Zusammenarbeit von Neurologie und Psychologie in Hechingen: Eine umfassende Betrachtung

Die enge Verzahnung von Neurologie und Psychologie ist für eine umfassende Patientenversorgung unerlässlich. Besonders in einer Region wie Hechingen, die durch eine vielfältige medizinische Landschaft geprägt ist, spielt die Kooperation dieser beiden Fachbereiche eine zentrale Rolle. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Zusammenarbeit von Neurologie und Psychologie in Hechingen und Umgebung, wobei sowohl die stationäre als auch die ambulante Versorgung berücksichtigt werden.

Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Neurologische Erkrankungen manifestieren sich häufig nicht nur durch körperliche Symptome wie Lähmungen, Schwindel oder Sprachstörungen. Oftmals gehen sie auch mit psychischen Belastungen wie Depressionen, Angstzuständen oder Gedächtnisstörungen einher. Umgekehrt können psychische Erkrankungen neurologische Symptome verursachen oder verstärken. Eine erfolgreiche Behandlung erfordert daher eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten, die sowohl die neurologischen als auch die psychologischen Aspekte berücksichtigt.

Die Zuständigkeit der Klinik in Bad Schussenried umfasst die Landgerichtsbezirke Ellwangen, Hechingen, Tübingen und Ulm. Das Gericht ordnet die Unterbringung an, wenn jemand im Zustand der Schuldunfähigkeit oder der verminderten Schuldfähigkeit eine rechtswidrige Tat begeht und ein weiteres Deliktrisiko besteht. Die Klinik gliedert sich in zwei Abteilungen mit unterschiedlichen Fachbereichen: Zur Abteilung I gehören die Fachbereiche Forensische Aufnahme und Forensische Psychotherapie und somit die Stationen 1042, 1045, 1046, 1049 sowie die Ambulanz. Geleitet wird die Abteilung von Dr. Claudia Hartmann-Rahm und Christian Herbst. Zur Abteilung II gehören die Fachbereiche Forensische psychiatrische Behandlung und Forensische Sozialpsychiatrie und somit die Stationen 1040, 1043, 1044, 1047 und 1048.

Stationäre Versorgung: Kliniken und Kompetenzzentren

In der stationären Versorgung spielen Kliniken und Kompetenzzentren eine wichtige Rolle. Das Vinzenz von Paul Hospital in Rottweil, eines der führenden psychiatrisch-neurologischen Kompetenzzentren in Deutschland, vereint beispielsweise unterschiedliche Fachkliniken unter einem Dach. Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit zwischen Neurologen und Psychiatern, was insbesondere bei komplexen Krankheitsbildern von Vorteil ist.

Die Klinik für Neurologie mit einer Neurologisch-Neurochirurgischen Frührehabilitation der Phase B besteht aus der Abteilung für Neurologie mit neurologischen Akutbetten sowie der Regionalen Stroke Unit. Sie ist in die Notfall- und Intensivversorgung des Klinikums eingebunden. Die Stroke Unit ist Teil des Neurovaskulären Netzwerks (ZNET) mit der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen. Hier werden Patienten und Patientinnen mit neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen, Schwindel, Gedächtnisstörungen, Sprachstörungen und Kopfschmerzen behandelt. Es werden Krankheitsbilder wie z.B. Multiple Sklerose, Schlaganfall, Parkinson, Epilepsie und Nervenläsionen diagnostiziert und die leitliniengerechte und für den Patienten stimmige Behandlung begonnen. Die Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation der Phase B versorgt schwer betroffene Patienten und Patientinnen aus der Region Neckar-Alb und Stuttgart und legt einen besonderen Fokus auf Beatmungs- und Trachealkanülen-Weaning sowie Schluckstörungen.

