Neurologie im Marienkrankenhaus Kassel: Integrative Medizin, Schwerpunkte und moderne Diagnostik

Das Marienkrankenhaus Kassel ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Nordhessen. Als Haus der Grund- und Regelversorgung bietet es ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen an. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Neurologie, die sich durch einen integrativen Ansatz, moderne Diagnostik und enge Kooperation mit dem Wirbelsäulenzentrum Kassel auszeichnet.

Integrative Neurologie im Wandel der Zeit

Die Medizin befindet sich in einem stetigen Wandel. In einer zunehmend digitalisierten, fragmentierten und beschleunigten Welt wird es immer schwieriger, komplexe Krankheitsbilder diagnostisch richtig einzuordnen und adäquat zu behandeln. Dr. med. Stefan Kalok praktiziert im Marienkrankenhaus Kassel und betrachtet diesen Aufbruch in ein neues Gesundheits- und Krankheitsverständnis als längst überfällig. Krankheiten werden oft vereinfacht und schablonenhaft wahrgenommen, was zu Behandlungen führt, die am eigentlichen Problem vorbeigehen. Er sieht es als Aufgabe einer Integrativen Medizin, dies im Einzelfall zu ändern. Seit November 2020 setzt Dr. Kalok seine privatärztliche Tätigkeit im neurologisch-neurochirurgischen Ärzteteam des Wirbelsäulenzentrums Kassel am Marienkrankenhaus Kassel fort.

Schwerpunkte der Neurologischen Versorgung

Das Marienkrankenhaus Kassel deckt mit seinem Fachspektrum einen großen Teil der neurologischen Versorgung ab. Zu den Schwerpunkten gehören:

  • Allgemeine Neurologie: Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskeln.
  • Schlaganfallvorsorge: Mittels Doppler-Sonographie werden die hirnzuführenden Arterien auf Verengungen oder Verschlüsse untersucht, um Schlaganfällen vorzubeugen.
  • Epilepsie-Diagnostik: Das EEG (Elektroenzephalogramm) spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose und Behandlung von Epilepsien.
  • Diagnostik bei Multipler Sklerose: Evozierte Potentiale werden zur Diagnose von Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
  • Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen: In enger Zusammenarbeit mit dem Wirbelsäulenzentrum Kassel werden Patienten mit Bandscheibenschäden und anderen Wirbelsäulenerkrankungen behandelt.
  • Psychotherapie: Im neurologischen Bereich bietet das Zentrum die Diagnostik und therapeutische Begleitung von Patienten mit Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder anderen Störungen des Nervensystems. Daneben wird das gesamte Spektrum der Psychotherapie z. B. bei Erkrankungen wie Depression, Angst- oder Zwangsstörungen angeboten.

Diagnostische Verfahren im Überblick

Das Marienkrankenhaus Kassel setzt eine Vielzahl moderner diagnostischer Verfahren ein, um neurologische Erkrankungen präzise zu erkennen und die bestmögliche Therapie einzuleiten. Zu diesen Verfahren gehören:

  • EMG (Elektromyographie): Das EMG wird in der peripheren Neurologie eingesetzt. Mittels einer Nadelelektrode werden Muskeln und die den Muskel versorgenden Nerven untersucht. Wichtig ist das EMG zur Beurteilung von Nervenverletzungen, es wird aber auch zur Diagnose von Bandscheibenschäden.
  • ENG (Elektroneurographie): Neben der Erhebung der Krankengeschichte und präzisen Schilderung der Beschwerden durch die Betroffenen führen die Ergebnisse der klinisch-neurologischen Untersuchung mit Testung einzelner Muskelgruppen, Untersuchung der Reflexe und zusätzliche radiologische Bilder zur Sicherung der Diagnose.
  • Doppler-Sonographie: Mit der Doppler-Sonographie werden die hirnzuführenden Arterien auf Verengungen oder Verschlüsse untersucht. Diese Untersuchung ist zur Vorbeugung von Schlaganfällen besonders wichtig. Weiterhin gebräuchlich ist die sogenannte „transkranielle Doppler-Sonographie“. Die Ultraschallwellen dieser besonderen Sonde durchdringen den Schädelknochen und messen den Blutdurchfluss der großen Hirnarterien. So verschafft sich der Neurologe einen Überblick über den Zustand der Hirnarterien. Auch hier geht es um die Frage der medikamentösen Schlaganfallsprophylaxe. Die Doppler-Sonographie ist eine nebenwirkungsfreie, völlig ungefährliche Untersuchungsmethode.
  • Evozierte Potentiale: Evozierte Potentiale messen die Reizleitung unserer Sinnesorgane. Vor allem werden akustische Reize sowie Reize des Auges gemessen. Die Untersuchung ist beispielsweise zur Diagnose einer Multiplen Sklerose wichtig, aber auch bei allen Formen von Durchblutungsstörungen.
  • EEG (Elektroenzephalogramm): Mit dem EEG werden elektrische Potentialdifferenzen der Hirnoberfläche abgeleitet. Wichtig ist das EEG vor allem bei der Diagnose und Behandlung von Epilepsien, aber auch bei allen anderen Hirnfunktionsstörungen wie Tumoren oder Durchblutungsstörungen. Besondere Provokationsmethoden sind die Photostimulation und das Schlafentzugs-EEG. Bei der Photostimulation wird der Patient flackernden Lichtblitzen ausgesetzt. Beim Schlafentzugs-EEG bleibt der Patient vor der Untersuchung eine Nacht wach. Beide Untersuchungsmethoden dienen der Epilepsiediagnostik und sind für manche Fragestellungen unerlässlich.
  • Röntgen: Ein normales Röntgenbild mit ggf. auch einem Röntgenbild in Bewegung (sog. Funktionsaufnahme) hilft bei Planung einer etwaigen Operation, ist für die Diagnostik eines Bandscheibenvorfalls aber nicht ausreichend, da im Röntgenbild die Bandscheiben und Nerven nicht dargestellt werden können.

