Parkinson-Spezialisten an der Charité Berlin: Innovative Behandlung und Forschung

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin ist eine der führenden medizinischen Einrichtungen in Deutschland und international bekannt für ihre Expertise in der Behandlung neurologischer Erkrankungen. Insbesondere im Bereich der Parkinson-Erkrankung bietet die Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie an ihren Standorten Berlin-Mitte, Berlin-Steglitz und Berlin-Wedding ein umfassendes Leistungsspektrum. Dabei werden jährlich über 8.000 neurologische Fälle stationär auf insgesamt 170 Betten behandelt. Die Klinik ist nicht nur in der Patientenversorgung aktiv, sondern auch in der Erforschung des Nervensystems engagiert.

Die Klinik für Neurologie an der Charité: Ein Überblick

Die Klinik für Neurologie an der Charité ist an drei Standorten in Berlin vertreten und bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Die Klinik ist aktiv in der Erforschung des Nervensystems und arbeitet in verschiedenen Forschungsprojekten, um neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Standorte und Kapazitäten

Die Klinik für Neurologie ist an den Standorten Berlin-Mitte (CBF), Berlin-Steglitz (CCM) und Berlin-Wedding (CVK) vertreten. Jährlich werden hier über 8.000 neurologische Fälle stationär auf insgesamt 170 Betten behandelt.

Forschungsschwerpunkte

Die Forscherinnen und Forscher der Neurologie untersuchen neurologische Erkrankungen auch in Verbundprojekten.

Parkinson-Zentrum der Charité: Expertise und Behandlungsspektrum

Die Charité hat sich als einExzellenzzentrum für die Behandlung von Parkinson-Erkrankungen etabliert. Ein Team aus erfahrenen Neurologen, Neurochirurgen und anderem Fachpersonal bietet eine umfassende Versorgung von Patienten mit Parkinson und anderen Bewegungsstörungen.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

Spezialisierte Ambulanzen und Sprechstunden

An den drei Standorten CCM, CVK und CBF gibt es neurologische Hochschulambulanzen mit Spezialsprechstunden zu neurologischen Erkrankungen, inklusive spezialisierter Angebote für Parkinson-Patienten. Die Ambulanz für Bewegungsstörungen, mit Standorten am Campus Charité Mitte (CCM) und am Campus Virchow-Klinikum (CVK), behandelt jährlich etwa 1.000 Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Syndromen und Dystonien.

Die Schwerpunkte der Sprechstunde umfassen:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (M. Parkinson)
  • Dystonien (z.B. zervikale Dystonie, Schreibkrampf, generalisierte Dystonie)
  • Tremor-Erkrankungen (z. B. Essentieller Tremor, Parkinson-Tremor)
  • Seltene Bewegungsstörungen

Diagnostik und Therapie

Das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum steht zur Verfügung. Ausgedehnte Erfahrung besteht insbesondere in der Indikationsstellung und Anwendung folgender therapeutischer Maßnahmen:

  • Medikamentöse Behandlung von M. Parkinson in allen Stadien der Erkrankung inklusive Apomorphin- und Duodopa-Pumpen-Behandlung.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS, DBS, "Hirnschrittmacher")

Als Charité-Studienzentrum führt die Klinik eine Reihe von Therapiestudien bei Bewegungsstörungen durch.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die Charité ist ein führendes Zentrum für die Tiefe Hirnstimulation (THS) zur Behandlung von Parkinson. Bei diesem Verfahren werden feine Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert, um elektrische Impulse abzugeben, die die Symptome der Parkinson-Erkrankung lindern können.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Ein Forschungsteam um die Neurowissenschaftler:innen Prof. Andrea Kühn, Prof. John-Dylan Haynes und Prof. Wolf-Julian Neumann an der Charité forscht intensiv an der Weiterentwicklung der tiefen Hirnstimulation. Im Sonderforschungsbereich ReTune unter Federführung des Nachwuchswissenschaftlers Richard Köhler sowie gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen arbeitet das Team daran, die Behandlung von Patient:innen mit Bewegungsstörungen durch tiefe Hirnstimulation voranzubringen.

Die Forschenden konnten zeigen, dass die tiefe Hirnstimulation den Effekt von Dopamin imitiert und die Kommunikation im Hirnnetzwerk beschleunigt. Dies ermöglicht zukünftig den Einsatz intelligenter Gehirn-Computer-Schnittstellen, die Bewegungsabsichten in Echtzeit entschlüsseln und eine Hirnstimulation anstoßen können, sobald sich Patient:innen bewegen wollen.

Parkinson und Ernährung

Gastdozent und bekannter Parkinson-Spezialist Prof. Dr. med. Fabian Kostermann aus der Klinik für Neurologie der Charité Berlin referierte im Rahmen eines Neurokolloquiums über "Parkinson und Ernährung". Er informierte, dass in einer Befragung von Parkinsonpatienten nahezu alle Patienten über Beschwerden mit der Verdauung und über Verstopfung berichtet haben, die oft schon Jahre vor Beginn der Bewegungsstörungen aufgetreten seien. Als Ursache hierfür werde diskutiert, dass bereits frühzeitig im Erkrankungsverlauf in der Magenwand Veränderungen, die denen im Gehirn ähneln, auftreten können.

Prof. Klostermann referierte weiterhin über Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gewicht und Medikamentenwirkung. So könne bei Parkinsonpatienten bereits vor Beginn der motorischen Beschwerden ein Gewichtsverlust auftreten. Nehme dieser Gewichtsverlust im Verlauf der Erkrankung deutlich zu, so könne dies ein Alarmsignal sein, so dass dann eine hochkalorische Ernährung empfehlenswert sei.

