Panorama geht auf die Nerven: Ursachen und Lösungsansätze

Das Gefühl, dass einem "alles auf die Nerven geht", ist ein weit verbreitetes Phänomen, das vielfältige Ursachen haben kann. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Ursachen, von alltäglichen Belastungen bis hin zu spezifischen medizinischen Bedingungen, und bietet mögliche Lösungsansätze.

Alltägliche Belastungen und Stress

Ein Nervenzusammenbruch ist keine medizinische Diagnose, sondern ein umgangssprachlicher Begriff, der eine Phase intensiver psychischer Belastung beschreibt, in der die betroffene Person nicht mehr in der Lage ist, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Der medizinische Fachbegriff hierfür lautet "akute Belastungsreaktion". Chronischer Stress ist ein häufiger Grund für einen Nervenzusammenbruch. Berufliche Überlastung, familiäre Schwierigkeiten und finanzielle Sorgen können sich kumulieren und zu einem Punkt führen, an dem die Psyche keine weiteren Belastungen mehr verkraften kann. Besonders gefährdet sind Personen, die über längere Zeit hinweg unter Dauerstress stehen und keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten haben. Nicht jeder Mensch verfügt über die gleichen Fähigkeiten, mit Stress und negativen Erlebnissen umzugehen. Fehlen geeignete Coping-Strategien, kann dies das Risiko für einen Nervenzusammenbruch erhöhen. Auch genetische Veranlagungen, Vorerkrankungen oder eine erhöhte psychische Verletzlichkeit spielen hierbei eine Rolle.

Symptome eines Nervenzusammenbruchs

Die Symptome eines Nervenzusammenbruchs können sehr vielfältig sein und variieren je nach Person. Sie betreffen sowohl den psychischen als auch den körperlichen Bereich. Typische psychische Anzeichen eines Nervenzusammenbruchs sind überwältigende Gefühle von Angst, Panik oder Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, verminderte Belastbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, Alpträume und Flashbacks bei traumatisierenden Erlebnissen, soziale Isolation und Rückzug von geliebten Menschen sowie ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts. Körperliche Reaktionen sind häufig und umfassen Herzrasen, Zittern und Schwitzen, Übelkeit, Schwindel und Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Muskelverspannungen, Schlafstörungen sowie Verdauungsprobleme.

Vorbeugung und Behandlung

Regelmäßige Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, den alltäglichen Stress abzubauen und die psychische Belastbarkeit zu erhöhen. Auch der Aufbau eines gesunden Schlafrhythmus und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sind wichtige Faktoren. Ein starkes soziales Netzwerk kann eine wichtige Ressource in Krisensituationen darstellen. Der Austausch mit Freunden und Familie, aber auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, kann unterstützend wirken und das Gefühl der Isolation verhindern. Sollten Sie das Gefühl haben, mit einer belastenden Situation nicht mehr alleine zurechtzukommen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen, Psychotherapeuten und spezialisierte Kliniken bieten verschiedene Therapieansätze und Unterstützungsmöglichkeiten an.

Neurodegenerative Erkrankungen

Im Alter gehen oft Nervenzellen und Zellfunktionen verloren. Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung nimmt in Deutschland stetig zu. Weil sie eng mit den Alterungsprozessen verbunden sind, gelten neurodegenerative Erkrankungen daher als wichtige medizinische Herausforderung der kommenden Jahrzehnte. Schon heute schätzen Expertinnen und Experten, dass rund 1,5 Millionen Deutsche an einer Demenz erkrankt sind. Neben der Parkinson-Erkrankung und verschiedenen Demenzformen gibt es eine ganze Reihe weiterer neurodegenerativer Erkrankungen. Was letztlich zur Neurodegeneration, also dem Absterben der Nervenzellen führt, ist je nach Krankheit unterschiedlich und bisher oft nur teilweise bekannt. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass auch unser Immunsystem Auswirkungen auf die Entstehung und den Verlauf neurodegenerativer Erkrankungen haben kann. Immunzellen, die den Körper eigentlich schützen sollen, könnten im Gehirn Schäden anrichten und so beispielsweise die Alzheimer-Krankheit antreiben.

