Die Aroniabeere, auch Apfelbeere genannt, ist eine kleine, dunkelblaue Frucht, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist, aber aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ursprünglich stammt die Aroniapflanze aus Nordamerika, wo sie von den Ureinwohnern geschätzt wurde. Heute wird sie auch in Europa angebaut, beispielsweise in Ostfriesland, wo Werner Bünting seit über 20 Jahren die Aroniabeere anbaut und ihre medizinische Wirksamkeit schätzt. Die Aroniabeere gilt im osteuropäischen und US-amerikanischen Raum als Allheilmittel. Deutsche Universitäten beschäftigen sich mit der medizinischen Wirkung.
Was ist die Aroniabeere?
Die Aroniabeere gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist eine Pflanzengattung von drei Aronia-Arten. Die Aroniapflanze wird einen halben bis zu drei Metern hoch. Die Beeren sind etwas kleiner als Blaubeeren und haben einen säuerlich-herben, leicht bitteren Geschmack. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit kleinen Äpfeln wird sie auch Apfelbeere genannt. Die Aroniabeere ist ein frostharter, anspruchsloser und anpassungsfähiger Strauch, der gut wachsen kann.
Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Die Aroniabeere ist reich an Vitaminen (Vitamin C, B-Vitamine, Provitamin A, Vitamin E) und Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink, Eisen, Kupfer). Besonders hervorzuheben ist jedoch der hohe Gehalt an Anthocyanen, sekundären Pflanzenstoffen, die zu den Flavonoiden gehören und eine stark antioxidative Wirkung haben. Die Menge der Anthocyane in der Aronia übertrifft die der blauen Traube um das 5-fache.
Anthocyane und ihre antioxidative Kraft
Anthocyane sind rote, blaue oder violette Pflanzenfarbstoffe, die Pflanzen als Sonnenschutz dienen. Sie können blau-grünes Licht und UV-Licht absorbieren. Für den Menschen sind Anthocyane ebenfalls hilfreich, da sie freie Radikale binden und somit Zellen vor Schäden schützen können. Freie Radikale sind aggressive Substanzen aus der Umwelt, die mit der Entstehung vieler Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, darunter Schäden an der Netzhaut des Auges, Alzheimer und Parkinson. Anthocyane können überdies - wenn sie in Blüten vorkommen - dabei behilflich sein, Insekten (Bestäuber) anzulocken.
Studien haben gezeigt, dass der Genuss von Lebensmitteln, die reich an Flavonoiden bzw. Anthocyanen sind, eine präventive Wirkung hat und zur Genesung beitragen kann. Die heilsamen und präventiven Wirkungen der Anthocyane werden vordergründig auf ihre antioxidative Kraft zurückgeführt. Anthocyane wirken antioxidativ - sie sind in der Lage, freie Radikale, aggressive Substanzen aus der Umwelt, zu vernichten.
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Weitere gesundheitliche Vorteile
Die Aroniabeere soll auch bei Harnwegsinfekten und in der Magen-Darm-Heilkunde helfen. Bei Hauterkrankungen und Allergien soll die Apfelbeere regulierend auf das Immunsystem wirken. Diese Harmonisierung soll auch bei den Folgen einer Krebserkrankung helfen. Zahlreiche Studien haben ausserdem gezeigt, dass Anthocyane in der Lage sind, chronische Entzündungen zu lindern. Chronische Entzündungsprozesse sind oft der Vorläufer chronischer Krankheiten wie Arthritis, Neurodermitis, Diabetes Typ 2, Arteriosklerose sowie Herz- oder Darmkrankheiten.
Eine Studie von 2017 kam zu dem Schluss, dass Obst und Gemüse wie etwa Rotkohl-Microgreens, schwarze Sojabohnen, Blaubeeren und Maulbeeren eine wunderbare Alternative zu entzündungshemmenden Medikamenten darstellen. Darüber hinaus hat eine Studie an der Gaziosmanpaşa Universityin der Türkei ergeben, dass die Anthocyane im Rotkohl gegen Bakterien wie Escherichia coli und Staphylococcus aureus wirken. Auch manche Krebsarten (jede fünfte Krebserkrankung) werden mit chronischen Entzündungen in Zusammenhang gebracht.
