Restless-Legs-Syndrom in Hennigsdorf: Diagnostik und Behandlung

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS), auch bekannt als Syndrom der unruhigen Beine, ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang der Beine gekennzeichnet ist. Dieser Drang wird oft von unangenehmen Empfindungen wie Kribbeln, Ziehen, Spannen oder Schmerzen begleitet, die vor allem in Ruhephasen und abends auftreten. In Hennigsdorf gibt es neurologische Facharztpraxen und Kliniken, die sich auf die Diagnostik und Behandlung des RLS spezialisiert haben.

Symptome und Diagnose des Restless-Legs-Syndroms

Bis zu jeder 10. von Hundert Menschen leidet an einem Restless-Legs-Syndrom (RLS). Die Betroffenen klagen über unangenehmes Kribbeln, ziehende Missempfindungen und auch Schmerzen im Bereich der Beine, seltener auch der Arme. Die Beschwerden treten zu Anfang typischerweise in Ruhephasen und abends betont auf. Häufig wird dadurch insbesondere das Einschlafen stark erschwert. Sie verschwinden in der Regel sofort, wenn der Betroffene aufsteht und sich bewegt. Manche Patienten leiden aufgrund der Symptome unter ausgeprägtem Schlafstörungen, andere suchen zunächst ärztlichen Rat aufgrund der wahrgenommenen Schmerzen. Schließlich treten die Beschwerden auch zu anderen Zeitpunkten am Tage auf. Viele Patienten beschreiben verlangsamte und teils schmerzhafte Bewegungen der Arme und Beine.

Die Diagnostik ist in diesem Fall von großer Bedeutung, da RLS auch das erste Anzeichen einer ernsteren Erkrankung sein kann. Die Erkrankung ist zunächst sorgfältig zu diagnostizieren, da es sowohl viele unerkannte Patienten als auch vermeintliche RLS-Patienten mit eigentlich anderen Ursachen ihrer Beschwerden gibt. Am Anfang stehen das ausführliche Gespräch und die körperliche Untersuchung, mit denen hoffentlich schon viele Sorgen und Fragen gelöst werden können. Bei V.a. Anfall sollte in jedem Fall eine neurologische Abklärung erfolgen. Besonders wichtig sind die Erfassung des Ereignisses und seiner Umstände, insbes. auch der Fremdbeobachtung durch Dritte.

Die notwendigen neurologischen Untersuchungen einschließlich einer ausführlichen Beratung, bieten wir in unserer Praxis an. Dazu gehören insbesondere eine ausführliche Anamnese, neurologische Untersuchung, Laboruntersuchungen, ggf. Priv. Doz. Dr. med. Weitere Informationen liefern EEG- und Laboruntersuchungen in unserer Praxis sowie radiologische Diagnostik (MRT/Kernspintomografie oder CT des Gehirns). Daher ist in unserer Klinik bei Verdacht eine umfangreiche differentialdiagnostische Abgrenzung im Rahmen eines kurzen, geplanten stationären Aufenthaltes vorgesehen.

Differenzialdiagnostisch muss das RLS von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden, die ähnliche Symptome verursachen können. Hierzu gehören insbesondere:

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  • Polyneuropathien: Erkrankungen der peripheren Nerven, die zu Sensibilitätsstörungen, Schmerzen und Missempfindungen führen können.
  • Eisenmangel: Ein Eisenmangel kann RLS-Symptome verstärken oder auslösen.
  • Niereninsuffizienz: Nierenerkrankungen können ebenfalls RLS-Symptome verursachen.
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen: Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können mit RLS assoziiert sein.

Ursachen des Restless-Legs-Syndroms

Die Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht geklärt. Es wird eine Störung im Zusammenspiel verschiedene Überträgerstoffe zwischen den Nervenzellen im Gehirn angenommen. Eine Rolle spielt der Transmitter Dopamin, beteiligt sind jedoch auch andere Systeme (u.a. endogene Opioide). Auch der Eisenstoffwechsel spielt eine Rolle. Neben einem so genannten idiopathische (primären) RLS gibt es symptomatische (sekundäre) Formen. Es muss also nach weiteren Krankheiten wie Polyneuropathie, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Eisenmangel u.a.

