Parkinson-Krankheit: Informationen für den Alltag

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen in vielfältiger Weise beeinflussen kann. Sie ist nach dem englischen Arzt Dr. James Parkinson benannt, der sie 1817 erstmals beschrieb. Obwohl Parkinson nicht heilbar ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und den Alltag besser zu bewältigen. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen und praktische Tipps für Betroffene und ihre Angehörigen.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Sie beginnt schleichend und schreitet langsam voran. Die Parkinson-Krankheit oder das Parkinson-Syndrom ist eine nicht heilbare, meist langsam fortschreitende Krankheit des Nervensystems. Parkinson ist eine "neurodegenerative“ Krankheit, d.h. konkret: In einer bestimmten Hirnregion, den Basalganglien, werden Nervenzellen abgebaut, die den Neurotransmitter Dopamin herstellen. Aufgrund des Zellabbaus entsteht ein Dopamin-Mangel. Dadurch kommt es zu einer Unteraktivierung der Hirnrinde, die die Motorik steuert.

Manche Erkrankungen können typische Symptome von Parkinson auslösen. Hierbei unterscheidet man verschiedene Formen:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS): Dies ist die häufigste Form, bei der die Symptome ohne erkennbare Ursache auftreten. Sie macht etwa drei Viertel der Fälle aus (Morbus Parkinson).
  • Medikamente, Giftstoffe, bestimmte Krankheiten oder mechanische Gewalteinwirkungen: Sie können Parkinson auslösen.
  • Genetische Formen: In seltenen Fällen wird Parkinson durch einen Defekt in einem einzelnen Gen ausgelöst (monogenetische Formen).
  • Atypische Parkinson-Syndrome: Die Symptome treten aufgrund einer anderen neurodegenerativen Erkrankung auf.

Symptome der Parkinson-Krankheit

Parkinson ist durch Leitsymptome charakterisiert, die alle mit der Bewegungsfähigkeit zu tun haben:

  • Bradykinese: Die Bewegungsverlangsamung gilt als Hauptsymptom.
  • Rigor: Erhöhter Muskeltonus, der zu einer Steifigkeit führt, die auch mit Schmerzen verbunden ist. Es kann zu ruckartigen Bewegungen kommen.
  • (Ruhe-)Tremor: Zittern oder wiederholte Bewegungen, oft in körperlichem Ruhezustand. Typisch sind schnelle Bewegungen der Finger.

Neben diesen Hauptsymptomen treten oft weitere Symptome auf:

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  • Kurzzeitige Bewegungsstarre
  • Eingeschränkte Mimik
  • Depressionen
  • Sehr starkes Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Schlafprobleme
  • Sexuelle Schwierigkeiten
  • Beeinträchtigte Darmfunktion
  • Blasenprobleme
  • Verlangsamung von Gedankengängen
  • Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit

Vorboten der Krankheit sind oft vegetative, psychisch-kognitive Störungen und Beeinträchtigungen der Sinnesorgane. Ein charakteristisches Frühsymptom der Parkinson-Erkrankung, das oft schon Jahre vor den Bewegungssymptomen auftritt, ist eine Riechstörung. Neun von zehn Patientinnen und Patienten sind davon betroffen. Manchmal ist auch der Geschmackssinn beeinträchtigt, was zur Appetitlosigkeit führt. Ein weiteres Frühsymptom sind Schlafstörungen. Betroffene haben Ein- und Durchschlafprobleme, häufig sind auch ungesteuerte Beinbewegungen sowie Krämpfe. Eine häufige Begleiterscheinung sind Verstopfungen. Man geht davon aus, dass auch die Darmtätigkeit von den steifen Muskeln beeinträchtigt ist. Typisch sind außerdem Probleme mit der Blase, vor allem ein häufiger Harndrang. Hinzu kommt, dass im Verlauf der Erkrankung das Kauen, Schlucken und sogar das Sprechen schwerfällt, da auch die Mundmuskulatur versteift. Bereits am Anfang der Parkinson-Krankheit können zudem leichte kognitive Einschränkungen bestehen, also beispielsweise Probleme, sich an Dinge zu erinnern. Im Verlauf können sich diese dann deutlich verschlechtern. Leider begünstigt das wiederum schwere Begleiterkrankungen, die häufig zusammen mit einer Parkinson-Krankheit auftreten: Depressionen, Angststörungen und Demenz.

