Neurologische Ambulanzen in Wien: Öffnungszeiten und Spezialisierungen

Die neurologische Versorgung in Wien ist durch ein breites Spektrum an Ambulanzen und Spezialsprechstunden gewährleistet. Diese bieten Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen an. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Öffnungszeiten und Schwerpunkte verschiedener neurologischer Ambulanzen in Wien, um Patienten die Orientierung zu erleichtern.

Allgemeine Neurologische Ambulanz

Die allgemeine Neurologische Ambulanz, die sich im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) befindet, bietet während der folgenden Zeiten Sprechstunden an:

  • Montag bis Donnerstag: 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Freitag: 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Die Telefonsprechzeiten sind wie folgt:

  • Montag bis Donnerstag: 8:00 Uhr bis 10:00 Uhr
  • Freitag: 8:00 Uhr bis 09:00 Uhr

Es ist wichtig zu beachten, dass in dieser Ambulanz keine Akutvorstellungen stattfinden. Bei akuten neurologischen Problemen wird empfohlen, sich an einen niedergelassenen Neurologen oder die Notaufnahme zu wenden.

Wie man Patient wird

Um in der Neurologischen Ambulanz behandelt zu werden, ist eine Überweisung von einem niedergelassenen Facharzt für Neurologie/Nervenheilkunde mit entsprechender Diagnose einer neurologischen Erkrankung nach ICD-10 erforderlich. Zusätzlich sollten Vorbefunde (Arztbriefe, CDs mit MRT-Bildern) der letzten 3 Jahre, die im Zusammenhang mit der neurologischen Erkrankung stehen, vorab übermittelt werden. Nach Erhalt der Vorbefunde entscheidet das Ärzteteam über eine Terminvergabe. Der Termin wird dann per Post mitgeteilt.

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Sollte kein niedergelassener Neurologe vorhanden sein, kann über die Terminvermittlungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116117 oder www.116117.de) ein Facharzttermin erfragt werden.

Rezeptanforderungen

Bei Rezeptwünschen ist es notwendig, sich 2 Wochen vor Ende des Rezepts zu melden. Für die Ausstellung eines Rezepts ist es erforderlich, mit Chipkarte, einem aktuellen Überweisungsschein sowie einem frankierten Briefumschlag persönlich vorbeizukommen. Alternativ können diese Unterlagen per Boten geschickt werden. Telefonische Rezeptanfragen können leider nicht berücksichtigt werden, da die Chipkarte eingelesen werden muss.

Spezialambulanzen und ihre Schwerpunkte

Neben der allgemeinen neurologischen Ambulanz gibt es eine Reihe von Spezialambulanzen, die sich auf bestimmte neurologische Erkrankungen konzentrieren. Diese Spezialisierung ermöglicht eine gezieltere Diagnostik und Therapie.

Multiple Sklerose Zentrum

Das Multiple Sklerose Zentrum, das sich im Haus 111 befindet, bietet spezialisierte Betreuung für Patienten mit Multipler Sklerose. Zu den Leistungen gehören:

  • Frühzeitige Diagnosestellung der Multiplen Sklerose (MS)
  • Therapie mit immunsuppressiven Therapieverfahren (Azathioprin, Mitoxantron)
  • Kontrolle der Therapieeffekte unter Berücksichtigung der MSTKG-Empfehlungen
  • Schubtherapie mit Glucocorticoiden (ambulant und stationär)
  • Standardisierte Verlaufsdokumentation mit EDV-Unterstützung
  • Symptomatische Behandlung von Spastik, Blasenfunktionsstörungen, Schmerzen, pathologischer Müdigkeit im Rahmen der MS
  • Durchführung von klinischen Studien mit neuen innovativen Medikamenten zur Behandlung der Multiplen Sklerose
  • Beratung bezüglich sozialer und lebenspraktischer Aspekte der Erkrankung (Lebensweise, Diät, Impfungen, Schwangerschaft, familiäre Belastung)

Universitäts DemenzCentrum (UDC)

Das Universitäts DemenzCentrum (UDC), ebenfalls im Haus 111 gelegen, ist auf die Diagnostik und Behandlung von Demenzerkrankungen spezialisiert.

