Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute, ist eine schwerwiegende Erkrankung, die oft eine intensive medizinische und pflegerische Betreuung erfordert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Pflegemaßnahmen bei der Behandlung von Meningitis, insbesondere im Zusammenhang mit neurologischen Komplikationen wie Lähmungen und anderen Begleiterscheinungen.
Einführung
Die Medizin definiert eine Plegie als eine vollständige Lähmung von Muskelgruppen und Gliedmaßen aufgrund schwerer Verletzungen oder Krankheiten. Eine Paraplegie betrifft die untere Körperhälfte, während eine Tetraplegie alle vier Extremitäten betrifft. Diese Zustände können als Folge von Nervenläsionen im zentralen Nervensystem (ZNS) auftreten und erfordern umfassende Pflegemaßnahmen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Querschnittlähmung: Ursachen und Prävalenz
Querschnittlähmungen, oft gleichgesetzt mit Paraplegie oder Tetraplegie, entstehen durch Schädigungen des Rückenmarks. In Deutschland sind schätzungsweise 140.000 Menschen davon betroffen, wobei jährlich etwa 2.300 Neuerkrankungen in spezialisierten Zentren behandelt werden. Ursprünglich galten Unfälle als Hauptursache, doch mittlerweile liegen in 55 Prozent der Fälle Erkrankungen zugrunde.
Arten der Lähmung
Je nachdem, welche Motoneurone geschädigt sind, unterscheidet man zwischen schlaffen und spastischen Lähmungen. Bei einer Schädigung der unteren Motoneuronen kommt es zu einer schlaffen Paraplegie. Die Schädigung der Nervenbahnen betrifft nicht nur die Motorik, sondern führt auch zu zahlreichen anderen Symptomen und Funktionsverlusten.
Tetraplegie und ihre Besonderheiten
Bei einer Tetraplegie befindet sich die Schädigung im Bereich der Halswirbelsäule. Betroffene leiden zusätzlich zu den Symptomen einer Paraplegie unter Beeinträchtigungen der Atmung, insbesondere wenn der Schädigungsort bei C4 oder höher liegt, was zu einer Lähmung des Zwerchfells führen kann.
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Pflege bei Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und Erbrechen sind unspezifische Symptome, die bei Meningitis und anderen neurologischen Erkrankungen auftreten können. Die Pflegekraft muss sich bewusst sein, dass es sich hierbei um Symptome handelt, die vielfältige Ursachen haben können.
Mögliche Ursachen von Übelkeit und Erbrechen
- Vergiftungen: Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen, Schwindel und Bewusstlosigkeit können auf eine Vergiftung hindeuten. In solchen Fällen ist sofort ein Notarzt zu verständigen.
- Peritonitis (Bauchfellentzündung): Eine Bauchfellentzündung kann sich aus verschiedenen Ursachen entwickeln und äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen, Fieber, heftige Bauchschmerzen und Herzrasen. Auch hier ist sofortige notärztliche Hilfe erforderlich.
- Akutes Abdomen: Ein akutes Abdomen ist lebensgefährlich und erfordert notärztliche Versorgung. Symptome sind Erbrechen, Übelkeit, heftige Bauschmerzen, Schweißausbrüche und Herzrasen.
- Eingeklemmter Leistenbruch: Ein eingeklemmter Leistenbruch kann Übelkeit, Erbrechen und starke Bauchschmerzen verursachen. Der Bruchsack ist hart und berührungsempfindlich.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Nach dem Konsum bestimmter Lebensmittel können Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen auftreten.
- Zu schnelles Essen: Bei Senioren kann zu schnelles Essen zu Übelkeit und Erbrechen führen. Auch bei Sondenkost kann eine zu schnelle Verabreichung diese Symptome auslösen.
- Reizmagen (funktionelle Dyspepsie): Schmerzen im Magenbereich, Druckgefühl, Erbrechen, Aufstoßen und Übelkeit können auf einen Reizmagen hindeuten.
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Übelkeit direkt nach dem Essen, begleitet von Schmerzen und Erbrechen, kann auf eine Gastritis hinweisen.
- Magenkarzinom: Ein unangenehmer Geruch beim Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit können Symptome eines Magenkarzinoms sein.
- Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre: Diese Geschwüre können Übelkeit, Erbrechen, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Schmerzen und Bluterbrechen auslösen.
- Reizdarm: Ständig wiederkehrender Durchfall und Verstopfung im Wechsel mit Appetitlosigkeit, Aufstoßen und Übelkeit können auf einen Reizdarm hindeuten.
- Infektiöse Durchfallerkrankungen: Durch Viren ausgelöste Durchfallerkrankungen gehen oft mit Übelkeit und Erbrechen einher.
