Eine Parese im Oberschenkel, also eine unvollständige Lähmung der Muskeln in diesem Bereich, kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von Verletzungen über Infektionen bis hin zu neurologischen Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen einer Oberschenkelparese, die diagnostischen Verfahren und die zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen.
Was ist eine Parese?
Bei einer Parese handelt es sich um einen Teilausfall motorischer Funktionen eines einzelnen Muskels, einer Muskelgruppe oder einer Extremität. Dieser Teilausfall kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Im Gegensatz dazu steht die Plegie, die eine vollständige Lähmung von Skelettmuskeln beschreibt. Wenn Nerven geschädigt werden, beispielsweise durch bestimmte Erkrankungen oder Verletzungen, kann die Kommunikation zwischen Muskulatur, Gehirn und Nerven nicht mehr richtig funktionieren. Die Folge davon sind Störungen hinsichtlich der Empfindung und Bewegung im jeweiligen Körperteil.
Es gibt im Bereich der Paresen mehrere Unterkategorien. So betrifft eine Monoparese jeweils nur ein Bein oder einen Arm. Unter einer Diparese versteht man hingegen die unvollständige Lähmung von zwei Gliedmaßen. Die Tetraparese ist gekennzeichnet durch eine Bewegungsunfähigkeit beider Beine und Arme. Die Dauer der Parese ist abhängig von der jeweiligen Ursache. Sie kann zwischen zwei bis drei Wochen variieren oder dauerhaft bestehen bleiben.
Symptome einer Oberschenkelparese
Abhängig von den Ursachen sowie den Krankheitsverläufen sind verschiedene Symptome bei Betroffenen zu beobachten. Ganz allgemein ist es Patienten, die unter einer Parese leiden, nicht mehr möglich, ihre körperliche Kraft in den von der Parese betroffenen Bereichen vollständig einzusetzen. Die Folge davon sind Missempfindungen oder Gefühlsstörungen. Beine, Füße, Arme oder Hände können von Brennen, Taubheit oder Kribbeln betroffen sein. Zum Teil ist es Personen, die unter einer Parese leiden, unmöglich, Berührungen, Kälte oder Hitze in den betroffenen Bereichen zu spüren. Zusätzlich kann auch das Schmerzempfinden deutlich verringert wahrgenommen oder komplett aufgehoben sein. Kraftlosigkeit in Armen oder Beinen, Gefühlsstörungen oder einseitige Lähmungen sind typische Anzeichen.
Motorische Paresen (Schwäche/Kraftlosigkeit) reichen von einer zeitweiligen Verunsicherung in der Bewegungskontrolle (z. B. Fallenlassen von Gegenständen) bis hin zu schweren Lähmungen. Typisch sind ein plötzlicher Beginn und ein wechselhafter Verlauf mit guten und schlechten Tagen. Funktionelle Gefühlsstörungen (auch Sensibilitätsstörungen genannt) können in Kombination mit motorischen Störungen oder als eigenständiges Symptom auftreten. Oft ist eine Körperhälfte betroffen (funktionelle Hemihypästhesie), manchmal ein ganzer Arm oder ein ganzes Bein.
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Ursachen einer Oberschenkelparese
Die Ursachen für eine Parese im Oberschenkel sind vielfältig. Grundsätzlich liegt der Parese eine Schädigung des motorischen Nervs zugrunde, der die Bewegung in einem Muskel einleitet. Insbesondere Verletzungen im Bereich des Kopfes oder des Rückenmarks können zu einer Parese führen. Außerdem sind auch Infekte wie Entzündungen der Nerven und Muskeln oder eine Borreliose Grund für das Auftreten einer Parese. Auch angeborene Erkrankungen wie Muskelschwund oder ein Tumor können Ursache für eine Parese sein. Darüber hinaus können Verletzungen durch eine Operation oder Einklemmungen Grund für das Auftreten von Paresen sein, sofern Nerven mechanisch geschädigt wurden. In seltenen Fällen können einige Gifte Schädigungen der Nerven bewirken, beispielsweise Bakteriengift bei einer Lebensmittelvergiftung.
Häufige Ursachen
- Verletzungen: Vor allem Verletzungen im Bereich des Kopfes oder des Rückenmarks können zu einer Parese führen.
- Infektionen: Infekte wie Entzündungen der Nerven und Muskeln oder eine Borreliose können eine Parese bewirken.
