Parese der Bauchmuskeln und Oberschenkel: Ursachen, Diagnose und Therapie

Lähmungen, insbesondere Paresen der Bauchmuskeln und Oberschenkel, können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Sie schränken die Bewegungsfreiheit ein und können die Selbstständigkeit im Alltag gefährden. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Diagnosemethoden und Therapieansätze, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Thematik zu ermöglichen.

Das Nervensystem: Schaltzentrale für Bewegung

Um die Ursachen von Lähmungen zu verstehen, ist es wichtig, die Funktionsweise des Nervensystems zu kennen. Das Gehirn, als zentrale Schaltstelle des Körpers, erfüllt unzählige Funktionen. Die Koordination von Bewegungen findet vor allem im Großhirn statt, das aus zwei Gehirnhälften besteht. Über Nervenbahnen werden die Signale vom Gehirn an die Muskulatur übertragen. Zusammen mit dem Rückenmark bildet das Gehirn das zentrale Nervensystem (ZNS). Schädigungen an diesen Strukturen können zu Lähmungen führen.

Definition und Einteilung von Lähmungen

Lähmungen werden anhand ihrer Ausprägung, den Ursachen sowie den betroffenen Körperregionen eingeteilt. Es ist wichtig, Lähmungen von anderen Bewegungsstörungen abzugrenzen, die beispielsweise durch Gelenkblockaden oder Muskelerkrankungen verursacht werden können.

  • Parese: Teilweise Lähmung der betroffenen Skelettmuskulatur.
  • Plegie: Vollständige Lähmung der Skelettmuskulatur mindestens einer Extremität (z.B. Arm oder Bein).
  • Monoparese oder Monoplegie: Nur einzelne Extremitäten sind betroffen.
  • Paraparese oder Paraplegie: Zwei gleichartige Extremitäten sind teilweise oder vollständig gelähmt.
  • Tetraparese oder Tetraplegie: Alle vier Gliedmaßen (Arme und Beine) sind betroffen.

Paraplegie und Tetraplegie können bei einer Querschnittlähmung auftreten. Dabei sind - häufig nach einem Unfall, aber auch infolge bestimmter Erkrankungen - die Nervenbahnen im Rückenmark durchtrennt oder gequetscht. Sind die Nervenbahnen im Rückenmark in Höhe der Halswirbelsäule verletzt, sind beide Arme und Beine einschließlich Rumpf betroffen. Das Ausmaß der Lähmung in den Armen hängt davon ab, in welchem Segment der Halswirbelsäule das Rückenmark geschädigt ist. Bei einer Querschnittlähmung sind auch die Rumpfmuskulatur und teilweise die Atemmuskulatur beeinträchtigt. Das Ausmaß hängt unter anderem von der Höhe des Querschnitts ab. Die Blasen- und Darmfunktion sind ebenfalls betroffen.

Zentrale und Periphere Lähmungen

In der Medizin unterscheidet man je nach Ursache beziehungsweise Entstehungsort der Nervenschädigung zwischen zentralen und peripheren Lähmungen.

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  • Zentrale Lähmungen: Haben ihren Ursprung im zentralen Nervensystem (ZNS) - also in Gehirn oder Rückenmark. Dabei sind keine einzelnen Muskeln, sondern immer Muskelgruppen betroffen. Bei einer zentralen Lähmung ist die Muskulatur dauerhaft angespannt. Zudem kommt es zu gesteigerten Muskelreflexen. Das zeigt sich in ruckartigen Zuckungen. Bei zentralen Paresen befindet sich die gelähmte Muskulatur immer auf der Gegenseite zur Gehirnschädigung.
  • Periphere Lähmungen: Werden von Schädigungen im peripheren Nervensystem (PNS) ausgelöst. Dabei ist die Übertragung der Impulse an die Muskulatur geschwächt oder komplett unterbrochen. Im Gegensatz zur spastischen Lähmung besteht kaum oder keine Muskelspannung (Muskeltonus) mehr. Entsprechend kann das betroffene Körperteil nur schlecht oder nicht mehr bewegt werden und beispielsweise bei einer Lähmung der Hand schlaff herunterhängen. Bei peripheren Lähmungen ist die Parese immer gleichseitig zur Schädigung.

