In der Neurologie werden Patienten mit verschiedensten neurologischen Problemen behandelt. Neurologische Erkrankungen umfassen Störungen bzw. Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks sowie der peripheren Nerven. Entsprechend der vielfältigen Körperfunktionen, die das Nervensystem steuert, können die Symptome von neurologischen Erkrankungen sehr unterschiedlich sein. Die Ursachen bzw. die Pathogenese, die neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen, sind zahlreich und teilweise noch nicht vollständig aufgeklärt.
Häufige neurologische Erkrankungen
Zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen zählen:
- Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson)
- Epilepsie
- Kopfschmerzen
- Schlaganfall
- Demenz
- Multiple Sklerose (MS)
- Hirnhautentzündung (Meningitis)
- Polyneuropathien
- Hirntumore
- Funktionelle neurologische Störungen (FNS)
- Neuromuskuläre Erkrankungen
- Schwindel
Symptome neurologischer Erkrankungen
Die Symptome neurologischer Erkrankungen sind vielfältig und hängen von der betroffenen Region des Nervensystems ab. Einige häufige Symptome sind:
- Bewegungsstörungen: Fehl- oder Extrabewegungen, Zittern, Verlangsamung, Unsicherheit beim Gehen.
- Epileptische Anfälle: Plötzliche Zuckungen von Armen, Beinen oder des ganzen Körpers, plötzliche Stürze, psychische Symptome.
- Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen, Migräne (einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzattacken), chronische Kopfschmerzen.
- Schlaganfall: Akute Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite, Sprachschwierigkeiten, Sehstörungen, Schwindel, Bewusstlosigkeit.
- Demenz: Gedächtnisstörungen, Einschränkung des Denkvermögens, Defizite der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten.
- Multiple Sklerose: Vielfältige Symptome, abhängig von der betroffenen Region, z.B. Taubheit, Kribbeln, Lähmungen.
- Polyneuropathien: Taubheitsgefühl, Schmerzen und Lähmungen, beginnend an den Füßen.
- Schwindel: Attackenartige oder schleichende Schwindelsymptome, Begleitsymptome je nach Schwindelform und Ursache.
- Funktionelle neurologische Störungen (FNS): Symptome ohne organische Ursache, die die Funktionalität des Körpers beeinträchtigen.
Liste neurologischer Erkrankungen von A-Z
Diese Liste enthält eine Auswahl neurologischer Erkrankungen, ist aber nicht vollständig:
- Alzheimer-Krankheit: Eine Form der Demenz, die durch fortschreitenden Gedächtnisverlust und kognitive Beeinträchtigungen gekennzeichnet ist.
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, die zu Muskelschwäche, Lähmungen und schließlich zum Tod führt.
- Borreliose: Eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird und neurologische Symptome verursachen kann.
- Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP): Eine Autoimmunerkrankung, die zu Entzündungen und Schädigungen der peripheren Nerven führt.
- Demenz: Ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem Verlust der kognitiven Fähigkeiten einhergehen.
- Epilepsie: Eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist, die durch abnorme Entladungen von Nervenzellen verursacht werden.
- Guillain-Barré-Syndrom: Eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Entzündung der peripheren Nerven und Muskelschwäche führt.
- Hirnblutung: Eine Blutung im Gehirn, die zu neurologischen Schäden führen kann.
- Hirnhautentzündung (Meningitis): Eine Entzündung der Hirnhäute und Rückenmarkshäute.
- Hirntumor: Eine Geschwulst im Gehirn, die gutartig oder bösartig sein kann.
- Kopfschmerzen: Ein weit verbreitetes Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann, von Spannungskopfschmerzen bis hin zu Migräne.
- Migräne: Eine Art von Kopfschmerz, die durch einseitige, pulsierend-pochende Schmerzen gekennzeichnet ist und von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit begleitet sein kann.
- Multiple Sklerose (MS): Eine Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft und zu vielfältigen neurologischen Symptomen führen kann.
- Myopathie: Eine Muskelerkrankung, die durch Muskelschwäche und -abbau gekennzeichnet ist.
- Parkinson-Krankheit: Eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, die zu Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung führt.
- Polyneuropathie: Eine Erkrankung der peripheren Nerven, die zu Taubheit, Schmerzen und Muskelschwäche führen kann.
- Restless-Legs-Syndrom: Ein neurologisches Syndrom, das durch einen unkontrollierbaren Drang gekennzeichnet ist, die Beine zu bewegen, oft begleitet von Missempfindungen.
- Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Eine Verletzung des Kopfes, die zu neurologischen Schäden führen kann.
- Schlaganfall: Eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns, die zu neurologischen Ausfällen führen kann.
- Schwindel: Ein Gefühl von Drehungen oder Instabilität, das verschiedene Ursachen haben kann.
