Valette und Migräne: Erfahrungen, Auswirkungen und Alternativen

Die Antibabypille Valette ist ein häufig verschriebenes Medikament zur Schwangerschaftsverhütung und zur Behandlung von Akne. Viele Frauen teilen ihre Erfahrungen mit der Valette, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Valette, ihre potenziellen Nebenwirkungen, insbesondere im Hinblick auf Migräne, und mögliche Alternativen.

Erfahrungen mit Valette und Migräne

Einige Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit der Valette, wie verbesserte Stimmung, Gewichtsstabilität und gesteigerte Libido. Andere berichten jedoch von negativen Erfahrungen, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne. Einige Frauen berichten von Migräneattacken in den Pillenpausen, die mit der Zeit schlimmer wurden. Nach dem Absetzen der Pille verschwanden diese Migräneattacken bei einigen Frauen vollständig.

Einige Anwenderinnen der Valette berichteten von einer verminderten Lust auf Sex, die sich nach dem Absetzen der Pille verbesserte. Gewichtszunahme ist eine weitere häufig genannte Nebenwirkung, wobei einige Frauen über eine Gewichtszunahme von bis zu 5 kg pro Jahr klagen. Einige Gynäkologen sind der Meinung, dass diese Gewichtszunahme nicht auf die Pille zurückzuführen sei, sondern auf schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung. Andere Frauen hingegen stellten nach dem Absetzen der Pille einen Gewichtsverlust fest, ohne ihre Ernährung oder ihr Trainingspensum zu ändern.

Inhaltsstoffe und Wirkungsweise von Valette

Valette ist eine Kombinationspille, die zwei weibliche Geschlechtshormone enthält: Ethinylestradiol und Dienogest.

  • Ethinylestradiol: Dieser Wirkstoff ist ein Verwandter des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Östrogen bewirkt unter anderem den zyklischen, schwangerschaftsvorbereitenden Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und fördert den Transport der Spermien in die Gebärmutter. Ethinylestradiol hemmt insbesondere die Eireifung im Eierstock.
  • Dienogest: Der Wirkstoff ist ein verwandter Stoff zum weiblichen Geschlechtshormon Gestagen (Gelbkörperhormon). Bei der Frau bewirkt das Gestagen u.a. eine Wachstumshemmung der schwangerschaftsvorbereitenden Gebärmutterschleimhaut, eine Hemmung des Transports der Spermien und eine Hemmung des Eisprungs. Dienogest ist ein synthetisches Gestagen, das alleine oder in Kombination mit Ethinylestradiol zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt wird. Es kann auch zur Behandlung von Regelproblemen, Akne und Endometriose bei Frauen verwendet werden.

Die Kombination dieser beiden Hormone dient der Schwangerschaftsverhütung und kann bei einigen Frauen das Hautbild verbessern, den Zyklus regulieren und die Intensität der Menstruation reduzieren.

Lesen Sie auch: Risiko von Schlaganfall durch Pille bei Migräne

Dosierung und Anwendung von Valette

Die Einnahme von Valette erfolgt in einem 21-Tage-Zyklus, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Während der Einnahme wird täglich eine Tablette eingenommen, idealerweise zur gleichen Zeit. Der Empfängnisschutz bleibt auch während der Einnahmepause bestehen. Die genaue Dosierung und der Zeitpunkt der ersten Einnahme sollten individuell mit einem Arzt abgestimmt werden.

Gegenanzeigen und wichtige Hinweise

Es gibt bestimmte Erkrankungen und Umstände, bei denen die Einnahme von Valette kontraindiziert ist. Dazu gehören unter anderem:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
  • Thrombose (auch in der Vorgeschichte)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall (auch in der Vorgeschichte)
  • Migräne mit Aura
  • Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung
  • Schwere Lebererkrankung
  • Estrogenabhängige Tumore
  • Blutungen im Vaginalbereich, deren Ursache ungeklärt ist

Bei bestimmten Vorerkrankungen, wie entzündlichen Darmerkrankungen, Übergewicht, Bluthochdruck, Depressionen oder Epilepsie, sollte die Einnahme von Valette nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Rauchen erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolien während der Einnahme von Valette.

Frauen, die Valette einnehmen, sollten die Einnahme sofort unterbrechen, wenn ein Verdacht auf eine Schwangerschaft besteht. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist von der Einnahme abzuraten.

