Einleitung
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein unverzichtbares Instrument in der modernen neurologischen Diagnostik. In Duisburg stehen verschiedene Einrichtungen zur Verfügung, die MRT-Untersuchungen anbieten, um ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung der MRT in der Neurologie in Duisburg, die verschiedenen Verfahren und die beteiligten Institutionen.
Helios Kliniken Duisburg: Radiologische Diagnostik auf modernstem Niveau
Die Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Helios Klinik Duisburg-Homberg führt radiologische Untersuchungen für ambulante und stationäre Patienten durch, jedoch ohne ambulante KV Zulassung. Am Standort Huckingen steht ein Wide-bore MRT mit einem komfortablen Durchmesser von 70 cm zur Verfügung, das die Untersuchung aller Körperregionen ermöglicht. Ergänzend dazu betreiben alle Standorte Mehrzeiler-Computertomographen, die Schichtaufnahmen sämtlicher Körperregionen liefern und sowohl in der Akutdiagnostik als auch für Spezialuntersuchungen eingesetzt werden.
Wide-bore MRT in Huckingen
Das Wide-bore MRT in Huckingen bietet mit seinem Durchmesser von 70 cm einen hohen Patientenkomfort. Es ermöglicht detaillierte Aufnahmen aller Körperregionen und wird von den verschiedenen Fachabteilungen der Helios Kliniken genutzt.
Computertomographie (CT)
Die Computertomographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen den Körper durchdringen und die Strahlenabschwächung von Detektoren gemessen wird. Aus diesen Daten werden anatomische Bilder der untersuchten Schichten errechnet. Die CT ist besonders schnell und einfach durchzuführen, weshalb sie häufig in Notfällen eingesetzt wird, wie bei Blutungen, Schädelverletzungen oder Schlaganfällen. Sie ermöglicht eine überlagerungsfreie und exakte Abbildung der Organe und kann durch sekundäre Rekonstruktion der Bilddaten in weiteren Raumebenen erzeugt werden.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Die MRT nutzt die Kernspinresonanz, um Schnittbilder des menschlichen Körpers zu erstellen. Anstatt von Röntgenstrahlen werden Wasserstoffkerne (Protonen) mit Hochfrequenzimpulsen angeregt. Die Dichteverteilung dieser Kerne im Gewebe beeinflusst die Signale, die in Bilder umgewandelt werden. Die MRT wird vor allem für Untersuchungen des Gehirns, des Gesichts, der Augen, der Wirbelsäule und des Rückenmarks sowie der Gefäße eingesetzt. Sie ermöglicht eine bessere Erkennung von krankhaften Veränderungen der Weichteile und kann akute Durchblutungsstörungen innerhalb von Minuten exakt lokalisieren und analysieren.
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Digitale Subtraktions-Angiographie (DSA)
Die Digitale Subtraktions-Angiographie ist eine computer-assistierte Methode zur Darstellung der Gefäße. Dabei wird ein jodhaltiges Kontrastmittel über einen Katheter in das zu untersuchende Gefäß injiziert. Die DSA wird zur Darstellung von Gefäßerkrankungen eingesetzt und ermöglicht interventionelle Behandlungen wie die Eröffnung von Gefäßverschlüssen.
Schlaganfallversorgung in Duisburg: Schnelle Diagnostik und Therapie
Jeder Schlaganfall ist ein Notfall, der eine schnelle und kompetente Behandlung erfordert. In Duisburg gibt es spezialisierte Stroke Units, die eine umfassende Versorgung von Schlaganfallpatienten gewährleisten.
Stroke Unit im Helios Klinikum Duisburg
Die Stroke Unit im Helios Klinikum Duisburg ist eine Spezialstation zur Versorgung von Patienten mit akutem Schlaganfall. Ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegepersonal und Therapeuten gewährleistet eine umfassende und koordinierte Behandlung. Die Station verfügt über 10 Betten, die mit Monitoren zur kontinuierlichen Überwachung der Vitalfunktionen ausgestattet sind.
Diagnostik und Therapie
Oberstes Ziel ist die rasche und korrekte Einordnung des Krankheitsbildes durch Anamnese und körperliche Untersuchung. Zur Diagnosesicherung werden Schnittbilduntersuchungen des Gehirns (CT oder MRT) durchgeführt. Die Schlaganfalltherapie basiert auf zwei Säulen: der Akuttherapie und der Verhinderung eines weiteren Schlaganfalls.
Akuttherapie
Bei einem verstopften Blutgefäß besteht die Möglichkeit zur Lysetherapie, bei der ein Medikament zur Auflösung des Blutgerinnsels gegeben wird. Die Lysetherapie ist in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall einsetzbar.
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Verhinderung weiterer Schlaganfälle
Es werden Risikofaktoren wie erhöhter Blutdruck oder Blutzucker untersucht und behandelt, um weitere Schlaganfälle zu verhindern. Zudem werden Komplikationen vorgebeugt.