Ursachen von Paresen der Bauchmuskeln und Oberschenkel

Eine Schädigung des motorischen Nervs, der die Bewegung in einem Muskel einleitet, liegt der Parese zu Grunde. Druckschäden werden häufig durch Tumore oder Bandscheibenvorfälle verursacht, durch die die Reizweiterleitung über den Spinalkanal (Wirbelkanal) eingeschränkt wird.

Zahlreiche Erkrankungen können mit Lähmungserscheinungen einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose (MS) und Epilepsie. Aber auch Krebserkrankungen, ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose können Lähmungserscheinungen herbeiführen.

Häufige Ursachen für Paresen sind:

  • Schlaganfall: Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Durchblutungsstörung in unserem Gehirn, wodurch die Nervenzellen im dahinterliegenden Bereich absterben und folglich keine Signale mehr senden können. Die Auswirkungen hängen von der betroffenen Stelle im Gehirn ab. Häufig kommt es zu Lähmungen einer Körperhälfte oder zu Teillähmungen der Arme oder Beine. Auch der Gesichtsnerv kann betroffen sein, darum sollte man bei Verdacht auf einen Schlaganfall immer auf die Aussprache, im genaueren auf Sprachstörungen, und die Bewegungen der Mundwinkel achten. Je nach Schwere des Schlaganfalls können die Folgen häufig mit einer geeigneten Therapie, wie zum Beispiel Physiotherapie, rückgängig gemacht werden.
  • Multiple Sklerose (MS): Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Isolationsschicht der Nervenfasern (Myelinscheide) angegriffen wird. Dies kann zu vielfältigen neurologischen Symptomen führen, darunter auch Lähmungen.
  • Querschnittlähmung: Bei einer Querschnittlähmung sind Nervenbahnen im Rückenmark unterbrochen, die für die Bewegung (motorische Nerven) oder für Sinneswahrnehmungen (sensible Nerven) zuständig sind. Die Ausprägung einer Querschnittlähmung hängt davon ab, in welcher Höhe und in welchem Ausmaß das Rückenmark geschädigt ist.
  • Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbeln und fungieren sozusagen als Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule. Reißt die Ummantelung der Bandscheibe, wodurch der gallertartige Kern im Inneren heraustritt, kann es passieren, dass der Bandscheibenkern auf das Rückenmark drückt und verschiedene Beschwerden hervorruft. Auch hier können Lähmungen die Folge sein. Liegt ein kleiner Bandscheibenvorfall vor, kann der Körper die austretende Masse von alleine abbauen und die Nerven regenerieren sich von selbst. Bei schweren Vorfällen versucht der Arzt, durch konservative Therapien oder Operationen die Auswirkungen vollständig aufzuheben.
  • Spinalkanalstenose: Bei einer Spinalkanalstenose kann es durch den Druck auf Nerven und Rückenmark je nach Lokalisation zu Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen kommen.
  • Tumore: Tumore können auf Nerven oder das Rückenmark drücken und so Lähmungen verursachen.
  • Infantile Zerebralparese (frühkindliche Hirnschädigung)
  • Schädelhirntrauma
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Vitamin-B12-Mangel: Das Vitamin B12 ist beteiligt am Aufbau der Schutzhülle (Myelinscheide) unserer Nerven. Herrscht im Körper ein Mangel davon, kann diese Hülle beschädigt werden, was in erster Linie zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen bis hin zu Lähmungserscheinungen führt. Die Ursachen eines Vitamin-B12-Mangels können unterschiedlich sein. Häufig wird er durch eine Ernährungsweise hervorgerufen, die auf viele oder alle tierischen Produkte verzichtet.