Therapie des Restless-Legs-Syndroms

Die Behandlung des RLS richtet sich nach dem subjektiven Leidensdruck der Patienten. Primär steht meist eine Verbesserung der Schlafqualität im Vordergrund. Die Therapie ist im Falle eines tatsächlichen RLS zunächst sehr erfolgreich mit so genannten Termine Dopaminergika (Dopamin-Ersatzstoffen) durchführbar. Der Patient spürt eine Linderung seiner Beschwerden meist bereits nach wenigen Tagen der Einnahme einer Tablette. Die Therapie wird dann langfristig fortgeführt. Mögliche Komplikationen im Verlaufe der Erkrankung sollten von ein in der Behandlung des RLS erfahrenen Neurologen mit dem Patienten gemeinsam besprochen werden.

Es werden Patienten aller Altersstufen ab dem 12. Lebensjahr mit Schlafstörungen behandelt, die auf Funktionsstörungen des Nervensystems zurückzuführen sind. Im Besonderen sind wir auf folgende Fragestellungen spezialisiert:

  • Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf wie z.B. Schlafwandeln und/oder sonstige Bewegungen im Schlaf
  • Abgrenzung von Parasomnien, schlafbezogenen epileptischen Anfällen und sonstigen Bewegungsstörungen im Schlaf
  • Narkolepsie mit und ohne Kataplexie und sonstige Störungen, die mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit und/oder oder Einschlafattacken einhergehen
  • Syndrom der unruhigen Beine (Restless legs-Syndrom)
  • Störungen in der Abfolge des Schlaf-Wach-Rhythmus (Phasenverschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus)
  • Abgrenzung zwischen primären Schlafstörungen von primär psychiatrischen Erkrankungen, die mit einer Schlafstörung einhergehen
  • Schlafstörungen des Jugendalters
  • alle sonstigen ungewöhnlichen Schlafstörungen

Ferner können sich Patienten vorstellen, bei denen im Zusammenhang mit einer bereits diagnostizierten Erkrankung des Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose, Polyneuropathie, Schlaganfall, HIV-Infektion, Parkinson-Syndrome, Epilepsien, rheumatologische Erkrankungen u.a.) behandlungsbedürftige Störungen des Schlafes oder des Schlaf-Wach-Rhythmus auftreten. Hierbei liegt unser Hauptaugenmerk darauf, die neuronale Organisation des motorischen Systems im NonREM- und REM-Schlaf unter physiologischen und pathologischen Bedingungen näher zu charakterisieren. Methodisch arbeiten wir mit etablierten neurophysiologischen Stimulationstechniken (z. B. transkranielle Magnetstimulation, F-Wellen) sowie verschiedenen Techniken der Signalanalyse (Kohärenz, directed transfer function u.a.).

Neben medikamentösen Therapien können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden beitragen:

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  • Regelmäßige Bewegung: Moderate körperliche Aktivität kann die Symptome reduzieren.
  • Vermeidung von Koffein und Alkohol: Diese Substanzen können die Symptome verstärken.
  • Entspannungsübungen: Stress kann die Symptome verschlimmern, daher können Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation helfen.
  • Gute Schlafhygiene: Regelmäßige Schlafzeiten und eine angenehme Schlafumgebung können die Schlafqualität verbessern.

Neurologische Erkrankungen und Behandlungsspektrum in Hennigsdorf

Die neurologischen Abteilungen und Praxen in Hennigsdorf bieten ein umfassendes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für neurologische Erkrankungen an.

Multiple Sklerose (MS)