- Angeborene Erkrankungen: Angeborene Erkrankungen wie Muskelschwund können Ursache für eine Parese sein.
- Tumore: Auch ein Tumor kann eine Parese verursachen.
- Mechanische Schädigung: Verletzungen durch eine Operation oder Einklemmungen können Grund für das Auftreten von Paresen sein, sofern Nerven mechanisch geschädigt wurden.
- Gifte: In seltenen Fällen können einige Gifte Schädigungen der Nerven bewirken, beispielsweise Bakteriengift bei einer Lebensmittelvergiftung.
- Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbeln und sind gewissermaßen die Stoßdämpfer der Wirbelsäule. Wenn der Mantel der Bandscheibe reißt, kann dies dazu führen, dass der Kern der Bandscheibe auf das Rückenmark drückt. Hierdurch lassen sich dann unterschiedliche Beschwerden erklären, wie unter anderem Lähmungserscheinungen. Fällt der Bandscheibenvorfall nur gering aus, sind die betroffenen Nerven in der Lage, sich von selbst zu regenerieren.
- Funktionelle Störungen: Funktionelle Gefühls- und Bewegungsstörungen wie Lähmungserscheinungen (Paresen) oder Taubheitsgefühle treten meist unerwartet auf - oft in Situationen hoher seelischer Belastung. Ursache ist nicht eine strukturelle des Nervensystems. Diese Fehlanpassung findet jenseits der bewussten Kontrolle statt. Menschen, die bereits neurologische Ausfälle aufgrund einer anderen Krankheit haben, können zusätzlich funktionelle Ausfälle entwickeln. Psychische Risikofaktoren sind eine Depression, Angststörungen (einschl.
Spezifische Nervenläsionen im Oberschenkel
- Nervus cutaneus femoris lateralis: Der Nervus cutaneus femoris lateralis kann durch Druck und Verletzungen geschädigt werden. Der Name dieses Nervs bedeutet so viel wie „seitlicher Hautnerv des Oberschenkels“. Er vermittelt die Empfindung von Berührung, Schmerz und Temperatur am seitlichen und vorderen Oberschenkel. Zu einer Schädigung kommt es meist durch Druck. Patientinnen haben Beschwerden an der Vorder- bzw. Außenseite des Oberschenkels. Charakteristisch sind ein Kribbeln, brennende Schmerzen, Missempfindungen und Taubheit. Meistens ist nur eine Seite betroffen. Die Symptome treten vor allem dann auf, wenn der Druck auf den Nerv steigt - etwa beim Tragen enger Hosen („Jeanskrankheit“) und in der Schwangerschaft. Die Symptome werden bei vielen Patientinnen stärker, wenn sie das Hüftgelenk strecken, also das Bein nach hinten führen. Provozieren lassen sich die Beschwerden häufig auch durch langes Stehen bzw. Gehen sowie durch ein langes Liegen mit gestrecktem Bein. Die häufigste Ursache der Nervenschädigung ist eine Einklemmung (Kompression) im Bereich des Leistenbandes; dies wird Meralgia paraesthetica genannt. Eine wichtige Rolle spielt dabei oft eine ungünstige Anatomie. Seltene Ursachen sind Knochenwucherungen und weitere krankhafte Veränderungen. Nur selten handelt es sich um andere Auslöser, etwa einen wachsenden Tumor oder eine Verletzung. Manchmal liegt eine Nervenschädigung durch Diabetes vor; Nervenschäden durch Diabetes betreffen jedoch meist mehrere Nerven zugleich. Folgende Dinge erhöhen das Erkrankungsrisiko: Enge Hosen („Jeanskrankheit“), Schwangerschaft, Übergewicht, Fahrradfahren, langes Laufen oder ähnliche körperliche Anstrengung, Bettlägerigkeit, Diabetische Polyneuropathie, Erkrankungen im Bauchraum.
