Markus Maria Profitlich, ein bekannter deutscher Komiker und Schauspieler, hat sich offen zu seiner Parkinson-Erkrankung bekannt. Im Folgenden wird ein Einblick in sein Leben mit der Krankheit gegeben, seine Erfahrungen, sein Engagement und seine positive Einstellung trotz der Herausforderungen.
Die Diagnose und der erste Schock
Im Jahr 2017, an seinem 19. Hochzeitstag mit Ingrid Einfeldt, erhielt Markus Maria Profitlich im Alter von 57 Jahren die Diagnose Parkinson. Diese Nachricht stürzte ihn zunächst in ein "tiefes Loch". Er erinnert sich an ein Gefühl des Schwankens und der Notwendigkeit, sich auf der Bühne festzukrallen. Nach mehreren Arztbesuchen bestätigte ein Radiologe die Diagnose.
Der Weg aus dem Tief
Es dauerte ein Jahr, bis Profitlich aus diesem Tief herausfand. 2018 entschied er sich, seine Erkrankung öffentlich zu machen. Er wollte verhindern, dass die Leute seinen Tremor falsch interpretieren und ihn für einen Alkoholiker halten. Außerdem wollte er zeigen, dass er trotz Parkinson lustig sein kann. Dieser Schritt half ihm, aus dem Loch herauszukommen.
Umgang mit der Krankheit
Profitlich spricht offen über die Herausforderungen und Veränderungen, die mit Parkinson einhergehen. Er nimmt eine große Anzahl von Medikamenten, um die Symptome zu lindern. "Ich nehme jetzt schon 140 Tabletten die Woche."
Er betont, dass die Medikamente zwar wichtig sind, aber auch Bewegung eine entscheidende Rolle spielt. "50 Prozent machen die Medikamente, 50 Prozent ist Bewegung. Parkinson möchte, dass man steifer wird und zusammensinkt."
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Profitlich lässt sich jedoch nicht unterkriegen. Er treibt regelmäßig Sport, insbesondere Tischtennis, was sich positiv auf seine Koordination auswirkt. Er nimmt sogar an Tischtennisturnieren für Parkinson-Patienten teil und hat bei internationalen Meisterschaften eine Bronzemedaille gewonnen.
Nebenwirkungen und Kaufsucht
Profitlich spricht auch offen über die möglichen Nebenwirkungen der Parkinson-Medikamente. Durch die hochdosierte Einnahme von Dopamin können Glücksgefühle ausgelöst werden, aber auch Impulskontrollstörungen wie Sexsucht, Spielsucht oder Kaufsucht auftreten. Er selbst berichtet von einer Phase der Kaufsucht, in der er sich ein Kajütboot kaufte, obwohl er bereits ein Boot besaß. Mittlerweile ist er jedoch vorsichtiger geworden.
Unterstützung und Glaube
In dieser schweren Zeit erfährt Profitlich viel Unterstützung von seiner Familie, insbesondere von seiner Frau Ingrid Einfeldt. Er bezeichnet sie als "Gottesgeschenk". Auch sein Glaube gibt ihm Kraft und hilft ihm, die Krankheit anzunehmen. "Gott zeigt mir dadurch, was ich mit ihm alles durchstehen kann."
Engagement für die Parkinson-Community
Profitlich engagiert sich aktiv in der Deutschen Parkinson Vereinigung und hat die App "Profi's Motivation" entwickelt, die anderen Parkinson-Patienten helfen soll, sich zu bewegen. Die App enthält logopädische und feinmotorische Übungen sowie Tanzeinlagen.
Humor als Bewältigungsstrategie
Trotz der Ernsthaftigkeit der Erkrankung hat Profitlich seinen Humor nicht verloren. Er thematisiert seine Krankheit offen auf der Bühne und in seinem Buch. "Verdrängen lässt sich die Krankheit nicht. Und sie nervt auch manchmal. Und sie ist echt scheiße." Er macht Witze über die Einschränkungen, die Parkinson mit sich bringt, und betont, dass man mit Humor einiges besser überstehen kann.
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Karriere und Zukunftspläne
Profitlich lässt sich durch seine Erkrankung nicht von seiner Arbeit abhalten. Er steht weiterhin auf der Bühne und hat ein neues Programm geschrieben, mit dem er auf Tournee geht. "Auf der Bühne zu stehen ist für mich die beste Medizin", sagt er. Er möchte zeigen, dass man auch mit Parkinson nicht abgeschrieben ist. Er plant seine Abschiedstournee und seinen Ruhestand am 1. Februar 2026.
Freundschaft mit Frank Elstner
Durch ihre gemeinsame Erkrankung hat sich eine Freundschaft zwischen Markus Maria Profitlich und Frank Elstner entwickelt. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und ermutigen sich gegenseitig. Sie sind sich einig, dass man über Parkinson Witze machen darf und dass es wichtig ist, sich nicht von Selbstmitleid überwältigen zu lassen.
Ursachen und Forschung
Parkinson ist eine Erkrankung, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn absterben, die für die Produktion des Botenstoffes Dopamin zuständig sind. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber genetische Faktoren und Umweltfaktoren wie Pestizidbelastungen spielen eine Rolle. Eine große Hoffnung ist die gezielte Hirnstimulation durch einen Hirnschrittmacher, der den Effekt von Dopamin imitiert.
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