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung): Diese Infektionskrankheit wird durch Polioviren ausgelöst und kommt in der heutigen Zeit, aufgrund der eingeführten Schutzimpfung, nur noch sehr selten vor. Die Beschwerden sind unterschiedlich: Neben Fieber, Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen kommt es in manchen Fällen zu Lähmungen vor allem der Beine und des Rumpfes. Dies liegt daran, dass die Viren Entzündungsreaktionen an den Nerven auslösen können, wodurch möglicherweise Nervenschäden entstehen. Medikamente gegen Polioviren gibt es bislang nicht und eine vollständige Heilung der Poliomyelitis ist nicht möglich. Der Impfstoff gegen Polio hat in Europa bereits zum Erfolg geführt: Seit 2002 gilt der Erreger hier als offiziell ausgerottet.
  • Guillain-Barré-Syndrom: Hierbei sind die Nervenwurzeln, also die Austrittsstellen der peripheren Nerven an der Wirbelsäule, entzündet. Das Syndrom wird in den meisten Fällen durch eine vorangegangene Infektion ausgelöst. Anstatt den Erreger zu beseitigen, richtet sich unser eigenes Immunsystem gegen die Schutzhülle der Nerven, die Myelinscheide. Die Auswirkungen beginnen mit einer Muskelschwäche in den Beinen und später auch in den Armen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Die Symptome bilden sich, abhängig vom Alter des Patienten, nach Wochen bis Monaten wieder zurück.2 Allerdings bleiben in manchen Fällen Restfolgen wie Taubheitsgefühle oder Muskelschmerzen bestehen. Die Prognose verschlechtert sich mit steigendem Lebensalter.
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen: Sowohl bei der Hyperthyreose als auch bei der Hypothyreose kann es zu einer Mitbeteiligung der Muskulatur kommen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion tritt in bis zu 80 % eine Muskelschwäche auf; elektromyografische Veränderungen finden sich bei bis zu 90 % der Patienten. Die Ausprägung der Myopathie korreliert nicht streng mit der Schwere oder Dauer der Schilddrüsenüberfunktion. Die Inzidenz der Muskelbeteiligung ist dagegen proportional zur Krankheitsdauer. Frauen sind im Verhältnis 3:1 häufiger betroffen als Männer. Im Vordergrund der Beschwerden stehen proximal betonte Paresen, nur in 20 % der Fälle ist auch die distale Muskulatur betroffen. Selten kann anfangs auch nur die distale Muskulatur betroffen sein. Die mimische und die Kaumuskulatur bleiben in der Regel ausgespart. Selten kann eine Dysphagie bestehen Eine Atrophie kann die Paresen begleiten, wogegen bei anderen Patienten die Muskeltrophik trotz hochgradiger Paresen unauffällig erscheint. Die Muskeleigenreflexe sind normal bis lebhaft auslösbar. Muskelkontraktion und -erschlaffung sind gegenüber der Norm oft beschleunigt. Im Vordergrund der Therapie steht das endokrinologische Grundleiden, dessen erfolgreiche Behandlung (thyreostatische Medikation, Radiojodtherapie, Operation) in der Regel zu einer Rückbildung der Myopathie führt. Im Vordergrund stehen leichtgradige Paresen vorwiegend im Becken- und Oberschenkelbereich, seltener auch am Schultergürtel oder an distalen Extremitätenabschnitten. Oft klagen die Patienten über ein muskuläres Steifigkeitsgefühl, Myalgien und Muskelkrampi, die durch starke körperliche Belastung oder kühle Witterung ausgelöst werden können. Pseudomyotone Zeichen mit verlangsamter Muskelkontraktion und -erschlaffung finden sich bei etwa 25 % der Patienten. Muskelatrophien im Rahmen der hypothyreoten Myopathie sind ebenfalls eine Seltenheit (atrophische Form). Häufig fällt eine Diskrepanz zwischen der verminderten Kraft und dem athletisch wirkenden Muskelprofil auf. Die Muskelenzyme sind bei hypothyreoter Myopathie im Serum erhöht nachweisbar. Nach endokrinologischer Behandlung sind die Muskelsymptome langsam regredient.

