Olivenöl und Parkinson: Ein möglicher Schutzfaktor?

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dies führt zu den bekannten motorischen Symptomen wie Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gleichgewichtsproblemen. Neben medikamentösen Therapien rücken auch präventive Ansätze und unterstützende Maßnahmen wie die Ernährung immer mehr in den Fokus. Insbesondere das Olivenöl, ein zentraler Bestandteil der mediterranen Ernährung, wird auf seine potenziellen positiven Effekte bei Parkinson untersucht.

Die Rolle der Ernährung bei Parkinson

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Parkinson. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Ernährungsweisen und Nährstoffe das Risiko, an Parkinson zu erkranken, senken, den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Wirksamkeit von Medikamenten verbessern können.

Yves Meersman's Kochatelier für Parkinson-Patienten

Der flämische Koch Yves Meersman erhielt in 2009 die Diagnose Parkinson. Daraufhin stellte er fest, dass es nur wenig Informationen über die Ernährung von Parkinson-Patienten gab. Deshalb gründete er 'Parki's Kochatelier', einen Teil der flämischen Parkinson Liga. Dort bietet Meersman viele praktische Informationen und nützliche Tipps rund um die Ernährung an. Er empfiehlt, alle Zutaten (Fisch, Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Nudeln usw.) separat klein zu hacken. Nach dem Zerkleinern und kurz vor dem Servieren soll ein Esslöffel extra kaltgepresstes Olivenöl, reines Sonnenblumenöl oder Leinsamenöl der warmen oder kalten Masse beigefügt und zu einer homogenen Masse verrührt werden. Außerdem sollen fein gemahlene Gewürze verwendet werden.

Olivenöl als Bestandteil der Mittelmeerdiät

Olivenöl ist ein Hauptbestandteil der gesunden mediterranen Ernährung und damit schon seit der Antike der hauptsächliche Fettlieferant für alle Menschen im Mittelmeerraum. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Olivenöl ist also keine Modeerscheinung.

Gesundheitliche Vorteile von Olivenöl

Die positiven Effekte von Olivenöl sind vielfältig. Es konnte gezeigt werden, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Olivenöl der Zellalterung entgegenwirken und die Häufigkeit von altersbedingten kognitiven Einbußen wie Alzheimer und Parkinson verringern können. Besonders interessant ist, dass Olivenöl eine wichtige Rolle bei der Reifung von neuen Nervenzellen spielt.

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Hersteller dürfen seit 2011 ausdrücklich auf die gesundheitsfördernden Wirkungen von Olivenöl hinweisen, jedoch nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen regelt die Health-Claim-Verordnung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Olivensorten mit einem hohen Anteil an Ölsäure, wie z. B. Koroneïki-Oliven, sind besonders wertvoll. Der Ersatz von gesättigten Fettsäuren durch ungesättigte Fettsäuren in der Ernährung trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Diese Angabe darf aber nur für Olivenöl verwendet werden, das mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und dessen Derivate (z. B. Oleuropein Komplex und Tyrosol) je 20 g Olivenöl enthält.

Parkinson: Ursachen, Symptome und aktuelle Therapien

In Deutschland leben 300.000 bis 400.000 Menschen mit der Parkinson-Krankheit. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zunehmend zu den charakteristischen motorischen Symptomen wie Zittern, Muskelstarre, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung. Typisch sind auch eine bewegungsarme Mimik sowie ein kleinschrittiger Gang mit Sturzneigung. Darüber hinaus leiden die Betroffenen auch häufig unter Blasenstörungen, Verdauungsproblemen, Schlafstörungen, kognitiven Beeinträchtigungen und Depressionen.

Ursachen und Therapieansätze

Bei Parkinson kommt es zu einem Untergang von Nervenzellen, die Dopamin produzieren. Der Dopaminmangel löst dann die genannten Symptome zumindest zum Großteil aus. Deswegen werden den Betroffenen Medikamente verschrieben, die den Dopaminmangel ausgleichen, wie Levodopa. Doch die Wirkung lässt im Verlauf nach und es treten Nebenwirkungen auf. Ab einem gewissen Punkt ist es einfach nicht mehr möglich, die Symptome mit dopaminerger Therapie ausreichend zu therapieren. Hilfreich in dieser Phase sind die Tiefe Hirnstimulation und auch der MRT-gesteuerte Hochfrequenzultraschall.

