Migräne ist eine weit verbreitete und stark beeinträchtigende primäre Kopfschmerzerkrankung. Laut der Global Burden of Disease Study ist sie die dritthäufigste Erkrankung weltweit. In europäischen Ländern liegt die Prävalenz zwischen 10 und 15 %. Die Erkrankung beeinträchtigt das Leben der Betroffenen erheblich und verursacht immense sozioökonomische und persönliche Auswirkungen. Viele Betroffene suchen nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten, um ihre Symptome zu lindern. Eine davon ist die Osteopathie.
Was ist Migräne?
Migräne ist mehr als nur ein einfacher Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die intensiven Schmerzen, die oft von Übelkeit, Erbrechen und einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen begleitet werden, können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, hormonellen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.
Symptome von Migräne:
- Starke, pulsierende Kopfschmerzen, typischerweise auf einer Seite des Kopfes, die sich aber auch ausbreiten können.
- Übelkeit und Erbrechen.
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen.
- Sehstörungen wie Flimmern oder blinde Flecken (Aura).
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.
Osteopathie: Ein ganzheitlicher Ansatz zur Behandlung von Migräne
Osteopathie ist eine ganzheitliche Form der Medizin, die sich auf die manuelle Behandlung des Körpers konzentriert. Osteopathen betrachten den Körper als Einheit, in der alle Systeme miteinander verbunden sind. Durch sanfte Manipulationen und Techniken zielt die Osteopathie darauf ab, die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers zu unterstützen und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Osteopathie ist eine manuelle Therapieform, die darauf abzielt, die Gesundheit des gesamten Körpers zu fördern, indem sie die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit des Muskelskelettsystems verbessert. Diese Therapieform basiert auf der Idee, dass alle Körperteile und -systeme miteinander verbunden sind und dass der Körper die Fähigkeit hat, sich selbst zu heilen, wenn er sich in einem Zustand des Gleichgewichts befindet. Osteopathen verwenden verschiedene Techniken, darunter sanfte Dehnungen, Druck und Manipulationen, um Verspannungen und Blockaden im Körper zu lösen, die zu Schmerzen und anderen Beschwerden führen können.
Wie kann Osteopathie bei Migräne helfen?
Osteopathie kann auf verschiedene Weise bei der Linderung von Migräne-Symptomen helfen. Die Behandlung zielt darauf ab, die zugrunde liegenden Ursachen der Migräne zu adressieren und den Körper ins Gleichgewicht zu bringen. Bei der Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen fokussiert die Osteopathie auf die Verbesserung der Durchblutung, die Freisetzung von Spannung in den Muskeln und das Wiederherstellen der Beweglichkeit der Gelenke, insbesondere im Bereich des Nackens und der Wirbelsäule. Es wird angenommen, dass solche Blockaden und Verspannungen in diesen Bereichen zu einer Fehlstellung des Kopfes führen können, die Migräne und Kopfschmerzen auslöst oder verstärkt. Die sanften Techniken der Osteopathie können helfen, diese Probleme zu lindern und so die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken und Kopfschmerzen zu reduzieren.
- Verbesserung der Durchblutung und Lymphdrainage: Durch sanfte Manipulationen kann ein Osteopath die Durchblutung und Lymphdrainage verbessern. Dies hilft, Verspannungen zu lösen und die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen zu optimieren. Eine bessere Durchblutung kann dazu beitragen, Migräneanfälle zu reduzieren und ihre Intensität zu verringern.
- Lösung von Muskelverspannungen: Verspannungen in den Muskeln des Nackens und der Schultern sind häufige Auslöser für Migräne. Osteopathen arbeiten daran, diese Verspannungen zu lösen, indem sie die Muskeln dehnen und mobilisieren. Dies kann nicht nur die Häufigkeit von Migräneanfällen reduzieren, sondern auch die Schmerzen lindern.