Forschung zur Parkinson-Erkrankung an der Charité

Die Charité ist nicht nur in der Patientenversorgung, sondern auch in der Forschung zur Parkinson-Erkrankung aktiv. Ziel der Forschung ist es, die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen, neue Therapieansätze zu entwickeln und die Lebensqualität von Parkinson-Patienten zu verbessern.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

Einfluss von Dopamin auf Hirnnetzwerke

Ein Forschungsteam um die Neurowissenschaftler:innen Prof. Andrea Kühn, Prof. John-Dylan Haynes und Prof. Wolf-Julian Neumann an der Charité hat den Einfluss des Botenstoffes Dopamin auf Hirnnetzwerke untersucht, die die Absicht einer Bewegung weiterleiten. Die Forschenden konnten zeigen, dass Dopamin den Prozess von der Bewegungsintention bis zur eigentlichen Durchführung beschleunigt und die Frequenz der Hirnsignale verändert.

Maschinelles Lernen beim "Gedankenlesen"

Die Neurowissenschaftler:innen haben eine Kombination außergewöhnlicher Methoden genutzt, um Hirnsignale von Bewegung auslösenden Arealen der Hirnrinde und aus der Tiefe des Gehirns zu messen, während Parkinson-Patient:innen bewusste Bewegungen durchführten. Diese Hirnsignale wurden anschließend über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle und mit Methoden des Maschinellen Lernens ausgelesen. So war es möglich, eine Bewegungsabsicht sehr früh, noch vor der eigentlichen Muskelaktivierung, aufzuspüren.

Intelligente Hirnschrittmacher

Die Forschenden arbeiten an der Entwicklung intelligenter Hirnschrittmacher, die den Effekt von Dopamin imitieren und die Kommunikation im Hirnnetzwerk beschleunigen können. Sobald der Wille zu einer Bewegung ausgelesen wird, ließe sich mittels elektrischer Impulse der Weg bis zu ihrer Ausführung beschleunigen.

Neuroimmunologische Erkrankungen

In den letzten Jahren wurde eine immer differenziertere Behandlung dieser "neuroimmunologischen" Erkrankungen möglich. Um diesem Standard gerecht zu werden, stehen alle relevanten Untersuchungstechniken zur Verfügung (Liquor- und allgemeine Labordiagnostik, elektrophysiologische Verfahren etc.). Die Durchführung eingeleiteter Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. Hochdosis-Kortisontherapien, Tysabri- und Mitoxantron-Infusionen, kann innerhalb unserer Ambulanz oder stationär erfolgen. Dies bezieht sich auch auf die Behandlung komplexer Probleme im Krankheitsverlauf, z.B. durch spasmolytische Injektionen von Botulinumtoxin (AG Bewegungsstörungen).

Weitere Spezialgebiete der Neurologie an der Charité

Neben der Parkinson-Behandlung bietet die Klinik für Neurologie an der Charité auch Expertise in anderen neurologischen Bereichen:

  • Gedächtnisambulanz: Diagnostik und Behandlung von Patienten mit kognitiven Störungen und Demenzen (z.B. Alzheimer-Demenz, Lewy-Body-Demenz, Frontotemporale Demenz (FTD)).
  • Epilepsieambulanz: Zeitnahe, umfassende diagnostische Abklärung von ersten epileptischen Anfällen, Differentialdiagnostik zur Unterscheidung epileptischer Anfälle und nicht-epileptischer Ereignisse, Optimierung der antiepileptischen Medikation.
  • Kopfschmerzzentrum: Behandlung und Betreuung von Patient:innen mit Kopf- und Gesichtsschmerzen.
  • Spezialambulanz für Multiple Sklerose: Beratung, Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
  • Spezialambulanz für Muskelerkrankungen: Betreuung von Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Muskulatur (Myositis).
  • Neuroonkologische Sprechstunde: Behandlung von Tumorerkrankungen des Gehirns und Rückenmarks sowie Tumoren des peripheren Nervensystems.
  • Schlafmedizinische Sprechstunde: Im Besonderen sind wir auf folgende Fragestellungen spezialisiert:Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf wie z. B. Schlafwandeln und/oder sonstige Bewegungen im Schlaf Abgrenzung von Parasomnien, schlafbezogenen epileptischen Anfällen und sonstigen Bewegungsstörungen im Schlaf Narkolepsie mit und ohne Kataplexie und sonstige Störungen, die mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit und/oder oder Einschlafattacken einhergehen Syndrom der unruhigen Beine (Restless legs-Syndrom) Störungen in der Abfolge des Schlaf-Wach-Rhythmus (Phasenverschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus) Abgrenzung zwischen primären Schlafstörungen von primär psychiatrischen Erkrankungen, die mit einer Schlafstörung einhergehen Schlafstörungen des Jugendalters alle sonstigen ungewöhnlichen SchlafstörungenFerner können sich Patienten vorstellen, bei denen im Zusammenhang mit einer bereits diagnostizierten Erkrankung des Nervensystems (z…

Fazit

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin ist einExzellenzzentrum für die Behandlung der Parkinson-Erkrankung und bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen. Durch die enge Verzahnung von Patientenversorgung und Forschung trägt die Charité dazu bei, die Lebensqualität von Parkinson-Patienten kontinuierlich zu verbessern.

tags: #parkinson #spezialisten #charite