Paroxetin-neuraxpharm 10 mg: Informationen zu Anwendung und Wirkung

Paroxetin-neuraxpharm 10 mg ist ein Medikament, das zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Eigenschaften, Anwendungsgebiete, Dosierung, Nebenwirkungen und wichtigen Hinweise zu Paroxetin-neuraxpharm 10 mg.

Was ist Paroxetin-neuraxpharm 10 mg?

Paroxetin-neuraxpharm 10 mg enthält den Wirkstoff Paroxetin. Es beeinflusst die Übertragung von Signalen im Gehirn, indem es die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellenden Botenstoffen (Serotonin) erhöht. Dadurch wirkt es Depressionen, Ängsten und Zwängen entgegen.

Paroxetin ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden. Es ist in verschiedenen Wirkstärken und Darreichungsformen erhältlich, üblicherweise als Filmtabletten oder Tabletten mit 10 mg, 20 mg, 30 mg oder 40 mg Paroxetin, als Tropfen oder als Suspension.

Anwendungsgebiete von Paroxetin-neuraxpharm 10 mg

Paroxetin-neuraxpharm 10 mg wird bei Erwachsenen zur Behandlung folgender Erkrankungen eingesetzt:

  • Depressive Erkrankungen (Episoden einer Major Depression)
  • Zwangsstörung
  • Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie (Angst vor öffentlichen Plätzen)
  • Soziale Angststörung / Soziale Phobie (Angst vor Blamage vor anderen)
  • Generalisierte Angststörung
  • Posttraumatische Belastungsstörung (Angst nach traumatischen Ereignissen)

Wirkungsweise von Paroxetin

Die Nervenzellen im Gehirn kommunizieren über chemische Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der Gefühle wie gute Laune, Glück und positive Stimmung vermittelt. Bei einem Mangel an Serotonin kann es zu Angst, Depressionen und impulsiven Aggressionen kommen.

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Paroxetin gehört zu den Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI). Diese verhindern die Wiederaufnahme von Serotonin in die Ursprungszelle. Dadurch kann das ausgeschüttete Serotonin länger an der Zielzelle wirken, was die Symptome eines Serotonin-Mangels verbessert.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Paroxetin-neuraxpharm 10 mg wird vom Arzt individuell festgelegt. Die folgenden Dosierungen werden üblicherweise empfohlen:

  • Depression:
    • Anfangsdosis: 20 mg
    • Empfohlene Dosis pro Tag: 20 mg
    • Maximaldosis pro Tag: 50 mg
  • Zwangsstörung:
    • Anfangsdosis: 20 mg
    • Empfohlene Dosis pro Tag: 40 mg
    • Maximaldosis pro Tag: 60 mg
  • Panikstörung (Panikanfälle):
    • Anfangsdosis: 10 mg
    • Empfohlene Dosis pro Tag: 40 mg
    • Maximaldosis pro Tag: 60 mg
  • Soziale Angststörung (Angst vor oder Vermeidung von sozialen Situationen):
    • Anfangsdosis: 20 mg
    • Empfohlene Dosis pro Tag: 20 mg
    • Maximaldosis pro Tag: 50 mg
  • Posttraumatische Belastungsstörung:
    • Anfangsdosis: 20 mg
    • Empfohlene Dosis pro Tag: 20 mg
    • Maximaldosis pro Tag: 50 mg
  • Generalisierte Angststörung:
    • Anfangsdosis: 20 mg
    • Empfohlene Dosis pro Tag: 20 mg
    • Maximaldosis pro Tag: 50 mg

Die Tabletten/Filmtabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) eingenommen werden, vorzugsweise morgens zusammen mit dem Frühstück. Die Suspension sollte vor Gebrauch geschüttelt werden.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art und Dauer der Erkrankung und wird vom Arzt bestimmt. Es ist wichtig, das Medikament regelmäßig einzunehmen und die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abzubrechen.

Wichtiger Hinweis: Paroxetin wirkt nicht sofort. Es kann einige Wochen dauern, bis eine Besserung der Symptome eintritt.