Mikrochirurgische Bandscheibenoperationen

Im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie setzt das Marienkrankenhaus Kassel auf moderne, schonende Verfahren. Bei Bandscheibenoperationen spielt die mikrochirurgische, minimalinvasive Schlüssellochtechnik eine entscheidende Rolle. Eine nicht minimalinvasive Bandscheiben-Operation ohne Mikroskop ist heutzutage nicht vertretbar. Dabei bedarf es nicht nur eines Spezialmikroskops und spezieller Operationsinstrumente. Die Erfahrung des Operateurs und der im Umgang mit den Instrumenten sind wesentliche Faktoren für eine erfolgreichen Operation. Die mikrochirurgische Operationstechnik bedarf jahrelanger Übung, wie es beispielsweise in der neurochirurgischen Facharztausbildung verlangt wird. Empfiehlt man Ihnen bei der operativen Behandlung eines Bandscheibenvorfalls eine Versteifung der Wirbelsäule oder ist der Schnitt deutlich länger als 2-3 cm, besteht ein Grund zu Skepsis.

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Bei Operationen unter einem geeigneten Mikroskop beträgt der Schnitt auf der Haut etwa 1-2 cm. In dieser Tiefe werden nur wenige Muskelfasern abgelöst bis das sogenannte Fenster zwischen den Wirbelkörpern dargestellt ist. Nach Mobilisation des zwischen den Wirbelbögen aufgespannten Bandes werden Nervenwurzel und Duralschlauch dargstellt und der Bandscheibenvorfall vorsichtig entfernt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Nach der Operation sind die Patienten entweder sofort deutlich schmerzgebessert oder sogar schmerzfrei. Die Patienten dürfen nach dem Eingriff sofort aufstehen, können sich frei bewegen, dürfen sitzen und in jeder Körperlage liegen. Bereits einen Tag nach der Operation beginnt man mit der Physiotherapie. Ein Korsett wird heutzutage nicht mehr getragen und ist sogar kontraindiziert, da es durch das Tragen eines Korsetts langfristig zu einem Abbau der stabilisierenden Rückenmuskulatur kommt. Nach der OP absolvieren die Patienten eine ambulante oder stationäre Rehabilitation. Die Arbeitsfähigkeit wird nach etwa 4-6 Wochen nach der Operation wieder erreicht.

Das Wirbelsäulenzentrum Kassel

Das ambulante Wirbelsäulenzentrum am Marienkrankenhaus Kassel deckt den Bereich der Neurochirurgie - insbesondere der Wirbelsäulenchirurgie, der Neurologie, der Psychiatrie und der Psychotherapie ab. Durch die enge Anbindung des Wirbelsäulenzentrums an die stationäre Versorgung im Marienkrankenhaus Kassel kann eine optimal abgestimmte Versorgung aus einer Hand geboten werden. Im neurochirurgischen Bereich bietet das Zentrum als einziges neurochirurgisches Zentrum in Nordhessen mit der sogenannten Perkutanen Laser-Diskus-Kompression (PLDD) ein modernes minimal-invasives und schonendes Verfahren zur ambulanten operativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen.

Das Team des Wirbelsäulenzentrums besteht aus erfahrenen Fachärzten für Neurochirurgie und Neurologie, darunter Dr. med. Kordian Wojtas, Dr. med. Jens Kleffmann, LL.M, Alexander Stiegel, Prof. Dr. med. Ralf Becker und Timm Strenzke.

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