Diagnose von Paresen

Zuständig für die Diagnostik bei Lähmungserscheinungen ist ein Facharzt für Neurologie. Erste Anlaufstelle kann allerdings auch Ihr Hausarzt sein. Nach einem ausführlichen Gespräch zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) erfolgen neurologische Untersuchungen.

Die Diagnose einer Parese erfolgt durch eine klinische Untersuchung, bildgebende Verfahren und optional durch spezielle Zusatzuntersuchungen. Lähmungen sind durch eine Minderung der Muskelkraft gekennzeichnet. Aus diesem Grund werden zur klinischen Klassifizierung der verschiedenen Lähmungsgrade diverse Skalen zur Bewertung der Muskelkraft herangezogen.

Wichtige Diagnosemethoden:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte des Patienten.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung von Reflexen, Muskelkraft, Sensibilität und Koordination.
  • Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) können Aufschluss über Schädigungen des Gehirns oder Rückenmarks geben.
  • Elektromyographie (EMG) und Elektroneurographie (ENG/NLG): Durch Elektromyographie (EMG) und Elektroneurographie (ENG/NLG) können Nervenleitgeschwindigkeit und Muskel genauer untersucht werden. Sie können bei der Ursachenfindung eine wichtige Rolle spielen.
  • Bluttests: Zur Diagnostik der Lähmungsursache können zudem Bluttests herangezogen werden, beispielsweise um Entzündungen oder Stoffwechselstörungen festzustellen.
  • Muskelbiopsie: Untersuchung von Muskelgewebe mittels einer Gewebeprobe.

Therapie von Paresen

Die Therapie hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Lähmungen ab. Eine einheitliche Therapieform gibt es bei Lähmungen nicht. Da die Gründe der Bewegungseinschränkung unterschiedlich sind, muss die Behandlung immer individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Ist zum Beispiel eine Infektion der Auslöser der Lähmungserscheinungen, wird der verursachende Erreger bekämpft. Die Lähmungen gehen dann, in den meisten Fällen, wieder zurück. Auch Tumoren, die Nerven abdrücken und Bewegungseinschränkungen hervorrufen, sind möglich. Hier führt die Entfernung des Tumors zu einer Besserung der Symptome. Eine Unterstützung durch Physiotherapie ist in allen Fällen sinnvoll. Dadurch soll die Mobilität verbessert und der Abbau der Muskulatur verhindert werden. Welche Methode beim Patienten am sinnvollsten ist, wird in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt und den Physiotherapeuten festgelegt.

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Wichtige Therapieansätze:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Lähmung durch eine bestimmte Erkrankung verursacht wird (z.B. Schlaganfall, MS), steht die Behandlung dieser Erkrankung im Vordergrund.
  • Physiotherapie: Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Lähmungen. Durch gezielte Übungen können Muskelkraft, Koordination und Beweglichkeit verbessert werden.
  • Ergotherapie: Ergotherapie hilft Patienten, ihren Alltag trotz Lähmungen so selbstständig wie möglich zu gestalten.
  • Funktionelle Elektrostimulation (FES): Die funktionelle Elektrostimulation kann ausgezeichnet mit Aktivitäten des täglichen Lebens kombiniert werden. Bei zentralen Paresen, wie nach Schlaganfall oder Schädelhirntrauma, erfolgt die Rehabilitation angepasst an die Ziele des Patienten nach den Prinzipien des motorischen Lernens. wie Greifen oder Gehen, die durch die Parese eingeschränkt sind, trainiert (Hauptmann & Müller 2011). um auf die empfohlene Therapiedichte von 5 Übungseinheiten zu je 30-45 Minuten wöchentlich zu kommen (Platz 2011).Ist der periphere Nerv geschädigt, der Muskel also teils denerviert, ist eine Kombination aus aktiven Übungen und elektrischer Stimulation sinnvoll. und somit eine Atrophie/Abbau der vom Nerv nicht mehr versorgten Muskelanteile verhindern (Kern et al. 2010) und die Regeneration der Nerven fördern (Gordon et al.
  • Medikamentöse Therapie: In einigen Fällen können Medikamente eingesetzt werden, um Symptome wie Spastik oder Schmerzen zu lindern.
  • Hilfsmittel: Bei medizinischer Notwendigkeit stellt Ihnen Ihr Arzt ein Rezept für das geeignete Hilfsmittel aus. Bei Gangunsicherheiten und einem erhöhten Sturzrisiko sorgt ein Notrufsystem - ob zuhause oder mobil - für mehr Sicherheit. Das gibt nicht nur der betroffenen Person ein besseres Gefühl, sondern auch ihren Angehörigen. Häufig werden auch Umbaumaßnahmen notwendig, um die Wohnung barrierefrei zu gestalten. Dazu gibt es eine Bandbreite an Möglichkeiten. Werden Treppen zur echten Herausforderung in Ihrem Alltag, kann ein Treppenliftsystem für Sie in Frage kommen.

