Prognose nach Krampfanfall: Ursachen, Behandlung und Perspektiven

Ein epileptischer Anfall kann für Betroffene und Angehörige beängstigend sein. Dieser Artikel soll Licht ins Dunkel bringen, indem er die Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prognose nach einem Krampfanfall beleuchtet. Dabei werden sowohl die medizinischen Aspekte als auch die Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen berücksichtigt.

Was sind Epilepsien?

Epilepsie ist ein Sammelbegriff für verschiedene chronische Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die durch eine Überaktivität von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet sind. Diese Überaktivität kann anfallsartige Funktionsstörungen auslösen, die von kaum merklichen geistigen Abwesenheiten (Absencen) bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust reichen.

Es gibt verschiedene Formen epileptischer Anfälle:

  • Generalisierte Anfälle (Grand Mal): Hierbei ist das gesamte Gehirn betroffen.
  • Fokale Anfälle (Petit Mal): Diese entstehen nur in einem Teil des Gehirns.

Einzelne epileptische Anfälle können auch bei Menschen ohne Epilepsie auftreten, beispielsweise aufgrund akuter Erkrankungen, Verletzungen oder Fieberkrämpfe bei Kindern. Von Epilepsie spricht man erst, wenn mindestens zwei epileptische Anfälle ohne erkennbaren Grund im Abstand von mehr als 24 Stunden aufgetreten sind oder nach einem ersten Anfall ohne bekannten Auslöser eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere Anfälle besteht.

Was passiert bei einem epileptischen Anfall?

Im Gehirn arbeiten Milliarden von Nervenzellen zusammen, die ihre Aktivität normalerweise fein aufeinander abstimmen. Bei einem epileptischen Anfall gerät diese Kommunikation aus dem Gleichgewicht. Plötzlich sind viele Nervenzellen gleichzeitig aktiv und senden Signale, was zu Funktionsstörungen wie Bewusstseinsstörungen, Wahrnehmungsstörungen oder Störungen der Muskelaktivität führt.

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Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen der Epilepsie sind noch nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen spielt eine erbliche Veranlagung eine Rolle. Manchmal können Veränderungen im Erbmaterial (Genmutationen) oder Veränderungen in der Gehirnstruktur (z. B. eine fokale kortikale Dysplasie) ursächlich sein.

Auslöser (Trigger) von epileptischen Anfällen

Epileptische Anfälle können scheinbar ohne Vorwarnung auftreten. Allerdings sind in vielen Fällen bestimmte Auslöser bekannt, die einen Anfall provozieren können. Diese Trigger können individuell unterschiedlich sein. Zu den häufigsten gehören:

  • Schlafmangel
  • Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Starke körperliche oder seelische Belastung (Stress)
  • Hohes Fieber
  • Alkohol und Alkoholentzug
  • Drogen- oder Schlafmittelentzug
  • Selten: Flackerndes Licht (Computerspiele, Stroboskopbeleuchtung in Clubs)

Symptome eines epileptischen Anfalls

Ein epileptischer Anfall dauert meist nur 1 bis 2 Minuten. Ein Anfall, der länger als 5 Minuten anhält, wird als Status epilepticus bezeichnet. Einem epileptischen Anfall kann eine sogenannte Aura vorausgehen, die mit Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Schwindelgefühlen einhergehen kann.

Allgemeine Symptome bei epileptischen Anfällen können sein:

  • Bewusstseinsveränderungen, geistige Abwesenheit (Absence), Bewusstseinsverlust
  • Wahrnehmungsstörungen: Sehstörungen, Geschmacks- und Geruchshalluzinationen
  • Schwindelgefühle
  • Übelkeit und Unwohlsein
  • Kribbeln in den betroffenen Körperteilen
  • Ungewöhnliche Muskelaktivität, Muskelzuckungen und Krämpfe
  • Unwillkürliche Laute

Je nach Art des Anfalls sind die Betroffenen in der Regel zwischen den Anfällen beschwerdefrei und weisen keine neurologischen Symptome auf.