Nebenwirkungen von Valette

Wie alle Medikamente kann auch Valette Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind:

Lesen Sie auch: Pille: Risiken für Frauen

  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen)
  • Appetitsteigerung oder -verlust
  • Gewichtszunahme oder -verlust
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Depressionen
  • Nervosität
  • Augenbeschwerden
  • Hautprobleme (Ausschlag, Juckreiz, Akne, Haarausfall)
  • Bluthochdruck
  • Ödeme (Wassereinlagerungen)
  • Infektionen der Scheide
  • Brustschmerzen oder -vergrößerung
  • Menstruationsstörungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Vaginaler Ausfluss
  • Rückenschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Venenbeschwerden
  • Allgemeine Schwäche

Bei Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Valette und Migräne: Ein komplexer Zusammenhang

Migräne ist eine häufige Begleiterscheinung im Leben vieler Frauen, und hormonelle Veränderungen spielen dabei oft eine entscheidende Rolle. Die Antibabypille Valette, die die Hormone Ethinylestradiol und Dienogest kombiniert, kann diesen komplexen Zusammenhang beeinflussen.

Menstruelle Migräne

Einige Frauen leiden unter sogenannter menstrueller Migräne, bei der Migräneattacken in zeitlicher Nähe zur Menstruation auftreten. Die Internationale Kopfschmerzklassifikation unterscheidet zwischen "reiner menstrueller Migräne", bei der die Attacken ausschließlich im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten, und "menstruationsassoziierter Migräne", bei der zusätzlich Attacken auch zu anderen Zeiten des Zyklus auftreten.

Die Mechanismen, die zu menstrueller Migräne führen, sind komplex und möglicherweise von den hormonellen Veränderungen während des normalen Menstruationszyklus oder durch den Entzug von externen Gestagenen (wie in kombinierten oralen Kontrazeptiva) abhängig. Es gibt Hinweise darauf, dass ein Östrogenentzug bei einigen Frauen Migräneattacken auslösen kann.

Hormone und Migräne

Östrogene haben vielfältige Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem und können die Neurotransmission und Zellfunktion beeinflussen. Zahlreiche Gehirnareale, die in der Pathophysiologie der Migräne involviert sind, exprimieren Östrogenrezeptoren.

Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei Wadenkrämpfen

Östrogene können das serotoninerge System aktivieren, was protektiv gegenüber Migräneattacken wirken kann. Sie können aber auch die erregende Wirkung von Glutamat erhöhen, was die Wahrscheinlichkeit für eine Migräneaura erhöhen kann. Zudem können Östrogene das γ-Aminobuttersäure-System (GABA) modulieren, welches inhibitorisch im Nervensystem wirkt, und das endogene Opioidsystem beeinflussen.

Valette und das Migränerisiko

Die Einnahme von Valette kann das Migränerisiko sowohl erhöhen als auch verringern, abhängig von der individuellen Reaktion der Frau und der Art der Migräne. Einige Frauen berichten von einer Zunahme der Migräneattacken, insbesondere in den Pillenpausen, während andere eine Verbesserung ihrer Migräne feststellen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, ein Risikofaktor für Schlaganfall und andere vaskuläre Ereignisse ist. Frauen mit Migräne sollten daher die Vor- und Nachteile der Einnahme von Valette sorgfältig mit ihrem Arzt abwägen.

Alternativen zur Valette

Für Frauen, die unter Migräne leiden oder andere Nebenwirkungen der Valette erfahren, gibt es verschiedene Alternativen zur Schwangerschaftsverhütung:

  • Östrogenfreie Pillen: Diese Pillen enthalten nur Gestagene und können eine gute Option für Frauen sein, die Östrogen-bedingte Nebenwirkungen vermeiden möchten.
  • Hormonspirale: Die Hormonspirale setzt kontinuierlich Gestagene frei und kann ebenfalls eine gute Alternative für Frauen mit Migräne sein.
  • Kupferspirale: Die Kupferspirale ist eine hormonfreie Verhütungsmethode, die für Frauen geeignet ist, die keine Hormone einnehmen möchten.
  • Barrieremethoden: Kondome, Diaphragma und Portiokappe sind hormonfreie Verhütungsmethoden, die jedoch eine sorgfältige Anwendung erfordern.

tags: #pille #valette #migrane