Alltag mit Parkinson: Herausforderungen und Lösungen

Die Parkinson-Krankheit geht mit vielen Symptomen einher, die den Alltag deutlich schwerer machen. Gangunsicherheiten, das sogenannte „Freezing“ mitten in der Bewegung, Probleme beim Sprechen oder Schlucken bis hin zu Schwierigkeiten in der Feinmotorik sind nur einige der möglichen Auswirkungen der Krankheit. Parkinson beeinträchtigt die Mimik, das Gangbild und die Bewegungsabläufe.

Mobilität und Bewegung

Parkinson führt oft zu einer Unsicherheit des Gehens. Dabei verschlechtert sich das Gleichgewicht in der Bewegung und im Stand. Gangblockaden oder Freezing zählen zu den unangenehmsten Symptomen bei Parkinson. Sie treten beispielsweise beim Durchschreiten von Türrahmen, beim Wenden oder in Stresssituationen auf. Bei Parkinson erschwert eine verminderte Beweglichkeit oft das Hineinkommen ins Bett. Auch das Aufstehen aus dem Bett kann zum Problem werden. Eine gebeugte und seitlich geneigte Körperhaltung bei Parkinson erschwert die Beweglichkeit im Alltag. Das Gehen wird unsicherer und es kann zu Stürzen kommen. Daher ist es wichtig auf eine gute Aufrichtung zu achten. Schlurfendes und kleinschrittiges Gehen bei Parkinson schränkt die Beweglichkeit ein. Zudem können sich daraus Gangunsicherheit oder Haltungsprobleme entwickeln.

Tipps:

  • Bewegung und Sport: Ausreichend Bewegung und Sport können den Verlauf von Parkinson maßgeblich beeinflussen. Treiben Sie, soweit es geht weiter Sport, denn durch sportliche Aktivitäten können Bewegungsabläufe geübt und die motorischen Fähigkeiten gefördert werden. Dabei sollten Sie jedoch auf Ihren Körper hören und ihn nicht durch falschen Ehrgeiz überbeanspruchen. Wichtig ist, dass es Ihnen Spaß macht. Verzichten Sie auf sturzgefährliche Sportarten wie Ski- oder Schlittschuhfahren, ebenso auf Disziplinen, die zu hohe Anforderungen an Schnellkraft und Reaktion stellen - wie zum Beispiel Tennis, Squash oder Ballsportarten wie Volley- oder Basketball.Zur Sicherheit und Motivation sollten Sie Sport nicht alleine betreiben.Optimal für Menschen mit Haltungsproblemen ist Nordic Walking, da es die rhythmische Bewegung und die Aufrichtung fördert, die gerade bei Parkinson sehr wichtig ist. Außerdem ist die Technik schnell erlernbar, kann praktisch vor der Haustür ausgeübt werden und zusammen mit Anfängern und Fortgeschrittenen trainiert werden. Fragen Sie Ihre Arztpraxis, ob und welche Sportarten für Sie in Frage kommen. Vielleicht kann er Ihnen geeignete Übungen für zu Hause zeigen. Sportvereine und Volkshochschulen, aber auch Krankenkassen haben meist ein reichhaltiges Kursangebot.
  • Hilfsmittel: Einschränkungen der Beweglichkeit können im Alltag durch verschiedene Hilfsmittel ausgeglichen werden. Dadurch kann die Selbstständigkeit so lange wie möglich erhalten bleiben. Das Gute ist, dass Wohnungen an Ihre Bedürfnisse angepasst werden können. Außerdem ist es wichtig, eine gute Infrastruktur mit Lebensmittelgeschäften, Apotheke etc.
  • Körperliche Betätigung: Körperliche Betätigung hat positive Auswirkungen auf Ihren Gesundheitszustand und verringert die Symptome Ihrer Parkinson-Erkrankung. Umso wichtiger ist es, mindestens dreimal in der Woche ein leichtes Ausdauertraining durchzuführen.
  • Spezielle Bewegungsformen: Jürgen Bonnes nahm auch das Tai Chi-Angebot in Anspruch. Die spezielle Bewegungsform trainiert die Beweglichkeit und das Gleichgewicht. Weitere Bausteine der multimodalen Parkinson-Komplextherapie sind Pantomime und seit kurzem auch die Kunsttherapie. Bei der Pantomime liegt der Fokus auf Gestik und Mimik. „Unser Ziel ist es, die Fähigkeit des mimischen und gestischen Ausdrucks zu trainieren und damit die Möglichkeiten des sozialen Handelns zu erweitern und zu festigen“, sagt Parkinson-Experte Dr. Prass.
  • Geistig aktiv bleiben: Auch geistig aktiv bleiben. Die geistige Leistungsfähigkeit kann sich im Laufe der Erkrankung verändern. Patienten sollten versuchen, sich geistig fit zu halten, z.B. Auch mit fortschreitender Krankheit Alltagsaufgaben wahrnehmen, z.B.
  • Ergo-, Physio- und Logopädie: „Ich gehe jede Woche zur Ergo-, Physio- und Logopädie, bin viel mit Gartenarbeit beschäftigt, kümmere mich um meine Hühner, spiele mit meinen Enkelkindern und engagiere mich als Vorsitzender im Motzener Heimatverein.

