OPC und Migräne: Wirkung, Anwendung und wissenschaftliche Erkenntnisse

Oligomere Proanthocyanidine (OPC) sind natürliche Pflanzenstoffe, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, insbesondere im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel. Sie werden vor allem aus Traubenkernen oder als Pinienrindenextrakt gewonnen, finden sich aber auch in geringeren Mengen in anderen pflanzlichen Quellen. OPC wird eine Vielzahl von positiven Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben, von der Verbesserung der Hautgesundheit bis hin zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems. Aber was genau ist OPC, wie wirkt es, und welche Rolle kann es bei der Behandlung von Migräne spielen?

Was ist OPC?

Die Abkürzung OPC steht für Oligomere Proanthocyanidine. Es handelt sich um Polyphenole - sekundäre Pflanzenstoffe, die natürlich in verschiedenen Pflanzen vorkommen. Um sich die zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften der Oligomeren Proanthocyanidinen zu Nutze zu machen, wird das OPC aus Traubenkernen extrahiert. Den Nachweis von OPC in Traubenkernen erbrachte der französische Forscher Jacques Masquellier erstmals im Jahre 1995.

OPC wirkt vor allem durch seine starken antioxidativen Eigenschaften, die die Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale schützen. Freie Radikale sind instabile Moleküle, die natürlich im menschlichen Körper vorkommen. Im Übermaß können sie jedoch Zellschäden verursachen und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen beitragen, darunter Herzkrankheiten, Krebs und vorzeitige Alterung. OPC bindet sich an diese schädlichen freien Radikalen und neutralisiert ihre schädlichen Effekte.

Die vielfältigen Wirkungen von OPC

OPC hat eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen, die hauptsächlich auf ihre starken antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften zurückzuführen sind. Sie gehören zu den potentesten bisher entdeckten Antioxidantien, die noch eine stärkere Wirkung als Vitamin C und E haben.

Antioxidativer Schutz

OPCs sind starke Antioxidantien und schützen die Zellen vor Schädigungen, die häufig durch freie Radikale, zum Beispiel in Form von Umweltgiften oder UV-Strahlen, verursacht werden. Freie Radikale weisen eine spezielle Struktur auf: sie besitzen nur ein Elektron. Deshalb sind sie ständig auf der Suche nach Verbindungen mit anderen Molekülen, um diesen das fehlende Elektron zu entreißen. Antioxidantien verhindern diesen Prozess, indem sie Elektronen an die freien Radikale abgeben. Dadurch können die Zellen effektiv vor Schädigungen geschützt werden.

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Herz-Kreislauf-Gesundheit

OPCs können die Herzgesundheit auf eine Reihe von Arten unterstützen. Manche Studien legen den Schluss nahe, dass OPC die Blutzirkulation verbessern kann, indem es die Blutgefäße erweitert und die Bildung von Blutgerinnseln hemmt. Dies kann positive Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben und zum Beispiel das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle reduzieren. Zudem hat OPC der Beobachtung nach blutverdünnende Eigenschaften und hilft so das Zusammenkleben der Blutplättchen zu verhindern. Durch seine gefäßerweiternden Eigenschaften kann zudem das Blut besser fließen und es entsteht weniger Druck auf die Gefäße. In mehreren Studien konnte bereits ein blutdrucksenkender Effekt von OPC nachgewiesen werden. Hinzu kommt, dass es die Widerstandsfähigkeit der Blutgefäße stärkt und daher als Gefäßschutz eingesetzt werden kann.

Unterstützung der kognitiven Gesundheit

OPC kann dabei helfen, die Gehirngesundheit und die kognitive Funktion zu unterstützen. OPC folgt dem Blutfluss durch den Körper und gelangt so zu allen Organen und Geweben. Es kann sogar die Blut-Hirn-Schranke passieren.

Weitere Anwendungsgebiete

Neben den genannten Vorteilen wird OPC auch in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • Hautgesundheit: OPC kann helfen, die kollagenen Strukturen zu stärken und zu reparieren. Es verbindet sich nämlich mit Proteinen, besonders Kollagen und Elastin. Dadurch kann die Haut geschmeidiger, straffer und widerstandsfähiger werden. Oligomere Proanthocyanidine wirken sich bei vielen Menschen (häufig auch bei Hunden) außerordentlich positiv und vor allen Dingen sichtbar auf den Haarwuchs und die Haaroptik aus. Außerdem verfügen Oligomere Proanthocyanidine über eine bemerkenswerte Fähigkeit, den Haarzyklus zu beeinflussen. Sie erhöhen die Zahl jener Haare, die sich in der sog.
  • Augengesundheit: OPC wird außerdem empfohlen, um die sog. Makuladegeneration und den Grauen Star zu bekämpfen sowie die Sehfähigkeit bei Nacht zu verbessern. Die Makuladegeneration ist eine Augenerkrankung, bei der die Netzhautzellen absterben und die Sehfähigkeit im zentralen Gesichtsfeld beeinträchtigt wird.
  • Hormonhaushalt: OPC wirkt auch im Bereich des weiblichen Hormonhaushalts, z. B. bei PMS -Beschwerden. PMS beschreibt die Symptome des Prämenstruellen Syndroms. Dazu gehören alle hormonell bedingten Erscheinungen, die grundsätzlich wenige Tage vor der Regel auftreten und sich mit Einsetzen der Blutung wieder in Luft auflösen, wie z. B. Eine Untersuchung zeigte, dass ein Großteil (60 Prozent) von 165 Frauen, die vier Monate lang täglich vom 14. bis zum 28. Tag ihres Zyklus 200 mg OPC eingenommen hatten, bereits nach zwei Monaten eine Linderung Ihrer PMS -Beschwerden verspürten.
  • Allergien: So sollen die Oligomeren Proanthocyanidine die Aktivierung bestimmter entzündungsfördernder Enzyme hemmen (13), die in aktivierter Form zur Histaminausschüttung und somit zu allergischen Symptomen führen würden (13).
  • Venengesundheit: Bei chronischer Venenschwäche und geschwollenen, schmerzhaften Krampfadern zeigte sich in Erfahrungsberichten und Studien, dass OPC aus Traubenkernextrakt die Symptome reduzieren konnte (17). Genauso hat sich gezeigt, dass durch Traubenkernextrakt Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe) - etwa nach Operationen oder Verletzungen - sowie Schwellungen nach Sportverletzungen schneller wieder verschwunden waren.
  • Entzündungen: Aufgrund seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften kann es zur Bekämpfung von Entzündungen im Körper eingesetzt werden. Dank seiner entzündungshemmenden Effekte kann OPC auch bei Rheuma und Gicht eingesetzt werden.