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Klassifikation epileptischer Anfälle

Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) hat ein Klassifikationssystem entwickelt, um die verschiedenen Formen epileptischer Anfälle nach ihren Merkmalen zu ordnen. Im ersten Schritt wird nach dem Beginn des Anfalls unterschieden:

  • Fokaler Beginn: Der Anfall findet in einer Hirnhälfte statt.
  • Generalisierter Beginn: Der Anfall geht von beiden Hirnhälften aus.
  • Unbekannter Beginn: Es ist nicht bekannt, wie der Anfall angefangen hat.

Klassifikation von Anfällen mit fokalem Beginn

Anfälle mit fokalem Beginn werden danach unterschieden, ob der Betroffene sie bewusst erlebt oder nicht. Anschließend werden sie nach ihrem anfänglichen Erscheinungsbild klassifiziert (motorischer oder nicht-motorischer Beginn).

Motorischer Beginn: Hierzu gehören Muskelaktivitäten wie Zuckungen, Krämpfe oder Muskelerschlaffung. Spezifische Fachbegriffe beschreiben die verschiedenen motorischen Symptome:

  • Klonisch: Rhythmische Zuckungen identischer Muskelgruppen.
  • Myoklonisch: Plötzliche, kurze, unrhythmische Muskelzuckungen.
  • Tonisch: Zunehmende Muskelanspannung (Kontraktion).
  • Epileptische Spasmen: Plötzliche Muskelaktivität in Clustern.
  • Automatismus: Bewegungen, die wie alltägliche Handlungen aussehen, aber nicht willentlich gesteuert werden.
  • Hyperkinetisch: Starke, strampelnde Bewegungen.

Nicht-motorischer Beginn: Hierzu gehören Symptome wie:

  • Innehalten: Aktivitätspause, Erstarren.
  • Kognitive Einschränkungen: Sprach- und Sprechstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen.
  • Emotionales Verhalten: Angst, Furcht, Wut, Lachanfälle oder Weinen.
  • Autonome Reaktionen: Erröten, Blässe, Gänsehaut, Erektion, Veränderungen des Herzschlags oder der Atmung, Übelkeit.
  • Sensible/sensorische Störungen: Störungen des Hör-, Geschmacks- oder Geruchssinns, Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen.

Anfälle mit fokalem Beginn können auf eine Hirnhälfte begrenzt bleiben oder auf die andere Hirnhälfte übergreifen und beidseitig eine tonisch-klonische Aktivität hervorrufen.

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Klassifikation von Anfällen mit generalisiertem Beginn

Ein generalisierter Anfallsbeginn wird von den Betroffenen niemals bewusst erlebt. Diese Anfälle werden nach ihren motorischen und nicht-motorischen Symptomen beschrieben.

Motorische Symptome: Neben den tonischen, klonischen und myoklonischen Muskelaktivitäten, der Atonie und den epileptischen Spasmen können Kombinationen dieser Symptome auftreten (z. B. tonisch-klonisch, myoklonisch-tonisch-klonisch, myoklonisch-atonisch).

Nicht-motorische Symptome: Anfälle mit generalisiertem Beginn und nicht-motorischen Symptomen können auch als Absencen bezeichnet werden, die typischerweise eher bei Kindern auftreten. Man unterscheidet:

  • Typische Absence-Anfälle
  • Atypische Absence-Anfälle (mit langsamem Beginn oder Ende oder bei signifikanter Veränderung der Muskelspannung)
  • Myoklonische Krampfanfälle (kurze, vereinzelte Muskelzuckungen, hauptsächlich in Schultern und Armen)
  • Augenlid-Myoklonie (Lidzuckungen, Drehen der Augäpfel)

Anfälle mit unbekanntem Beginn

Der Beginn eines Anfalls ist unbekannt, wenn der Betroffene ihn nicht bewusst erlebt hat und es auch keine Zeugen gibt, die den Anfallsbeginn genau beschreiben können.

