Parkinson-Tanzen für Ungeübte: Eine Anleitung zur Bewegungsförderung und Lebensfreude

Tanzen ist nicht nur eine Kunstform, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Besonders für Menschen mit Parkinson kann Tanzen eine wertvolle Ergänzung zur Therapie sein, um Beweglichkeit, Koordination und Lebensqualität zu verbessern. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung für Ungeübte, die mit Parkinson leben und die Freude am Tanzen entdecken möchten.

Einführung: Tanzen als Therapie bei Parkinson

Parkinson-Erkrankungen bringen oft Herausforderungen in Bezug auf Bewegung, Gleichgewicht und Koordination mit sich. Tanzen kann hier eine positive Wirkung entfalten. Es fördert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch das soziale Miteinander und die emotionale Ausdruckskraft. Studien haben gezeigt, dass Tanzen die Symptome von Parkinson lindern und das allgemeine Wohlbefinden steigern kann.

Die Vorteile des Tanzens für Menschen mit Parkinson

Tanzen bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Parkinson zugeschnitten sind:

  • Verbesserung der Gangschule: Tänzerische Bewegungen helfen, das Gangbild zu verbessern und größere, kontrolliertere Schritte zu machen.
  • Unterstützung großer Gehschritte: Bestimmte Tanzschritte und Übungen fördern die Fähigkeit, größere Schritte auszuführen, was das Gehen sicherer und effizienter macht.
  • Kontrolle von Impulsen: Tanzen kann helfen, unkontrollierte Bewegungen zu reduzieren und die Impulskontrolle zu verbessern.
  • Förderung einer aufrechten Haltung: Durch das Tanzen wird die Körperhaltung verbessert, was zu mehr Stabilität und Selbstbewusstsein führt.
  • Atemtechnik: Tanzen beinhaltet oft bewusste Atemtechniken, die die Lungenkapazität erhöhen und die Entspannung fördern.
  • Koordination der rechten und linken Gehirnhälfte: Die komplexen Bewegungsabläufe beim Tanzen fördern die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften.
  • Sturzprophylaxe: Durch das Training von Gleichgewicht und Koordination kann das Sturzrisiko verringert werden.
  • Orientierung: Tanzen in verschiedenen Formationen und Mustern schult die räumliche Orientierung.
  • Rhythmisierung: Das Tanzen zur Musik hilft, den eigenen Rhythmus zu finden und Bewegungen fließender zu gestalten.
  • Erlernen neuer Bewegungsabläufe: Tanzen fordert das Gehirn heraus, neue Bewegungsabläufe zu lernen und zu automatisieren.

Geeignete Tanzstile für Anfänger mit Parkinson

Nicht jeder Tanzstil ist für Anfänger mit Parkinson gleichermaßen geeignet. Es empfiehlt sich, mit einfachen und sanften Tänzen zu beginnen, die die Gelenke schonen und die Koordination nicht überfordern.

  • Kreistänze: Einfache Kreistänze in der Gruppe sind ein idealer Einstieg, da sie leicht zugänglich sind und soziale Interaktion fördern.
  • Line Dance: Line Dance bietet strukturierte Bewegungsabläufe, die leicht zu erlernen sind und die Koordination schulen.
  • Squaredance: Squaredance ist eine unterhaltsame Tanzform, die die Orientierung und das Gedächtnis trainiert.
  • Polka: Die Polka ist ein lebhafter Tanz, der die Ausdauer fördert und die Stimmung hebt.
  • Stocktanz: Der Stocktanz kann die Stabilität verbessern und die Armmuskulatur kräftigen.
  • West Coast Swing: West Coast Swing ist ein spannender Tanz, bei dem die Grundlagen dieses Tanzes vermittelt werden.