Eine von italienischen und schweizerischen Forschern durchgeführte Studie hat im Jahr 2015 gezeigt, dass Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, ein geringeres Krebsrisiko haben. Des Weiteren wurde an der Canakkale Onsekiz Mart University nachgewiesen, dass die Farbstoffe bestimmte Gene aktivieren, welche unsere Zellen vor Mutationen schützen. In Studien wurde nun gezeigt, dass das Anthocyan Cyanidin-3-Glucosid (C3G) eine normale Differenzierung gewisser Krebszellen herbeiführt, wie zum Beispiel bei Melanomzellen (Hautkrebszellen). Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser positive Effekt zumindest teilweise auf die entzündungshemmende Wirkung der Anthocyane zurückzuführen ist, die in der Lage sind, Entzündungen im Gehirn entgegenzuwirken.
Bioverfügbarkeit von Anthocyanen
Amerikanische Forscher von der North Carolina State University vertreten aufgrund einer Studie aus dem Jahr 2016 die Auffassung, dass Anthocyane und ihre Abbauprodukte dem sog. enterohepatischen Kreislauf unterliegen. Das bedeutet, sie werden nicht sofort wieder ausgeschieden, sondern zirkulieren im Körper, weil sie immer wieder aus dem Darm aufgenommen und in die Leber transportiert werden. Die höchsten Gehalte sind in den Anthocyan-Spitzenreitern - den Beeren - zu finden.
Aroniabeere und Parkinson
Eine Studie, die am 26. Januar 2022 im Fachjournal Neurology erschien, untersuchte den Zusammenhang zwischen Flavonoiden und der Lebenserwartung bei Parkinson-Patienten. An der Studie nahmen 599 Frauen und 652 Männer teil, die kurz vor Studienbeginn eine Parkinson-Diagnose erhalten hatten. Die Studie berücksichtigte andere Risikofaktoren, die die Lebenserwartung beeinflussen könnten.
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Die Forscher gehen davon aus, dass Flavonoide das Sterblichkeitsrisiko senken, da die richtige Ernährung entgegenwirken und die Lebenserwartung erhöhen kann. Neben einer pflanzenbasierten Ernährung ist bei Parkinson auch eine passende Bewegungstherapie wichtig. Genauso wichtig ist aus ganzheitlicher Sicht die Darmgesundheit. Schäden an der Netzhaut des Auges, Alzheimer und Parkinson bezeichnet man heute als Freie-Radikale-Erkrankungen.
Wie kann man die Aroniabeere konsumieren?
Die Aroniabeere kann auf verschiedene Arten konsumiert werden:
- Aroniabeeren-Saft: Der Saft ist die bekannteste Form des Konsums. Empfohlen werden 100 ml Saft pro Tag. Es ist ratsam, den Saft nicht auf leeren Magen zu trinken, da er viel Säure enthält. Der Saft kann wunderbar statt eines Gläschen Rotweins genossen werden. Wenn der Saft nicht süss genug ist, kann er mit etwas Orangensaft gemischt werden.
- Getrocknete Aroniabeeren: Getrocknete Beeren können pur gegessen oder zu Müsli, Joghurt usw. hinzugefügt werden. Empfohlen werden 15 getrocknete Beeren pro Tag.
- Aronia-Marmelade: Die Beeren können zu Marmelade verarbeitet werden, oft in Kombination mit anderen Früchten wie Nektarinen, Pfirsichen, Pflaumen oder Bananen.
- Aronia-Pulver: Die getrockneten Schalen der Aroniabeere können pulverisiert und als "Feenstaub" über Müsli oder andere Speisen gestreut werden.
- Frische Aroniabeeren: Wer den herb-säuerlichen Geschmack mag, kann die Aroniabeere auch frisch vom Strauch essen.
Werden Methoden und Rezepte aus diesem Artikel angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung.
Rezepte mit Aroniabeeren
- Shake aus Mandelmilch und Beeren: Mischen Sie Mandelmilch mit Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Acai-Beeren, Aroniabeeren, Goji-Beeren oder Kirschen.
- Rotkohl-Salat: Bereiten Sie einen Salat mit Rotkohl zu.
- Rotkohl gedünstet: Dünsten Sie Rotkohl.
- Rotkohl-Saft: Pressen Sie Rotkohl gemeinsam mit Äpfeln und etwas Ingwer zu Saft.
- Rotkohl milchsauer fermentiert: Fermentieren Sie Rotkohl milchsauer (wie Sauerkraut).
Anbau der Aroniabeere
Die Aroniabeere ist ein anspruchsloser Strauch, der auch im eigenen Garten angebaut werden kann. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen durchlässigen Boden. Im Mai trägt sie schöne weiße Blüten und im Herbst bekommt sie eine tolle Färbung. Die Erntezeit ist im August und September. Es ist wichtig, die Beeren erst dann zu ernten, wenn sie wirklich reif sind. Dies erkennt man daran, dass der Stiel rot wird und keine grünen Beeren mehr am Strauch hängen.
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