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Spezifische Erkrankungen und ihre Auswirkungen

Charakteristisch für neurodegenerative Erkrankungen ist, dass meist nicht das ganze Gehirn betroffen ist, sondern unterschiedliche, oft sehr genau umschriebene Bereiche beziehungsweise Zelltypen. Bei der Parkinson-Erkrankung beispielsweise sind ausschließlich Nervenzellen betroffen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin wird für die Bewegungssteuerung benötigt. Die entsprechenden Nervenzellen haben eine koordinierende Funktion. Folglich wirken Parkinson-Patientinnen und -Patienten in ihren Bewegungsabläufen steif und verlangsamt, oder sie zeigen sehr charakteristische Bewegungsmuster, etwa Muskelzittern (Tremor). Auch die Huntington-Erkrankung betrifft Nervenzellen, die an der Steuerung von Bewegungsabläufen beteiligt sind. In diesem Fall produzieren die absterbenden Nervenzellen den Botenstoff Glutamat. Die betroffenen Menschen zeigen ausladende Bewegungen, die wie ein Tanz wirken können. Bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) wiederum gehen selektiv sogenannte Motoneurone zugrunde. Das sind Nervenzellen, die das Gehirn mit der Muskulatur verbinden. Wenn Motoneurone sterben, dann kann das Gehirn die Muskeln nicht mehr „ansteuern“.

Forschung und Therapieansätze

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) erforscht die Ursachen von Störungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege bei Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Dabei kooperiert es eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene. Das DZNE ist eines von sechs Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zur Bekämpfung der wichtigsten Volkskrankheiten eingerichtet wurden.

Nervenschmerzen in Armen und Beinen

Häufig ist ein eingeklemmter Nerv die Ursache für das Brennen im Arm. (Quelle: Staras/getty-images-bilder)Kribbeln, Stechen, Brennen und Taubheitsgefühle: Nervenschmerzen in Armen und Beinen können für Betroffene sehr belastend sein. Nervenschmerzen entstehen, wenn Nervenfasern und Nervenzellen gereizt, gequetscht oder beschädigt werden. Dann verspüren Betroffene oft starke Schmerzen, die meist als stechend und brennend beschrieben werden. Auch können Taubheitsgefühle, Kribbeln und Gefühlsstörungen auftreten. Nervenschmerzen sind in dem Körperbereich wahrnehmbar, der von einem oder mehreren Nerven versorgt wird. Häufig sind das Arme und Beine, doch auch Kopf, Rücken und Haut können betroffen sein.

Ursachen und Diagnose

Experten unterscheiden zwischen Nervenschmerzen aufgrund von Erkrankungen des Bewegungsapparates und neuropathischen Schmerzen. Neuropathischer Schmerz sei die Folge einer Schädigung von "Gefühlsfasern" des Nervensystems mit nachfolgender Aktivierung der Schmerzbahn, wie die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. erklärt. Es werden zentrale Neuropathien und periphere Neuropathien unterschieden. Nervenschmerzen in Armen und Beinen stehen häufig mit einem abgedrückten oder eingeklemmten Nerv in Zusammenhang. Wird beispielsweise durch eine Engstelle, etwa im Handgelenkbereich (Karpaltunnelsyndrom) oder in der Schulter (Impingement-Syndrom), ein Nerv gereizt oder geklemmt, entstehen die typischen Nervenschmerzen: Kribbeln, Brennen, Stechen, Taubheit und Missempfindungen. Auch ein Bandscheibenvorfall kann Nervenschmerzen auslösen. Eine weitere Ursache sind Muskelverspannungen. Dann drückt die verspannte Muskulatur auf den Nerv. Häufig ist das im Schulter-Nacken-Bereich der Fall - oft bedingt durch Fehlhaltungen und Überlastungen. Die Schmerzen können in Schultern, Arme und Rücken ausstrahlen.

Behandlung

Abhängig von der Ursache wird die Therapie durchgeführt. Plötzlich auftretende Nervenschmerzen sind ein Warnsignal, welches Betroffene sofort ärztlich abklären lassen sollten. Bei neuropathischen Schmerzen sind die Nerven selbst oder die sie versorgenden Blutgefäße erkrankt. Als zentrale Neuropathien werden Nervenschmerzen bezeichnet, die vom zentralen Nervensystem (ZNS) ausgehen, also von Gehirn oder Rückenmark. Schädigungen des zentralen Nervensystems können beispielsweise durch einen Schlaganfall, eine Epilepsie oder Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose verursacht sein. Auch Verletzungen des Rückenmarks aufgrund eines Unfalls, Nervenverletzungen durch Operationen sowie Tumoren können die Nerven des ZNS schädigen.

