Die beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH sind ein bedeutender Akteur im Bereich Bildung, Beratung sowie personaler und sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Das bfz legt dabei großen Wert auf Praxisnähe und bietet vielfältige Jobangebote in den genannten Bereichen. Ein wichtiger Aspekt ist die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, um den Anforderungen im Gesundheits- und Sozialwesen gerecht zu werden.
Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Pflege und Therapie
Das bfz und andere Bildungseinrichtungen in Bayern bieten ein breites Spektrum an Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich an. Dazu gehören unter anderem:
- Altenpflege: Die Ausbildung zum/zur Altenpfleger/in dauert in der Regel 36 Monate in Vollzeit und startet jährlich im September. Sie umfasst sowohl theoretische als auch praktische Anteile. Die Ausbildungsinhalte sind modern, lernfeld- und handlungsorientiert, kulturübergreifend und individuell gestaltet. Die Prüfungen sind dreigeteilt und beinhalten schriftliche, praktische und mündliche Teile.
- Altenpflegehilfe: Neben der Ausbildung zum/zur Altenpfleger/in gibt es auch die Möglichkeit, eine Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in zu absolvieren. Diese Ausbildung ist in der Regel kürzer und vermittelt grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Altenpflege.
- Physiotherapie: Die Ausbildung zum/zur Physiotherapeuten/in erfolgt in Vollzeit und umfasst durchschnittlich 40 Unterrichtsstunden pro Woche. Die Ausbildung ist vielseitig und abwechslungsreich und vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten zur Behandlung von Menschen in unterschiedlichen Bereichen.
- Podologie: Die Ausbildung zum/zur Podologen/in ist eine dreijährige Vollzeitausbildung, die an staatlich anerkannten Privatschulen angeboten wird. Neben den fachbezogenen Inhalten werden Selbstständigkeit und interdisziplinäres Arbeiten gefördert.
- Ergotherapie: Die Ausbildung zum/zur Ergotherapeuten/in dauert drei Jahre in Vollzeit und umfasst durchschnittlich 40 Unterrichtsstunden pro Woche. Die Ausbildung ist praxisnah und vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten zur Behandlung von Menschen mit Behandlungsschwerpunkten im motorischen, kognitiven oder psychischen Bereich.
- Heilerziehungspflege: Die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger/in dauert in der Regel zwei Jahre in Vollzeit und startet jährlich im September. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige einschlägige berufliche Tätigkeit.
- Logopädie: Die Ausbildung zum/zur Logopäden/in erfolgt in drei Jahren Vollzeit-Unterricht. Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit von Patienten aller Altersstufen.
- Maschinenbautechnik: Die Ausbildung zum/zur Maschinenbautechniker/in dauert zwei Jahre in Vollzeit. Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten für anspruchsvolle Aufgaben in der technischen Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Projektplanung und im Qualitätsmanagement.
Finanzielle Unterstützung für Ausbildungen
Die Ausbildungen in den genannten Bereichen können über verschiedene Förderprogramme finanziert werden, wie zum Beispiel:
- BAföG: Schüler/innen und Studierende können unter bestimmten Voraussetzungen BAföG-Leistungen erhalten.
- WeGebAU: Das Programm WeGebAU fördert die Weiterbildung von Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen.
- Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder der Jobcenter: Arbeitsuchende und Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen Bildungsgutscheine für die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen erhalten.
- Schulgeldersatz: In Bayern wird für bestimmte Ausbildungen ein Schulgeldersatz gewährt.
Einige Berufsfachschulen erheben kein Schulgeld, sondern lediglich Prüfungs- und Materialgebühren. Zudem erhalten Schüler/innen in manchen Ausbildungen eine Ausbildungsvergütung.
Weiterbildungsmöglichkeiten
Neben den genannten Ausbildungen gibt es vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Soziales. Dazu gehören unter anderem:
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- Stationsleitung
- Heimleitung
- Gerontopsychiatrische Fachkraft
- Fort- und Weiterbildungen sowie Seminare im Kompetenzzentrum für Gesundheit & Soziales und der Marktredwitzer Gesundheitsakademie
Das bfz und bbw garantieren eine hochwertige berufliche Fort- und Weiterbildung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht.
Schlaganfallbehandlung: "Zeit ist Gehirn"
Ein wichtiger Bereich der Neurologie ist die Schlaganfallbehandlung. Peter Rieger, Leiter des neuen Fachbereichs Neurologie am DONAUISAR Klinikum Dingolfing, betont den Leitsatz: "In der Schlaganfallbehandlung ist Zeit Gehirn". Ziel ist es, Patienten schnell zu behandeln, um die Folgen eines Schlaganfalls möglichst gering zu halten. Das Klinikum bietet die Akutbehandlung auf dem neuesten Stand und setzt auch die Thrombolyse ein, wenn sie möglich ist.
