Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen im Rhein-Neckar-Raum, in der Pfalz, in Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Worms betrifft. Oftmals führen Medikamente und Physiotherapie nicht zum gewünschten Erfolg. In solchen Fällen kann die periradikuläre Therapie (PRT) eine wirksame Alternative darstellen. Dieser Artikel beleuchtet die PRT, ihre Anwendung, den Ablauf und die beteiligten Experten in Heidelberg.
Einführung in die Periradikuläre Therapie (PRT)
Die periradikuläre Therapie (PRT) ist eine CT-gesteuerte Schmerztherapie, die direkt am Entstehungsort der Schmerzen ansetzt. Dabei werden entzündungshemmende Medikamente und Lokalanästhetika gezielt an die betroffenen Nervenwurzeln oder Wirbelgelenke injiziert, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren.
Was ist PRT?
Streng genommen bezieht sich die Bezeichnung "Periradikuläre Therapie (PRT)" nur auf die lokale Behandlung einer Spinalnervenwurzel an ihrer Austrittsstelle aus dem Rückenmarkskanal. Umgangssprachlich werden darunter allerdings unterschiedliche lokale Schmerztherapien zusammengefasst, unter anderem auch die sogenannte Facettengelenksblockade. Hierbei erfolgt die lokale Schmerzbehandlung nicht an der Spinalnervenwurzel, sondern am betroffenen/gereizten kleinen Wirbelgelenk (=Facettengelenk).
Wann kommt die PRT zum Einsatz?
Die PRT eignet sich besonders für Patienten, bei denen konservative Behandlungen wie Physiotherapie oder Schmerzmedikamente nicht ausreichend wirken. Sie wird häufig ergänzend zu anderen Therapien eingesetzt. Typische Anwendungsbereiche sind:
- Akute oder chronische Rückenschmerzen
- Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen (z.B. bei Bandscheibenvorfällen)
- Nervenreizungen oder -entzündungen
- Arthrose der Wirbelgelenke (Facettengelenksarthrose)
- Komprimierte Nervenwurzeln
Die Vorteile der CT-gesteuerten PRT
Im Vergleich zu herkömmlichen Schmerztherapien bietet die CT-gesteuerte PRT mehrere Vorteile:
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- Präzision: Die CT-Bildgebung ermöglicht eine exakte Platzierung der Injektionsnadel direkt am Schmerzzentrum.
- Sicherheit: Durch die kontinuierliche Bildkontrolle wird das Risiko von Verletzungen des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln minimiert.
- Effektivität: Die gezielte Injektion von Medikamenten direkt am Entstehungsort der Schmerzen ermöglicht eine schnelle und effektive Schmerzlinderung.
- Minimalinvasiv: Die PRT ist ein minimalinvasives Verfahren, das ohne Operation auskommt.
- Alternative zu Operationen: Durch die bildgesteuerte Rückenschmerztherapie ist eine gezielte und wirksame Behandlung von Rückenschmerzen direkt am Ort des Geschehens - als schonende Alternative zu operativen Eingriffen- möglich.
Ablauf einer PRT-Behandlung in Heidelberg
Eine PRT-Behandlung in Heidelberg umfasst in der Regel die folgenden Schritte:
- Persönliches Gespräch und Untersuchung: Zu Beginn findet ein ausführliches Gespräch mit einem erfahrenen Orthopäden oder Radiologen statt. Dabei werden die Krankengeschichte des Patienten erfasst und eine gründliche klinische Untersuchung durchgeführt.
- Diagnostik: Um die Ursache der Schmerzen zu identifizieren, können bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT eingesetzt werden. In Heidelberg besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Radiologiezentrum Mannheim, um eine schnelle und umfassende Diagnostik zu gewährleisten. Notfälle bekommen in der Regel einen Termin noch am selben Tag. Ansonsten bekommen Patienten in den meisten Fällen einen MRT Termin innerhalb von 48 Stunden.
- Planung der PRT: Auf Basis der Diagnose wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Dabei werden die genaue Injektionsstelle, die Art und Dosierung der Medikamente sowie der Ablauf der Behandlung festgelegt.
- Durchführung der PRT: Die PRT wird in der Regel ambulant durchgeführt. Der Patient liegt dabei auf einer Liege, während der Arzt unter CT-Kontrolle eine dünne Nadel präzise an die betroffene Nervenwurzel oder das Wirbelgelenk platziert. Anschließend wird ein Medikamentengemisch aus einem Lokalanästhetikum und einem Kortikosteroid injiziert.