Praktische Tipps für den Einstieg ins Parkinson-Tanzen

  • Arzt konsultieren: Bevor Sie mit dem Tanzen beginnen, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, um sicherzustellen, dass es für Ihren individuellen Gesundheitszustand geeignet ist.
  • Professionelle Anleitung suchen: Suchen Sie nach Tanzlehrern oder Therapeuten, die Erfahrung im Unterrichten von Menschen mit Parkinson haben. Diese können Ihnen helfen, die richtigen Techniken zu erlernen und Ihre Bewegungen anzupassen.
  • Mit einfachen Schritten beginnen: Beginnen Sie mit einfachen Schritten und Bewegungen und steigern Sie die Schwierigkeit allmählich.
  • Auf den Körper hören: Achten Sie auf Ihren Körper und machen Sie Pausen, wenn Sie müde oder Schmerzen haben.
  • Geeignete Kleidung und Schuhe tragen: Tragen Sie bequeme Kleidung, die Ihre Bewegungsfreiheit nicht einschränkt, und Schuhe mit guter Unterstützung und rutschfesten Sohlen.
  • Sichere Umgebung schaffen: Tanzen Sie in einer sicheren Umgebung mit ausreichend Platz und ohne Hindernisse.
  • Spaß haben: Das Wichtigste ist, dass Sie Spaß am Tanzen haben! Lassen Sie sich von der Musik mitreißen und genießen Sie die Bewegung.

Übungen und Tanzschritte für zu Hause

Auch zu Hause können Sie einfache Übungen und Tanzschritte durchführen, um Ihre Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.

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  • Aufwärmübungen: Beginnen Sie mit sanften Aufwärmübungen wie Armkreisen, Schulterheben und Beinpendeln.
  • Dehnübungen: Dehnen Sie Ihre Muskeln, um die Flexibilität zu verbessern und Verspannungen zu lösen.
  • Gleichgewichtsübungen: Üben Sie, auf einem Bein zu stehen oder auf einer Linie zu gehen, um Ihr Gleichgewicht zu trainieren.
  • Schrittfolgen: Üben Sie einfache Schrittfolgen wie den Grundschritt im Walzer oder Cha-Cha-Cha.
  • Freies Tanzen: Schalten Sie Ihre Lieblingsmusik ein und tanzen Sie einfach drauf los! Lassen Sie Ihrem Körper freien Lauf und genießen Sie die Bewegung.

Die Rolle der Musik beim Parkinson-Tanzen

Musik spielt eine entscheidende Rolle beim Parkinson-Tanzen. Sie motiviert, inspiriert und hilft, den Rhythmus zu finden. Wählen Sie Musik, die Ihnen gefällt und die Sie zum Bewegen animiert. Achten Sie auf einen klaren Rhythmus und eine angenehme Lautstärke.

Tanzkurse und -gruppen für Menschen mit Parkinson

In vielen Städten gibt es spezielle Tanzkurse und -gruppen für Menschen mit Parkinson. Diese Kurse bieten eine sichere und unterstützende Umgebung, um gemeinsam mit anderen Betroffenen zu tanzen und sich auszutauschen. Der Sportverein TS 79 bietet beispielsweise eine Rehasportgruppe mit dem Titel „Tanzen mit Parkinson bei der TS 79″ an.

Weitere unterstützende Maßnahmen

Neben dem Tanzen gibt es noch weitere Maßnahmen, die Menschen mit Parkinson unterstützen können:

  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit und Kraft zu verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, den Alltag besser zu bewältigen.
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, die Sprach- und Schluckfunktion zu verbessern.
  • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den emotionalen Herausforderungen der Erkrankung umzugehen.
  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Die Bedeutung der Gemeinschaft

Tanzen in der Gemeinschaft mit anderen Parkinson-Betroffenen kann eine besonders wertvolle Erfahrung sein. Der soziale Austausch, die gegenseitige Motivation und die gemeinsame Freude an der Bewegung können das Selbstbewusstsein stärken und die Lebensqualität verbessern.

smovey® als Unterstützung beim Tanzen

smovey® ist ein multifunktionales Trainingsgerät, das auch beim Tanzen eingesetzt werden kann. Die vibrierenden Ringe können die Muskeln aktivieren, die Koordination verbessern und die Entspannung fördern. smovey® ist für Einsteiger, Geübte und Menschen mit Bewegungseinschränkungen geeignet.

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