Pleurapunktion: Nervenverletzungen und Komplikationen

Die Pleurapunktion ist ein medizinischer Eingriff, bei dem die Pleurahöhle punktiert wird. Die Pleurahöhle, auch Pleuraspalt genannt, ist der spaltförmige Raum zwischen dem Lungenfell (Pleura visceralis) und dem Rippenfell (Pleura parietalis). Die Pleura selbst ist das Brustfell, das diese beiden Schichten umfasst. Eine Pleurapunktion wird durchgeführt, wenn sich Flüssigkeit in diesem Pleuraraum ansammelt, um die Ursache für den Pleuraerguss zu ermitteln. Sie kann aber auch therapeutisch eingesetzt werden, um den Erguss abzulassen und Beschwerden zu lindern.

Indikation und Zweck der Pleurapunktion

Eine Pleurapunktion wird hauptsächlich bei einem Pleuraerguss angewendet. Der Hauptzweck besteht darin, die Ursache des Ergusses zu diagnostizieren. Es kann sich dabei um verschiedene Erkrankungen handeln, wie z. B. Infektionen, Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen oder Krebserkrankungen.

Neben der diagnostischen Abklärung dient die Pleurapunktion auch therapeutischen Zwecken. Ein Pleuraerguss kann Beschwerden wie Schmerzen im Brustkorb, Druckgefühl und Atemnot verursachen. Durch das Ablassen der Flüssigkeit kann der Patient entlastet und die Symptome gelindert werden.

In seltenen Fällen kann eine Pleurapunktion auch im Rahmen einer Pleurodese durchgeführt werden. Dabei wird der Pleuraspalt durch Einbringen eines Verödungsmittels verklebt, um wiederholte Ergüsse zu verhindern.

Vorbereitung und Durchführung

Vor einer Pleurapunktion ist es wichtig, mögliche Blutgerinnungsstörungen des Patienten abzuklären. Gerinnungsstörungen können das Risiko von Komplikationen wie Blutungen erhöhen.

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Für die Durchführung der Pleurapunktion nimmt der Patient in der Regel eine sitzende Position ein und stützt sich mit einer Lehne oder einem Kissen nach vorne ab. Diese Position erleichtert den Zugang zum Pleuraraum.

Nachdem die betreffende Stelle desinfiziert wurde, erfolgt eine örtliche Betäubung. Anschließend wird eine Hohlnadel oder eine Kanüle durch die Haut zwischen zwei Rippen und die Zwischenrippenmuskulatur hindurch bis zur Pleurahöhle vorgeschoben.

Um sicherzustellen, dass der gesamte Pleuraerguss abgelassen wird, kann ein spezieller Schlauch (Drainage) eingelegt werden. Per Ultraschall wird überprüft, ob der Erguss vollständig beseitigt wurde.

Mögliche Komplikationen

Obwohl die Pleurapunktion ein relativ sicherer Eingriff ist, können in seltenen Fällen Komplikationen auftreten. Zu den möglichen Komplikationen gehören:

  • Nervenverletzungen: Eine Verletzung der Interkostalnerven (Zwischenrippennerven) kann zu chronischen Schmerzen im Brustbereich führen.
  • Blutungen: Durch die Punktion von Blutgefäßen kann es zu Blutungen in den Pleuraraum (Hämothorax) oder in die Lunge kommen.
  • Infektionen: In seltenen Fällen kann es zu einer Infektion des Pleuraraums (Pleuraempyem) kommen.
  • Pneumothorax: Durch die Punktion kann Luft in den Pleuraraum gelangen, was zu einem Pneumothorax (Lungenkollaps) führen kann.
  • Lungenödem: Nach rascher Entleerung großer Ergüsse kann es zu einem Lungenödem kommen.
  • Verletzung anderer Organe: In sehr seltenen Fällen können andere Organe wie die Leber oder die Milz verletzt werden.

