Parkinson und Ernährung: Erfahrungen und aktuelle Erkenntnisse

Morbus Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die durch einen Mangel an Dopamin verursacht wird. Betroffene und ihre Angehörigen sind oft verängstigt und unsicher, wenn sie die Diagnose erhalten. Dieser Artikel soll einen Überblick über die Erfahrungen im Umgang mit Parkinson, die Rolle der Ernährung und andere wichtige Aspekte geben, um ein selbstbestimmtes Leben trotz der Erkrankung zu ermöglichen.

Umgang mit der Krankheit

Akzeptanz und aktive Lebensgestaltung

Es ist wichtig, die Krankheit zu akzeptieren und aktiv an der Lebensgestaltung teilzunehmen. Dr. Helmut Schröder, ein Arzt, der selbst an Parkinson erkrankt war, betonte, wie wichtig es ist, sich Alltagskompetenzen zu erhalten und eine positive Lebenseinstellung zu bewahren.

Medizinische Hintergründe

Parkinson wird durch einen Mangel des Neurotransmitters Dopamin verursacht. Die ersten Symptome können subtil sein, und der Krankheitsverlauf ist individuell unterschiedlich. Es gibt jedoch verschiedene medizinische Behandlungen, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Was wirklich hilft

L-Dopa ist ein häufig verwendetes Medikament zur Behandlung von Parkinson. Physiotherapie und autogenes Training können ebenfalls hilfreich sein, um die körperlichen und geistigen Funktionen zu erhalten.

Ernährung bei Parkinson

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Parkinson. Es gibt keine spezielle Diät für Parkinson, aber bestimmte Ernährungsstrategien können helfen, die Symptome zu lindern und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.

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Allgemeine Ernährungsempfehlungen

  • Ausgewogene Ernährung: Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß ist wichtig, um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe können helfen, Verstopfung zu vermeiden, die ein häufiges Problem bei Parkinson ist.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, um den Körper hydriert zu halten und Verstopfung zu vermeiden.
  • Vermeidung von bestimmten Lebensmitteln: Einige Lebensmittel können die Symptome von Parkinson verschlimmern. Dazu gehören stark verarbeitete Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke und Alkohol.

Spezielle Ernährungsstrategien

  • Eiweißreiche Ernährung: Eiweiß kann die Wirkung von L-Dopa beeinträchtigen. Es wird empfohlen, Eiweiß in kleinen Mengen über den Tag verteilt zu essen und die Einnahme von L-Dopa zeitlich zu trennen.
  • Fettarme Ernährung: Eine fettarme Ernährung kann helfen, die Aufnahme von L-Dopa zu verbessern.
  • Vitamin B1 und B6: Ein Mangel an Vitamin B1 und B6 kann neurologische Erkrankungen verursachen. In einigen Fällen kann eine Supplementierung mit diesen Vitaminen hilfreich sein. Es ist jedoch wichtig, die Dosierung mit einem Arzt abzusprechen, da eine Überdosierung von Vitamin B6 zu Nervenschäden führen kann.

Almased und Parkinson

Für eine breit angelegte Studie sucht das Westdeutsche Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf bundesweit Typ-2-Diabetiker, die mithilfe von Almased ihren Stoffwechsel aktivieren und dabei abnehmen möchten. Es gibt jedoch keine spezifischen Studien, die die Wirkung von Almased bei Parkinson untersuchen.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Schluckstörungen sind ein häufiges Problem bei Parkinson. Sie können dazu führen, dass Flüssigkeiten oder Speisen in die Atemwege gelangen (Aspiration) und dort eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursachen. Zudem drohen Mangelernährung und Dehydrierung, wenn Betroffene nicht mehr ausreichend Nahrung aufnehmen können.

Maßnahmen bei Schluckstörungen

  • Andickungsmittel: Andickungsmittel können helfen, Flüssigkeiten und Speisen in eine festere Konsistenz zu bringen, um das Schlucken zu erleichtern und das Risiko des Verschluckens zu reduzieren.
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, die Schluckmuskulatur zu stärken und die Schlucktechnik zu verbessern.
  • Anpassung der Ernährung: Die Konsistenz der Nahrung sollte an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Weiche oder pürierte Speisen sind oft leichter zu schlucken.