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Das Zollernalb Klinikum hat einen bedeutenden Wendepunkt erfolgreich gemeistert, der durch die aktuelle wirtschaftliche Lage und die geplante Krankenhausstrukturreform in Deutschland geprägt wurde. Im Juli begann der erste sichtbare Umsetzungsschritt, seitdem ist es ein fortlaufender Prozess, aus dem kontinuierlich weitere Anpassungen abgeleitet werden. Als Patient werden Sie persönlich und verantwortlich behandelt, gepflegt und versorgt. Das Ziel ist es, die erste Adresse der medizinischen Nahversorgung im Zollernalbkreis zu sein. Das Leistungsspektrum umfasst Medizin, Pflege und Therapie. Es gibt Angebote für Lunge, Knie, spezielle Orthopädie, Endoprothetikzentrum, Unfallchirurgie & Orthopädie, Auge (Belegabteilung Augenheilkunde), Gehirn (Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), Kardiologie/Angiologie, Schulter, Schilddrüse, Magen/Leber/Galle, Darm, Eierstöcke/Gebärmutter (Gynäkologie & Geburtshilfe), Hand, Fuß, Gefäße, Hüfte, Harnblase, Bauchspeicheldrüse, Brust, Herz, Hals-/Lendenwirbelsäule, Mund/Kiefer/Gesicht (Belegabteilung Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie) und HNO (Belegabteilung HNO).

Ambulante Versorgung: Ärzte, Psychotherapeuten und Netzwerke

Auch in der ambulanten Versorgung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Neurologen und Psychologen von großer Bedeutung. In Hechingen und Umgebung gibt es eine Reihe von Ärzten und Psychotherapeuten, die sich auf die Behandlung von neurologischen und psychischen Erkrankungen spezialisiert haben.

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten

Dr. med. Jens Winkler ist als Hausarzt und Facharzt für Innere Medizin in Sigmaringen tätig. Seine Sprechstundenzeiten sind vielfältig und er bietet Zusatzleistungen wie Diabetes- und Hypertonie-Verträge an.

Aruni Velalakan ist Facharzt für Neurochirurgie und ebenfalls in Sigmaringen ansässig. Seine Sprechstundenzeiten sind ebenfalls sehr flexibel.

Dipl.-Psych. Pavel Jurica ist Psychologischer Psychotherapeut in Sigmaringen und bietet Sprechstunden nach Vereinbarung an.

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Dr. med. Heinrich Schaefer und Dr. med. Thomas Ragg sind Fachärzte für Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie in Albstadt.

Dr. med. Jörg Armbruster ist Facharzt für Innere Medizin in Sigmaringen und bietet ein breites Spektrum an Ultraschalluntersuchungen an.

Dr. med. Jan Prillinger ist Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie in Sigmaringen. Er bietet ebenfalls verschiedene Ultraschalluntersuchungen an und ist in die DMP-Programme für KHK eingebunden.

Dr. med. Anika Schaefer und Dr. med. Stefanie Ullrich-Colaiacomo sind als Hausärztinnen und Fachärztinnen für Allgemeinmedizin in Sigmaringen tätig. Sie bieten Zusatzbezeichnungen wie Akupunktur und Palliativmedizin an und sind in verschiedene DMP-Programme eingebunden.

Dr. med. Cristina Preisinger und Dr. med. Sophie Eckert sind Fachärztinnen für Augenheilkunde in Sigmaringen.

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Die Psychiatrischen Institutsambulanzen des Vinzenz von Paul Hospitals sind ambulante Bestandteile der psychiatrischen Versorgung in Rottweil, VS-Villingen, Balingen, Albstadt und Tuttlingen. Damit erfüllt das Vinzenz von Paul Hospital einen gemeinde- und krankenhausnahen Versorgungsauftrag. Hier werden Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis und affektive Störungen behandelt. Für die Menschen aus dem Einzugsgebiet stehen Ansprechpartner bei allen Fragen im Zusammenhang mit Suchterkrankungen zur Verfügung. Das Team besteht aus Vertretern unterschiedlicher Berufsgruppen und kooperiert mit weiteren Behandlungspartnern des Vinzenz von Paul Hospitals. In der Gerontopsychiatrischen Ambulanz werden Menschen mit schweren psychischen Störungen des höheren Lebensalters behandelt. In Ergänzung des Behandlungsangebots niedergelassener Nervenärzt:innen wird eine umfangreiche Diagnostik und eine spezifische ambulante Behandlung angeboten. Die Patient:innen benötigen eine Überweisung von einer niedergelassenen Ärztin oder Arztes (Haus- oder Fachärzt:in). Es werden allgemeinmedizinische, psychiatrische und psychologische Diagnostik (gerontopsychiatrische Anamnese, psychiatrische, neurologische und allgemeinkörperliche Untersuchung, neuropsychologische Screeningtests, ggf.