- Spannungskopfschmerzen: Die häufigste Art von Kopfschmerz, die durch einen dumpfen, drückenden Schmerz im Kopf gekennzeichnet ist.
- Zwangsstörungen: Psychiatrische Erkrankungen mit neurologischer Ursache.
Ursachen neurologischer Erkrankungen
Die Ursachen neurologischer Erkrankungen sind vielfältig:
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- Genetische Faktoren: Einige neurologische Erkrankungen sind erblich bedingt.
- Erworbene Faktoren: Dazu gehören Verletzungen, Infektionen, Stoffwechselstörungen und Autoimmunerkrankungen.
- Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem greift fälschlicherweise das eigene Nervensystem an.
- Entzündungen: Entzündungen im Gehirn oder Rückenmark können neurologische Schäden verursachen.
- Infektionen: Viren, Bakterien oder andere Erreger können das Nervensystem infizieren.
- Metabolische Störungen: Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus können neurologische Schäden verursachen.
- Neurodegenerative Erkrankungen: Fortschreitender Verlust von Nervenzellen im Gehirn oder Rückenmark.
- Funktionsstörungen der hirnelektrischen Aktivität: Abnorme Entladungen von Nervenzellen im Gehirn, wie bei Epilepsie.
- Erkrankungen der peripheren Nerven: Schädigung der Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks.
- Schlaferkrankungen: Störungen des Schlafs, die neurologische Auswirkungen haben können.
- Verletzungen: Schädel-Hirn-Trauma oder Rückenmarksverletzungen.
- Tumorerkrankungen: Hirntumore können neurologische Symptome verursachen.
- Psychiatrische Erkrankungen mit neurologischer Ursache: Einige psychische Erkrankungen haben eine neurologische Grundlage.
Diagnose neurologischer Erkrankungen
Die Diagnose neurologischer Erkrankungen umfasst in der Regel:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und der aktuellen Symptome.
- Klinisch-neurologische Untersuchung: Beurteilung der Nervenfunktion, der Muskelkraft, der Koordination und der Reflexe.
- Bildgebende Verfahren: MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) des Gehirns oder Rückenmarks.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: EEG (Elektroenzephalographie) zur Messung der Hirnströme, EMG (Elektromyographie) zur Messung der Muskelaktivität, NLG (Nervenleitgeschwindigkeit) zur Messung der Nervenfunktion.
- Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Entzündungswerten, Stoffwechselparametern oder Autoantikörpern.
- Liquoruntersuchung: Untersuchung des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis) zur Feststellung von Entzündungen oder Infektionen.
- Muskelbiopsie: Entnahme einer Muskelprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop.
- Molekulargenetik: Untersuchung des Erbguts auf genetische Ursachen.
Behandlung neurologischer Erkrankungen
Die Behandlung neurologischer Erkrankungen richtet sich nach der Ursache und den Symptomen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:
- Medikamentöse Therapie: Z.B. Schmerzmittel, Antiepileptika, Immunsuppressiva, Medikamente zur Behandlung von Parkinson oder Multipler Sklerose.
- Physiotherapie: Zur Verbesserung der Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft.
- Ergotherapie: Zur Verbesserung der Alltagsfähigkeiten und der Handlungsfähigkeit.
- Logopädie: Zur Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
- Psychotherapie: Zur Bewältigung psychischer Belastungen und zur Verbesserung der Lebensqualität.
- Operation: Bei Hirntumoren, Hirnblutungen oder anderen strukturellen Veränderungen.
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Ein neurochirurgisches Verfahren zur Behandlung von Bewegungsstörungen wie Parkinson.
- Rehabilitation: Zur Wiederherstellung von Funktionen und zur Verbesserung der Lebensqualität nach einer neurologischen Erkrankung.
- Multimodaler Behandlungsansatz: Bei funktionellen neurologischen Störungen (FNS) umfasst die Therapie physiotherapeutische als auch psychotherapeutische Methoden.
Prävention neurologischer Erkrankungen
Einige neurologische Erkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen:
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität kann das Risiko für einige neurologische Erkrankungen senken.
- Nichtrauchen: Rauchen schädigt die Gefäße und erhöht das Risiko für Schlaganfall und Demenz.
- Mäßiger Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann neurologische Schäden verursachen.
- Stressmanagement: Stress kann das Risiko für einige neurologische Erkrankungen erhöhen.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Zur Früherkennung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes.
- Vermeidung von Übergewicht: Sowohl Übergewicht als auch Untergewicht können das Risiko für Demenz erhöhen.
- Soziale Kontakte pflegen: Einsamkeit kann ein Risikofaktor für Demenz sein.
- Schwerhörigkeit behandeln lassen: Schwerhörigkeit kann die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen.
- Depressionen behandeln lassen: Depressionen können das Risiko für Demenz erhöhen.
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