- Hepatitis (Leberentzündung): Übelkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und eine Abneigung gegen Fett können auf eine Hepatitis hindeuten.
- Gallenkolik: Starke Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz, Gelbsucht und dunkler Urin sind typische Symptome einer Gallenkolik.
- Akute und/oder chronische Pankreatitis: Erbrechen, Übelkeit, gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Fieber, Gelbsucht und Fettstuhl können auf eine Pankreatitis hindeuten.
- Nierenkolik: Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen oder Schmerzen im Flankenbereich, an den Hoden oder Schamlippen sowie Blut im Urin können auf eine Nierenkolik hinweisen.
- Urämie: Übelkeit, Erbrechen, Uringeruch der Haut und des Atems, Wassereinlagerungen im Gewebe und bräunlich-graue Hautfärbung können auf eine Urämie hinweisen.
- Morbus Addison: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Austrocknung, niedriger Blutdruck, Schwächegefühl und verstärkte Pigmentierung der Haut können Symptome von Morbus Addison sein.
- Adnexitis und Ovarialzyste: Bei weiblichen Patienten können eine akute Adnexitis oder eine Ovarialzyste Übelkeit und Erbrechen verursachen.
- Hodentorsion: Bei männlichen Patienten kann eine Hodentorsion Übelkeit und Erbrechen verursachen, begleitet von starken Hodenschmerzen.
- Akute Herzschwäche/Herzversagen: Erbrechen, Übelkeit, Unwohlsein, akute Schwäche, Schockanzeichen, niedriger Blutdruck und Atemnot können auf eine akute Herzschwäche hindeuten.
- Herzinsuffizienz: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Ödeme, Blähungen, Schwindel und niedriger Blutdruck können Symptome einer Herzinsuffizienz sein.
- Myokardinfarkt: Übelkeit, Erbrechen, Angst, kalter Schweiß, Atemnot und starke Schmerzen in der Brust können auf einen Myokardinfarkt hindeuten.
- Hypertensive Krise: Stark erhöhter Blutdruck kann zu Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Schwindel und Sehstörungen führen.
- Hitzschlag und Sonnenstich: Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, rote und heiße Haut, Schwindel und Bewusstlosigkeit können Symptome eines Hitzschlags oder Sonnenstichs sein.
- Migräne: Übelkeit, Erbrechen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Missempfinden, Lichtempfindlichkeit und Lärmempfindlichkeit können auf Migräne hindeuten.
- Hirnblutungen: Unerträgliche Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Bewusstseinseintrübung können auf Hirnblutungen hindeuten.
- Meningitis (Hirnhautentzündung): Erbrechen, Übelkeit, starke Kopfschmerzen und Bewusstseinseintrübung können Symptome einer Meningitis sein.
- Schädelprellung: Übelkeit oder Erbrechen nach einem Sturz auf den Kopf können auf eine Schädelprellung hindeuten.
- Morbus Menière: Akute Hörminderung, Tinnitus und Erbrechen können auf Morbus Menière hindeuten.
- Glaukomanfall: Einseitige und unerträgliche Augen- oder Stirnschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, rotes Auge und eingeschränkte Sehkraft können auf einen Glaukomanfall hindeuten.
- Diabetische Ketoazidose: Erbrechen, Übelkeit, anfallsartige Schmerzen im Oberbauch und fruchtig riechender Mundgeruch können auf eine diabetische Ketoazidose hindeuten.
Pflegerische Maßnahmen bei Übelkeit und Erbrechen
- Wärmflasche anbieten
- Mund spülen helfen
- Für frische Luft sorgen
- Atemstimulierende Einreibung durchführen
- Hals und Gesicht warm oder kalt abwaschen
- Genügend Flüssigkeit anbieten
- Nierenschale in Reichweite aufstellen
- Ärztliche Abklärung der Ursache
- Nahrung bei Magensonden langsamer verabreichen
- Bewusstlose oder somnolente Patienten in die stabile Seitenlage bringen
- Oberkörper bei erhöhtem Hirndruck hoch lagern (30 Grad)
- Eiswürfel anbieten
- Nichts Essbares im Zimmer stehen lassen
- Lieblingsgerichte anbieten
- Schonkost anbieten
Meningitis: Ursachen, Symptome und Behandlung
Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, meist verursacht durch Viren oder Bakterien. Sie ist ein medizinischer Notfall und kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.
Ursachen und Erreger
- Bakterielle Meningitis: Verursacht durch Meningokokken (Neisseria meningitidis), Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae), Listerien, Haemophilus influenzae, Borrelien, Streptokokken Typ B und Escherichia coli (bei Neugeborenen).