OPC und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang

Die Frage, ob OPC bei Migräne helfen kann, ist komplex. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

Einige der Mechanismen, die bei Migräne eine Rolle spielen, könnten durch die Wirkungen von OPC beeinflusst werden:

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  • Entzündungen: Entzündungen im Gehirn und in den Blutgefäßen des Kopfes werden als mögliche Auslöser von Migräne diskutiert. OPCs entzündungshemmende Eigenschaften könnten hier potenziell von Nutzen sein.
  • Durchblutungsstörungen: Eine gestörte Durchblutung des Gehirns kann ebenfalls zu Migräne beitragen. OPCs gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Wirkung könnte hier ansetzen.
  • Freie Radikale: Oxidativer Stress durch freie Radikale kann Entzündungen verstärken und Zellschäden verursachen, was wiederum Migräneattacken begünstigen könnte. OPCs antioxidative Eigenschaften könnten dazu beitragen, diesen oxidativen Stress zu reduzieren.

Erfahrungsberichte und Studienlage

Es gibt zwar einige Erfahrungsberichte von Migränepatienten, die eine Linderung ihrer Beschwerden durch die Einnahme von OPC berichten, aber die wissenschaftliche Studienlage ist noch begrenzt. Einige Anwender berichten, dass die Häufigkeit und Intensität der Migräne nachgelassen hat, seitdem sie OPC einnehmen.

Es ist wichtig zu betonen, dass weitere Forschung erforderlich ist, um die potenziellen Vorteile von OPC bei Migräne umfassend zu bewerten.

Einnahme und Dosierung von OPC

Präparate mit Oligomeren Proanthocyanidinen können mit den Mahlzeiten oder nüchtern eingenommen werden. In nüchternem Zustand soll die Aufnahme besser erfolgen als mit den Mahlzeiten. Wenn Sie das Mittel nüchtern nehmen (also mit zeitlichem Abstand zu den Mahlzeiten), dann würden wir es mit Vitamin C und E kombinieren. Natürliches Vitamin C sollte dem Traubenkernextrakt beigemischt sein, z. B.

Das Präparat sollte mindestens 200 mg OPC pro Tagesdosis enthalten. Achten Sie bei der Angabe der OPC-Menge darauf, dass auch tatsächlich die Menge der enthaltenen Oligomere Proanthocyanidine angegeben ist und nicht etwa die Menge des Traubenkernextrakts oder die Menge der Gesamtpolyphenole.

Generell gilt für gesunde Erwachsene eine tägliche OPC-Dosis von 50 - 200 mg als sicher und effektiv für die meisten Anwendungen. Für spezifischere gesundheitliche Ziele oder der Linderung von Symptomen, wie Herz-Kreislauf-Probleme oder chronische Entzündungszustände, kann eine höhere Dosierung erforderlich sein. Durch die Kombination von OPC mit Vitamin C verbessert sich die Wirksamkeit des Supplements. Daher enthalten viele OPC-Nahrungsergänzungsmittel bereits Vitamin C. Bei der Einnahme von OPC solltest du außerdem auf Qualität und Reinheit achten. Einige Produkte enthalten Füllstoffe, künstliche Zutaten oder Allergene, die nicht gesund sind.

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Mögliche Nebenwirkungen und Hinweise

OPC sind generell gut verträglich, kann aber trotzdem einige Nebenwirkungen haben. Wenn OPC in hohen Dosen eingenommen wird, können leichte Magenverstimmungen, Übelkeit oder Durchfall die Folge sein. Du kannst potenzielle Magen-Darm-Beschwerden minimieren, in dem du die Einnahme von OPC zu Beginn mit niedriger Dosierung zu startest und diese schrittweise erhöhst. Auch Kopfschmerzen und Schwindel sind nach der Einnahme von OPC bereits beobactet worden, wenn auch sehr selten, genau wie Hautausschläge.

OPC kann auch die Blutgerinnung beeinflussen. Dies kann bei Menschen, die bereits Blutgerinnungsstörungen haben oder Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, zu Komplikationen führen. Daher sollten Personen, die zu dieser Gruppe gehören, vor Beginn einer OPC-Supplementierung mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Darüber hinaus gibt es wenig Forschung über die Sicherheit von OPC während Schwangerschaft und Stillzeit.

Personen, die auf Weintrauben oder Rotwein allergisch oder mit Intoleranzen reagieren, sollten Traubenkernextrakt und Rotweinextrakt nicht verwenden. Allerdings ist nicht erforscht, wie hoch die Dosis sein müsste, um eine blutverdünnende Wirkung zu erzielen. Dazu kommt, dass bei manchen Menschen die Pflanzenstoffe nicht blutverdünnend wirken, bei anderen schon. In Absprache mit dem Arzt könnte man bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern evtl. nur eine niedrige OPC-Dosis testen, z. B.

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