Leben mit Lähmungen

Ob nur vorübergehend oder dauerhaft - Lähmungen können die Bewegungsfreiheit im Lebensalltag beeinträchtigen. Ähnlich wie der Pflegegrad ist ein Grad der Behinderung (GdB) in unterschiedliche Bereiche und Stufen eingeteilt. Ab einem GdB 50 haben Sie Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis, mit dem Sie Vergünstigungen und bestimmte Nachteilsausgleiche bekommen.

Da eine Lähmung oftmals ganz plötzlich auftritt, stellt sie Patienten und deren Angehörige vor große Herausforderungen. Wertvolle Hilfestellungen von Mensch zu Mensch in dieser schwierigen Situation können Verbände und Beratungsstellen zu speziellen Erkrankungen bieten. Eine mögliche Anlaufstelle für Menschen mit Querschnittslähmung ist die Fördergemeinschaft der Querschnittsgelähmten in Deutschland e. V. (FGQ). Oftmals ist auch ein Austausch mit anderen Betroffenen in Online-Foren oder regionalen Selbsthilfegruppen möglich.

Spastik als Folge von Lähmungen

Im Laufe der Erkrankung können sich Ihre Symptome verändern. Sowohl in ihrer Ausprägung als auch in der Häufigkeit. Achten Sie auf Veränderungen und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie dies bemerken. Zu einer langsam fortschreitenden Krankheitsverschlechterung kann es beispielsweise kommen, wenn eine schubförmige MS (RRMS) in eine sekundär progrediente MS (SPMS) übergeht.

Wenn Sie an einer dauerhaften oder kurzfristig einschießenden Verkrampfung der Muskulatur leiden, wird dies als Spastik bezeichnet. Sie ist häufig begleitet von einer Schwäche oder sogar Lähmung (Parese) der Muskeln.

Als Spastik bezeichnet man eine erhöhte Muskelspannung, die durch eine fehlerhafte Übertragung der Nervenimpulse an die Muskulatur zustande kommt. Der Muskel spannt sich bei Aktivität zu stark an und die Anspannung ist nicht so fein dosierbar wie normal. Manchmal werden zudem Gegenmuskeln mitangespannt, was zu weiteren Problemen führt. Die Spastik kann ganz plötzlich eintreten und ebenso plötzlich wieder verschwinden. Im Rahmen einer Spastik können auch rhythmische Zuckungen auftreten. Diese sogenannten Kloni, die oft ein Bein betreffen, können Sie nicht willentlich unterdrücken. Lähmungen der Arme oder Beine sind in einem frühen Krankheitsstadium meist nur leicht ausgeprägt. Neben der Multiple Sklerose selbst gibt es verschiedene Auslöser für eine Spastik. Das können Harnwegsinfekte, Verdauungsstörungen, Stress, Schmerzen oder schlecht angepasste Hilfsmittel sein, um nur einige zu nennen.

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Hauptansprechpartner hierfür sind Physiotherapeuten und Ergotherapeuten. Diese zeigen Ihnen, wie Sie z. B. durch aktives und passives Bewegen der Muskulatur der Spastik entgegenwirken können. Bewährt haben sich dabei Fahrrad- und Laufbandtraining. Teilweise kann das Training auch motorgetrieben ohne Widerstand erfolgen. Auch spezielle neurophysiologische Behandlungen, wie etwa die PNF-, Bobath- oder Vojta-Therapie, wirken unterstützend. Besonders wichtig sind zudem gezielte krankengymnastische Übungen, damit Sie eine Fehlstellung der Gelenke und Schmerzen vermeiden. Erlernen Sie Entspannungstechniken wie z. B. Trainieren Sie Ihre Muskulatur (z. B.

