Parkinson und Candida-Diät: Ein möglicher Zusammenhang

Die Parkinson-Krankheit (PD) ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Neue Forschungsergebnisse deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Parkinson und dem Hefepilz Candida albicans hin. Es gibt Hinweise darauf, dass das enterische Nervensystem (ENS) vor dem Zentralnervensystem beeinträchtigt wird.

Die Rolle des Darmmikrobioms

Die Darmmikrobiota, einschließlich Bakterien, Viren und Pilze, beeinflusst die Darm-Hirn-Achse durch die Sekretion von Neurotransmittern, Zytokinen und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren. Eine Studie hat Unterschiede in der relativen Häufigkeit des Schimmelpilzes Geotrichum candidum bei Parkinson-Erkrankten festgestellt. Auch der Pilz Candida albicans konnte sich bei Parkinson-Erkrankten im Darm signifikant vermehren.

Candida albicans: Ein Überblick

Candida albicans ist ein Hefepilz, der auf Haut und Schleimhäuten vorkommt. Eine Überwucherung kann durch falsche Ernährung, Antibiotika und Schwermetalle begünstigt werden. Antibiotika zerstören die Bifido- und Lactobakterien im Darm, was zu einer Verschiebung des pH-Wertes führt. Da Bakterien die natürlichen Gegenspieler der Pilze sind, können sich diese nach einer Antibiotikaeinnahme ungehindert ausbreiten.

Die Auswirkungen von Candida auf den Körper

Pilze produzieren Toxine und Antigene, die den Organismus und vor allem die Leber stark belasten. Candida albicans ernährt sich vornehmlich von Zucker, Hefe und isolierten Kohlenhydraten. Unter günstigen Bedingungen und einer übermäßigen Zuckerzufuhr kann sich die Anzahl der Candida-Pilze im Darm innerhalb von 20 Minuten verdoppeln.

Symptome und Diagnose von Candida

Die Symptome eines Darmpilzes können vielfältig sein, darunter Müdigkeit, Schwäche, häufige Vaginalinfektionen, übermäßiges Schwitzen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen. Die Diagnose kann mittels einer Stuhlprobe gestellt werden, wobei dieses Diagnosemittel nicht immer zuverlässig ist. Weitere Möglichkeiten sind Dunkelfeldmikroskopie, Kinesiologie und Elektro-Akupunktur nach Dr. Voll.

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Die Parkinson-Krankheit und der Darm

Während des Krankheitsverlaufs von Parkinson verliert etwa jeder zweite Betroffene Körpergewicht. Gründe dafür können eine gestörte Energiebilanz sowie eine verminderte Nahrungsaufnahme sein. Die gestörte Energiebilanz ist auf die typischen Veränderungen in den Bewegungsabläufen zurückzuführen. Eine ausgewogene Ernährung bei Parkinson ist daher besonders wichtig.

Ernährungsempfehlungen bei Parkinson

Nach heutigen Erkenntnissen ist es nicht möglich, mit einer bestimmten Diät das Fortschreiten des Morbus Parkinson aufzuhalten. Dennoch sollte auf einen abwechslungsreich gestalteten Speiseplan geachtet werden, um eine adäquate Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Der Körper erhält über die Nahrung Energie und alle Nährstoffe, die zum Aufbau und zum Erhalt der Körperfunktion notwendig sind.

Die Candida-Diät: Ein möglicher Ansatz

Um dem Pilz eine möglichst lebensfeindliche Umgebung zu schaffen, sollte auf den Verzehr von Zucker und isolierten Kohlenhydraten verzichtet werden. Die einzige Ausnahme bildet der Milchzucker. Hefen können diese „Laktose“ nicht verstoffwechseln, erwünschten Darmbewohnern wie etwa Laktobazillen dagegen bietet er eine gute Nahrungsquelle.

Ernährungsumstellung und weitere Maßnahmen

Die Wahl der Lebensmittel sollte kohlenhydratarm sein, das Immunsystem stärken und leicht verdaulich sein. Bio-Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Samen und gesunde Fette sind die Basis. Vor allem Kokosöl liefert durch seine mittelkettigen Fettsäuren schnell Energie, wenn Unterzucker droht. Während der Ernährungsumstellung ist es empfehlenswert, Einläufe durchzuführen oder eine Colon-Hydro-Therapie in Betracht zu ziehen. Der anschließende Aufbau einer gesunden Darmflora ist dringend anzuraten.

Der Einfluss von Candida auf das Gehirn

Studien haben gezeigt, dass Candida albicans die Blut-Hirn-Schranke überwinden und das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen kann. Die Forscher vermuten, dass der Hefepilz auch bei der Entstehung von Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose eine Rolle spielt.

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Candida und Beta-Amyloid-Moleküle

Bei einer Applikation des Hefepilzes in den Blutkreislauf der Mäuse kann der Erreger die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Die Folgen waren neben einer kurzzeitigen Störung des räumliches Gedächtnisses auch eine Aktivierung der Mikroglia sowie Entzündungsreaktionen. In der Folge wurde der Hefepilz in die Granulom-artigen Strukturen, sogenannte Pilz-induzierte Glialgranulome, eingeschlossen. Die leichten Gedächtnisstörungen ließen mit der Pilzclearance nach.

Das Leaky Gut Syndrom

Das Leaky Gut Syndrom (LGS) ist keine neu entdeckte Erkrankung, denn schon seit mindestens den 1980er Jahren erforscht man den undichten oder lecken Darm - wie das Leaky Gut Syndrom auf Deutsch heißt. Das Leaky Gut Syndrom betrifft insbesondere den Dünndarm, nicht den Dickdarm. Die Darmschleimhaut stellt eine Barriere zwischen dem Darminhalt und dem Blutkreislauf dar.

Ursachen und Folgen des Leaky Gut Syndroms

Das Leaky Gut Syndrom ist zumeist die Folge des üblichen modernen Lebensstils, denn dieser schädigt nachweislich die Darmbarriere. Die Darmbarriere stellt einen Schutzwall zwischen dem Körperinneren und dem Darminhalt dar. Sie verhindert also, dass die mit der Nahrung eintreffenden Schadstoffe und Bakterien sowie Nahrungspartikel in den Blutkreislauf gelangen.

Maßnahmen zur Behandlung des Leaky Gut Syndroms

Also werden Sie ab sofort schädigende Lebensmittel und Getränke meiden und für eine gesunde Darmflora sorgen. Bis sich dann aber wieder eine gesunde Schleimschicht bildet, dauert es ein bisschen. Schleim liefern zum Beispiel Leinsamen, Flohsamenschalen oder Chiasamen. Probiotika sind für den Aufbau der Darmflora das A und O. Probiotische Darmbakterien können die Darmschleimhautzellen zu einer vermehrten Bildung der Tight Junctions anregen. Die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut verringert sich dadurch wieder.

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