- Plexus lumbosacralis: Der Plexus lumbosacralis rekrutiert sich aus den ventralen Ästen der Spinalnerven L1-S3 sowie aus dem N. subcostalis - dem unter der 12. Rippe gelegenen ventralen Ast des 12. Thorakalnerven - und dem N. coccygeus, dem kaudalsten Spinalnerven (S4). Der Plexus lumbosacralis besteht aus dem Plexus lumbalis ([Th12] L1-L4) und dem Plexus sacralis (L5-S4), welcher den Plexus ischiadicus (L5-S3) und den Plexus pudendus (S2-S4) enthält. Schädigungen des Plexus lumbalis führen zu einer schlaffen Parese der vom N. femoralis und vom N. obturatorius versorgten Muskeln. Es kommt zu Paresen der Hüftbeugung, der Hüftadduktion sowie der Kniestreckung. Der Quadrizeps- und der Adduktorenreflex sind abgeschwächt oder erloschen. Sind die proximalen Plexusanteile mitbetroffen, findet sich eine Sensibilitätsstörung unterhalb der Leiste (N. ilioinguinalis und N. iliohypogastricus). Die Gefühlsstörung betrifft sonst die Vorderinnenseite des Oberschenkels (N. femoralis), die Vorderaußenseite des Oberschenkels (N. cutaneus femoris lateralis) und die Innenseite des Unterschenkels (N. saphenus). Schädigungen des Plexus sacralis führen zu einer Parese der ischiokruralen Muskulatur (also der Kniebeugung) sowie zu einer Parese der Unterschenkel-, Fuß- und Zehenmuskulatur. Eine Parese der Hüftabduktion (N. glutaeus superior, Mm. glutaei medius et minimus) kann ebenfalls auftreten. Eine Schädigung des N. glutaeus inferior führt zu einer Lähmung der Hüftstreckung (M. glutaeus maximus). Das hypästhetische Hautareal umfasst die Rückseite des Oberschenkels sowie die Haut des Unterschenkels und des Fußes mit Ausnahme des vom N. saphenus versorgten medialen Unterschenkels. Elektromyografisch finden sich je nach Akuität und Dauer der Schädigung pathologische Spontanaktivität in den betroffenen Muskeln oder Zeichen des chronisch-neurogenen Umbaus.
Einteilung nach Schädigungsort
Je nach Schädigungsort unterscheidet man zwei Formen der Parese:
- Zentrale Parese: Bei Schädigung des Nervs zwischen Gehirn und Vorderhornzelle des Rückenmarks (1. Motoneuron). Bei einer zentralen Parese liegt die Ursache im Gehirn oder Rückenmark. Bei zentralen Paresen befindet sich die gelähmte Muskulatur immer auf der Gegenseite zur Gehirnschädigung.
- Periphere Parese: Bei Schädigung des Nervs zwischen der Vorderhornzelle des Rückenmarks und der motorischen Endplatte des Muskels (2. Motoneuron). Bei einer peripheren Parese ist der Nerv in seinem Verlauf in Armen oder Beinen geschädigt. Periphere Paresen können einen oder mehrere Nerven betreffen. Eine Schädigung mehrerer Nerven im Bereich des Nervengeflechts bezeichnet man als Plexusparese. Man unterscheidet eine Armplexusparese (Plexus brachialis) und eine Beinplexusparese (Plexus lumbalis). Bei peripheren Lähmungen ist die Parese immer gleichseitig zur Schädigung.
Einteilung nach betroffener Extremität
Bei zentralen Paresen unterscheidet man, abhängig von der betroffenen Extremität:
- Monoparese: Die inkomplette Lähmung betrifft nur eine Extremität, z.B. den Arm.
- Paraparese: Beide Beine sind von der Lähmung betroffen, Arme sind nicht betroffen.
- Hemiparese: Arm und Bein einer Seite sind inkomplett gelähmt.
- Tetraparese: Eine inkomplette Lähmung aller vier Gliedmaßen (Arme und Beine) sowie eine gestörte Rumpf- und Kopfkontrolle sind vorhanden.
Diagnose einer Oberschenkelparese
Der von der Parese betroffene Patient wird sich zunächst an einen Arzt wenden. Um die korrekte Diagnose zu stellen, erfragt der Arzt in einem ausführlichen Gespräch, ob ein bestimmtes Ereignis, wie etwa eine bestimmte Vorerkrankung, eine Verletzung oder ein Unfall vorliegen bzw. vorgelegen haben. Anschließend führt der Arzt körperliche Untersuchungen durch, nimmt dem Patienten Blut ab und betrachtet neurologische Komponenten. Abhängig vom Befund folgen weitere Untersuchungen mithilfe einer Computertomografie, Kernspintomografie, Muskelbiopsie oder Gentests. Die Erkrankung ist gut behandelbar, besonders mit frühzeitiger Unterstützung wie einer Bewegungs- und Psychotherapie.