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Spezifische Reize und Verhaltensweisen

Echolalie bei Demenz

In einem Videocall berichtete mir kürzlich eine pflegende Angehörige nebst interessiertem Ehemann von der Versorgung der Mutter mit Alzheimererkrankung. So weit, so machbar - allerdings ist eine Verhaltensweise dabei, die allen Beteiligten sehr auf die Nerven geht: die Mutter wiederholt ständig Sätze, bzw. Satzteile, Satzenden oder auch nur Wörter, wenn mit ihr gesprochen wird. Zunehmend auch scheinbar ohne jeden Reiz, ohne dass irgendein Zusammenhang erkennbar ist. Sogenannte Echolalien kommen auch bei Demenz vor. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Menschen mit Demenz zwangsläufig Echolalien entwickeln und wenn, kann die Form variieren. Die genauen neurologischen Mechanismen dahinter sind nicht vollständig verstanden und keineswegs ist das Phänomen auf Menschen mit Demenz beschränkt. Die Mechanismen sind je nach Variante und den zugrunde liegenden Ausgangsbedingungen nicht ohne weiteres bestimmbar. Störungen in der Informationsverarbeitung und der Konnektivität im Gehirn.

Umgang mit Echolalie

Häufig ist schon viel erreicht, wenn es ein Grundverständnis für das Verhalten an sich gibt. Wissen schafft Verständnis und stärkt vielfach den Geduldsfaden. Auch hier, sofern man etwas unternehmen möchte, gilt es systematisch auf Spurensuche zu gehen. Trigger und Muster identifizieren, Umstände beeinflussen falls möglich sowie die eigene Kommunikation und persönliche Umgangsverhaltensweisen zu reflektieren. Das verhindert auch, dass z.B. ein Kommunikationsversuch des Betroffenen übersehen oder missinterpretiert wird und hilft, eine mögliche Intension hinter der Wiederholung zu entdecken.

Technische Probleme und ihre Auswirkungen

Klappergeräusche im Auto

Einige Autofahrer klagen über störende Geräusche im Fahrzeug, die auf die Nerven gehen können. Ein Beispiel ist das Klappern des Daches oder der Plastikschiene im Innenraum eines X5 E70 bei schlechten Straßenverhältnissen. Auch ein "Klonk"-Geräusch beim Abbiegen auf Einfahrten kann auftreten. Solche Geräusche können verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise eine Verwindung der Karosserie oder Probleme mit der Heckklappe.

Mögliche Lösungen

Um die Ursache des Geräusches zu finden, ist es ratsam, den Kofferraum auszuräumen, die Lehnen umzuklappen und das Rollo zu entfernen. Anschließend sollte man versuchen, die Situation nachzustellen, in der das Geräusch auftritt. Es kann auch hilfreich sein, mit geöffneter oberer Klappe zu fahren, um festzustellen, ob das Geräusch weiterhin auftritt. Eine weitere Möglichkeit ist, die Vorspannung der unteren Heckklappe zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Zudem sollten alle Scharniere und Schlösser gefettet werden.

Schwindelattacken

Die Ursache für bestimmte Schwindelattacken herauszufinden, kann schon einmal eine größere Hausforderung sein. Im kranialen MRT zeigte sich schließlich ein Kontakt des 8. Hirnnervs mit der A. Die Ärzte tippten daher auf eine Vestibularisparoxysmie, ausgelöst durch den Druck des Gefäßes auf den Nervus vestibulocochlearis. Ausgelöst werden sie nicht selten bei bestimmten Kopfpositionen, vor allem, wenn der Kopf in den Nacken gelegt wird. Doch manchmal tragen die neurootologischen Untersuchungen bei solchen Patienten eher zur Verwirrung als zur Klärung bei. Augensymptome können dabei auf eine linksseitige Schädigung deuten, Kalorik und VEMP auf eine rechtsseitige.

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Therapie

Zur Therapie empfiehlt Dieterich 200 bis 300 mg/d Carbamazepin. Das Medikament senkt die Erregungsschwelle, sodass die kompressionsbedingten vestibulären Symptome meist ausbleiben. Bei der chirurgischen mikrovaskulären Dekompression wird der Nerv an der Eintrittszone am Hirnstamm auf Distanz zum Gefäß gebracht, etwa indem man ihn mit einem Gewebsinterponat unterpolstert. Die Patienten sind dann in der Regel sofort beschwerdefrei.

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