Spezialisten für Parkinson in Braunschweig und Wolfsburg: Umfassende Versorgung von Bewegungsstörungen

Die Behandlung von Bewegungsstörungen, insbesondere des Morbus Parkinson, auch in fortgeschrittenen Stadien, stellt einen Schwerpunkt in der neurologischen Versorgung in der Region Braunschweig und Wolfsburg dar. Mehrere Einrichtungen bieten spezialisierte Leistungen für Parkinson-Patienten an. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Parkinson-Behandlung in dieser Region und stellt wichtige Anlaufstellen vor.

Neurologische Akutversorgung in Braunschweig

Als einzige Neurologische Akutklinik in der Region versorgt das Klinikum Braunschweig jährlich über 4.500 stationäre Patientinnen und Patienten. Die Klinik verfügt über 91 Betten, verteilt auf vier Stationen, inklusive einer überregional zertifizierten Stroke Unit und Neurologischer Intensivstation. Das neurologische Team umfasst hoch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte mit Erfahrung in allen neurologischen Krankheitsbildern.

Schwerpunkte der Neurologischen Klinik

Die Neurologische Klinik am Städtischen Klinikum Braunschweig unter der Leitung von Chefärztin PD Dr. Annette Spreer bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen. Zu den Schwerpunkten gehören:

  • Stroke Unit: Spezialstation zur Intensivüberwachung von Schlaganfallpatienten.
  • Teleneurologie: Ferndiagnostik von Schlaganfallpatienten mittels Video- und Tonübertragung.
  • Neuroimmunologie: Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose.
  • Neurologische Intensivstation: Gemeinsame Betreuung mit Internisten.
  • Epilepsie: Abklärung, Klassifizierung und Behandlung von Epilepsien und epileptischen Anfällen.
  • Klinische Neuropsychologie: Behandlung der Folgen von Hirnverletzungen auf Intellekt und Psyche.
  • Neurophysiologie: Untersuchung der Funktionsweise des Nervensystems.
  • Logopädie: Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.
  • Ergotherapie: Wiedererlangen und Erhalten der Handlungsfähigkeit.
  • Physiotherapie: Angebot am Standort Salzdahlumer Straße.

Die Klinik wurde in der aktuellen stern-Klinikliste 2025/2026 für ihre besondere Expertise im Bereich Multiple Sklerose (MS) ausgezeichnet und zählt damit zu den führenden neurologischen Kliniken Deutschlands. Neben der MS-Versorgung wird auch der interdisziplinäre Schwerpunkt Neuroonkologie im Rahmen des Cancer Centers Braunschweig hervorgehoben.

Behandlung von Bewegungsstörungen im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt der Neurologischen Klinik liegt in der Behandlung von Bewegungsstörungen, insbesondere bei Parkinson-Syndromen oder dystonen Erkrankungen. Zudem wird die Botulinumtoxin-Therapie bei neurogenen Bewegungsstörungen und Spastik angeboten.

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Morbus Parkinson: Spezielle Therapieangebote

Die Behandlung von Morbus Parkinson, auch in fortgeschrittenen Stadien, ist ein besonderes Anliegen. Beweglichkeit, Zittern und Muskelsteifigkeit können durch medikamentöse Therapien meist deutlich gebessert werden. Allerdings bemerken viele Patienten nach durchschnittlich 5-10 Jahren eine geringere Wirkdauer der Medikamente und Fluktuationen in ihrer Beweglichkeit. Für diese Patienten bietet die Klinik eine ärztliche Videobegleitung an, mit welcher die Patienten engmaschig und intensiv in ihrem häuslichen Umfeld behandelt werden können. Auch in fortgeschrittenen Stadien existieren Therapiemöglichkeiten.

Dr. Klippel und Dr. Moshagen halten regelmäßig Vorträge zum Thema Morbus Parkinson, unter anderem bei der Regionalgruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

Weitere neurologische Kompetenzen in Braunschweig

Neben dem Klinikum Braunschweig gibt es weitere Fachärzte und Einrichtungen, die neurologische Leistungen anbieten.

Praxis Dr. Klippel und Dr. Mielczarek

Die Facharztpraxis für Neurologie von Dr. med. Ekkehard Klippel und Dr. med. Mark M. Mielczarek bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen. Die Praxis befasst sich mit vielfältigen Beschwerden des Nervensystems und der Muskulatur und arbeitet eng mit anderen medizinischen Fachrichtungen zusammen.