Die Diagnose einer Parese erfolgt durch eine klinische Untersuchung, bildgebende Verfahren und optional durch spezielle Zusatzuntersuchungen. Lähmungen sind durch eine Minderung der Muskelkraft gekennzeichnet. Aus diesem Grund werden zur klinischen Klassifizierung der verschiedenen Lähmungsgrade diverse Skalen zur Bewertung der Muskelkraft herangezogen. Eine häufig verwendete Skala ist der „Medical Research Council“ (MRC). Hierbei werden pro Muskel bzw. Bewegung Punkte von 0 bis 5 vergeben. 5 steht für normale Kraft und 0 für keine willkürliche Muskelkontraktion.
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Durch Elektromyographie (EMG) und Elektroneurographie (ENG/NLG) können Nervenleitgeschwindigkeit und Muskel genauer untersucht werden. Sie können bei der Ursachenfindung eine wichtige Rolle spielen. Um auf eine zentrale Schädigung können Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) Aufschluss geben. Der genaue Grund für die jeweilige Parese kann beispielsweise mit bildgebenden Verfahren herausgefunden werden.
Funktionelle Lähmung
Eine funktionelle Schwäche oder Lähmung wird üblicherweise am charakteristischen klinischen Erscheinungsbild erkannt (u. a. Diagnostik - Eine funktionelle Schwäche oder Lähmung wird üblicherweise am charakteristischen klinischen Erscheinungsbild erkannt. Gelegentlich werden zusätzliche bildgebende oder elektrophysiologische Verfahren angewandt, um eine Schädigung des Nervensystems auszuschließen. Allerdings handelt es sich nicht um eine reine „Ausschlussdiagnose“.
Behandlung einer Oberschenkelparese
Grundsätzlich ist ein frühzeitiger Behandlungsbeginn positiv für den weiteren Verlauf. Die Behandlungsmethoden bei der Parese sind abhängig vom Ergebnis der Diagnose. Ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung einer Parese sind physiotherapeutische Anwendungen. Diese stehen auch bei einer Reha im Fokus. Abhängig vom jeweiligen Auslöser und dem Schweregrad der Parese ist eine vollständige Heilung möglich.
Sollte ein Infekt Ursache für die Parese sein, kommen virushemmende Medikamente oder Antibiotika zum Einsatz. Hierdurch lassen sich die Nerven- und Muskelentzündungen behandeln. Die Symptome können auch von allein wieder verschwinden, wenn beispielsweise eine Gesichtslähmung mit unbekannter Ursache vorliegt. Sollte ein Tumor Ursache für die Parese sein, gilt es, den Tumor durch eine Operation bzw. oder Strahlenbehandlung zu entfernen. Eine Heilung ist bei einigen neurologischen Erkrankungen nicht möglich, weil die entsprechenden Nerven dauerhaft Schaden davongetragen haben.
Zur Behandlung motorischer und sensibler funktioneller Störungen haben sich sowohl physiotherapeutische als auch psychotherapeutische Verfahren bewährt.
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Konservative Behandlung
- Physiotherapie: Grundsätzlich ist eine Physiotherapie bei Paresen empfehlenswert. Mithilfe einer Massage lassen sich die gelähmten Bereiche beispielsweise aktivieren. Zusätzlich kann der Patient mithilfe des Physiotherapeuten Bewegungen einüben, die er im Alltag regelmäßig wiederholt und die stets anspruchsvoller werden. So lassen sich gezielt die schwachen Muskelgruppen ansprechen.
- Rehabilitation: Das Ziel einer Reha nach einer Parese ist es, den betroffenen Patienten wieder fit für den Alltag zu machen, auch mit krankheitsbedingten Handicaps. Wie der Alltag trotz der körperlichen Einschränkungen am besten bewältigt werden kann, ist ein wichtiges Thema in der Reha. Damit die Rehabilitationsmaßnahmen sinnvoll auf den Patienten zugeschnitten werden können, ist die genaue Befunderhebung sehr bedeutend. Der moderne Therapieansatz bei Paresen in der Rehabilitation stellt das aktive, das heißt selbstständige Üben von Bewegungen und Aktivitäten in den Mittelpunkt. Diese Übungen werden in Einzel- und Gruppentrainings durchgeführt. Wichtige Therapiekonzepte sind das Aufgabenorientierte Training und die Spiegeltherapie. Hierbei sollen alltagspraktische Fähigkeiten erlernt und Hirnareale zur Bewegungssteuerung angeregt werden.