Kommunikation und soziale Interaktion

Leises, monotones, beschleunigtes und undeutliches Sprechen erschwert bei Parkinson die Kommunikation. Oft nimmt das Umfeld die Sprechprobleme genauer wahr als die Betroffenen selbst. Eine verminderte Beweglichkeit der Finger bei Parkinson ist hinderlich für viele Alltagsaktivitäten und Verrichtungen.

Tipps:

  • Sprachtherapie: Zusätzlich kann vielleicht eine Sprachtherapie helfen, etwas klarer und deutlicher zu sprechen und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.
  • Offenheit: Offen über die Erkrankung zu sprechen, kann Unsicherheiten auf beiden Seiten nehmen.
  • Aktiv bleiben: Aktiv bleiben. Auch geistig aktiv bleiben.
  • Pantomime: Bei der Pantomime liegt der Fokus auf Gestik und Mimik. „Unser Ziel ist es, die Fähigkeit des mimischen und gestischen Ausdrucks zu trainieren und damit die Möglichkeiten des sozialen Handelns zu erweitern und zu festigen“, sagt Parkinson-Experte Dr. Prass.

Ernährung und Verdauung

Probleme beim Schlucken bleiben bei Parkinson oft unbemerkt - können aber ernste Folgen haben. Eine Folgeerscheinung von Parkinson kann eine beeinträchtigte Darmfunktion sein. Menschen mit Parkinson leiden häufig unter Darmträgheit - zum einen aufgrund von Bewegungsmangel und geringer Flüssigkeitsaufnahme, zum anderen als Folge der Medikamenteneinnahme. Parkinson-Patienten leiden häufig unter Blasenproblemen: Harndrang, besonders in der Nacht, oder Harnverhalt sind die typischen Anzeichen.

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Tipps:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Um einer Verstopfung (Fachausdruck Obstipation) entgegenzuwirken, essen Sie vermehrt ballaststoffreiche Nahrung, z. B. Vollkornprodukte, Gemüse und Kartoffeln. Achten Sie auch darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen - dadurch wird ebenfalls die Verdauung angekurbelt.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten: Ihre Devise beim Essen sollte immer sein: Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große!
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Sie sollten auf keinen Fall weniger trinken, in der Hoffnung, dann seltener zur Toilette gehen zu müssen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für Ihre Körperfunktionen immens wichtig.