Andickungsmittel im Detail

Andickungspulver sind spezielle Bindemittel, die Speisen und Getränke in eine festere Konsistenz bringen. Sie sind geschmacksneutral und beeinflussen weder Geruch noch Aussehen der angedickten Speisen und Getränke. Moderne Andickungsmittel klumpen nicht und dicken nicht nach. Sie sind vielseitig einsetzbar und ermöglichen verschiedene Konsistenzstufen von leicht dickflüssig bis puddingartig.

Anwendung von Andickungspulver

  1. Konsistenzstufe festlegen: Die Logopädin oder der Therapeut legt anhand von Schluck-Tests und Untersuchungen die geeignete Andickungsstufe fest.
  2. Menge abmessen: Anhand der gewünschten Konsistenz und des Volumens der Flüssigkeit entnehmen Sie die erforderliche Menge Pulver.
  3. Pulver einrühren: Geben Sie das Andickungspulver in die vorbereitete Flüssigkeit oder Speise. Rühren Sie sofort gründlich um.
  4. Kurz warten und prüfen: Lassen Sie die angedickte Zubereitung einen Moment stehen, damit sich die finale Konsistenz einstellen kann. Prüfen Sie, ob die gewünschte Dickflüssigkeit erreicht wurde.
  5. Ggf. nachjustieren: Falls die Konsistenz noch zu dünn ist, können Sie etwas Pulver nachstreuen und erneut umrühren. Ist sie zu dick geraten, kann durch Zugabe von Flüssigkeit vorsichtig verdünnt werden.

Für wen sind Andickungspulver geeignet?

Andickungspulver kommen überall dort zum Einsatz, wo Menschen Schwierigkeiten beim Schlucken haben. In der Pflege und Medizin sind sie fester Bestandteil der Versorgung: Insbesondere ältere Personen in Pflegeheimen, Schlaganfall-Patienten in Reha-Kliniken sowie Menschen mit neurologischen Erkrankungen (Parkinson, ALS u.a.) profitieren täglich von angedickter Kost.

Bekannte Marken

Bekannte Marken für Andickungspulver sind zum Beispiel Thick & Easy (von Fresenius Kabi), Resource ThickenUp Clear (von Nestle Health Science), Nutilis (von Nutricia) oder JONOVA Andickungspulver.

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Weitere Aspekte der Parkinson-Behandlung

Neben Ernährung und Medikamenten gibt es weitere Aspekte, die bei der Behandlung von Parkinson eine wichtige Rolle spielen:

Bewegung und Sport

Regelmäßige Bewegung und Sport können helfen, die körperliche Funktion zu erhalten und die Symptome von Parkinson zu lindern. Krafttraining kann helfen, die Muskulatur zu stärken und Rückenschmerzen zu reduzieren.

Personal Training

Personal Training kann speziell auf die Wünsche und Zielsetzungen jedes einzelnen Kunden zugeschnitten werden. Unter professioneller Anleitung wird ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm erstellt, das auf die individuellen Bedürfnisse und Probleme angepasst ist.

Kursprogramm

Ein vielfältiges Kursprogramm bietet die Möglichkeit, aus unterschiedlichen Kursen zu wählen und somit für sich passende Group-Workouts zu besuchen.

Stressbewältigung

Stress kann die Symptome von Parkinson verschlimmern. Entspannungstechniken wie Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.

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Schlaf

Guter Schlaf ist wichtig für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden. Schlafstörungen sind ein häufiges Problem bei Parkinson. Es gibt verschiedene Strategien, die helfen können, den Schlaf zu verbessern, wie z.B. eine regelmäßige Schlafroutine, eine ruhige Schlafumgebung und die Vermeidung von Koffein und Alkohol vor dem Schlafengehen.

Anti-Aging und Fasten

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler verschiedene Mechanismen erforscht, die dem Altern zugrunde liegen. Dabei zeigte sich, dass sich viele Alterserscheinungen durch unsere Lebensweise positiv beeinflussen lassen.