Psychotherapie in Hechingen und Umgebung

In Hechingen und Umgebung gibt es mehrere Psychotherapeuten, die verschiedene Therapieformen anbieten. Pro Psychotherapie e.V. listet beispielsweise fünf ausführliche Profile im Umkreis von Hechingen auf:

  • Stefan Holder (Bisingen): Praxis für Psychotherapie, Paartherapeut, Heilpraktiker für Psychotherapie
  • Volker Schumacher (Mössingen)
  • Sabrina Jasmin Beller (Haigerloch): Heilpraktikerin für Psychotherapie, Selbstwert-Coach, Achtsamkeitstrainerin
  • Dipl.-Psych. Sonja Kappler (Rottenburg am Neckar): Praxis für Psychotherapie
  • Alexa Heymann (Kusterdingen): Lösungsorientierte Psychotherapie, ADHS und Traumatherapie

Netzwerke und Kooperationen

Neben der direkten Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Psychotherapeuten spielen auch Netzwerke und Kooperationen eine wichtige Rolle. Diese ermöglichen einen interdisziplinären Austausch und fördern die Entwicklung gemeinsamer Behandlungsstrategien.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit von Neurologie und Psychologie in Hechingen und Umgebung konzentriert sich auf verschiedene Schwerpunkte:

  • Schlaganfall: Nach einem Schlaganfall sind viele Patienten von psychischen Problemen wie Depressionen oder Angstzuständen betroffen. Eine frühzeitige psychologische Betreuung kann die Rehabilitation unterstützen und die Lebensqualität verbessern.
  • Multiple Sklerose: MS-Patienten leiden häufig unter Fatigue, Depressionen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Eine kombinierte neurologisch-psychologische Behandlung kann helfen, diese Symptome zu lindern und die Krankheitsbewältigung zu fördern.
  • Parkinson: Auch bei Parkinson-Patienten sind psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Demenz häufig. Eine interdisziplinäre Behandlung kann die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.
  • Epilepsie: Epilepsie kann mit Angstzuständen, Depressionen oder kognitiven Problemen einhergehen. Eine psychologische Beratung kann den Patienten helfen, mit der Erkrankung umzugehen und ihre Lebensqualität zu verbessern.
  • Schmerztherapie: Chronische Schmerzen können sowohl neurologische als auch psychische Ursachen haben. Eine interdisziplinäre Schmerztherapie, die sowohl neurologische als auch psychologische Aspekte berücksichtigt, ist oft am erfolgreichsten.
  • Forensische Psychiatrie: In der forensischen Psychiatrie ist die Zusammenarbeit von Neurologen und Psychiatern unerlässlich, um die Schuldfähigkeit von Straftätern zu beurteilen und geeignete Behandlungsmaßnahmen zu entwickeln.

Herausforderungen und Perspektiven

Trotz der vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten gibt es auch Herausforderungen in der Zusammenarbeit von Neurologie und Psychologie. Dazu gehören beispielsweise:

  • Kommunikationsprobleme: Unterschiedliche Fachsprachen und Denkweisen können die Kommunikation zwischen Neurologen und Psychologen erschweren.
  • Ressourcenmangel: In vielen Kliniken und Praxen fehlen die Ressourcen, um eine umfassende interdisziplinäre Versorgung zu gewährleisten.
  • Finanzierungsprobleme: Die Finanzierung von psychologischen Leistungen in der neurologischen Versorgung ist oft unzureichend.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Perspektiven für die Zukunft der Zusammenarbeit von Neurologie und Psychologie. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zunehmendes Bewusstsein: Das Bewusstsein für die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit wächst sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten.
  • Neue Technologien: Telemedizinische Angebote und digitale Gesundheitsanwendungen können die Zusammenarbeit zwischen Neurologen und Psychologen erleichtern und die Versorgung verbessern.
  • Politische Initiativen: Verschiedene politische Initiativen zielen darauf ab, die interdisziplinäre Versorgung zu fördern und die Finanzierung von psychologischen Leistungen zu verbessern.

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