Derzeit laufen internationale Studien zur sogenannten Zelltherapie. Dabei werden durch sogenannte Transkriptionsfaktoren veränderte Stammzellen in Hirnregionen implantiert, in denen Dopamin-Neurone bei Parkinson zugrunde gehen. Die implantierten Stammzellen sollen ihre Funktion übernehmen.

Präventive Ansätze im Fokus

Neben den vielversprechenden Behandlungsansätzen erachtet es Parkinson-Expertin Prof. Dr. Daniela Berg, Kiel, jedoch für notwendig, einen Schritt davor anzusetzen und anhand individueller Exposom-Analysen zielgerichtete präventive Ansätze zu entwickeln. Denn in den kommenden Jahrzehnten wird ein deutlicher Anstieg von neurodegenerativen Erkrankungen erwartet mit erheblichen sozioökonomischen Kosten - daher seien Präventivmaßnahmen dringend erforderlich.

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Bekannte Noxen, die das Parkinson-Risiko erhöhen, sind Pestizide, Lösungsmittel, Schwermetalle und Luftverschmutzung - hierbei sind besonders Feinstaubpartikel, Ozon, Stickstoff- und Schwefeldioxid sowie Kohlenmonoxid zu nennen. Eine wichtige Rolle spielt die Darm-Gehirn-Achse und Veränderungen in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms werden mit neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Es wurde gezeigt, dass Menschen mit Parkinson eine andere Mikrobiom-Zusammensetzung als gesunde Menschen haben. Und die Ernährung hat einen direkten Einfluss auf das Darmmikrobiom: Es gibt Belege dafür, dass eine mediterrane Diät mit Salzreduktion (Mediterranean-DASH-Diät) sowie eine polyphenolhaltige Ernährung mit einem geringeren Parkinson-Erkrankungsrisiko einhergehen.

Polyphenole und ihre neuroprotektive Wirkung

Reich an Polyphenolen sind u. a. Beeren, Nüsse, Samen, grüner Tee, dunkle Schokolade, Kräuter und Gewürze - z. B. Kurkuma (Curcumin) - , Ingwer, Olivenöl, Obst wie Äpfel, Birnen, Trauben (mit Schale) und Gemüse mit kräftiger Farbe (z. B. rote Zwiebeln, Spinat, Brokkoli). Polyphenole zeigten in Labor- und Tierstudien neuroprotektive Effekte durch mehrere sich ergänzende Mechanismen (antioxidativ, antiinflammatorisch, Hemmung von Proteinaggregation, Förderung von Autophagie/Mitophagie und Mitochondrienschutz).

Weitere Lebensstilmaßnahmen zur Risikominimierung

Wie die DGN-Präsidentin betont, spielt das Exposom eine große Rolle - und leider lässt sich die Exposition gegenüber Schadstoffen nicht vollständig vermeiden. „Dafür können wir aber im Gegenzug unser Risiko für neurodegenerative Erkrankungen durch weitere Lebensstilmaßnahmen positiv beeinflussen und quasi ‚Punkte sammeln‘, um die Gesamtbilanz positiv zu halten.“ Als wichtige Maßnahmen nennt die Expertin ausreichend Schlaf (6 bis 8 Stunden) und Bewegung. So könne allein durch regelmäßige körperliche Aktivität das Parkinson-Risiko schon um 40 bis 60 % gesenkt werden.

Ernährungsempfehlungen für Parkinson-Patienten

Mit der richtigen Ernährung kann die Parkinson-Erkrankung zwar nicht geheilt werden, jedoch kann sie einen positiven Effekt auf den Verlauf haben. Vor allem mediterrane Ernährungsweisen rücken dabei immer mehr in den Fokus der Forschung. Die MIND-Diät ist eine Kombination aus der Mittelmeerdiät und der DASH-Diät. Die DASH-Diät soll den Blutdruck senken. Eine Studie aus Kanada wurde untersucht, wie sich die MIND-Diät auf den Krankheitsbeginn von Parkinson auswirkt. Es kam heraus, dass sie den Ausbruch von Parkinson verzögert.

Empfohlene Lebensmittel

Diese Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und/oder Omega-3-Fettsäuren. Ballaststoffe wirken sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren sollen das Gehirn schützen, indem sie oxidativen Stress und Entzündungen reduzieren. Die folgenden Lebensmittel sollten hingegen selten gegessen werden: Butter und Margarine, rotes Fleisch, Käse, Gebäck und Süßigkeiten, Fast Food und Frittiertes.

