Ortwin Runde: Schlaganfall, Ursachen und Genesung eines Altbürgermeisters

Einführung

Ortwin Runde, ein bekannter SPD-Politiker und ehemaliger Erster Bürgermeister von Hamburg, erlitt im November 2015 einen Schlaganfall. Dieser Artikel beleuchtet die Umstände seines Schlaganfalls, seinen Genesungsprozess und gibt Einblicke in sein Leben und seine politische Karriere. Dabei werden die Ursachen eines Schlaganfalls im Allgemeinen betrachtet und die Bedeutung schneller medizinischer Hilfe hervorgehoben.

Ortwin Rundes Schlaganfall und Genesung

Am 27. November 2015 wurde bekannt, dass Ortwin Runde, der von 1997 bis 2001 als Erster Bürgermeister von Hamburg amtierte, vor etwa vier Wochen einen Schlaganfall erlitten hatte. Zum Zeitpunkt des Ereignisses befand sich der 71-jährige Runde bei Freunden in Hamburg.

Schnelle Reaktion rettet Leben

Besonders hervorzuheben ist die schnelle Reaktion seiner Freunde, die die Situation sofort erkannten und unverzüglich den Notarzt alarmierten. Dies ermöglichte eine rasche Einlieferung in ein Krankenhaus, was für den weiteren Genesungsverlauf von entscheidender Bedeutung war.

Rehabilitation und Fortschritte

Nach der Akutversorgung begann für Ortwin Runde ein intensives Rehabilitationsprogramm. Dieses umfasste sowohl Bewegungs- als auch Sprachtraining. Sein früherer Sprecher, Ludwig Rademacher, bestätigte, dass Runde die Sprache nicht verloren habe und sich auf dem Weg der Besserung befinde. Rademacher betonte, dass er mit Runde telefoniert habe und ihn gut verstehen konnte. Die Ärzte lobten Rundes Konstitution, da er stets sportlich aktiv war.

Genesung und heutiges Leben

Auch nach seinem Schlaganfall blieb Ortwin Runde aktiv und interessiert am politischen und kulturellen Leben. Er unternahm lange Spaziergänge im Volksdorfer Wald, las viel und diskutierte oft mit anderen Menschen über Politik und das Leben im Allgemeinen. Er selbst sagte, dass er sein Leben ruhiger gestalte, mehr Bücher lese und Tee trinke.

Lesen Sie auch: Umfassender Überblick: Runde Senken Neurologie

Ursachen und Risikofaktoren eines Schlaganfalls

Ein Schlaganfall, medizinisch als Apoplex bezeichnet, tritt auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird. Dies kann durch ein verstopftes Blutgefäß (ischämischer Schlaganfall) oder durch eine Blutung im Gehirn (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden.

Hauptursachen

  • Arteriosklerose: Ablagerungen in den Blutgefäßen (Plaques) können die Gefäße verengen und zu einem Verschluss führen.
  • Bluthochdruck: Erhöhter Blutdruck kann die Gefäßwände schädigen und das Risiko von Blutungen erhöhen.
  • Herzrhythmusstörungen: Vorhofflimmern kann zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen führen, die ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall verursachen können.
  • Diabetes mellitus: Diabetes kann die Blutgefäße schädigen und das Schlaganfallrisiko erhöhen.
  • Erhöhte Blutfettwerte: Hohe Cholesterinwerte können zur Bildung von Plaques in den Blutgefäßen beitragen.

Risikofaktoren

Neben den genannten Ursachen gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten eines Schlaganfalls begünstigen können:

  • Alter: Das Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem Alter.
  • Geschlecht: Männer haben ein höheres Schlaganfallrisiko als Frauen, obwohl Frauen im höheren Alter häufiger betroffen sind.
  • Familiäre Veranlagung: Wenn Familienmitglieder bereits einen Schlaganfall hatten, ist das Risiko erhöht.
  • Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck.
  • Übergewicht und Bewegungsmangel: Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität können zu Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten führen.
  • Übermäßiger Alkoholkonsum: Hoher Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen und das Schlaganfallrisiko steigern.

Prävention

Um das Schlaganfallrisiko zu minimieren, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, den Blutdruck und die Blutfettwerte zu senken.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität hilft, das Gewicht zu kontrollieren, den Blutdruck zu senken und die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu verbessern.
  • Nichtrauchen: Der Verzicht auf das Rauchen ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Schlaganfallprävention.
  • Mäßiger Alkoholkonsum: Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen: Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls behandelt werden.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen und das Schlaganfallrisiko steigern. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.

Die Bedeutung schneller medizinischer Hilfe

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Je schneller die Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung und desto geringer ist das Risiko von bleibenden Schäden.

Symptome erkennen

Es ist wichtig, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen, um schnell reagieren zu können. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Lesen Sie auch: Ursachen und Risikofaktoren für Schlaganfälle bei Katzen

  • Plötzliche Schwäche oder Taubheit einer Körperseite (Arm, Bein, Gesicht)
  • Sprachstörungen: Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen
  • Sehstörungen: Plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens auf einem oder beiden Augen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache

Notruf wählen

Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, sollte sofort der Notruf (112) gewählt werden. Es ist wichtig, den Rettungskräften die Symptome genau zu beschreiben und anzugeben, wann sie begonnen haben.

Thrombolyse und Thrombektomie

In vielen Fällen kann ein ischämischer Schlaganfall durch eine Thrombolyse behandelt werden. Dabei wird ein Medikament verabreicht, das das Blutgerinnsel auflöst und die Blutversorgung des Gehirns wiederherstellt. Die Thrombolyse muss jedoch innerhalb von 4,5 Stunden nach Beginn der Symptome erfolgen.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Thrombektomie, bei der das Blutgerinnsel mechanisch aus dem Blutgefäß entfernt wird. Die Thrombektomie kann in bestimmten Fällen auch dann noch durchgeführt werden, wenn die Thrombolyse nicht möglich ist oder nicht ausreichend wirkt.

Ortwin Rundes politische Karriere

Ortwin Runde wurde am 12. Februar 1944 in Elbing/Ostpreußen geboren. Nach der Flucht vor der Roten Armee wuchs er in Ostfriesland auf. Er studierte Soziologie und Volkswirtschaft in Münster, London und Hamburg.

Politischer Werdegang

  • 1968: Eintritt in die SPD
  • 1974-1980: Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft
  • 1983: SPD-Landesvorsitzender
  • 1988: Senator für Arbeit, Gesundheit und Soziales
  • 1993: Finanzsenator
  • 1997-2001: Erster Bürgermeister von Hamburg
  • 2002-2009: Mitglied des Deutschen Bundestags

Bürgermeister von Hamburg

Als Bürgermeister von Hamburg schmiedete Ortwin Runde die erste rot-grüne Koalition in der Hansestadt. Zu seinen politischen Erfolgen zählen die Neuregelung des Länderfinanzausgleichs, die Ansiedlung der Luftfahrtindustrie (Airbus) in Finkenwerder, die Förderung des sozialen Wohnungsbaus und die Fortentwicklung der Hafencity.

Lesen Sie auch: Gesundheitliche Rückschläge und politische Leistungen von Lafontaine

Engagement nach der politischen Karriere

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik blieb Ortwin Runde engagiert und interessiert an den Entwicklungen in Hamburg und der Welt. Er verfolgte die Nachrichten, diskutierte mit anderen Menschen und setzte sich für soziale Gerechtigkeit und Demokratie ein.

tags: #ortwin #runde #schlaganfall