- Nachbeobachtung: Nach der Injektion wird der Patient für einige Zeit überwacht, um sicherzustellen, dass keine Komplikationen auftreten. Im Anschluss an die Infiltrationstherapie sollte zur bestmöglichen Ausbreitung des Medikamentengemisches eine Bettruhe in der Klinik von zwei Stunden in Bauchlage eingehalten werden. Danach erfolgt ein Abschlussgespräch mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt.
Spezialisten für PRT in Heidelberg
In Heidelberg gibt es mehrere erfahrene Ärzte und Radiologen, die sich auf die PRT spezialisiert haben und die Behandlung anbieten. Zu den Experten gehören:
- Dr. med. habil. P.-M. Zink: Seit 1998 ist Dr. med. habil. P.-M. Zink in Heidelberg mit seiner Praxis für Wirbelsäulenchirurgie tätig und hat sich in dieser Zeit einen hervorragenden Ruf speziell auf dem Gebiet des prothetischen Bandscheibenersatzes erworben: an der Halswirbelsäule und an der Lendenwirbelsäule.
- Priv.-Doz. Dr. med. Berk Orakcioglu: Verantwortlich für die Behandlungen an der Wirbelsäule ist der Facharzt für Neurochirurgie, Priv.-Doz. Dr. med. Berk Orakcioglu. Zu seinen Schwerpunkten in der Wirbelsäulenchirurgie zählen die degenerativen Erkrankungen, Instabilitäten und Bandscheibenvorfälle.
- Dr. med. Michael Ho: Facharzt für Radiologie und Experte für periphere Nerven. Er hat sich unter anderem am Universitätsklinikum Heidelberg und zuletzt am Universitätsspital Zürich klinisch und wissenschaftlich mit der Bildgebung der peripheren Nerven beschäftigt und ist auf diesem Gebiet Experte. Er ist Geschäftsführer und Mitgründer von ARISTRA.
- Dr. med. Andrea Godau: Fachärztin für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie. Sie hat ihre Ausbildung an der Universitätsklinik Freiburg absolviert. Nach einer anschließenden Oberarzttätigkeit in Schweden hat sie ihre Spezialisierung im Bereich Neuroradiologie am Universitätsklinikum Freiburg erworben.
- Prof. Dr. med. Philipp Bäumer: Facharzt für Radiologie mit der zusätzlichen Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie. Er hat in der Neuroradiologie der Universität Heidelberg habilitiert und dort über viele Jahre große Expertise in der Bildgebung peripherer Nerven erworben.
Weitere Behandlungsmethoden in Heidelberg
Neben der PRT gibt es in Heidelberg ein breites Spektrum an weiteren Behandlungsmethoden für Rückenschmerzen und andere orthopädische Beschwerden. Dazu gehören:
- Osteopathie: Die Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der die Behandlungen mit den Händen erfolgen. Osteopathie geht dabei den Ursachen von Beschwerden auf den Grund und behandelt den Menschen in seiner Gesamtheit.
- Stosswellentherapie: Die Stosswellentherapie behandelt Sehnenentzündungen, verkalkte Bereiche an Sehnen und Gelenken, Rückenschmerzen und andere Schmerzen sowie Wachstumsschmerzen an Sehnen und Gelenken.
- Akupunktur: Die Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), bei der eine therapeutische Wirkung durch Setzen von Punkten erfolgt, die meridianbezogen (organbezogen) sind.
- Ganzheitliche Orthopädie: Die Ganzheitliche Orthopädie ist ein Sammelbegriff für Konzepte und Methoden im Bereich der Orthopädie, welche die Natur und den kranken Menschen in umfassenden Zusammenhängen betrachten und behandelt. Ganzheitliche Orthopädie bezeichnet die Zusammenhänge von Gelenkleiden, Rückenschmerzen und mehr zu anderen Ursachen (Stoffwechselleiden, Übergewicht, Nahrungsmittelallergien und hormonelle Störungen, z. B. Schilddrüsenerkrankungen etc.).
- Unfallchirurgie: Die Unfallchirurgie befasst sich mit dem physischen Trauma an Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Der Unfallchirurg entscheidet hier anhand von Röntgenbildern, Computertomographie und MRT, ob die Verletzungen mit oder ohne Operation erfolgreich behandelt werden können.
- Kinderorthopädie: Die Kinderorthopädie ist ein Spezialgebiet der Orthopädie, die sich mit angeborenen und erworbenen Deformitäten und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Im kindlichen und auch noch im jugendlichen Alter lassen sich viele orthopädische Probleme relativ leicht korrigieren, die sich im Erwachsenenalter zu bleibenden Schäden auswirken können.
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