Hormonelle Komponente des Älterwerdens

Etwa ab 40 Jahren verringert sich die Produktion Gewebe verjüngender Hormone. Dazu zählen die Geschlechtshormone Östrogene, Gestagene und Testosteron sowie das Wachstumshormon STH aus der Hypophyse. Die Konzentration des Nebennierenhormons DHEA sinkt bereits ab dem 25. Lebensjahr. Die Hormone sind maßgeblich beteiligt an Gewebeerneuerung, Fettabbau und Muskelerhalt sowie an Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Merkfähigkeit.

Entzündungsvorgänge

Fortwährende Entzündungsvorgänge führen ebenfalls zu vorzeitiger Alterung aller Zellen und Gewebe. Entzündungsfördernd sind neben freien Radikalen sogenannte AGE-Produkte (Advanced Glycation Endproducts). Das sind unlösliche Zucker-Eiweißverbindungen, die im Stoffwechsel entstehen.

Fasten und Kalorienrestriktion

Viele Studien belegen, dass eine Einschränkung der Kalorienaufnahme die Lebensdauer verlängert und das Auftreten altersbedingter Erkrankungen verzögert. Kalorienreduktion bedeutet entweder generell eine über Jahre um 20-30 Prozent verringerte Nahrungszufuhr oder aber intermittierendes, also vorübergehendes und wiederholtes Fasten.

Positive Wirkungen des Fastens

  • Verringerung zellschädigender Substanzen wie AGEs
  • Steigerung der Aktivität der Mitochondrien
  • Regeneration des Coenzyms NAD
  • Verbesserung der Funktion und Aktivität der Mitochondrien
  • Aktivierung von Genen (SIR) und Produktion von Enzymen, den Sirtuinen (SIRT 1-7)
  • Verbesserung der Abwehr- und DNA-Reparaturfunktion
  • Mobilisation von Fett aus dem Fettgewebe
  • Beeinflussung des Glucoseumsatzes und der Insulinsensitivität
  • Reduktion des oxidativen Stress
  • Erhöhung der allgemeinen Stressresistenz
  • Senkung des Blutdrucks
  • Verbesserung der Stoffwechselparameter wie Reduktion von Serumlipiden und Blutzucker
  • Erhöhte Insulinsensitivität
  • Verringerung der Häufigkeit von Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen durch Arteriosklerose
  • Schutz des Herzmuskels und seiner Funktion
  • Rückgang von Entzündungsparametern
  • Verbesserung kognitiver Fähigkeiten
  • Linderung von Depressionen
  • Verbesserung der Schlafqualität
  • Schutz von Hirn und Nervenbahnen

Abnehmen und Diäten

Gewicht zu verlieren erfordert eine negative Kalorienbilanz durch Ernährungsumstellung und Sport. Es gibt verschiedene Diäten, die beim Abnehmen helfen können.

Trend-Diäten

  • Säure-Basen-Diät: Diese Diät basiert auf der Annahme, dass eine Übersäuerung des Stoffwechsels die Ursache für viele gesundheitliche Störungen ist.
  • Intervallfasten: Diese Methode beruht auf der Annahme, dass der menschliche Körper ursprünglich darauf konditioniert ist, dass auf Zeiten der Nahrungsaufnahme Fastenintervalle folgen.
  • Keto-Diät: Bei dieser Diät wird radikal auf Kohlenhydrate verzichtet, um den Körper in die Ketose zu bringen.
  • Sirtfood-Diät: Bei dieser Diät werden vorrangig Superfoods gegessen, die den Stoffwechsel anregen und mobilisieren sollen.
  • Thonon-Diät: Bei dieser Diät wird eine radikale Kalorienreduzierung angewandt, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viel abzunehmen.
  • Low-Carb-Diät: Bei dieser Diät werden kohlenhydrathaltige Lebensmittel nur selten auf dem Speiseplan stehen.

Eiweißpulver

Eiweißpulver kann helfen, den erhöhten Bedarf an Proteinen beim Krafttraining zu decken und den Muskelaufbau zu unterstützen. Spezielle Shakes mit Proteinen können auch beim Abnehmen unterstützen.

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