Parkinson Selbsthilfegruppe Waiblingen: Unterstützung und Information für Betroffene im Rems-Murr-Kreis

Einführung

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Im Rems-Murr-Kreis und anderswo suchen Betroffene und ihre Angehörigen Unterstützung und Informationen, um mit den Herausforderungen dieser Krankheit besser umgehen zu können. Eine wichtige Anlaufstelle ist die Parkinson Selbsthilfegruppe Waiblingen, die im Rahmen der Regionalgruppe Rems-Murr der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) aktiv ist.

Parkinson im Rems-Murr-Kreis: Eine wachsende Herausforderung

Deutschlandweit leiden rund 400.000 Menschen an Parkinson, und die Tendenz ist steigend. Auch im Rems-Murr-Kreis nimmt die Zahl der Betroffenen zu, was sich unter anderem an den steigenden Teilnehmerzahlen bei den Treffen der Regionalgruppe Rems-Murr der dPV zeigt. Mittlerweile kommen regelmäßig 60 bis 80 Menschen zu den Treffen in Waiblingen.

Die Parkinson Selbsthilfegruppe Waiblingen: "Von Betroffenen - für Betroffene"

Die Selbsthilfegruppe im Rems-Murr-Kreis besteht seit über 30 Jahren. Sie bietet einen Rahmen für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung. Die Gruppe richtet sich an Menschen mit Parkinson, aber auch an Angehörige, Bekannte und Interessierte.

Ziele und Angebote der Selbsthilfegruppe:

  • Information: Die Gruppe informiert über die chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die auftritt, wenn der Körper den notwendigen Nervenbotenstoff Dopamin nicht mehr ausreichend herstellen kann.
  • Austausch: Die Treffen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.
  • Unterstützung: Die Gruppe unterstützt Betroffene und Angehörige im Umgang mit der Krankheit, indem sie Tipps und Informationen zu Hilfsmitteln, Therapien und anderen relevanten Themen gibt.
  • Vorträge: Bei den Treffen finden regelmäßig Vorträge zu unterschiedlichen Themen statt, die nicht immer speziell Parkinson betreffen. So wurden beispielsweise bereits der Hausnotruf des DRK oder das Ausstellen einer Vollmacht thematisiert.
  • Geselligkeit: Neben den Vorträgen bietet die Gruppe auch die Möglichkeit, in gemütlicher Atmosphäre Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Treffen und Veranstaltungen:

Die Gruppentreffen finden (Juli und August Sommerpause) am letzten Mittwoch eines Monats in Waiblingen im Bürgerzentrum, An der Talaue 4, im Raum “Studio” statt (Beginn 15.00 Uhr).

Welt-Parkinson-Tag:

Am Welt-Parkinson-Tag informiert die Regionalgruppe unter dem Motto „Von Betroffenen - für Betroffene“ über die Erkrankung. Mitglieder der Gruppe stehen Rede und Antwort und bieten unverbindliche Informationen für Betroffene und Angehörige.

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Warum eine Selbsthilfegruppe wichtig ist

Viele Parkinson-Patienten ziehen sich nach der Diagnose zurück, aus Angst vor Stigmatisierung oder Unverständnis. In einer Selbsthilfegruppe finden sie einen geschützten Raum, in dem sie offen über ihre Erfahrungen und Sorgen sprechen können.

Heike Schiller, stellvertretende Regionalgruppenleiterin, betont:

  • "In der Gruppe fühle ich mich frei. Wenn mir etwas aus der Hand fällt, mein Medikamentenwecker klingelt oder ich zittere, dann muss ich mir keine Gedanken machen, was die anderen wohl über mich denken."
  • "Viele wollen nicht zeigen, dass etwas nicht stimmt. Dass man sich in der Gruppe darüber keine Gedanken machen muss, ist eine Erleichterung."