- Korrektur von Fehlhaltungen: Fehlhaltungen und -stellungen des Körpers können zu einer ungleichen Belastung der Muskeln und Gelenke führen, was Migräne begünstigen kann. Osteopathen analysieren die Körperhaltung und korrigieren Fehlstellungen, um eine bessere Balance und Funktion des Bewegungsapparates zu gewährleisten.
- Stressreduktion: Stress ist einer der Hauptauslöser für Migräne. Osteopathische Behandlungen können helfen, das Nervensystem zu beruhigen und Stress abzubauen. Durch sanfte, entspannende Techniken wird der Parasympathikus aktiviert, der für Ruhe und Erholung zuständig ist. Dies kann dazu beitragen, die Anfälligkeit für Migräne zu verringern.
Was erwartet Dich bei einer osteopathischen Behandlung?
Bei Deinem ersten Termin wird der Osteopath eine ausführliche Anamnese durchführen, um Deine Krankengeschichte und aktuelle Beschwerden zu verstehen. Hierzu sehen Osteopathen schulmedizinische Befunde ein, erfragen die gesamte Krankengeschichte mit Verletzungen, Unfällen und Operationen sowie Lebensgewohnheiten, um schwerwiegende Ursachen ausschließen können. Es folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Osteopath nach Verspannungen, Fehlstellungen und anderen Auffälligkeiten sucht. Bei Kopfschmerzen werden Osteopathen den gesamten Körper genau untersuchen: Schädel, Kiefer und die Halswirbelsäule mit ihren Händen auf Funktionsstörungen abtasten, Haltungsasymmetrien und auffällige Spannungen in den Gewebestrukturen entdecken und die Beweglichkeit der einzelnen Segmente testen.
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Ablauf einer typischen Behandlung:
- Anamnese: Detaillierte Erfassung Deiner Krankheitsgeschichte und aktueller Symptome.
- Untersuchung: Überprüfung der Körperhaltung, Beweglichkeit und Muskelspannung.
- Behandlung: Anwendung spezifischer Techniken zur Verbesserung der Körperfunktionen und Linderung der Symptome.
- Beratung: Empfehlungen für Übungen und Verhaltensweisen, die zur Prävention von Migräne beitragen können.
Osteopathische Techniken und ihre Wirkung
Osteopathen verwenden eine Vielzahl von Techniken, um Migräne und Kopfschmerzen zu behandeln. Diese Techniken zielen darauf ab, Spannungen zu lösen, die Durchblutung zu verbessern und das Nervensystem zu beruhigen. Zu den häufigsten Techniken gehören die kraniale Osteopathie, die viszerale Manipulation und die myofasziale Freisetzung.
- Kraniale Osteopathie: Diese Technik konzentriert sich auf die Behandlung des Schädels und der Wirbelsäule. Durch sanfte Manipulationen der Schädelknochen und der oberen Wirbelsäule kann der Osteopath Spannungen lösen, die die Blutzirkulation und die Funktion des Nervensystems beeinträchtigen. Dies kann besonders bei Migräne hilfreich sein, da Spannungen im Schädelbereich oft eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Symptome spielen.
- Viszerale Manipulation: Diese Technik zielt darauf ab, Spannungen in den inneren Organen zu lösen, die durch Muskelverspannungen oder Faszienverklebungen verursacht werden. Obwohl dies auf den ersten Blick nicht direkt mit Migräne oder Kopfschmerzen in Verbindung steht, können Probleme in den inneren Organen den gesamten Körper aus dem Gleichgewicht bringen und zu Beschwerden im Kopfbereich führen.
- Myofasziale Freisetzung: Bei dieser Technik werden die Faszien, das Bindegewebe, das Muskeln, Organe und andere Körperstrukturen umgibt, gezielt behandelt. Durch die Freisetzung von Spannungen in den Faszien kann der Osteopath helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und die Nervenfunktion zu normalisieren, was wiederum die Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzen und Migräne reduzieren kann.