Die Muliple Sklerose (MS) ist eine chronische verlaufende, autoimmun-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie kann schubförmig aber auch schleichend zunehmende Störungen u.a. Koordination, Kraft hervorrufen, aber auch zu kognitiven Beeinträchtigungen wie z.B. Konzentrationstörungen führen. Neben der differenzierten Diagnostik der Erkrankung gibt es heute eine große Anzahl wirksamer medikamentöser Therapien. Eine ausführliche Aufklärung über die Erkrankung und Beratung zur Auswahl einer geeigneten Therapiestrategie incl. nicht-medikamentöser, unterstützender Therapieformen ist sehr wichtig. Gerne beraten und begleiten wir Sie auch in Fragen der Familienplanung und in beruflichen Fragen. Wir führen in der Praxis auch Infusionstherapien zur Behandlung des akuten Schubes (Kortikoid-Stoßtherapie) wie auch zur langfristigen Therapie durch (z.B. Natalizumab, Ocrelizumab). Sollten Medikamente mit subkutaner („unter-die-Haut“) Gabe zum Einsatz kommen, üben wir die Spritzentechnik gemeinsam mit unseren PatientInnen ein. Ein Schwerpunkt der Neurologischen Abteilung ist die Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose (MS). Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, eine Entgleisung des Immunsystems, die zu einer Fülle von Ausfallerscheinungen führen kann. Die Klinik Hennigsdorf verfügt neben der stationären diagnostischen Abklärung und allen Möglichkeiten der stationären Behandlung (gesamtes medikamentöses Spektrum inklusive Schubtherapie, verlaufsmodifizierende medikamentöse Therapien gegen das Fortschreiten der Behinderung, alle Formen der symptomatischen Therapie) über das ambulante Multiple Sklerose Zentrum Oberhavel (zertifiziertes MS-Schwerpunktzentrum).

Kopfschmerzen

Nicht wenige Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter wiederkehrenden Kopfschmerzen. So belastend Kopfschmerzen und insbes. hinter Kopfschmerzen tatsächlich eine Erkrankung des Gehirns selbst. Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Am häufigsten unter den primären Kopfschmerzarten sind der Spannungskopfschmerz sowie die Migräne; seltener sind die Trigeminusneuralgie oder der häufiger bei Männern vorkommende, sehr intensive Cluster-Kopfschmerz. Sekundäre Kopf- und Gesichtsschmerzen können Folge unterschiedlichster Erkrankungen wie Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Degenerationen der Halswirbelsäule oder auch des Kiefergelenkes sein. Häufig befürchtet, aber selten sind Schädigungen des Gehirns als Ursache von Kopfschmerzen (Hirnblutungen, Tumore, Hirnhautentzündung). Für eine gute Therapie müssen anhaltende oder wiederkehrende Kopfschmerzen zunächst diagnostisch eingeordnet werden: Anamnese und neurologische Untersuchung sind zur Diagnosestellung häufig ausreichend. Bildgebung des Kopfes (CCT/CMRT), Laboruntersuchungen u.a. können zusätzlich notwendig werden. Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen ist zur Diagnostik auch die Dokumentation mittels Kopfschmerzkalender. Migräne ist eine sehr häufige neurologische Erkrankung, die zu intensiven episodischen Kopfschmerzen führt, die oft mit Übelkeit, Ruhebedürfnis und Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen verbunden sind. Einzelne Migräneattacken können in der Regel wirksam mit Schmerzmitteln behandelt werden. Wenn Migräneattacken häufiger auftreten oder in chronische Kopfschmerzen übergehen, müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, wie z. B. Entspannungstraining oder eine tägliche vorbeugende Medikation.

Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom u.a. Hinter nächtlichem Einschlafgefühl, Kribbeln oder auch Schmerzen in Hand und Arm steckt oft ein Karpaltunnelsyndrom. medianus im Handgelenkstunnel (Karpaltunnel) verursacht. Doch auch andere Engpasssyndrome oder Verletzungen von Nerven, nicht zuletzt auch Kompression von Nervenwurzeln durch Bandscheibenvorfälle, können zu Sensibilitätsstörungen, Schmerzen und Missempfindungen oder sogar Lähmungen führen.

Demenz

Nicht jede Vergesslichkeit ist schon eine Demenz, nicht hinter jeder Demenz steckt eine Alzheimer-Erkrankung. der Orientierung bei Ihnen oder Angehörigen auffallen, ist eine frühe Untersuchung sinnvolll. So können ggf. behandelbare Ursachen frühzeitig erkannt und behandelt, einer Verschlechterung vorgebeugt werden. Noch sind viele Demenzerkrankungen nicht grundlegend behandelbar. Im Verbund unseres Interdisziplinären Gedächtniszentrums Hennigsdorf trägt die Abteilung Neurologie wesentlich zur Ursachenklärung und auch zur Entscheidung über mögliche Behandlungsschritte bei.