Schlaf

Im fortgeschrittenen Verlauf der Erkrankung klagen viele Patienten über Schlafprobleme. Häufig kommt es zu Schlafstörungen, weil die Schlafposition durch die parkinsonbedingte Bewegungseinschränkung nicht mehr automatisch verändert werden kann. Gelegentlich manifestiert sich auch eine eigenständige Schlafstörung, die so genannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung - heftige Traumphasen gepaart mit lautem Schreien und Hilferufen können die Folge sein. Manche Medikamente zur Behandlung von Parkinson können unruhige Träume im Schlaf oder Halluzinationen auslösen.

Tipps:

  • Getränke vor dem Schlafengehen: Verzichten Sie nach Möglichkeit mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen auf Getränke, besonders auf harntreibende wie Kaffee, Tee und Cola. Ein Gläschen Wein ist aber durchaus erlaubt.
  • Angenehme Atmosphäre: Schaffen Sie sich eine angenehme Atmosphäre in Ihrem Schlafzimmer, damit Sie sich auf das Zubettgehen freuen.
  • Gedanken aufschreiben: Schreiben Sie sich Gedanken, die Sie jetzt noch bewegen, auf - das kann Ihnen das Einschlafen möglicherweise erleichtern.
  • Weitere Tipps: Am Nachmittag und Abend wenig trinken. Ggf. Harte Matratzen, Bettwäsche mit glatter Oberfläche (z.B. Es gibt spezielle Matratzen für Parkinson-Patienten, die sich den Bewegungsabläufen des Körpers besser anpassen.

Sexualität

Die Libido und die Potenz können von der Erkrankung selbst oder von bestimmten Medikamenten beeinflusst werden.

Tipps:

  • Offene Kommunikation: Reden Sie mit Ihrem Partner offen über Ihre Probleme und Ängste.
  • Planung: Planen Sie Ihre Zweisamkeit möglicherweise zu einer Zeit ein, in der die Medikamente gut wirken und Sie sich fit fühlen.
  • Ärztliche Beratung: Falls Sie stattdessen einen vermehrten Sexualdrang verspüren - meist eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente - sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren. Es ist wichtig, Probleme und Ängste offen zu thematisieren, ggf. auch mit dem behandelnden Arzt. Bei sexuellen Schwierigkeiten können Pro Familia Beratungsstellen Unterstützung bieten.

Reisen

Kein Mensch mit Parkinson muss auf das Verreisen verzichten.

Tipps:

  • Ärztliche Beratung: Vor der Planung eines größeren Urlaubs sollten Sie jedoch mit Ihrem Arzt sprechen, damit eine ausreichende Versorgung mit allen notwendigen Medikamenten sichergestellt ist.
  • Klima: Vorsicht ist in Ländern mit heißerem Klima geboten, da die Temperaturregulation des Körpers eingeschränkt sein kann.
  • Reiserücktrittsversicherung: Schließen Sie eine Reiserücktrittsversicherung ab, falls sich Ihr gesundheitlicher Zustand zwischen Buchung und Reiseantritt in unvorhersehbarer Weise verändert.
  • Medikamente: Nehmen Sie ausreichend Medikamente mit und führen Sie sie immer bei sich - beim Reisen am besten im Handgepäck.
  • Sicherheitsbestimmungen: Informieren Sie sich im Reisebüro oder bei der Fluggesellschaft vorab, welche Sicherheitsbestimmungen gelten und lassen Sie sich die Notwendigkeit der Mitnahme von Ihrem Arzt bescheinigen.
  • Internationale Bezeichnung der Medikamente: Lassen Sie sich die internationale Bezeichnung der Präparate von Ihrem Arzt geben, das erleichtert die Beschaffung.
  • Ärztliche Hilfe: Informieren Sie sich vor Reiseantritt (z. B. bei Ihrem Reiseveranstalter), wo Sie an Ihrem Reiseziel notfalls ärztliche Hilfe bekommen können.
  • Zeitumstellung: Reisen Sie in ein Land mit Zeitverschiebung, sollten Sie Ihre Medikamenteneinnahme dort gleich beim ersten Zubettgehen auf die neue Zeit umstellen.
  • Betreuung am Flughafen: Die meisten Fluggesellschaften bieten für Menschen, die eingeschränkt gehfähig sind, eine kostenlose Betreuung am Start- und Zielflughafen an.