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Die Bedeutung einer gesunden Darmflora

Es gibt immer mehr Hinweise, dass die Darmgesundheit eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielt. Es kann daher hilfreich sein, wenn du bereits präventiv eine gesunde Darmflora förderst. Auf deinem Speiseplan sollten viele pro- und präbiotische Lebensmittel stehen. Probiotika sind natürliche Lebensmittel, die reich an speziellen Bakterienkulturen sind. Sie sind wichtige Helfer, um deine Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Präbiotika sind vor allen Dingen Ballaststoffe, also unverdauliche Nahrungsbestandteile. Die guten Darmbakterien ernähren sich von Präbiotika. Zudem tragen sie dazu bei, das Wachstum ungünstiger Darmbakterien zu verringern.

Tipps für den Umgang mit Appetitlosigkeit und Schluckstörungen

Viele Menschen mit Parkinson verlieren die Freude am Essen. Sie haben wenig Appetit und das Geruchs- und Geschmacksempfinden lässt nach. Verwende möglichst frische und vielfältige Zutaten. Würze die Speisen kräftig mit Gewürzen und Kräutern. Zermahle die Gewürze fein in einem Mörser. Gebe einen kleinen Schuss Olivenöl zu deinen fertigen Speisen. Am Schluckakt sind viele Gehirn- und Nervenstrukturen sowie Muskeln beteiligt. Sind sie durch Parkinson geschädigt, können Schluckstörungen auftreten. Iss kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Trenne das Essen und Trinken voneinander.

Umgang mit Verstopfung

Viele Menschen, die von Parkinson betroffen sind, leiden unter Verstopfungen. Das liegt zum einen daran, dass die Erkrankung die Bewegung der Darmmuskulatur verringert. Auch Parkinsonmedikamente können als Nebenwirkung Verstopfungen begünstigen. Iss mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag. Achte darauf, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu dir zu nehmen.

Wichtiger Hinweis bei Einnahme von Dopa-Medikamenten

Nimm Dopa-Medikamente nicht gleichzeitig mit eiweißhaltigen Lebensmitteln ein. Dadurch absorbierst du weniger L-Dopa.

Nährstoffversorgung bei Parkinson

Beim Parkinson-Syndrom besteht das Risiko, dass Betroffene nicht optimal mit Nährstoffen versorgt sind. Das liegt zum einen an den veränderten Ernährungsgewohnheiten. Zum anderen kann die Nährstoffaufnahme gestört sein. Ein Großteil der Nährstoffe gelangt über den Darm in den Körper. Hinzu kommt, dass Medikamente die Aufnahme von Nährstoffen herabsetzen können. Studien zeigen zum Beispiel, dass die Einnahme von L-Dopa einen Vitamin B12- und B6-Mangel begünstigen kann. Menschen mit dem Parkinson-Syndrom sollten daher besonders auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Lebensmittel achten.

Nahrungsergänzungsmittel und Gewürze

Viele Betroffene erhoffen sich eine präventive Wirkung und / oder eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung (Progression) von diversen Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) / Gewürzen. Die darin enthaltenen Stoffe sollen - wenn man den zahlreichen Anbietern glaubt - den zellzerstörenden oxidativen Stress in den von der Krankheit befallenen Zellen im Gehirn reduzieren und so den Zellschaden und damit das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

NEM ergänzen die allgemeine Ernährung durch Mikronährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder sonstige Stoffe in konzentrierter Form und häufig in hoher Dosierung. Aus diesem Grund sind Überdosierungen möglich, welche definitiv nicht von Vorteil, sondern riskant sind. Sie gelten nicht als Arzneimittel und müssen aus diesem Grund kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Demnach erfolgt keine Prüfung auf gesundheitliche Unbedenklichkeit und stoffliche Reinheit. Für gesunde Menschen sind die meisten Präparate nutzlos, wenn sie sich weitgehend ausgewogen ernähren. Für bestimmte Risikogruppen - und dazu gehören auch Parkinson-Patienten - kann die Einnahme ausgewählter Nahrungsergänzungsmittel (Supplements) jedoch sinnvoll sein.