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Gegenanzeigen

Paroxetin-neuraxpharm 10 mg darf nicht eingenommen werden:

  • Bei Überempfindlichkeit gegen Paroxetin oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
  • Bei Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern, einschließlich Moclobemid, Linezolid und Methylthioniniumchlorid [Methylenblau]) oder wenn diese innerhalb der letzten zwei Wochen eingenommen wurden
  • Bei Einnahme der Antipsychotika Thioridazin oder Pimozid

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Paroxetin-neuraxpharm 10 mg ist erforderlich:

  • Bei Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen
  • Bei Epilepsie oder Krampfanfällen in der Vorgeschichte
  • Bei manischen Episoden in der Vorgeschichte
  • Bei Elektrokrampftherapie (EKT)
  • Bei Blutungsstörungen in der Vorgeschichte
  • Bei Diabetes
  • Bei niedrigem Natriumspiegel im Blut
  • Bei Glaukom (erhöhtem Augeninnendruck)
  • Bei Einnahme von Tamoxifen zur Behandlung von Brustkrebs oder Fruchtbarkeitsstörungen
  • Bei Suizidgedanken oder Verschlechterung der Depression/Angststörung

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Paroxetin-neuraxpharm 10 mg sollte bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Suizidversuch, suizidale Gedanken und Feindseligkeit besteht.

Ältere Patienten: Bei älteren Menschen kann die Höchstdosis 40 mg Paroxetin pro Tag nicht übersteigen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Paroxetin sollte in der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit eingenommen werden. Es kann das ungeborene Kind schädigen. Paroxetin kann in sehr geringen Mengen in die Muttermilch übergehen. Vor Beginn des Stillens sollte der Arzt konsultiert werden.

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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Paroxetin kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen oder die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen erhöhen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Zu den Arzneimitteln, mit denen Wechselwirkungen auftreten können, gehören:

  • Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAO-Hemmer)
  • Thioridazin oder Pimozid (Antipsychotika)
  • Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder andere nicht-steroidale antiinflammatorische Arzneimittel (NSAR)
  • Arzneimittel zur Senkung des Risikos für die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombozytenaggregationshemmer)
  • Schmerzmittel (z.B. Tramadol, Pethidin)
  • Triptane (zur Behandlung von Migräne)
  • Andere Antidepressiva (einschließlich andere SSRIs und trizyklische Antidepressiva)
  • Lithium, Risperidon, Perphenazin, Clozapin (Antipsychotika)
  • Fentanyl (als Narkosemittel oder zur Behandlung chronischer Schmerzen)
  • Johanniskraut (ein pflanzliches Heilmittel gegen Depressionen)
  • Phenobarbital, Phenytoin oder Carbamazepin (zur Behandlung von Krampfanfällen oder Epilepsie)
  • Atomoxetin (zur Behandlung von ADHS)
  • Procyclidin (gegen Tremor, vor allem bei der Parkinson-Krankheit)
  • Warfarin oder andere Arzneimittel zur Blutverdünnung (Antikoagulanzien)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (unregelmäßige Herzschlagfolge)
  • Metoprolol (ein Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzerkrankungen)
  • Pravastatin (zur Behandlung von hohen Cholesterinspiegeln)
  • Rifampicin (zur Behandlung von Tuberkulose (TBC) und Lepra)
  • Linezolid (ein Antibiotikum)
  • Tamoxifen (zur Behandlung von Brustkrebs oder Fertilitätsproblemen)
  • Mivacurium oder Suxamethonium (Arzneimittel zur Muskelentspannung)

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Paroxetin-neuraxpharm 10 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Übelkeit
  • Sexuelle Funktionsstörungen

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Schläfrigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Zittern
  • Kopfschmerzen
  • Verschwommenes Sehen
  • Gähnen
  • Schwitzen
  • Schwächezustände
  • Schwindel
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Erbrechen

Wichtige Nebenwirkungen:

Einige Patienten entwickeln unter der Einnahme von Paroxetin eine Akathisie (innere Unruhe und Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen) oder ein Serotonin-Syndrom (Verwirrtheit, Unruhe, Schwitzen, Zittern, Schüttelfrost, Halluzinationen, Muskelzuckungen oder ein schneller Herzschlag). Bei Auftreten dieser Symptome sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Absetzsymptome:

Beim Absetzen von Paroxetin können Absetzsymptome auftreten, wie z.B. Schwindelgefühl, Kribbeln, Schlafstörungen, Angstgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwitzen, Unruhe, Zittern, Verwirrtheit, Durchfall, Gefühlsschwankungen oder Sehstörungen. Die Dosis sollte daher langsam und schrittweise reduziert werden.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung von Paroxetin können Symptome wie Erbrechen, Erregung und Koma auftreten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden.

Wichtige Hinweise

  • Paroxetin-neuraxpharm 10 mg kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Vorsicht ist geboten beim Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen.
  • Während der Behandlung mit Paroxetin sollte kein Alkohol getrunken werden.
  • Patienten mit Engwinkelglaukom haben ein erhöhtes Risiko für einen akuten Anfall.
  • Übermäßige UV-Strahlung (z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern) sollte vermieden werden, da die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
  • Bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose) ist Vorsicht geboten.
  • Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente.

Aufbewahrung

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

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