Nervenverletzungen im Detail

Nervenverletzungen sind eine gefürchtete Komplikation der Pleurapunktion, obwohl sie selten vorkommen. Die Interkostalnerven verlaufen entlang der Unterkante jeder Rippe, zusammen mit den Interkostalarterien und -venen. Bei der Punktion besteht die Gefahr, dass diese Nerven verletzt werden, insbesondere wenn die Nadel zu tief oder in einem falschen Winkel eingeführt wird.

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Symptome einer Nervenverletzung:

  • Schmerzen: Die häufigste Folge einer Nervenverletzung sind Schmerzen im Brustbereich. Diese können akut und stechend sein oder chronisch und dumpf. Die Schmerzen können sich bei Bewegung, Husten oder tiefem Einatmen verstärken.
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln: In einigen Fällen kann es zu Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bereich des betroffenen Nervs kommen.
  • Muskelschwäche: In seltenen Fällen kann eine Nervenverletzung zu einer Schwäche der Zwischenrippenmuskulatur führen.

Vorbeugung von Nervenverletzungen:

  • Sorgfältige Planung: Vor der Punktion sollte der Arzt die Anatomie des Brustkorbs genau studieren und den Verlauf der Interkostalnerven berücksichtigen.
  • Ultraschallkontrolle: Die Verwendung von Ultraschall während der Punktion kann helfen, die Nerven und Blutgefäße zu visualisieren und Verletzungen zu vermeiden.
  • Korrekte Punktionstechnik: Die Nadel sollte in einem flachen Winkel und nicht zu tief eingeführt werden.
  • Vermeidung von Mehrfachpunktionen: Mehrfache Punktionen im selben Bereich erhöhen das Risiko von Nervenverletzungen.

Behandlung von Nervenverletzungen:

Die Behandlung von Nervenverletzungen nach einer Pleurapunktion hängt von der Schwere der Verletzung ab. In den meisten Fällen klingen die Symptome von selbst ab. Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen zu lindern. In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu reparieren.

Weitere Komplikationen im Detail

  • Blutungen: Blutungen können durch die Verletzung von Blutgefäßen während der Punktion entstehen. Sie können sich als Hämothorax (Blutansammlung im Pleuraraum) oder als Blutung in die Lunge manifestieren. In den meisten Fällen sind Blutungen geringfügig und hören von selbst auf. In seltenen Fällen kann eine Bluttransfusion oder eine Operation erforderlich sein, um die Blutung zu stoppen.
  • Infektionen: Infektionen des Pleuraraums (Pleuraempyem) sind selten, aber schwerwiegend. Sie können durch die Einführung von Bakterien während der Punktion entstehen. Symptome eines Pleuraempyems sind Fieber, Schmerzen im Brustkorb und Atemnot. Die Behandlung umfasst Antibiotika und in einigen Fällen eine Drainage des Pleuraraums.
  • Pneumothorax: Ein Pneumothorax entsteht, wenn Luft in den Pleuraraum gelangt und die Lunge kollabiert. Dies kann durch die Punktion selbst oder durch eine Verletzung der Lunge verursacht werden. Ein kleiner Pneumothorax kann sich von selbst zurückbilden. Ein größerer Pneumothorax muss jedoch mit einer Thoraxdrainage behandelt werden, um die Luft aus dem Pleuraraum zu entfernen und die Lunge wieder zu entfalten.
  • Lungenödem: Ein Lungenödem kann nach rascher Entleerung großer Ergüsse auftreten. Dies liegt daran, dass sich die Lunge schnell ausdehnt und Flüssigkeit in die Lungenbläschen austritt. Symptome eines Lungenödems sind Atemnot, Husten und Rasselgeräusche beim Atmen. Die Behandlung umfasst Sauerstoffgabe und Diuretika.
  • Verletzung anderer Organe: In sehr seltenen Fällen können andere Organe wie die Leber oder die Milz verletzt werden, insbesondere wenn die Punktion nicht unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird.

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