Beruf

Wie lange ein Mensch mit Parkinson seinen Beruf ausüben kann, ist vom Krankheitsverlauf und den speziellen beruflichen Anforderungen abhängig. Grundsätzlich sollten Sie versuchen, Ihre berufliche Tätigkeit möglichst lange fortzusetzen. Die Arbeit darf jedoch durch die Symptome oder durch mögliche Nebenwirkungen der Medikamente nicht beeinträchtigt werden.

Tipps:

  • Absicherung: Sichern Sie sich gegenüber Ihrem Arbeitgeber ab, falls Sie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses befürchten. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen Behindertenausweis beim Versorgungsamt beantragen.
  • Eigene Grenzen erkennen: Entscheidend ist, die eigenen Einschränkungen zu erkennen und die Tätigkeiten anzupassen, wenn sie zu schwerfallen.
  • Hilfsmittel und Arbeitsplatzgestaltung: Es gibt in vielen Bereichen die Möglichkeit, Hilfsmittel zu beantragen oder den Arbeitsplatz technisch umzugestalten.
  • Antrag auf Schwerbehinderung: Eine Möglichkeit ist zudem, einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung zu stellen. Dies kann Vor- und Nachteile mit sich bringen, die man für sich selbst abwägen muss.

Fahrtüchtigkeit

Ob Sie noch ein Fahrzeug steuern können oder dürfen, ist zum einen von der Ausprägung Ihrer Bewegungsstörungen abhängig, zum anderen können aber auch mögliche Nebenwirkungen der Medikamente die Fahrtüchtigkeit einschränken.

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Tipps:

  • Ehrlichkeit zu sich selbst: Das Wichtigste bezüglich der Einschätzung Ihrer Fahrtauglichkeit ist, dass Sie ehrlich zu sich selbst sind. Wenn Sie jegliche Einschränkungen haben oder sich beim Autofahren unsicher fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
  • Test auf Fahrtauglichkeit: Wenn man Einschränkungen spürt, ist es sinnvoll, in einer Fahrschule einen Test auf Fahrtauglichkeit zu machen.
  • Technische Hilfsmittel: Es gibt technische Hilfsmittel, die das Autofahren erleichtern können.

Partnerschaft und Familie

Parkinson verändert das Leben der betroffenen Person und damit auch das der Familie und Freunde. Oft ziehen sich Patienten zurück und geben lange gepflegte Kontakte auf.

Tipps:

  • Aktiv bleiben: Aktiv bleiben. Auch geistig aktiv bleiben.
  • Austausch mit anderen Betroffenen: Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen ist zudem sinnvoll. Über Behandlungsmöglichkeiten, Krankheitsbewältigungsstrategien und Tipps für den Alltag kann kaum jemand besser informieren als Menschen, die an derselben Krankheit leiden.
  • Paarberatung: Wenn sich aber Streitigkeiten und Konflikte häufen, kann eine Paarberatung sinnvoll sein, um einen neuen, gemeinsamen Weg zu finden.

Behandlung der Parkinson-Krankheit

Parkinson schreitet langsam voran und kann bisher nicht geheilt werden. Es gibt aber eine Reihe von Therapien, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Therapie

Das älteste medikamentöse Therapieprinzip ist es, Dopamin zuzuführen - also den Botenstoff, der bei Parkinson-Betroffenen nicht mehr in ausreichender Menge vom Körper produziert wird.