- Medikamentöse Behandlung: Bei einem Infekt nutzt man Antibiotika oder virushemmende Medikamente, um die Nerven- und Muskelentzündungen zu behandeln. Bei neuropathischen Schmerzen kann eine Schmerztherapie erforderlich sein. Auch Kortison kommt hier manchmal in Betracht.
Operative Behandlung
Sollte ein Tumor Ursache für die Parese sein, gilt es, den Tumor durch eine Operation bzw. oder Strahlenbehandlung zu entfernen. Nötig wird ein solcher Eingriff, wenn durch die Spinalkanalstenose Lähmungen auftreten oder die Schmerzen trotz konventioneller Maßnahmen oder einer interventionellen Schmerztherapie unerträglich geworden sind. Zur operativen Behandlung stehen dem Wirbelsäulenchirurgen verschiedene Verfahren einzeln oder in Kombination zur Verfügung: das Abtragen von Knochengewebe, die Spondylodese (Versteifung von Wirbelsäulensegmenten) oder das Einsetzen eines Abstandhalters oder Wirbelsäulenspreizers.
Bei der Meralgia paraesthetica wird nur selten operiert, wenn die Beschwerden sehr stark sind bzw. nicht auf andere Behandlungsversuche ansprechen. Eine Möglichkeit besteht in der operativen Beseitigung aller einengenden Strukturen (Dekompression) und Freilegung des Nervs (Neurolyse). Eine zweite Möglichkeit ist es, den Nerv zu durchtrennen (Neurektomie) und gezielt Nervengewebe abzutragen. Diese Methode gilt als letzter Ausweg: Sie ist sehr wirksam gegen Schmerzen; sie führt jedoch auch zu einem dauerhaften Verlust des Empfindungsvermögens im betroffenen Hautbereich.
Funktionelle Elektrostimulation
Die funktionelle Elektrostimulation kann ausgezeichnet mit Aktivitäten des täglichen Lebens kombiniert werden. Bei zentralen Paresen, wie nach Schlaganfall oder Schädelhirntrauma, erfolgt die Rehabilitation angepasst an die Ziele des Patienten nach den Prinzipien des motorischen Lernens. Es werden spezifische Bewegungen, wie Greifen oder Gehen, die durch die Parese eingeschränkt sind, trainiert. Ist der periphere Nerv geschädigt, der Muskel also teils denerviert, ist eine Kombination aus aktiven Übungen und elektrischer Stimulation sinnvoll. Dies kann helfen, die Muskelkraft zu erhalten und somit eine Atrophie/Abbau der vom Nerv nicht mehr versorgten Muskelanteile verhindern und die Regeneration der Nerven fördern.
Verlauf einer Parese
Kann die Ursache der Nervenschädigung nicht behoben werden, kommt es durch die fortdauernde Lähmung meist zum Abbau von Muskelmasse (Atrophie). der Muskelfasern und zu vermehrten Fetteinlagerungen kommen. Das Ausmaß der Atrophie und der Fibrosierung geht mit dem Schweregrad der Lähmung einher. Abhängig vom Ausmaß der Parese tritt bei zentralen Schädigungen aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Gehirn im Rückenmark im Verlauf zusätzlich eine Spastik (erhöhte Muskelspannung) auf. man bei Multipler Sklerose oder Schlaganfall häufig von einer spastischen Parese. Je stärker die Parese, desto stärker die Spastik.
Tipps für den Alltag
- Meralgia paraesthetica: Vermeiden Sie das Tragen enger Hosen. Vermeiden Sie Streckbewegungen im Hüftgelenk. Gegebenenfalls kann eine Gewichtsreduktion hilfreich sein.
- Fußheberschwäche: Beispiel für eine Übung bei einer Fußhebeparse: Versuchen Sie, Ihren Fuß im Sitzen auf die Ferse zu stellen. Auch wenn keine Bewegung möglich ist, wird dennoch ein Bewegungsimpuls gesendet. Stellen Sie sich zusätzlich die Bewegung im Geist vor. Nach zehnmal machen Sie eine Minute Pause, um die Übung dann für drei bis vier Runden zu wiederholen. Regelmäßiges Üben ist sehr wichtig, um Veränderungen herbeizuführen.
- Faszialparese: Befeuchten Sie Ihre Augen regelmäßig und versuchen Sie nicht, Grimassen zu schneiden oder kraftvolle Bewegungen zu machen.
- Allgemein: Seien Sie geduldig.
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