Optimierung der Abläufe und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Um eine schnelle und effektive Behandlung zu gewährleisten, werden die internen Abläufe optimiert und eine schnell erreichbare Spezialstation für Schlaganfälle aufgebaut. Die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst ist dabei von großer Bedeutung. Ebenso wichtig ist, dass Betroffene oder ihre Angehörigen die Warnsymptome des Schlaganfalls erkennen und sofort eine Krankenhauseinweisung veranlassen.
Warnsymptome und Notfallmaßnahmen
Bei plötzlichem Auftreten einer Halbseitenschwäche, halbseitiger Gefühls- oder Sehstörungen, von Sprachstörungen, starkem Schwindel mit Gangunsicherheit oder auch von vernichtenden Kopfschmerzen sollte sofort der Notarzt geholt und ohne Umweg ein Krankenhaus mit Schlaganfalleinheit angefahren werden.
Behandlung in der Spezialstation für Schlaganfälle
Die Behandlung im Krankenhaus erfolgt am besten in einer Spezialstation für Schlaganfälle, wie sie das DONAUISAR Klinikum Dingolfing bietet. Dort ist sie in die Intensivstation integriert und stellt eine umfassende, zeitnahe Diagnostik und intensive Behandlung des akuten Schlaganfalles sicher. Die Betreuung in der Akutphase erfolgt in einem interdisziplinären Team unter neurologischer Führung, Hand in Hand mit spezialisierten Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden (Sprachtherapeuten) und Mitarbeitern des Sozialdienstes.
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Ziele der Behandlung
Durch diese engmaschige Zusammenarbeit wird eine deutliche Verbesserung des Krankheitsverlaufes erreicht. Bleibende Schäden können zwar trotzdem oft nicht vermieden, doch aber erheblich gemindert werden. Dabei geht es zum Beispiel darum, ob ein Mensch im Rollstuhl bleibt oder mit einem Rollator wieder mobil ist.
Technische Ausstattung und Anbindung an das neurovaskuläre Zentrum
In Dingolfing stehen alle wichtigen Geräte zur Schlaganfallbehandlung bereit: Die erforderlichen Verfahren zur Bildgebung (CT und MRT) befinden sich vor Ort, alle Möglichkeiten zur Monitorüberwachung sind gegeben. Wichtig ist auch die Anbindung an das neurovaskuläre Zentrum am DONAUISAR Klinikum Deggendorf, wo eine enge Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie besteht, z. B. wenn eine Gehirnblutung eingetreten ist oder wenn es um die mechanische Wiedereröffnung eines verschlossenen Hirngefäßes geht.
Behandlung weiterer neurologischer Krankheitsbilder
Zum Spektrum der Abteilung gehört aber auch die Behandlung anderer neurologischer Krankheitsbilder wie entzündlicher Erkrankungen der Nerven, die Abklärung von epileptischen Anfällen oder von Polyneuropathien. Auch dem Verdacht auf eine Demenzerkrankung kann nachgegangen werden.
Qualitätsmanagement und Patientensicherheit
Die Kliniken des Bezirks Oberbayern (kbo) setzen seit 2021 das Safewards-Konzept erfolgreich in den verschiedenen fachlichen Einrichtungen um. Dieses international anerkannte Modell schafft eine sichere und vertrauensvolle Umgebung für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende. Alle beteiligten Teams beschäftigen sich mit den zehn zentralen Safewards-Interventionen, die Konflikte reduzieren und die zwischenmenschliche Zusammenarbeit stärken.
Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)
AMTS ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patientinnen und Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern. Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit werden mit Fokus auf den typischen Ablauf des Medikationsprozesses bei der stationären Patientenversorgung dargestellt.
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Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt und Missbrauch
Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben Einrichtungen die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern.
Kompetenzzentrum für Neuropsychologie und kognitive Therapie (KONEKT)
Das Kompetenzzentrum für Neuropsychologie und kognitive Therapie (KONEKT) ist spezialisiert auf die neuropsychologische und klinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung von Patienten mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit allen Abteilungen des kbo-Inn-Salzach-Klinikums und den niedergelassenen Fachärzten der Region. Mittels standardisierter Untersuchungsverfahren werden kognitive Funktionsstörungen objektiviert und hiervon Behandlungsmaßnahmen abgeleitet. Im Bereich klinisch-psychologischer Fragestellungen kommen zudem Fragebögen und strukturierte Interviews zum Einsatz.
Interdisziplinäre Gedächtnissprechstunde
Eine Gedächtnissprechstunde hat die Aufgabe, relevante Störungen der Hirnfunktionen frühzeitig zu erkennen. Dadurch sollen zugrundeliegende Erkrankungen diagnostiziert und ggfs. eine passende Therapie in die Wege geleitet werden. Ansprechpartner ist die Psychiatrische Institutsambulanz.
Spezialsprechstunde Verkehrssicherheit
Eine Erkrankung, die Einnahme von Medikamenten oder auch einfach ein fortgeschrittenes Lebensalter können dazu führen, dass die Verkehrssicherheit beim Autofahren beeinträchtigt ist. Die Abteilung Neuropsychologie bietet deswegen eine informelle Untersuchung und Beratung zur Fahreignung an.
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