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Parkinson-Erkrankung

(Rigor) und häufig auch zu Zittern (Tremor, v.a. als Ruhetremor) führen kann. Daneben gibt es auch häufig relevante nicht-motorische Symptome (z.B. Schwindel, Schmerzen, Blasenstörung, Obstipation, Depression, kognitive Störungen u.a.). Häufig sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen (> 50 Jahre), aber die Erkrankung kann auch in jüngeren Jahren auftreten. Die Diagnose wird meistens klinisch, d.h. nach körperlicher neurologischer Untersuchung gestellt. Weitere Untersuchungsverfahren können ergänzend wichtige Informationen liefern (Kernspintomografie/MRT des Kopfes, Hirnparenchymsonografie, DaTSCAN-Szintigrafie). Eine heilende Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung, es werden aber neue Therapieansätze (z.B. „Impfung“) erforscht und auch in ersten Studien untersucht. Zur symptomatischen Therapie können verschiedene, gut wirksame Medikamente zum Einsatz kommen; daneben sind regelmäßige körperliche Aktivität, Physiotherapie u.a. wichtige therapeutische Elemente. In ausgewählten Fällen kommen in spezialisierten Zentren auch invasive Therapien zum EInsatz (Apomorphin-Pumpe, Duodopa-Pumpe, Tiefe Hirnstimulation). Die Diagnostik und Behandlung von Parkinsonerkrankungen ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Abteilung. Neben den stationären Angeboten, wie zum Beispiel die Komplexbehandlung Parkinson, informieren wir regelmäßig über Neues im Rahmen unseres jährlichen Parkinson Informationstages und halten engen Kontakt zu den drei Parkinson-Selbsthilfegruppen in Hennigsdorf, Oranienburg und Leegebruch.

Muskelerkrankungen

Muskelschwäche, Muskelschwund, gelegentlich auch Muskelschmerzen können Symptome einer Muskelerkrankung (Myopathie) oder einer Myasthenie sein. sind ihre Unterformen. Eine genaue Diagnose ist oft schwierig zu stellen, aber Voraussetzung für eine möglichst gezielte Therapie. Die notwendige Erfahrung wie auch apparative Diagnostik (ENG/EMG, Labor incl. genetischer Untersuchungen) sind hier vorhanden. Muskel- und Nervenbiopsien können in Zusammenarbeit insbes. mit dem Vivantes Klinikum Spandau durchgeführt werden. Mittlerweile stehen für einzelne der oft erblichen Erkrankungen genetische Therapien zur Verfügung. Autoimmun-entzündliche Erkrankungen wie die Myasthenie oder die Myositiden (entzündliche Muskelerkrankungen) können mit Immuntherapien behandelt werden. Für viele Myopathien existiert aber noch keine grundlegende, medikamentöse Therapie. Umso wichtiger sind daher umfassende Heilmitteltherapien (Physio-, Ergo-, Logotherapie) zur Unterstützung und Stabilisierung.

Epilepsie

5-10 % aller Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall. Dies bedeutet jedoch nicht, dauerhaft an einer Epilepsieerkrankung zu leiden. Bei V.a. Anfall sollte in jedem Fall eine neurologische Abklärung erfolgen. Besonders wichtig sind die Erfassung des Ereignisses und seiner Umstände, insbes. auch der Fremdbeobachtung durch Dritte; weitere Informationen liefern EEG- und Laboruntersuchungen in unserer Praxis sowie radiologische Diagnostik (MRT/Kernspintomografie oder CT des Gehirns). Nach Diagnose einer Epilepsieerkrankung stellen sich viele Fragen - z.B. nach Therapie, Beruf, Kinderwunsch, Fahrtauglichkeit u.a..

Schlaganfall

In Deutschland erleiden jährlich mehr als 270 000 Menschen einen Schlaganfall. Die verursachende Durchblutungsstörung des Gehirns entsteht entweder durch einen plötzlichen Verschluss (Ischämie) oder durch das Platzen von Hirngefäßen (Hirnblutung). Der Erfolg der Behandlung hängt hierbei vom möglichst schnellen Handeln ab: Je schneller der Schlaganfall diagnostiziert und behandelt wird, umso besser die Behandlungsergebnisse. In der Klinik Hennigsdorf besteht eine mit einem Zertifikat ausgezeichnete Spezialeinheit für Schlaganfallpatienten, die Stroke Unit. In diesem Akutbereich arbeitet ein erfahrenes multiprofessionelles Team aus besonders geschulten Neurologen, Geriatern/Internisten und Pflegepersonal zusammen mit Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeitern. Ziel ist anfangs eine schnelle Diagnostik als Voraussetzung für eine gezielte Therapie (zum Beispiel die systemische Thrombolyse oder eine Thrombektomie) und eine engmaschige Überwachung und Behandlung auf der Stroke Unit. Circa die Hälfte aller Schlaganfallpatienten wird nach Hause entlassen, ohne dass eine weitere Rehabilitation erforderlich ist - das unterstreicht den Erfolg der Akuttherapie des Schlaganfalls!