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Neuropsychologische Ambulanz

Die Neuropsychologische Ambulanz im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet neuropsychologische Diagnostik und Therapie an. Es ist möglich, dass eine Übernahme der Therapie durch die Ambulanz nicht gewährleistet werden kann.

Epilepsien / EEG-Labor

Das Epilepsien / EEG-Labor im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet folgende Leistungen an:

  • Diagnostik und Differenzialdiagnostik epileptischer und nichtepileptischer Anfälle
  • Differenzialdiagnostik von Epilepsiesyndromen
  • Beratung bzgl. Pharmakotherapie
  • Beratung bzgl. lebenspraktischer Aspekte

Morbus Wilson

Die Ambulanz für Morbus Wilson im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet:

  • Diagnostik und Differenzialdiagnostik des Morbus Wilson einschließlich bildgebender, nuklearmedizinischer und molekulargenetischer Verfahren in Kooperation mit Instituten des UKD und der Universität Wien
  • Beratung bzgl. Therapie, Langzeittherapiebegleitung
  • Kooperation mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I UKD (Abteilung Gastroenterologie / Hepatologie)

Die Ambulanz ist Mitglied im Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSE) des Uniklinikums Dresden.

Motoneuronerkrankungen

Die Ambulanz für Motoneuronerkrankungen im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet:

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  • Diagnostik und Differenzialdiagnose von Motoneuronerkrankung/Frontotemporaler Lobärdegeneration
  • Differentielle symptomatische Pharmakotherapie
  • Beratung bezüglich sozialer und lebenspraktischer Aspekte der Erkrankung

Schlaferkrankungen

Die Ambulanz für Schlaferkrankungen im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet:

  • Diagnostik und Differenzialdiagnostik von Schlafstörungen
  • Differenzielle Pharmakotherapie von Schlafstörungen

Neuromuskuläre Erkrankungen

Die Ambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet:

  • Diagnostik und Differentialdiagnostik neuromuskulärer Erkrankungen (Myopathien, Neuropathien, Motoneuronerkrankungen, Myasthenie, mitochondriale Erkrankungen)
  • Elektrophysiologie (EMG, Evozierte Potenziale, Neurografie)
  • Beratung in Pharmakotherapie und symptomatischer Therapie
  • Beratung bzgl. lebenspraktischer Aspekte

Die Ambulanz ist Mitglied im Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSE) des Uniklinikums Dresden und Teil des Universitäts NeuroMuskuläres Centrum Dresden (UNMC).

Neurovaskuläre Spezialambulanz

Die Neurovaskuläre Spezialambulanz im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen des Gehirns. Folgende Untersuchungen werden angeboten:

  • Farbduplexsonographie der Hals- und Hirngefäße
  • CW/PW-Doppler, TCD
  • Zerebrovaskulärer Reservekapazitätstest
  • Bubble Test (Offenes Foramen ovale Erkennung)
  • Embolusdetektion

Patienten mit Aneurysmen oder Gefäßmalformationen werden an die Neurovaskuläre Sprechstunde der Neuroradiologie verwiesen.

Parkinson und sonstige Bewegungsstörungen, Tiefe Hirnstimulation

Die Ambulanz für Parkinson und sonstige Bewegungsstörungen im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet spezialisierte Betreuung für Patienten mit diesen Erkrankungen. Sie kooperiert mittwochs um 15 Uhr mit dem Universitäts ParkinsonCentrum Dresden (UParCD).

Neurologische Komplikationen der HIV-Infektion und bei AIDS

Die Ambulanz für Neurologische Komplikationen der HIV-Infektion und bei AIDS bietet:

  • Diagnostik und Differenzialdiagnostik von Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems sowie der Muskulatur im Rahmen von HIV-Infektionen und AIDS einschließlich therapieassoziierter Störungen
  • Beratung bzgl. Pharmakotherapie und symptomatischer Therapie
  • Beratung bzgl. sozialmedizinischer Fragestellungen
  • Kooperation mit der „Immunschwächeambulanz“ des UKD

Autonomes und Neuroendokrinologisches Funktionslabor

Das Autonome und Neuroendokrinologisches Funktionslabor bietet:

  • Funktionsdiagnostik bei Störungen des Autonomen Nervensystems
  • Pupillographie
  • Orthostasetest auf Kipptisch

Kleinhirn-Erkrankungen (Ataxien)

Die Ambulanz für Kleinhirn-Erkrankungen (Ataxien) im Haus 27/DINZ (1. OG, Leitstelle F) bietet spezialisierte Diagnostik und Betreuung für Patienten mit Ataxien.