Gewürze

Gewürze wiederum sind im Unterschied zu NEM Pflanzenteile, welche in geringer Menge als geschmacks- bzw. geruchsgebende Zutaten zur allgemeinen Ernährung verwendet werden. Getrocknete Küchenkräuter zählen dazu, aber auch Samen, Früchte, Blätter, Blüten und Blütenteile, Wurzeln und Wurzelstöcke, Rinden und Zwiebeln. Die gewünschte Wirkung ist auf den natürlichen Gehalt an Geschmacks- und Aromastoffen zurückzuführen, die meist in den ätherischen Ölen zu finden sind.

Studienergebnisse zu NEM und Gewürzen

In der von Mischley et al. 2017 veröffentlichten „CAM Care in PD“ Studie (Komplementäre und alternative Medizin bei M. Parkinson) wurden 1 307 Parkinson- Patienten mit Online-Fragebögen nach ihren Krankheitsdaten und Ernährungsgewohnheiten befragt. Ergebnis: frisches Gemüse, frisches Obst, Nüsse, Samen, Olivenöl, Wein, Kokosöl, frische Kräuter und die Verwendung von Gewürzen waren mit einem langsameren Krankheitsverlauf assoziiert. Nach Ausschluss aller möglichen statistischen Fehler war nur Fischöl mit einer langsameren Progression assoziiert. Es ist reich an Omega-3- Fettsäuren, denen entzündungshemmende und zellschützende Effekte zugesprochen werden.

Mögliche Mangelzustände bei Parkinson-Patienten

Allerdings sind Mangelzustände bei Parkinson-Patienten zu erwarten und auch nachgewiesen, vor allem aufgrund der seit Jahrzehnten propagierten proteinarmen Ernährung, der altersbedingten Malnutrition (Mangel- und / oder Fehlernährung) und der Parkinson-assoziierten Stoffwechsel- und Organtoxizität (Beispiel Magen- und Darmlähmung). Auch die Dopamin-Ersatztherapie kann in der Langzeitbehandlung mit höheren L-Dopa-Dosen zu schädlichen Abbauprodukten und in der Folge zu einem Mangel an Vitaminen, insbesondere der B-Vitamine (B12, B6 und Folsäure), führen.

Ein Mangel an Vitamin-D ist bei Parkinson-Patienten häufig und mit einem erhöhten Sturz sowie Verletzungsrisiko verbunden. Aufgrund der oben bereits genannten Risikofaktoren kann es bei Parkinson- Betroffenen zu einem Mangel an B-Vitaminen kommen, insbesondere Vitamin-B12, Vitamin-B6 und Folsäure. In neueren Studien wird auch über einen Mangel an Niacin berichtet.

Zusammenfassende Empfehlungen

Zusammenfassend können Nahrungsergänzungsmittel vor allem aufgrund der durchwachsenen Studienlage zur Wirksamkeit speziell bei Parkinson nur bei einem bereits bestehenden Mangel uneingeschränkt empfohlen werden. Gewürze und eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen sind jedoch unbedenklich und nachgewiesenermaßen von Vorteil. Gegen den drohenden Muskelabbau (Sarkopenie) scheint neben regelmäßiger Bewegung eine Nahrungsergänzung mit Molkeprotein nützlich, zudem sollte von der über Jahre empfohlenen eiweißarmen Kost Abstand genommen werden.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen

  • Essen Sie Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich.
  • Essen Sie Fisch ein- bis zweimal pro Woche.
  • Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12, insbesondere wenn Sie wenig oder keine tierischen Lebensmittel essen.

Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung

Bei der Frage, welche Ernährung bei Parkinson die richtige ist, geht es vor allem darum, durch ausgewählte Lebensmittel aber auch ernährungstherapeutische Maßnahmen, die Freude am Essen beizubehalten und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Eine gesunde Ernährung sollte abwechslungsreich und ausgewogen sein. Parkinsonpatienten müssen allerdings oftmals einiges beachten beziehungsweise anpassen. Denn die Ernährung muss auf die Medikamente und den Krankheitsverlauf abgestimmt werden. So müssen Betroffene zum Beispiel die Kalorienzufuhr, den Eiweißgehalt oder die Menge an Kohlenhydraten individuell anpassen. Die Mahlzeiten sollten über den Tag gut verteilt sein. Gerade ältere Menschen sollten, statt drei große, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Kalorienzufuhr

