Plexus choroideus: CT-Bildgebung und ihre Bedeutung

Die Plexus choroidei sind knäuelartig geformte arteriovenöse Gefäßkonvolute in den Hirnventrikeln, die aus spezialisierten Gliazellen bestehen und Liquor produzieren. Sie finden sich in den Seitenventrikeln und im Dach des dritten und vierten Ventrikels. Am lateralen Ende des vierten Ventrikels ragt ein Teil des Plexus choroideus beidseits aus dem Foramen Luschkae heraus. Dieser Teil wird als Bochdaleksches Blumenkörbchen bezeichnet. Der Plexus choroideus der Seitenventrikel steht mit dem des dritten Ventrikels über das Foramen interventriculare in Verbindung. Seine Anheftungsstelle am Thalamus nennt man Taenia choroidea.

Die Computertomographie (CT) ist eine bereits seit den frühen 1970er Jahren klinisch eingesetzte Untersuchungsmethode. Es handelt sich um eine besondere Röntgenuntersuchung, mit der Schichtbilder des gesamten Körpers erzeugt werden können. Eine Röntgenröhre dreht sich dabei um eine kreisförmige Öffnung, in welcher der Patient auf einem Untersuchungstisch liegt. Von der Röntgenröhre wird ein fächerförmiger Röntgenstrahl ausgesendet, welcher den Körper durchdringt. Dieser Röntgenstrahl wird von den verschiedenen Geweben des Körpers unterschiedlich stark geschwächt und auf der entgegengesetzten Seite der Röntgenröhre von speziellen Empfängern (Detektoren) empfangen. Dieses Meßsignal wird durch sehr leistungsfähige Computer in komplexen Rechenoperationen in ein Bild umgewandelt.

Bedeutung der CT-Bildgebung des Plexus choroideus

Die CT-Bildgebung spielt eine wichtige Rolle bei der Beurteilung des Plexus choroideus, insbesondere bei der Detektion von Tumoren und anderen Pathologien.

Tumore des Plexus choroideus

Tumore, welche vom Plexus choroideus ausgehen, werden als Plexustumore bezeichnet. In den meisten Fällen handelt es sich um gutartige Plexuspapillome (WHO Grad 1). Weitere aggressivere Plexustumore sind das atypische Plexuspapillom (WHO Grad 2) und das Plexuskarzinom (WHO Grad 3).

Choroid plexus xanthogranulomata

Choroid plexus xanthogranulomata sind häufige, zufällige und fast immer asymptomatische Läsionen. Es ist unklar, ob sie eine eigene Entität von adulten Choroidplexuszysten darstellen, aber sie teilen sich Bildgebungsmerkmale und sind wahrscheinlich nur bei der Autopsie zu unterscheiden. Adulte Choroidzysten und Xanthogranulome sollten nicht mit antenatalen Choroidzysten verwechselt werden, die sich in der Regel bis zur Geburt zurückbilden. In fast allen Fällen sind diese Läsionen asymptomatisch. Diese Läsionen stellen desquamierte Epithelzellen im Lumen von Choroidzysten innerhalb des Plexus choroideus dar. Die Größe von Xanthogranulomen des Plexus choroideus variiert stark und reicht von winzigen, speckartigen Regionen, die auf der Bildgebung nicht sichtbar sind, bis hin zu großen, prominenten Choroidea-Massen. In den meisten Fällen messen sie weniger als 1 cm im Durchmesser und befinden sich in der Regel in den Trigonen der lateralen Ventrikel.

Lesen Sie auch: Symptome und Diagnose

CT-Darstellung des Plexus choroideus

Der Plexus choroideus kann je nach Ausprägung in der CT-Bildgebung sichtbar sein. Auf CT sind diese Läsionen in der Regel nicht erkennbar, da sie eine ähnliche Dichte wie der angrenzende Plexus choroideus aufweisen.

Differenzialdiagnosen

Bei der Beurteilung von Auffälligkeiten im Bereich des Plexus choroideus müssen verschiedene Differenzialdiagnosen berücksichtigt werden, darunter:

  • Lymphom: Obwohl seltener, können Lymphome den Plexus choroideus befallen. 93 % aller ZNS-Lymphome sind primär. Am häufigsten kommen die primären Non-Hodgkin-B-Zell-ZNS-Lymphome vor. Bei 12 % der B-Zell-PZNSL sind die Leptomeningen betroffen. Die Bildgebung ist häufig unauffällig bzw. zeigt nicht spezifische Befunde, wie z.B. Hydrozephalus.