- Virale Meningitis: Verursacht durch Arboviren (z. B. FSME durch Zeckenbiss), Herpes-simplex-Viren und andere Viren.
Symptome
- Starke Kopfschmerzen
- Bewusstseinstrübung
- Hohes Fieber
- Steifer Nacken
- Übelkeit und Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Schläfrigkeit
- Verwirrtheit
- Hautausschlag (bei Meningokokken-Infektionen)
Diagnose
- Körperliche Untersuchung
- Lumbalpunktion (Entnahme von Nervenwasser)
- Blutuntersuchungen
Behandlung
- Bakterielle Meningitis: Sofortige Behandlung mit hochdosierten Antibiotika.
- Virale Meningitis: Symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln, fiebersenkenden Medikamenten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr.
Vorbeugung
- Impfungen gegen Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae Typ B (Hib).
- Regelmäßiges Händewaschen.
- Vorsorgliche Antibiotika für Personen, die engen Kontakt zu einem Meningitis-Patienten hatten.
Infektionsprävention in der Pflege
Infektionen sind ein relevantes Problem in der Pflege, insbesondere bei älteren und immungeschwächten Menschen. Konsequente Hygiene ist entscheidend, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.
Hygienemaßnahmen
- Händehygiene: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife und Wasser oder Desinfektionsmittel.
- Schutzkleidung: Tragen von medizinischen Einmal-Handschuhen, Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel und Schürzen je nach Situation.
- Reinigung und Desinfektion: Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Flächen, Gegenständen und Textilien.
- Umgang mit Körpersekreten: Sofortige Beseitigung von Körpersekreten und gründliche Reinigung aller damit in Kontakt gekommenen Oberflächen.
- Wäschehygiene: Waschen von Textilien bei hohen Temperaturen und separate Behandlung von Textilien von ansteckend erkrankten Personen.
- Lebensmittelhygiene: Achten auf Hygiene in der Küche und beim Umgang mit Lebensmitteln.
Besondere Maßnahmen bei multiresistenten Erregern (MRE)
- Ärztliche Beratung zu Hygienemaßnahmen einholen.
- Genaue Einhaltung der vorgegebenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen.
- Gründliche Händehygiene nach Kontakt mit der pflegebedürftigen Person oder ihrer Umgebung.
- Sofortige Reinigung von Geschirr, Besteck und Wäsche.
- Besprechung des Vorgehens mit einer Pflegefachperson, falls eine Isolation erforderlich ist.
Kinderintensivstation: Moderne Technik und behutsame Betreuung
Kinder, die schwere Operationen oder Unfälle erlitten haben oder an lebensgefährlichen Erkrankungen leiden, werden auf der Kinderintensivstation betreut. Dort werden ihre Lebensfunktionen systematisch überwacht und intensivmedizinische Versorgung und Pflege gewährleistet.
Gründe für die Verlegung auf die Kinderintensivstation
- Regeneration nach großen Operationen
- Versorgung bei schweren Schädel-Hirn-Verletzungen
- Versorgung bei mehrfachen Knochenbrüchen und inneren Verletzungen (Polytrauma)
- Schwere Verbrühungen und Verbrennungen
- Neurologische Notfälle
- Respiratorische Notfälle
- Schwere lebensbedrohliche Infektionen, Sepsis mit Schockgeschehen
- Differenzierte Therapie aller Schockformen
- Entgleisung bei Stoffwechselerkrankungen, vor allem diabetische Notfälle
- Behandlung von Vergiftungen
- Akutes Nierenversagen
- Ertrinkungsunfälle
Maßnahmen auf der Kinderintensivstation
- Diagnostik möglichst ohne Zusatzbelastungen und Transporte innerhalb der Klinik
- Systematische Überwachung und Beatmung durch hochmoderne technische Ausstattung
- Durchführung kleinerer Eingriffe direkt auf der Intensivstation
- Strenge Hygiene- und Barriere-Maßnahmen
- Einbeziehung der Eltern in die Pflege des Kindes
- Seelischer Beistand für Eltern in Krisensituationen
Schädel-Hirn-Trauma: Behandlung und Rehabilitation
Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) wird nach der Glasgow-Coma-Scale (GCS) in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Die Behandlung erfolgt zunächst am Unfallort durch Sicherstellung der Vitalzeichen und Stabilisierung der Wirbelsäule und des Schädels.
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Behandlung und Rehabilitation
- Leichtes SHT: Klinische Überwachung für 24 Stunden.
- Schweres SHT: Intubation und Überwachung auf der Intensivstation.
- Rehabilitation: Interdisziplinäre Therapie durch Pflege, Ärzte, Psychologen, Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie.
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