Diese Techniken sind oft Teil eines umfassenden Behandlungsplans, der auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist. Der Osteopath wird dabei nicht nur den Schmerzpunkt behandeln, sondern den gesamten Körper in die Therapie einbeziehen, um ein langfristiges Gleichgewicht und Wohlbefinden zu fördern.
Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit der Osteopathie bei Migräne
Es gibt eine wachsende Anzahl von Studien, die die Wirksamkeit der Osteopathie bei Migräne untersuchen.
Studie von Cerritelli et al.
Italienische Wissenschaftler um Francesco Cerritelli, den derzeitigen Präsidenten der italienischen COME Collaboration (Centre for Osteopathic Medicine), haben die Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei Migräne untersucht. In ihrer 3-armigen klinischen Studie konnten sie zeigen, dass eine osteopathische Behandlung Schmerzen und die Anzahl von Migränetagen deutlich reduziert.
Insgesamt wurden 105 Patienten der neurologischen Klinik eines Krankenhauses in Ancona, Italien, in diese Studie eingeschlossen. Bei allen lag die Diagnose einer chronischen Migräne (nach Kriterien der International Classification for Headache Disorders) vor: primäre Kopfschmerzen mit einer Dauer von mind. 15 Tagen im Monat, seit mindestens 12 Monaten; die Patienten waren stationär aufgenommen und zwischen 18 und 60 Jahren alt.
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Die Behandlung dauerte jeweils 6 Monate. Dabei wurden für die osteopathische Behandlung, die insgesamt acht Termine umfasste, folgende Techniken angewandt: myofascialer Release, BLT, BMT (Membranspannungsausgleich) und Kraniosakraltherapie. Die Behandlungen erfolgten bedarfsbasiert, orientierten sich also an den jeweiligen Befunden. Die Scheinbehandlung bestand aus leichtem Berühren verschiedener Bereiche des Körpers mit dem Patienten in Rückenlage.
Die Auswirkungen der Kopfschmerzen auf den Alltag der Patienten verringerten sich in der Osteopathiegruppe signifikant. Auch in der Scheinbehandlungsgruppe kam es zu einer signifikanten, aber geringeren, Reduktion der Beeinträchtigung. Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass sich die durchschnittliche Anzahl der Migränetage im Monat in der Osteopathie-Gruppe kontinuierlich von etwa 22,5 Tagen auf 1,2 Tage am Ende des Behandlungszeitraums verringerte. Die Patienten in der Scheinbehandlungsgruppe hatten ebenfalls zu Beginn durchschnittlich 22,3 Migränetage im Monat, am Ende der Behandlung immer noch durchschnittlich 18,6 Migränetage im Monat, in der Kontrollgruppe gab es keine Reduktion. Diese deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen waren auch statistisch signifikant.
Diese methodisch sehr sorgfältig geplante und durchgeführte Studie zeigt also deutlich die Bedeutung osteopathischer Behandlung der Migräne.
Studie zum Einfluss von Osteopathie auf Migräne von Florian Schwerla DO
Ein Zwischenergebnis einer wesentlich größeren prospektiven, multizentrischen kontrolliert randomisierten Studie zum Einfluss von Osteopathie auf Migräne stellte Florian Schwerla DO vor. Nachdem der erste Teil dieser Studie mit rund fünf Osteopathen und 100 Patienten abgeschlossen war, wurde die Studie um einen zweiten Teil erweitert: Zusammengerechnet haben nun 14 Osteopathinnen und Osteopathen rund 330 Patientinnen und Patienten mit episodischer Migräne behandelt. Das vorläufige Ergebnis lässt aufhorchen: Die Anzahl der Migränetage nahm in der Behandlungs- im Vergleich zur Kontrollgruppe um 40 % ab. Jetzt geht es an den Studienabschluss und die statistische Auswertung; anschließend wird die Studie publiziert.