Diagnose

Die Diagnose von Epilepsie basiert auf einer sorgfältigen Anamnese (Krankengeschichte), der Beschreibung der Anfälle und verschiedenen Untersuchungen. Dazu gehören:

  • EEG (Elektroenzephalogramm): Messung der Hirnströme, um epilepsietypische Potenziale festzustellen.
  • Bildgebung (MRT, CT): Darstellung des Gehirns, um strukturelle Veränderungen (z. B. Tumore, Narben) zu erkennen.
  • Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss anderer Ursachen für die Anfälle (z. B. Stoffwechselstörungen).

Verhalten bei einem epileptischen Anfall

Wenn man Zeuge eines epileptischen Anfalls bei einer anderen Person wird, ist es wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Vor allem sollte man überlegen, wie man die Person vor Verletzungen schützt.

Leichte epileptische Anfälle mit wenigen Symptomen: Bei kurzen Absencen oder Muskelzuckungen besteht keine unmittelbare Gefahr. Danach können sich die Betroffenen unsicher fühlen und Unterstützung benötigen.

Anfälle mit eingeschränktem Bewusstsein oder Verhaltensänderungen: Wenn Menschen mit einem epileptischen Anfall verwirrt wirken, ist es wichtig, sie vor Gefahren zu schützen (z. B. im Straßenverkehr). Gehen Sie dabei mit der Person ruhig um und fassen Sie sie nicht hart an. Hektik, Zwang oder Gewalt können zu starken Gegenreaktionen führen. Versuchen Sie, dem oder der Betroffenen Halt und Nähe zu vermitteln.

Große generalisierte epileptische Anfälle: Bei einem großen generalisierten Anfall verkrampft der ganze Körper und die Person verliert das Bewusstsein. In diesen Fällen sollten Sie Folgendes tun:

  • Wählen Sie immer den Notruf 112 und rufen Sie professionelle Hilfe. Ein epileptischer Anfall kann verschiedene Ursachen haben und das Symptom eines lebensbedrohlichen Notfalls sein.
  • Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie z. B. gefährliche Gegenstände beiseite räumen.
  • Polstern Sie den Kopf des*r Betroffenen ab. Nehmen Sie seine/ihre Brille ab.
  • Lockern Sie enge Kleidung am Hals, um die Atmung zu erleichtern.
  • Bitten Sie Menschen, die in der Situation nicht helfen können, weiterzugehen.
  • Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
  • Wenn die Person nach dem Anfall erschöpft ist und einschläft, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.

Das sollten Sie in keinem Fall tun:

  • Dieden Betroffenen festhalten oder zu Boden drücken
  • Der betroffenen Person etwas in den Mund schieben - auch wenn sie sich in die Zunge beißt

Behandlung

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren oder die Anfälle ganz zu verhindern. Die häufigste Behandlungsmethode sind Medikamente (Antiepileptika). In einigen Fällen können auch eine Operation, eine Vagusnervstimulation oder eine ketogene Diät in Betracht gezogen werden.

Medikamentöse Therapie

Antiepileptika sind die häufigste Behandlungsmethode bei Epilepsie. Sie wirken, indem sie die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren. Es gibt verschiedene Arten von Antiepileptika, die je nach Anfallsform und individuellen Bedürfnissen des Patienten eingesetzt werden.

Operation

Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken und die Anfälle von einem bestimmten Bereich im Gehirn ausgehen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dabei wird der epileptogene Fokus, also der Bereich, der die Anfälle auslöst, entfernt.

Vagusnervstimulation

Die Vagusnervstimulation ist eine alternative Behandlungsmethode, bei der ein kleiner Generator unter die Haut im Brustbereich implantiert wird. Dieser Generator sendet elektrische Impulse an den Vagusnerv, der eine wichtige Rolle bei der Regulation der Hirnaktivität spielt.