Kooperationen und Qualitätssicherung
Die Stroke Unit arbeitet eng mit der Neuroradiologie (Chefarzt Dr. Markus Heddier) zusammen, die die Schnittbilddiagnostik des Gehirns mittels CT und MRT durchführt. Bei Bedarf steht die Gefäßdarstellung über Katheter mittels Kontrastmittel (DSA) zur Verfügung. Operationen von Gefäßeinengungen werden von der Klinik für Gefäßchirurgie (Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Die Klinik für Kardiologie, Angiologie und Elektrophysiologie (Chefarzt Prof. Dr. Durch die Klinik für Neurochirurgie (Chefarzt Prof. Dr. Michael Zimmermann) kann bei raumfordernden Hirninfarkten eine Entlastungsoperation durchgeführt werden. Bei internistischen Fragestellungen erfolgt die Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie (Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Zur Qualitätssicherung nimmt die Stroke Unit an einem Qualitätssicherungssystem der Ärztekammer Nordrhein teil.
Sana Kliniken Duisburg: Radiologie und Neuroradiologie
Die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie der Sana Kliniken Duisburg versorgt alle Fachdisziplinen des Klinikums mit nicht-invasiven und minimal-invasiven diagnostischen und therapeutischen Methoden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und interventionellen Behandlung von Gefäßerkrankungen, insbesondere des zentralen Nervensystems.
Interventionelle Therapie von Gefäßerkrankungen
Die Klinik bietet eine optimale und schonende Therapie mit modernsten minimal-invasiven Methoden bei komplexen Aneurysmen der Hirnarterien und anderen Gefäßfehlbildungen/-erkrankungen im Gehirn oder Rückenmark sowie bei der interventionellen Schlaganfallbehandlung. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Neurologie, Neurochirurgie, Neuropädiatrie und Neonatologie.
Behandlung angeborener Gefäßerkrankungen
Die Klinik nimmt eine Sonderstellung bei der interventionellen Behandlung von angeborenen Gefäßerkrankungen (wie z.B. der Vena Galeni Malformation) im Neugeborenen- und Säuglingsalter ein und ist eines der größten Zentren Europas für die Behandlung dieser seltenen Erkrankungen.
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Diagnostische Methoden in der Neurologie
Neben der MRT und CT stehen in Duisburg weitere diagnostische Methoden zur Verfügung, die in der neurologischen Untersuchung eine wichtige Rolle spielen.
Klinisch-neurologische Untersuchung
Die ausführliche klinisch-neurologische Untersuchung steht nach der Befragung des Patienten (Anamnese) an erster Stelle jeder neurologischen Diagnostik.
Extra- und transkranielle Doppler- und Duplex-Sonographie
Mit diesem Ultraschallverfahren kann man den Blutfluss, mögliche Verengungen und arteriosklerotische Kalkablagerungen in den hirnversorgenden Arterien darstellen. Diese Methode eignet sich besonders gut, um frühe Veränderungen, die mit einem erhöhten Risiko für einen Schlaganfall einhergehen, an den Gefäßen zu erkennen und die Ursachen für einen bereits erlittenen Schlaganfall sicher abzugrenzen.
Elektroenzephalografie (EEG)
Mit dieser Untersuchungsmethode werden die Hirnströme abgeleitet. Hierzu werden Elektroden auf der Kopfhaut befestigt und die an der Kopfoberfläche ableitbaren Hirnströme fortlaufend aufgezeichnet. Bei unterschiedlichen Erkrankungen des Gehirns kann es zu teilweise sehr spezifischen Veränderungen im EEG kommen.
Evozierte Potentiale (EVOP)
Die evozierten Potentiale stellen eine neurologische Untersuchungsmethode dar, mit deren Hilfe die Leitfähigkeit und damit die Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen getestet werden können. Das Prinzip beruht auf einer Reizung eines Sinnesorgans und der nachfolgenden Beobachtung des hierdurch ausgelösten Potentials in verschiedenen Regionen des Gehirns oder benachbarter Strukturen des zentralen Nervensystems.
Elektromyografie (EMG)
Mit dieser Methode kann man die elektrische Aktivität in der Muskulatur untersuchen. Hierbei werden dünne Nadeln in den jeweiligen Muskel eingestochen und die elektrische Aktivität analysiert.
Elektroneurographie (ENG)
Mit Hilfe dieser Methode kann man die Nervenleitgeschwindigkeit von sensiblen und motorischen Nervenfasern messen.
Liquoruntersuchung
Liquor ist die Fachbezeichnung für Nervenwasser. Der Liquor umfließt Gehirn und Rückenmark und kann über einen kleinen Stich in den Wirbelkanal in der Lendenregion gewonnen werden.
Elektronystagmographie
Ein Nystagmus ist eine ruckartige Bewegung der Augen. Ursache ist eine Störung im Gleichgewichtsorgan, im Gleichgewichtsnerven oder im Hirnstamm. Mittels der Elektronystagmographie kann man diese unwillkürlichen Bewegungen im Auge messen.
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