Studie zur kraniosakralen Therapie
Neuere Forschung aus dem Jahr 2013 untersuchte die Wirksamkeit der kraniosakralen Therapie auf Migränesymptome. In dieser Studie führte eine vierwöchige Therapie mit insgesamt sechs kraniosakralen Behandlungen zu einer signifikanten Verringerung der Migränesymptome und liefert damit erstmals Beweise für die Wirksamkeit der kraniosakralen Therapie (Arnadottir et Sigurdardottir 2013).
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Es wurde ein Cross-Over-Studiendesign verwendet und zwanzig PatientInnen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, mit mind. zwei Migräneschüben pro Monat, wurden in zwei gleichgroße Gruppen randomisiert. Beide Gruppen erhielten innerhalb von vier Wochen sechs kraniosakrale Behandlungen. Zur Messung der Auswirkungen von Kopfschmerzen auf das tägliche Leben wurde der Headache Impact Test (HIT-6) verwendet, welcher von den Teilnehmenden wöchentlich beantworteten. Ergebnisse: Es kam zu einer signifikanten Verringerung der HIT-6-Werte im Vergleich zu den Werten vor Behandlungsbeginn. Die Verbesserung der Symptome trat unmittelbar nach der Behandlung sowie nach der letzten Behandlung auf und nahmen im Studienverlauf ab. Schlussfolgerung: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine kraniosackale Behandlung wirksam bei der Behandlung von Migräne ist.
Weitere Studien
- Eine Studie, die im „Journal of Bodywork and Movement Therapies“ veröffentlicht wurde, zeigte, dass Patienten, die osteopathische Behandlungen erhielten, eine signifikante Reduktion der Migränehäufigkeit und -intensität erfuhren.
- Eine andere Studie, die im „European Journal of Pain“ veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Osteopathie eine wirksame Ergänzung zur konventionellen Migränebehandlung sein kann.
- Zusätzlich wurde eine Studie im „Journal of Headache and Pain“ veröffentlicht, die ebenfalls positive Ergebnisse zur Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei Migräne zeigte.
Osteopathie als Teil eines ganzheitlichen Behandlungsplans
Osteopathie kann eine wertvolle Ergänzung zu anderen Behandlungsansätzen sein, einschließlich medikamentöser Therapien und Lifestyle-Änderungen. Ein ganzheitlicher Behandlungsplan kann verschiedene Elemente umfassen:
- Medikamentöse Therapie: Viele Migränepatienten benötigen Medikamente zur akuten Schmerzbehandlung oder zur Vorbeugung von Anfällen.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, Migräneanfälle zu verhindern. Bestimmte Lebensmittel und Getränke, wie Alkohol, Koffein und stark verarbeitete Nahrungsmittel, können Migräne auslösen.
- Bewegung und Entspannung: Regelmäßige körperliche Aktivität und Entspannungstechniken, wie Yoga oder Meditation, können Stress abbauen und die allgemeine Gesundheit verbessern.
- Schlafhygiene: Guter Schlaf ist essenziell für die Migräneprävention.
- Stressmanagement: Stress ist ein bedeutender Faktor, der Migräne auslösen kann. Neben osteopathischen Behandlungen kann es hilfreich sein, Maßnahmen zur Stressbewältigung zu ergreifen.
- Hydration: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ein oft unterschätzter Faktor bei der Prävention von Migräne. Dehydration kann Kopfschmerzen verschlimmern und Migräneanfälle begünstigen.
- Vermeidung von Triggerfaktoren: Jeder Migränepatient hat individuelle Auslöser, die Migräneanfälle begünstigen können. Diese können von Lebensmitteln über Umweltfaktoren bis hin zu bestimmten Verhaltensweisen reichen.
- Regelmäßige osteopathische Behandlungen: Um die besten Ergebnisse zu erzielen, kann es hilfreich sein, regelmäßig osteopathische Behandlungen in Anspruch zu nehmen.
- Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes kann helfen, Fehlhaltungen und Verspannungen zu vermeiden, die Migräne auslösen können. Achte darauf, dass Dein Stuhl und Schreibtisch richtig eingestellt sind, und nimm regelmäßig Pausen, um Dich zu dehnen und zu bewegen.