Muskuläre Dysbalancen

Ursachen für ein Ungleichgewicht (= Dysbalance) können vielfältig sein. Muskuläre Dysbalancen entstehen im Allgemeinen durch falsche oder übermäßige Beanspruchung der Muskulatur. Aktivitäten:beim Sport im Alltag im Berufnach VerletzungenBeim Sport ist häufig eine einseitige Belastung, beziehungsweise ein einseitiges oder falsches Training, für die Dysbalance verantwortlich. als auch schwache oder ungedehnte Muskeln, ein Ungleichgewicht auslösen.Langes Sitzen führt ebenfalls dazu, dass sich ein Ungleichgewicht der Muskeln dauerhaft einstellt. Bauchmuskulatur verkürzt. in dieser aufrechten Position zu sitzen. Deshalb empfiehlt sich ein kontinuierlicher Wechsel der Sitzposition über den Tag verteilt.Schon- und Fehlhaltungen, die vor allem durch oder nach Verletzungen eintreten haben einen ähnlichen Effekt. Weise (z.B. Hinken beim Gehen) werden bestimmte Muskeln übermäßig belastet und andere Muskeln unterfordert.Bewegungsmangel und angeborene Knochendeformitäten (z.B. einer Umstellung bzw. Kompensation im Körper kommt, die ein muskuläres Ungleichgewicht fördert.

Fehlbelastungen führen zum einen dazu, dass sich vor allem Mobilisatoren (vorrangig Beugemuskeln) verkürzen und sich ihre Gegenspieler abschwächen. also die Hüftbeugemuskulatur verkürzen, bei gleichzeitiger Abschwächung der Gesäß- und der tiefen Rückenmuskulatur.Sind Muskeln, die eine statische Belastung (Halteaufgabe) haben, von einer Fehlhaltung betroffen, reagieren sie zumeist mit einer Abschwächung. wird dann von den bewegenden Muskeln kompensiert. Da die bewegenden Muskeln in ihrer Struktur aber nicht für die Haltearbeit ausgelegt sind, sind diese durch die neue Aufgabe schnell überfordert. und Verkürzungen im Muskel.Die Verspannung und Verkürzung führt zu einer Minderdurchblutung und somit zu Schmerzen im betroffenen Gebiet. Dieser Kreislauf muss durch eine adäquate Therapie unterbrochen und die Ursachen für deren Entstehung behandelt werden.

Vorrangig müssen der Arzt oder Therapeut muskuläre Dysbalancen erkennen. Im Rahmen einer funktionellen Untersuchung werden Haltung sowie Muskelkraft und Muskellänge untersucht. können dabei helfen, die Funktion tiefer gelegener Muskeln (Bauch-/Rückenmuskulatur) zu evaluieren. Klassische bildgebende Verfahren, wie ein Röntgen oder MRT, sind nur in Einzelfällen nötig, wenn z.B. oder eine Verletzung als Ursache für die Dysbalance vermutet wird.

Nachdem evaluiert wurde, welche Muskeln zu schwach, zu kurz oder zu verspannt sind, kann die Behandlung starten. Zu schwache Muskulatur muss mit einem adäquaten Kraft-/Ausdauertraining wiederaufgebaut werden. können durch die Kombination von Faszientraining und Dehnungsübungen wiederhergestellt werden. Zusätzlich sind ein Koordinationstraining und gezielte Entspannungstechniken wirksam, um den Kreislauf der Dysbalance zu unterbrechen.

Für eine erfolgreiche Therapie ist eine Behandlung der Ursache bzw. des Auslösers für die Dysbalance wichtig, um ein neuerliches Auftreten der Beschwerden zu vermeiden. Dysbalance evaluiert wird, was zumeist berufsbedingt nur schwer zu vermeiden ist, kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die Arbeitsposition in regelmäßigen Abständen zu verändern.

Allgemein ist es bei muskulären Dysbalancen empfehlenswert den Alltag aktiv und vielseitig zu gestalten, um einem Ungleichgewicht der Muskulatur vorzubeugen bzw. um dieses zu behandeln.

Je nach Beschwerdebild wird vom behandelnden Therapeuten folglich ein individuelles Übungsprogramm zusammengestellt, das jeden Tag für ca. 15 Minuten durchgeführt werden sollte.

Wer auf Faszienrolle und Fitnessstudio verzichten will, hat die Möglichkeit mit Hilfe von elektrischer Stimulation seine Muskulatur wiederaufzubauen. alltägliche Funktionen wiederhergestellt werden. und Koordination.Liegt der Fokus auf einem speziellen Muskel, können Kraft und Kraftausdauer durch spezielle Stimulationsprogramme auch isoliert aufgebaut werden. kann auch ausschließlich mit Hilfe von Biofeedback gearbeitet werden.

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