuten (Facharzt mit Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie) notwendig. Im Regelfall werden nur erwachsene Patienten (ab 18 Jahren) behandelt. Für jüngere Patienten wird empfohlen, primär mit der pädiatrischen Ambulanz Kontakt aufzunehmen (0345/557-2053), um einen kinder-neurologischen Behandlungstermin zu vereinbaren.
- Demenz-Sprechstunde: Unter der Leitung von Prof. Dr. M. Otto und LOA Dr. C. Weise werden Patienten mit Demenzerkrankungen diagnostiziert und behandelt.
- Sprechstunde für Distale Myopathien: OA Dr. A. A. Mensch und T. Kendzierski betreuen Patienten mit distalen Myopathien.
- Allgemeine Myopathie-Sprechstunde: Auch hier sind OA Dr. A. Mensch und T. Kendzierski die Ansprechpartner.
- Myasthenie-Sprechstunde: OA Dr. R. Ibe, OA Dr. A. Mensch und T. Kendzierski kümmern sich um Patienten mit Myasthenie.
- Sprechstunde für Motoneuroerkrankungen: Prof. Dr. M. Otto, OA Dr. Mensch und Dr. Stapf sind für Patienten mit Motoneuroerkrankungen zuständig.
- Mitochondrienerkrankungen-Sprechstunde: OA Dr. A. Mensch und D. Strube betreuen Patienten mit Mitochondrienerkrankungen.
- Neuropathien-Sprechstunde: C. Gazivoda ist die Ansprechpartnerin für Patienten mit Neuropathien.
- Bewegungsstörungen-Sprechstunde: OA Dr. R. Ibe, OA Dr. S. Abu-Rumeileh, C. Carruba und G. Arajyan sind für Patienten mit Bewegungsstörungen zuständig.
- Sprechstunde für Entzündliche Neuropathien: C. Gazivoda betreut Patienten mit entzündlichen Neuropathien.
- Sprechstunde für Entzündliche ZNS-Erkrankungen: LOA Dr. C. Weise, Dr. A. Thäle und Dr. L. Wohlfahrt sind die Ansprechpartner für Patienten mit entzündlichen ZNS-Erkrankungen.
- Sprechstunde für Zerebrovaskuläre Erkrankungen: OA Dr. J. Klingbeil und FOA Dr. J. Damm sind für Patienten mit zerebrovaskulären Erkrankungen zuständig.
- Privatsprechstunde: Prof. Dr. M. Otto bietet eine Privatsprechstunde an.
Diagnostische Verfahren
Die neurologische Ambulanz bietet ein umfassendes Spektrum an elektrophysiologischen Untersuchungen an, darunter EMG, ENG, VEP und EEG. Ambulante Termine hierfür können unter der Telefonnummer 0345 557 2888 vereinbart werden.
Zusätzlich werden neurovaskuläre Ultraschalluntersuchungen angeboten, einschließlich extrakranieller und intrakranieller Ultraschalluntersuchungen, HITS-Diagnostik und zerebrovaskulärer Reaktivität. Termine hierfür können unter der Telefonnummer 0345 557 2884 vereinbart werden.
Auch Nervenultraschall bei Engpasssyndromen, traumatischen Nervenverletzungen oder Neuropathien wird angeboten. Termine hierfür erhalten Sie unter der Telefonnummer 0345 557 2884.
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Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Neurologische Ambulanz des Universitätsklinikums Halle legt großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen, um eine umfassende und koordinierte Patientenversorgung zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Kooperation mit:
- Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie: insbesondere die angeschlossene Institutsambulanz.
- Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) und Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB): zur Betreuung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, Lernstörungen, Verhaltens- und Erziehungsproblemen, Mehrfachbehinderungen, spastischen Bewegungsstörungen und autistischen Störungen.
- Kinderchirurgie, Radiologie, Anästhesiologie, Physiotherapie, Schmerzdienst, Sozialdienst und Seelsorge: um eine umfassende Versorgung von Kindern mit Epilepsie zu gewährleisten.
- Anästhesie, Psychologie und Neurochirurgie: im Rahmen der Kopf- und Gesichtsschmerz-Sprechstunde.
- Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (MLU): im Studiengang Evidenzbasierte Pflege (B.Sc.), der einen akademischen Abschluss mit dem Berufsabschluss Pflegefachmann/-frau vereint.
Akademische und wissenschaftliche Aktivitäten
Die Neurologische Ambulanz ist eng in die akademische Lehre und Forschung eingebunden. Dies zeigt sich unter anderem in:
- Betreuung von Studierenden im Praktischen Jahr (PJ): Die Anzahl der Studierenden, die das PJ am UKH absolvieren, ist konstant.
- Klinische Studien im Drittmittelbereich: Im Jahr 2023 wurden in der Universitätsmedizin 391 klinische Studien im Drittmittelbereich bearbeitet, darunter 4 IIT.
- Herausgeberschaften bedeutender Fachzeitschriften: u.a. „Breast Care“ (Prof. Thomssen), „Cell Communication and Signaling“ (Prof.
- Betreuung und finanzielle Förderung von Doktoranden: sowie die Betreuung von B.Sc.- und M.Sc.-Arbeiten.
Aus- und Weiterbildung
Das Universitätsklinikum Halle engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal. Es werden verschiedene Ausbildungsprogramme angeboten, darunter:
- Hebammenwissenschaft (B.Sc.): Dualer Studiengang UKH mit medizinischer Fakultät/ Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft.
- Medizinische Technologin für Funktionsdiagnostik und Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik (MTF): Dreijährige Vollzeitausbildung in Theorie und Praxis, Abschluss mit staatlicher Prüfung.
- Operationstechnische/r Assistent/in (OTA): Dreijährige Vollzeitausbildung in Theorie und Praxis, Abschluss mit staatlicher Prüfung.
- Anästhesietechnische/r Assistent/in (ATA): Einjährige Vollzeitausbildung in Theorie und Praxis, Abschluss mit staatlicher Prüfung.
- Aufqualifizierungsmaßnahme KPH: für Personen, welche als ungelernte Pflegehelfer:Innen tätig sind.
- Pflegefachfrau B. Sc., Pflegefachmann B.: Institut f. Gesundheits- und Pflegewissenschaft (MLU), Studiengang Evidenzbasierte Pflege (B.Sc.) vereint akad. Abschluss mit Berufsabschluss Pflegefachmann/-frau, 8 Semester Regelstudienzeit, Direktstudium u.
Kontakt und Terminvereinbarung
Die Hauptsprechstunde der Neurologischen Ambulanz findet täglich von 9 bis 15 Uhr statt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass für jeden Besuch ein Termin erforderlich ist.
Für die Kopfschmerzsprechstunde wird ein Kopfschmerzkalender empfohlen (alternativ kann auch eine APP genutzt werden, z.B. sc. Psych. Fabiola Böhm).
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Kontaktinformationen:
- Epilepsieambulanz: Telefon 0345/557-2053 (für Kinder-neurologische Behandlungstermine)
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Telefon 0345 557 2888 (für ambulante Termine)
- Neurovaskulärer Ultraschall und Nervenultraschall: Telefon 0345 557 2884 (für Termine)
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