- Achtsamkeit und Meditation: Achtsamkeitsübungen und Meditation können helfen, Stress abzubauen und die mentale Gesundheit zu fördern.
- Physiotherapie und Bewegung: Physiotherapie kann ergänzend zur Osteopathie eingesetzt werden, um die Muskulatur zu stärken und die Körperhaltung zu verbessern. Regelmäßige Bewegung, wie Spazierengehen, Schwimmen oder sanftes Yoga, kann ebenfalls helfen, Spannungen zu lösen und die allgemeine Fitness zu verbessern.
- Atemtechniken: Atemtechniken sind eine einfache und effektive Methode, um Stress zu reduzieren und das Nervensystem zu beruhigen. Tiefes Atmen kann helfen, den Parasympathikus zu aktivieren, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist.
- Akupunktur: Akupunktur, eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, kann ebenfalls zur Linderung von Migräne beitragen. Durch das Einführen dünner Nadeln an spezifischen Punkten des Körpers kann die Energieflüsse ausgeglichen und Schmerzen gelindert werden.
- Regelmäßige Pausen: In unserem hektischen Alltag neigen wir dazu, uns zu überlasten und zu wenig Pausen einzulegen. Regelmäßige Pausen sind jedoch wichtig, um den Körper und Geist zu entspannen und Überlastung zu vermeiden.
- Soziale Unterstützung: Eine starke soziale Unterstützung kann helfen, mit den Herausforderungen des Lebens besser umzugehen und Stress abzubauen. Verbringe Zeit mit Freunden und Familie, teile Deine Sorgen und Erlebnisse und suche nach Aktivitäten, die Dir Freude bereiten. Ein starkes soziales Netzwerk kann Dir helfen, emotional ausgeglichen zu bleiben und Migräneanfälle zu reduzieren.
Wann ist Osteopathie besonders sinnvoll?
Osteopathie kann besonders sinnvoll sein, wenn herkömmliche Behandlungen von Migräne und Kopfschmerzen keine ausreichende Linderung bieten oder wenn Patienten nach alternativen, nicht-medikamentösen Ansätzen suchen. Da die Osteopathie auf den gesamten Körper abzielt und versucht, die zugrunde liegenden Ursachen von Schmerzen zu behandeln, anstatt nur die Symptome zu lindern, kann sie eine wertvolle Ergänzung oder Alternative zu traditionellen Behandlungsmethoden darstellen.
Insbesondere für Patienten, die empfindlich auf Medikamente reagieren oder die Nebenwirkungen vermeiden möchten, kann die Osteopathie eine attraktive Option sein. Auch für Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden und bei denen langfristige Lösungen gesucht werden, bietet die Osteopathie einen ganzheitlichen Ansatz, der auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten ist. Durch die Kombination von manuellen Techniken, die die Beweglichkeit verbessern und Spannungen abbauen, mit einer sorgfältigen Analyse der Lebensweise und Umweltfaktoren des Patienten, kann die Osteopathie dazu beitragen, die Ursachen von Migräne und Kopfschmerzen nachhaltig zu bekämpfen.
Eine osteopathische Behandlung ist auch dann sinnvoll, wenn Migräne und Kopfschmerzen durch muskuläre Verspannungen oder Fehlhaltungen ausgelöst werden, die durch Stress, langes Sitzen oder schlechte Körperhaltung am Arbeitsplatz entstehen. In solchen Fällen kann die Osteopathie dazu beitragen, diese Verspannungen zu lösen und die Haltung zu verbessern, was wiederum die Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen reduziert.
Erfolgsaussichten und Grenzen der osteopathischen Behandlung
Die Erfolgsaussichten einer osteopathischen Behandlung bei Migräne und Kopfschmerzen variieren von Patient zu Patient und hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, einschließlich der Schwere der Symptome, der Dauer der Beschwerden und der individuellen Reaktion des Patienten auf die Behandlung. Viele Patienten berichten von einer signifikanten Linderung ihrer Symptome nach einigen osteopathischen Sitzungen, während andere feststellen, dass die Häufigkeit und Intensität ihrer Migräneattacken abnimmt.