Weitere Ambulante Angebote

Die ambulanten Angebote der Neurologie finden sich im Haus 2, Bereich 9, 4. Die neurologischen Spezialsprechstunden verstehen sich als langfristige Begleitung für Patientinnen und Patienten mit komplexen oder chronischen Krankheitsbildern. Dabei steht die enge Zusammenarbeit zwischen Neurologie, Radiologie, Neuropsychologie, Physiotherapie und Sozialdienst im Vordergrund.

Die Fachabteilung Neurologie im St. Johannes Krankenhaus Sieglar besteht seit 2007 und bietet zusammen mit dem MVZ Rhein-Sieg • Sieglar im selben Haus eine umfassende ambulante und stationäre Versorgung auf dem gesamten Gebiet der Neurologie. Darüber hinaus werden Patient:innen und deren Angehörige auf Wunsch und je nach Bedarf mit weiteren hausinternen Angeboten unterstützt:

  • Familiale Pflege: Bietet Informationsgespräche, Pflegetrainings am Krankenbett und in häuslicher Umgebung, kostenlose Pflegekurse für Angehörige sowie Gesprächskreise an.
  • Seelsorge: Seelsorger:innen stehen für Gespräche bereit. In der Kapelle können Patient:innen und Angehörige in Ruhe verweilen, beten und ihren Gedanken freien Lauf lassen.
  • Sozialdienst: Bietet psychosoziale Betreuung, Unterstützung bei der Lösung von Problemen und Sorgen sowie Hilfe bei der Organisation der weiteren Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt. Im Rahmen der Pflegeüberleitung wird Unterstützung für eine bestmögliche, individuelle und lückenlose Weiterversorgung nach dem Krankenhausaufenthalt angeboten.

Die Fachabteilung für Neurologie bietet die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums neurologischer Erkrankungen an.

Botulinumtoxin-Sprechstunde

In der Spezialambulanz wird bspw. die Therapie mit Botulinumtoxin angeboten, die Behandlungsstandard bei zahlreichen neurologischen Erkrankungen ist. Dabei wird sie vor allem zur Behandlung von Spastik (erhöhter Muskeltonus z.B. nach Schlaganfällen oder bei der Multiplen Sklerose) und Dystonien (unwillkürlichen Muskelbewegungen an bestimmten Körperregionen wie z.B. dem Hals und dem Gesicht) erfolgreich eingesetzt. Aber auch bei vermehrtem Speichelfluss und bei der chronischen Migräne ist die Botulinumtoxintherapie wirksam und zur Therapie zugelassen. In der Ambulanz wird umfassende Diagnostik und ein breites Therapiespektrum angeboten. Dazu zählen insbesondere EMG- & ultraschallgestützte Injektionen mit Botulinumtoxin zur gezielten Entspannung überaktiver Muskelgruppen. Bei schweren Verläufen wird auch die Versorgung mit Baclofenpumpen begleitet.

Psychosomatische Aspekte neurologischer Erkrankungen

Es ist wichtig zu beachten, dass neurologische Erkrankungen oft auch psychosomatische Aspekte haben. So haben Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder andere Nervenleiden immer Einfluss auf den gesamten Menschen und sein Leben. Dies gilt es in einer ganzheitlichen Behandlung umfassend zu berücksichtigen. Die Schön Klinik Gruppe bietet beispielsweise an 17 Kliniken und 47 ambulanten und tagesklinischen Einrichtungen in Deutschland und Großbritannien ein breites Spektrum an Behandlungen in den Bereichen Psychosomatik, Orthopädie, Neurologie und Rehabilitation an. Auch die Klinik Wollmarshöhe verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Seele und Geist in die Behandlung einbezieht.

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