Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha: Leben, Engagement und Kampf gegen Parkinson

Einleitung

Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha war eine prägende Figur, deren Wirken weit über die Grenzen Coburgs hinausstrahlte. Sein Leben war geprägt von sozialem Engagement, kultureller Förderung und einem offenen Umgang mit seiner Parkinson-Erkrankung. Dieser Artikel beleuchtet sein Leben, seine Verdienste und seinen unermüdlichen Kampf gegen die Krankheit.

Leben und Herkunft

Andreas Michael Friedrich Hans Armin Siegfried Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha wurde am 21. März 1943 auf Schloss Casel in der Niederlausitz geboren. Er war der Enkel des letzten regierenden Coburger Herzogs Carl Eduard. Seine Kindheit verbrachte er teilweise in den USA, wohin seine Mutter mit ihrem zweiten Ehemann gezogen war. Später kehrte er nach Deutschland zurück, leistete Wehrdienst ab und arbeitete in Hamburg, wo er seine spätere Frau Carin kennenlernte. In den 1970er Jahren ließ sich die Familie in Coburg nieder. Prinz Andreas und Carin hatten drei gemeinsame Kinder: Stephanie, Hubertus und Alexander. Carin starb im November 2023.

Familiäre Verbindungen zu Königshäusern

Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha ist eng mit zahlreichen europäischen Königshäusern verwandt. Besonders hervorzuheben sind die Beziehungen zum britischen Königshaus, da Prinz Albert, der spätere Prinzgemahl von Queen Victoria, aus diesem fränkisch-thüringischen Adelsgeschlecht stammte. Bis 1917 trug die britische Königsfamilie offiziell den Namen Saxe-Coburg and Gotha, ehe sie ihn im Ersten Weltkrieg in Windsor änderte. Auch zum schwedischen Königshaus bestehen verwandtschaftliche Beziehungen: Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha war die Mutter des jetzigen Schweden-Königs Carl Gustaf.

Engagement in Coburg

Prinz Andreas engagierte sich vielfältig in Coburg. Von 1996 bis 2002 war er Mitglied des Stadtrats. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) würdigte ihn als "Integrationsfigur für die Coburger Stadtgesellschaft". Sauerteig betonte auch das große soziale, politische und kulturelle Engagement des Prinzen. Er engagierte sich in zahlreichen Vereinen und Verbänden, insbesondere in den Bereichen Kunst, Kultur und Sportförderung. Als Besitzer vieler Hektar Wald setzte er sich auch für den Schutz des Coburger Landes ein.

Die Parkinson-Erkrankung und der offene Umgang damit

Im Jahr 2011 erhielt Prinz Andreas die Diagnose Parkinson. Er ging mit der Krankheit sehr offen um und ließ sich nicht entmutigen. "Man muss die Krankheit annehmen, das habe ich auch so gemacht", sagte er. Er versteckte sich nicht, nahm weiterhin am gesellschaftlichen Leben teil und setzte sich für die Parkinson-Forschung ein. Er betonte, wie wichtig es sei, sich nicht zu Hause einzusperren, sondern sich zu zeigen und keine falsche Scham zu haben.

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Die Benefiz-Fahrradtour "Aktiv gegen Parkinson"

Um ein Zeichen gegen Parkinson zu setzen und die Menschen auf die Krankheit aufmerksam zu machen, organisierte Prinz Andreas im Mai 2019 eine Benefiz-Fahrradtour von Coburg nach Gotha. Die 97 Kilometer lange Strecke wählte er bewusst, da sie der Route seines Ur-Ur-Großvaters Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha entsprach, der im 19. Jahrhundert häufig diesen Weg zurücklegte, um seine Verwandtschaft in Gotha zu besuchen.

Die Tour wurde von zahlreichen Unterstützern begleitet, darunter der Rotary Gemeindienst Coburg. Ziel war es, Spenden für ein Parkinson-Projekt mit Professor Krafft am Regiomed Klinikum in Coburg zu sammeln. Prinz Andreas zeigte sich erfreut über den Erfolg der Spendenaktion und betonte, wie viel man gemeinsam erreichen könne. Er fand es besonders ermutigend, dass bei der Benefiz-Tour Menschen mit und ohne körperliche Beeinträchtigung zusammen für einen guten Zweck aktiv waren.

Unterstützung und Motivation

Prinz Andreas betonte die Bedeutung der Unterstützung durch Professor Krafft und sein Team von der Geriatrie am Klinikum Coburg. Er hob hervor, dass er medizinisch und psychologisch gut betreut wurde. Er motivierte andere Betroffene, aktiv zu bleiben und sich dem Leben zu stellen. Er selbst trainierte jeden Morgen auf dem Heimtrainer und dem Sitzrad, ging spazieren und fuhr mit seinem E-Bike. Zudem achtete er auf eine gesunde Ernährung.

Ehrungen und Auszeichnungen

Im November 2023 wurde Prinz Andreas von der Stadt Coburg die Ehrenbürgerwürde verliehen. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig würdigte ihn für seinen Einsatz und die Wiederbelebung der Bedeutung des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha in Europa. Auch die Stadt Gotha trauerte um ihren Ehrenbürger Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha. Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) erklärte, dass die Stadt einen Förderer und Fürsprecher der Kultur verloren habe.

Tod und Trauer

Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha verstarb am 3. April 2025 im Alter von 82 Jahren in Coburg. Die Trauerfeier fand in der Stadtkirche St. Moriz in Coburg statt. Zahlreiche Gäste nahmen Abschied, darunter das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia sowie Prinzessin Madeleine und ihr Mann Christopher O'Neill.

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Würdigung

Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha war eine beeindruckende Persönlichkeit, die sich durch ihr soziales Engagement, ihren offenen Umgang mit der Parkinson-Erkrankung und ihre Lebensfreude auszeichnete. Er war eine Integrationsfigur für die Coburger Stadtgesellschaft und trug Coburg nicht nur im Namen, sondern war auch eine über die Grenzen der Stadt international bekannte und geschätzte Persönlichkeit. Sein Vermächtnis wird in Coburg und darüber hinaus in Ehren gehalten.

Das Vermächtnis in Gotha

Bis zu seinem 47. Lebensjahr sei Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha der Zugang zum Familienerbe in Thüringen verwehrt gewesen. Umso mehr habe er sich dem Landstrich nach der Grenzöffnung verbunden gefühlt, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Stadt. Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha war von Beginn an Vorstandsmitglied der Friedenstein Stiftung Gotha und der Kulturstiftung.

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