  • Levodopa: Das Mittel Levodopa ist bereits seit den frühen 70er Jahren zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung zugelassen. Es verbessert die typischen Parkinson-Symptome wie das Zittern, die verlangsamten Bewegungen und die Steifheit der Muskeln.
  • Dopaminagonisten: Dabei handelt es sich um Substanzen, die dem Botenstoff Dopamin sehr ähnlich sind, aber die nicht genau gleich aufgebaut sind.
  • Monoaminooxidase-B-Hemmer (MAO-B-Hemmer): Sie werden eingesetzt, um den Abbau von Dopamin im Gehirn zu stoppen. Sie helfen quasi, Dopamin zu recyclen, sodass der Körper es mehrfach verwenden kann.
  • Adenosin-Rezeptor-Antagonisten und COMT-Inhibitoren: Sie werden gegeben, um die oben beschriebene Wirklücke bei Levodopa bis zur nächsten Gabe zu überbrücken.
  • Decarboxylasehemmer: Sie können mit Levodopa zusammen gegeben werden.

Invasive therapeutische Verfahren

  • Dopamin- oder Apomorphinpumpe: Bei der Dopaminpumpe wird flüssiges Medikament über eine Sonde durch die Bauchhaut hindurch in den oberen Dünndarm geleitet. Bei der Apomorphinpumpe wird das Medikament über die Bauchhaut in das Unterhautfettgewebe verabreicht.
  • Tiefe Hirnstimulation: Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die tiefe Hirnstimulation, also das Einsetzen eines Hirnschrittmachers. Die tiefe Hirnstimulation wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt.

Nicht-medikamentöse Therapien

Diese Therapien zur Linderung von Parkinson-Symptomen umfassen körperliches Training und Krankengymnastik (Physiotherapie). Unterstützend werden sogenannte nicht medikamentöse Therapien eingesetzt, wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie.

Umgang mit der Diagnose

Die Diagnose "Parkinson" bedeutet nicht, dass sich Ihr Leben über Nacht von Grund auf ändert. Nach der Diagnose "Parkinson" kämpfen Sie möglicherweise mit Gefühlen der Wut oder Angst.

Tipps:

  • Information: Wichtig ist, sich zunächst auf die naheliegenden Schritte zu konzentrieren. Dazu gehört, sich ausführlich über die Erkrankung zu informieren und eine gute ärztliche Begleitung zu suchen.
  • Unterstützung: Weitere Unterstützung ist ebenfalls sehr wertvoll. Gerade in der ersten Zeit nach der Diagnose kann es helfen, mit anderen über die eigenen Sorgen zu sprechen und Rat zu medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Fragen einzuholen. Gute Anlaufstellen können zum Beispiel Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen sein.
  • Selbstständigkeit: Es kann aber gelingen, noch lange ein Leben zu führen, das durch die Krankheit nicht allzu sehr beeinträchtigt ist.
  • Psychologische Beratung: Eine psychologische Beratung und Begleitung kann für Erkrankte wie für Angehörige hilfreich sein. Bei stärkeren Problemen kann eine Psychotherapie infrage kommen.

Schwerbehinderung

Eine Parkinsonerkrankung kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Formen annehmen. Daher sind die Betroffenen auch unterschiedlich stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Eine Parkinson Diagnose vom Arzt ist darum oftmals auch nicht ausreichend für die Zuteilung eines Schwerbehindertengrades. Für die Beantragung sind weitere Tests vom zuständigen Versorgungsamt von Nöten. In vielen Fällen kann sich dieser Schritt jedoch lohnen, da ein Schwerbehindertenausweis einige Vorteile mit sich bringen kann.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Vielleicht ist es trotz Parkinson-Erkrankung möglich, noch bis zum Lebensende eigene Entscheidungen zu treffen. Es kann aber auch sein, dass die Folgen der Krankheit dies nicht oder nur eingeschränkt zulassen. Deshalb ist es meist sinnvoll, schon im Frühstadium eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht zu erstellen.

In einer Patientenverfügung wird festgelegt, wie man ärztlich behandelt werden möchte, falls eine Situation eintritt, in der man sich nicht mehr selbst dazu äußern kann. Eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung dient dazu, zu bestimmen, wer wichtige Angelegenheiten für einen regeln soll, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage sein sollte.

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