Eine ausreichende Energiezufuhr ist wichtig! Der Parkinsonpatient muss sich in der Regel keine Gedanken um ein Zuviel an Kalorien in seiner Ernährung machen, da er häufig Gewicht verliert. Mit der richtigen Ernährung sollte ein Gewichtsverlust jedoch vermieden werden. Eine regelmäßige Gewichtskontrolle unterstützt rechtzeitiges Gegensteuern. Als Faustregel gelten 25 bis 30 Kalorien pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem unerwünschten Gewichtsverlust sollte rechtzeitig gehandelt werden - denn werden zu wenig Kalorien mit der Nahrung aufgenommen, baut der Körper zuerst Fett, dann Muskelmasse ab. Das hat Auswirkungen auf Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit und das Risiko für eine Sturzgefahr steigt. In der Literatur gibt es Hinweise, dass Parkinson bei einem gesunden Körpergewicht etwas leichter und langsamer verläuft. Daher ist es besonders bei einem unerwünschten Gewichtsverlust ratsam, den Kaloriengehalt der Speisen zu erhöhen. Parkinsonerkrankte sollten dabei vor allem auf fettreiche Lebensmittel zurückgreifen.

Eiweiß (Protein)

Bei der Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) ist auf den Eiweißgehalt der Mahlzeit zu achten. Proteinreiche Mahlzeiten können die Wirksamkeit des Medikamentes, die Aufnahme im Darm und Weitertransport durch das Blut, vermindern. Daher empfiehlt es sich, das Medikament 30 bis 45 Minuten vor der Mahlzeit oder 60 bis 90 Minuten nach der Mahlzeit einzunehmen. Nehmen Sie die Medikamente am besten mit Wasser, Tee, Saft (kein Orangen- oder Grapefruitsaft), Smoothie, Apfel- oder Fruchtmus ein und verzichten Sie auf proteinhaltige Getränke oder Speisen.

Ballaststoffe und Flüssigkeit

Ballaststoffe und eine ausreichende Trinkmenge sind für die Verdauung besonders wichtig. Viele Parkinsonpatienten haben Probleme mit ihrer Verdauung, sie klagen über Darmträgheit und Verstopfung (Obstipation). Das hängt mit dem bei der Erkrankung in Mitleidenschaft gezogenem Nervensystem des Darms zusammen. Nehmen Erkrankte nicht genügend Ballaststoffe und Flüssigkeit über die Ernährung auf, und bewegen sich außerdem nicht ausreichend, verstärken sich meist die Verdauungsprobleme. Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate mit einer verminderten Kalorienzufuhr. Sie sind für die Darmbakterien unverzichtbar, denn sie dienen ihnen als Nahrung und sorgen für einen weichen Stuhl. Die DGE empfiehlt 30 g Ballaststoffe am Tag. ​​Über den Tag verteilt sollten Parkinsonerkrankte, genau wie gesunde Menschen, ausreichend trinken: Die DGE empfiehlt 1,5 bis 2 Liter. Die Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Ballaststoffe aufquellen, sich dadurch das Stuhlvolumen vergrößert und die Darmtätigkeit angeregt wird.

Schluckprobleme

In allen Phasen der Parkinson-Erkrankung kann es zu Schluckproblemen kommen. Diese Probleme können tageszeitlich sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Schluckprobleme können das Essen und Trinken für Betroffene sehr anstrengend machen. Betroffene Personen essen dann oft nicht mehr ausreichend (zu kleine Mengen), wodurch ihre Nährstoffversorgung leidet. Häufig ist außerdem die Lebensmittelauswahl sehr einseitig: Betroffene bevorzugen Speisen, die sie gut schlucken können, zum Beispiel Joghurt, Pudding, Kartoffelbrei oder Apfelmus. Diese einseitige Ernährung begünstigt das Entstehen einer Mangelernährung beim Patienten. Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken lassen sich durch ein Anpassen der Konsistenz verbessern. Parkinson-Erkrankte mit starken Schluckbeschwerden haben häufig Probleme bei Gerichten mit unterschiedlichen Konsistenzen (z. B. Eintöpfen), was die Gefahr von Aspirationen (Eindringen von Nahrung in die Atemwege) steigert. Auch dünnflüssige Konsistenzen sind im Mund aufgrund ihrer hohen Fließgeschwindigkeit nur schwer kontrollierbar. Gerichte mit stückigen Einlagen sowie Fasern, Krümeln und Kernen sollten Betroffene meiden, da sie leicht zum Verschlucken und zu einer Aspiration führen können.

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