Es gibt jedoch auch Grenzen der osteopathischen Behandlung. Während Osteopathie eine vielversprechende Ergänzung zu anderen Behandlungsformen darstellen kann, ist sie nicht für alle Patienten geeignet und sollte nicht als alleinige Behandlungsmethode betrachtet werden. Patienten mit schweren Migräneattacken oder anderen ernsthaften gesundheitlichen Problemen sollten immer einen Arzt konsultieren, um sicherzustellen, dass die osteopathische Behandlung sicher und effektiv für sie ist.
In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Osteopathie mit anderen Behandlungsmethoden zu kombinieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Dazu können Medikamente, physiotherapeutische Übungen oder Veränderungen im Lebensstil gehören, wie z.B. eine Anpassung der Ernährung oder Stressbewältigungstechniken. Ein integrativer Ansatz, der Osteopathie mit anderen therapeutischen Maßnahmen kombiniert, kann oft die besten Ergebnisse bei der Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen erzielen.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen der Osteopathie
Obwohl die Osteopathie als sichere und schonende Behandlungsmethode gilt, ist es wichtig, sich der potenziellen Risiken und Nebenwirkungen bewusst zu sein. Wie bei jeder manuellen Therapie können auch bei der Osteopathie in seltenen Fällen unerwünschte Reaktionen auftreten, insbesondere wenn die Behandlung nicht korrekt durchgeführt wird oder wenn der Patient unter bestimmten gesundheitlichen Bedingungen leidet.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören leichte Schmerzen oder Muskelkater an den behandelten Stellen, die normalerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Behandlung abklingen. Diese Reaktionen sind in der Regel vorübergehend.
Kopfschmerzursachen aus osteopathischer Perspektive
Die Ursachen für Kopfschmerzen liegen nicht zwangsläufig im Bereich des Schmerzes. Aus osteopathischer Sicht bilden alle Strukturen des Körpers eine untrennbare Einheit und hängen anatomisch oder funktionell miteinander zusammen.
Kopfschmerzursachen können z.B. sein:
- Probleme im Bereich der Kiefergelenke
- Verspannungen der Kaumuskulatur
- Ein Beckenschiefstand
- Magenbeschwerden
- Fehlstellungen der Halswirbelsäule
Mit ihren Händen können Osteopathen die möglichen Ursachen von Kopfschmerzen aufspüren und versuchen, sie sanft zu lösen. Nicht alle Schmerzursachen lassen sich so beheben, aber Osteopathie kann helfen, die Schmerzen zu lindern.
Was Du selbst tun kannst
Neben der osteopathischen Behandlung gibt es eine Reihe von Dingen, die Du selbst tun kannst, um Migräneanfälle zu lindern oder zu verhindern:
- Kühle Kompressen verwenden: Legen Sie eine kalte Kompresse oder ein Eispack auf Ihre Stirn oder den Nacken.
- Ausreichend trinken: Dehydration kann Migräne auslösen oder verschlimmern.
- Koffein in Maßen: Für manche Menschen kann eine moderate Menge Koffein die Migräneschmerzen lindern.
- Pfefferminzöl: Bei einer Migräneattacke kann das Auftragen von Pfefferminzöl auf die Stirn oder Schläfen helfen. Der enthaltene Menthol-Wirkstoff fördert die Durchblutung und aktiviert die Kältesensoren der Haut, was zu einer Entspannung der Muskeln und der Kopfhaut führt.
- Dunkelheit und Ruhe suchen: Licht und Lärm können Migränesymptome verschlimmern. Suchen Sie einen dunklen, ruhigen Raum auf, um sich zu entspannen.
- Ein wenig Bewegung: Leichte bis moderate Bewegung kann bei einigen Menschen die Migränesymptome verbessern.
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