Dystonie

Dystonien sind Erkrankungen wie Blepharospasmus (Lidkrampf), Spasmus hemifacialis (halbseitiger Gesichtskrampf), Torticollis (Schiefhals), Kopf-Tremor, Graphospasmus (Schreibkrampf). Auch andere Bewegungsstörungen können im Rahmen von Dystonien auftreten. Nach der erforderlichen Diagnostik ist eine Therapie mit Botulinumtoxin, anderen Medikamenten, Tiefer Hirnstimulation, aber auch Übungsbehandlungen oft effektiv. Es bestehen Kooperationen im Rahmen des Therapienetzes Dystonie/Spastik Berlin-Brandenburg. Dystonien und Spastik lassen sich durch eine Botulinumtoxin-Behandlung mit gezielten Injektionen mit guter Erfolgsquote behandeln.

Weitere neurologische Erkrankungen

Und was ist mit Schwindel, Koordinationsstörungen, Schmerzen und …? Es gibt viele weitere, oft seltene neurologische Erkrankungen, die hier nicht angeführt sind. Beschwerden können auch Folge einer anderen Krankheit sein und benötigen dann einer interdisziplinären Betrachtung und Therapie aus allen Bereichen. Wir sind für alle Fragen rund um mögliche neurologische Erkrankungen für Sie da. Wenn Sie das Gefühl haben, insbesondere bei Dunkelheit keine Kontrolle über ihre Beine zu haben oder wie auf Wolken zu gehen, kann der Grund eine Polyneuropathie sein. Die Erkrankung Polyneuropathie ist eine Erkrankung verschiedener Nerven der Beine und/oder Arme. Eine Ursache ist häufig eine Zuckererkrankung (Diabetes mellitus). Beim Bandscheibenvorfall können die an der Wirbelsäule ein- bzw. austretenden Nerven von dem Vorfall erfasst werden und es kann zu ausstrahlenden Schmerzen, Taubheitsgefühl und Lähmungserscheinungen kommen. Hier ist häufig die Frage, ob eine ‚konservative‘ Schmerzbehandlung allein ausreicht, oder eine Operation sinnvoll ist. Schmerzen werden nicht nur von Nerven weitergeleitet, sondern können auch Ausdruck einer Nervenerkrankung sein. Kopf- und Gesichtsschmerzen, wie z. B. Wurzelsyndrom (Bandscheibenvorfall) mit ausstrahlenden Schmerzen von der Wirbelsäule in den Arm bzw. Schwindel hat wahrscheinlich jeder von uns schon einmal erlebt. Leider sind die Ursachen so vielseitig wie die Beschwerdebilder. Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich auf einem Karussell oder einem stark schwankenden Schiff befinden, sollten Sie sich in der Neurologie vorstellen. Neben Ihren Schwindel-Beschwerden berücksichtigen wir auch z. B. Hör-, Sehstörungen oder Kopfschmerzen, und führen eine ausführliche Körperuntersuchung durch.