Technische Aspekte der CT-Untersuchung

Um eine optimale Bildqualität zu gewährleisten, sind bei der Durchführung einer CT-Untersuchung bestimmte technische Aspekte zu beachten:

  • Kontrastmittel: In vielen Fällen ist es erforderlich, parallel zur Untersuchung ein Kontrastmittel in die Blutbahn zu injizieren, um die Gefäße und die Durchblutung der Organe sehen zu können. In sehr seltenen Fällen können im Zusammenhang mit der Gabe dieser Kontrastmittel Nebenwirkungen auftreten. Das Risiko dieser Nebenwirkungen (allergische Reaktionen, Nierenfunktionsstörungen) ist sehr niedrig.
  • Strahlenexposition: Die Grundlage für die Erzeugung von Bildern in der Computertomographie sind Röntgenstrahlen. Die Strahlenexposition und damit die effektive Dosis für eine CT-Untersuchung ist sehr variabel. In der Regel liegt sie bei etwa 2 - 10 mSv (Millisievert). Dies entspricht in etwa der natürlichen Strahlenexposition der jeder Bürger in Deutschland in einem Zeitraum von 1 bis 3 Jahren ausgesetzt ist. Durch besondere Maßnahmen des Strahlenschutzes wird die Strahlenexposition weitest möglichst minimiert. Dennoch ist diese Untersuchung für Schwangere mit Ausnahme lebensbedrohlicher Notfälle nicht zu empfehlen. Auch bei Kindern sollten möglichst alternative Bildgebungstechniken - z.B. die Kernspintomographie - eingesetzt werden.

Vorteile der Computertomographie

Die mit der Computertomographie erzeugten Schnittbilder ermöglichen im Gegensatz zum konventionellen Röntgen die überlagerungsfreie Darstellung des Körperinneren. Im Gegensatz zum Ultraschall kann mit dieser Technik jede Körperregion eingesehen werden, da mit dieser Technik weder Knochen noch Luft die Sicht behindern. Durch die Kontrastunterschiede zwischen den verschiedenen Geweben und die sehr hohe Ortsauflösung (< 1mm) ist es in der Computertomographie möglich, krankhafte Veränderungen sehr viel besser als mit dem normalen Röntgen zu erkennen und zu zuordnen. Die hohe Ortsauflösung bietet weiterhin die Möglichkeit, aus den erzeugten Daten 3D-Bilder zu generieren. Diese helfen Erkrankungen und insbesondere komplexe Verletzungen besser zu verstehen und damit auch besser zu behandeln. Gleichzeitig machen diese Eigenschaften die Computertomographie auch zu einer hervorragenden Methode um mit größtmöglicher Sicherheit Proben aus dem Körperinneren (z.B. Leber, Lunge, Knochen) zu entnehmen und um bildgesteuerte Therapien (z.B. Schmerztherapien) durchzuführen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Schnelligkeit mit der die Computertomographie durchgeführt wird. Hierdurch führen körpereigene Bewegungen (Atmung, Herzschlag, Darmbewegung) kaum zu einer Beeinträchtigung der Bildqualität. Weiterhin ist die Computertomographie unabhängig vom Untersucher.

Lesen Sie auch: Was tun bei Plexus brachialis Neuritis?

Ablauf einer CT-Untersuchung

Der Patient wird durch die medizinisch technische Assistentin (MTRA) in den Untersuchungsraum begleitet und bequem auf der Untersuchungsliege gelagert. In vielen Fällen ist es erforderlich, parallel zur Untersuchung ein Kontrastmittel in die Blutbahn zu injizieren um die Gefäße und die Durchblutung der Organe sehen zu können. Hierzu wird ein Venenzugang, ähnlich einer Blutabnahme, eingebracht. Danach wird der Patient an einen Kontrastmittelinjektor angeschlossen. Nachdem durch die MTRA das Untersuchungsprogramm eingestellt wurde wird der Patient aufgefordert die Luft anzuhalten und sich nicht zu bewegen. Während der Atemanhaltephase bewegt sich die Untersuchungsliege zügig durch die Öffnung des CT-Scanners hindurch.

Lesen Sie auch: Diagnose und Therapie der Lumbalplexusneuralgie

tags: #plexus #choroideus #darstellung #im #ct