Weitere Vorteile einer Selbsthilfegruppe:

  • Gegenseitiges Verständnis: Die Mitglieder verstehen die Herausforderungen, mit denen Parkinson-Patienten konfrontiert sind, aus eigener Erfahrung.
  • Praktische Tipps: Betroffene können voneinander lernen, welche Strategien und Hilfsmittel im Alltag hilfreich sind.
  • Soziale Kontakte: Die Gruppe bietet die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen und sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Stärkung des Selbstbewusstseins: Durch den Austausch mit anderen Betroffenen können Patienten ihr Selbstbewusstsein stärken und lernen, mit der Krankheit selbstbestimmt umzugehen.

Junge Parkinson-Erkrankte: Besondere Herausforderungen

Parkinson ist keine reine Alterskrankheit. Auch jüngere Menschen können betroffen sein. Heike Schiller, die mit 52 Jahren zu den jüngeren Erkrankten zählt, berichtet von ihren Erfahrungen:

  • Die Diagnose kam erst spät, nachdem ihre Symptome zunächst auf andere Ursachen geschoben wurden.
  • Sport, ausgewogene Ernährung und Stressvermeidung sind wichtige Faktoren im Umgang mit der Krankheit.
  • Die Selbsthilfegruppe war für sie von Beginn an sehr wichtig, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Unterstützung zu finden.
  • Sie engagiert sich ehrenamtlich in der dPV, um anderen Betroffenen zu helfen und zu zeigen, dass man trotz Parkinson ein aktives Leben führen kann.

Hilfsmittel und Therapien

Neben Medikamenten gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln und Therapien, die Parkinson-Patienten im Alltag unterstützen können.

Beispiele:

  • Technische Hilfsmittel: Spezielle Computermäuse, die das Zittern der Hände ausgleichen, Matratzen oder orthopädische Hilfsmittel.
  • Ergotherapie: Hilft bei der Verbesserung der Feinmotorik und der Koordination.
  • Physiotherapie: Fördert die Beweglichkeit und die Muskelkraft.
  • Logopädie: Unterstützt bei Sprach- und Schluckbeschwerden.
  • Sport und Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Geeignet sind beispielsweise Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen, Krafttraining, Dehnen, Rehasport und Spaziergänge. Dienstags von 10.00-12.00 Uhr gibt es beim TV Oeffingen für Parkinson-Erkrankte und Senioren eine neue Gruppe zum Tischtennisspielen.

Die Rolle der Angehörigen

Auch Angehörige von Parkinson-Patienten sind von der Krankheit betroffen. Sie übernehmen oft eine wichtige Rolle bei der Pflege und Unterstützung der Betroffenen. Die Selbsthilfegruppe bietet auch Angehörigen die Möglichkeit, sich auszutauschen, Informationen zu erhalten und Unterstützung zu finden.

Selbsthilfe im Rems-Murr-Kreis: Vielfältig und bunt

Im Rems-Murr-Kreis gibt es mehr als 100 Selbsthilfegruppen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen bzw. bei gesundheitlichen Herausforderungen wertvolle Hilfe bieten. Die Selbsthilfekontaktstelle des Rems-Murr-Kreises bietet Beratung und Unterstützung für Menschen, die an Selbsthilfe interessiert sind, sowie für bestehende Selbsthilfegruppen.

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Angebote der Selbsthilfekontaktstelle:

  • Kostenlose Beratung für Menschen, die an Selbsthilfe interessiert sind
  • Information zu bereits bestehenden Selbsthilfegruppen im Rems-Murr-Kreis
  • Unterstützung bei der Gründung von neuen Selbsthilfegruppen
  • Beratung und Unterstützung von Gruppen bei organisatorischen und finanziellen Fragen
  • Beratung und Unterstützung bei Konflikten und Problemen in den Selbsthilfegruppen (auf Anfrage)
  • Unterstützung von Selbsthilfegruppen bei deren Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung

Alle Gespräche sind vertraulich. Kontaktdaten und Informationen zu Personen und Gruppen werden nur auf Wunsch veröffentlicht.

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