Diagnostische Verfahren

Mit etablierten und modernen Ansätzen bieten wir Ihnen ein umfassendes Spektrum neurologischer Diagnostik und Therapie. Ist ein Nerv erkrankt, kann dieser langsamer und/oder nur unzureichend Signale weiterleiten. Mit der Methode Neurographie / EMG kann die Nervenleitgeschwindigkeit sowie Nerven- und Muskelaktivität gemessen und eine Aussage über die Betroffenheit der Nerven getroffen werden. Während der Elektromyographie sticht der Untersucher mit sehr dünnen Nadeln in verschiedene Muskeln. Besteht eine erhöhte Blutungsneigung oder nehmen Sie blutverdünnende Medikamente wie z. B. Mit dieser Methode werden die Nervenbahnen gemessen, die das Empfinden / Gefühl in den Armen und Beinen noch oben über den Rücken bis zum Kopf leiten. Das Gehörte wird über das Ohr vom Hörnerv zum Gehirn geleitet. Mit Hilfe der AEP-Untersuchung lassen sich Störungen dieser Hörbahn auf verschiedenen Ebenen des Gehirns finden. Es werden Ihnen über Kopfhörer eine hohe Anzahl von Klickgeräusche präsentiert, während Sie bequem sitzen. Sie werden gebeten, auf einen Bildschirm zu schauen, während Sie bequem im Untersuchungssessel sitzen. Fähigkeiten wie Sprache, Begriffe merken oder Planung unseres Tuns /Handlungsplanung können im Rahmen von neurologischenErkrankungen betroffen sein und das Alltagsleben beeinträchtigen. Mit Hilfe von speziellen Tests, die Denksportaufgaben ähneln, können diese Fähigkeiten erfasst werden. In einem ruhigen Raum werden Sie gebeten, verschiedene Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zu lösen, wie z. B. das Merken von Begriffen. Häufig sind Blutwerte bei Erkrankungen der Nerven unverändert. Aus diesem Grunde kann Ihr Neurologe die Entnahme von Liquor (auch „Nervenwasser“ genannt) empfehlen. Der Liquor füllt wie ein Wasserkissen den Raum zwischen dem Gehirn bzw. Rückenmark und deren Häute aus. Veränderungen an den Nerven können so auch zu Veränderungen im Nervenwasser führen. Das Nervenwasser wird über eine Punktion im Lendenwirbelsäule entnommen - hier bildet es einen „See“ weit unterhalb des Rückenmarks. Immer wieder sprechen manche Menschen von einer Rückenmarkspunktion.

Folgende diagnostische Verfahren werden in Hennigsdorf angeboten:

  • EEG (Elektroenzephalographie): Messung der Hirnströme zur Erkennung von Epilepsien oder anderen Hirnfunktionsstörungen.
  • EMG (Elektromyographie) und NLG (Nervenleitgeschwindigkeit): Untersuchung der Muskel- und Nervenfunktion zur Diagnose von Muskelerkrankungen, Polyneuropathien und Nervenkompressionssyndromen.
  • Evozierte Potentiale (SEP, VEP, AEP, MEP): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit in verschiedenen Nervenbahnen.
  • Duplexsonographie: Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Arterien zur Beurteilung des Schlaganfallrisikos.
  • Video-Kopfimpulstest: Untersuchung der Gleichgewichtsorgane bei Schwindelerkrankungen.
  • Lumbalpunktion: Entnahme von Nervenwasser zur Diagnose von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems.
  • Laboruntersuchungen: Umfassende Blutuntersuchungen, einschließlich genetischer Tests.
  • Tremoranalyse: Messung und Analyse von Zittern.
  • Nervensonografie: Ultraschalluntersuchung peripherer Nerven.
  • Demenztest: Testung der kognitiven Funktionen (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache u.a.).
  • Riechtest: Untersuchung des Riechvermögens, z.B. bei Verdacht auf Parkinson-Syndrom.

Zusammenarbeit und Netzwerke

Wir arbeiten eng mit der Selbsthilfe Berlin zusammen und führen einmal jährlich gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen durch. Ebenfalls enge Kontakte bestehen zum Schlaflabor der Charité, wo die Diagnose in Zweifelsfällen weiter geklärt werden kann. Hier zu erfolgen spezifische Untersuchungen im Schlaf, um typische Befunde (beispielsweise so sog. Wir sind Teil des Netzwerks Therapienetz Dystonie/ Spastik Berlin-Brandenburg. Die Klinik Hennigsdorf verfügt neben der stationären diagnostischen Abklärung und allen Möglichkeiten der stationären Behandlung (gesamtes medikamentöses Spektrum inklusive Schubtherapie, verlaufsmodifizierende medikamentöse Therapien gegen das Fortschreiten der Behinderung, alle Formen der symptomatischen Therapie) über das ambulante Multiple Sklerose Zentrum Oberhavel (zertifiziertes MS-Schwerpunktzentrum). Wir kooperieren mit Kliniken und Therapeuten, die Teil der Parkinson’s-Syndrome Berlin Gruppe sind.

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