Leistungsspektrum der Praxis

Das Leistungsspektrum der Praxis umfasst die differenzierte Abklärung, Beratung, Therapie sowie Primär- und Sekundärprävention sämtlicher akuter und chronischer neurologischer Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:

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  • Migräne, Spannungs- und Cluster-Kopfschmerzen, kraniale Neuralgien
  • Schwindel, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen
  • Einschränkungen des Seh-, Sprach-, Sprech- und Hörvermögens einschließlich Tinnitus
  • Schmerzen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Lähmungen, Zuckungen, Zittern
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Wesensänderungen, Schlafstörungen
  • Neurodegenerative Prozesse und dementielle Entwicklungen (z. B. Alzheimer-Erkrankung)
  • Epileptische Anfälle und nicht-epileptische Bewusstseinsstörungen (Synkopen)
  • Multiple Sklerose, andere autoimmun-entzündliche Erkrankungen des ZNS
  • Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen bzw. Blutungen des zentralen Nervensystems
  • Verengungen, Dissektionen und Verschlüsse hirnversorgender Gefäße
  • Entzündliche Prozesse der Hals-, Gesichts- und Hirngefäße (z. B. Arteriitis cranialis)
  • Bewegungsstörungen (Parkinson, Chorea, Ataxie, Dystonie, Tics, Restless-legs-Syndrom)
  • Rückenmarkserkrankungen, Querschnittslähmungen
  • Chronische Rückenschmerzen, degenerative Wirbelsäulen-/ Bandscheibenveränderungen
  • Periphere Nervenerkrankungen (z. B. Hirnnervenläsionen, Schädigungen der Arm- und Beinnerven, Polyneuropathien)
  • Amyotrophe Lateralsklerose und andere Motoneuronerkrankungen
  • Neuromuskuläre Überleitungsstörungen (Myasthenia gravis, Lambert Eaton-Syndrom)
  • Muskelerkrankungen (z. B. Myositis) und Muskelschmerzen (Myalgien)
  • Maligne Erkrankungen und paraneoplastische Syndrome des Nervensystems
  • Erkrankungen des vegetativen Nervensystems (Schweißsekretions-, Blasen- und Darmentleerungsstörungen)
  • Liquorzirkulationsstörungen (Normaldruckhydrozephalus, Pseudotumor cerebri)

Diagnostische Verfahren

Zur sicheren differentialdiagnostischen Abgrenzung der unterschiedlichen Krankheitsbilder bietet die Praxis eine individuell abgestimmte, ganzheitliche und fachlich hochqualitative Diagnostik gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Zu den eingesetzten Untersuchungsverfahren gehören:

  • Erhebung der Anamnese und des klinisch-neurologischen Untersuchungsbefundes
  • Neuropsychologische Testverfahren zur Prüfung der Gedächtnis-/ Konzentrationsleistung
  • Ultraschalldiagnostik hirnversorgender Hals- und Kopfgefäße, Ermittlung individueller Schlaganfallrisiken
  • Sensible und motorische Elektroneurographie (ENG)
  • Muskelfunktionsprüfungen (Elektromyographie, EMG)
  • Messung der akustisch (AEP), visuell (VEP) und somatosensibel (SEP) evozierten Potentiale
  • Elektroenzephalographie (EEG), Schlafentzugs-EEG, Provokations-EEG mit begleitender Hyperventilation bzw. Photostimulation
  • Indikationsstellung zur weiterführenden klinisch-apparativen Diagnostik wie thermische Vestibularisprüfung bzw. motorisch evozierte Potentiale (MEP)
  • Indikationsstellung zur neuroradiologischen Diagnostik (CT, MRT, Angiographie)
  • Indikationsstellung zur Tiefenhirnstimulation (Hirnschrittmacher), Liquorshunt-Implantation bzw. anderen neurochirurgischen und neuroradiologischen Verfahren

Verkehrsmedizinische Begutachtung

Dr. med. Mark M. Mielczarek verfügt über die verkehrsmedizinische Qualifikation gemäß § 11 Abs. 2 S. 3 Nr. 1 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) nach zusätzlicher Weiterbildung bescheinigt durch die Ärztekammer Niedersachsen.

Kooperationen für eine bessere Versorgung

Die Neurologische Klinik des Klinikums Braunschweig ist Teil des am Klinikstandort Salzdahlumer Straße zusammengefassten Neuro-Zentrums. Dieses arbeitet eng mit der Neurochirurgie (Chefarzt Prof. Dr. Zweckberger), der Radiologie/Neuroradiologie (Chefarzt Prof. Dr. Wiggermann), der Kardiologie (Chefarzt Prof. Dr. Heintzen) und der Gefäßchirurgie (Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Röttger) zusammen.

Interdisziplinäre Schlaganfallversorgung

Für eine exzellente Schlaganfallversorgung sind die überregional zertifizierte Stroke Unit, die Neurologische Intensivstation sowie die Interdisziplinarität an einem Standort mit interventioneller Neuroradiologie (z.B. systemische und intraarterielle Thrombolyse, Katheterthrombektomie, Carotis-Stent, Aneurysma-Coiling), Neurochirugie (bei erforderlicher operativer Therapie) und Kardiologie (z.B. Versorgung von Vorhofflimmern) von großer Bedeutung.

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