Ketogene Diät

Die ketogene Diät ist eine spezielle Form der Ernährung, bei der der Körper hauptsächlich Fette und wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt. Dadurch wird der Stoffwechsel umgestellt und es entstehen Ketonkörper, die eine anfallsreduzierende Wirkung haben können.

Verlauf und Prognose

Epilepsien können unterschiedlich verlaufen. Es gibt Menschen, die nur wenige Anfälle in ihrem Leben erleiden, während andere häufigere Anfälle haben. Wenn die Medikamente dazu führen, dass die Betroffenen anfallsfrei sind oder deutlich weniger Anfälle erleiden, können diese ein weitgehend normales Leben führen. Solange das Risiko von Anfällen besteht, dürfen die Betroffenen jedoch kein Kraftfahrzeug fahren.

Etwa 30-40 Prozent der Patientinnen werden durch die medikamentöse Therapie nicht vollständig anfallsfrei. In diesen Fällen spricht man von einer pharmakoresistenten Epilepsie. Wenn eine Stelle im Gehirn (Fokus) zu erkennen ist, von der die Anfälle ausgehen, kann eine Operation Patientinnen mit einer pharmakoresistenten Epilepsie unter Umständen helfen.

Folgen einer Epilepsie

Die gute Nachricht ist: Epileptische Anfälle führen in der Regel nicht zu bleibenden Schäden im Gehirn und auch nicht zu geistigen Behinderungen. Bei einem Status epilepticus kann es jedoch zu bleibenden Schäden kommen.

Die unmittelbaren Folgen nach einem epileptischen Anfall sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängen von der Stärke des Anfalls ab. Es gibt Menschen, die sich schnell von einem Anfall erholen und die Tätigkeit gleich wiederaufnehmen können. Nach schweren Anfällen können die Betroffenen verwirrt sein. Sie brauchen Zeit, um wieder zu sich zu kommen. In den Stunden danach können vorübergehend auch Niedergeschlagenheit, Vergesslichkeit, Sprachstörungen oder Lähmungen auftreten. Einige Menschen sind nach einem Anfall völlig erschöpft und schlafen viel.

Die Angst vor einem Anfall kann Betroffene psychisch belasten. Darüber hinaus ist das Risiko für eine Depression bei Menschen mit Epilepsie erhöht.

Ein schwerer Anfall, der mehr als 5 Minuten dauert (Status epilepticus) ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung und sollte umgehend intensivmedizinisch/neurologisch behandelt werden.

Menschen mit einer idiopathischen Epilepsie haben eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Menschen ohne die Erkrankung. Bei einer symptomatischen Epilepsie hängt die Lebenserwartung von der Grunderkrankung ab.

Epilepsie bei Kindern

Epilepsie kann in verschiedenen Formen und Ausprägungen auftreten, die sich in Art und Intensität der Anfälle unterscheiden. Einige Formen der Epilepsie, die im Kindes- oder Jugendalter auftreten, heilen mit der Zeit spontan aus. Meistens muss eine Epilepsie jedoch medikamentös therapiert werden.

Häufige Epilepsieformen bei Kindern sind:

  • Absence-Epilepsie des Schulkindalters (Pyknolepsie): Kurze Bewusstseinspausen (Absencen), meist im Alter von fünf bis acht Jahren.
  • Juvenile Absence-Epilepsie: Absence-Epilepsie bei Kindern zwischen dem neunten und 15. Lebensjahr, oft mit tonisch-klonischen Krampfanfällen verbunden.
  • Rolando-Epilepsie: Häufige Form von Kinderepilepsie mit oft nächtlichen Anfällen.
  • West-Syndrom (BNS-Epilepsie): Seltene, ernst zu nehmende Epilepsie bei Babys mit Blitz-, Nick- und Salaam-Anfällen.
  • Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS): Seltene Form von Epilepsie bei Kindern mit verschiedenen Anfallsformen und oft beeinträchtigter Entwicklung.
  • Juvenile myoklonische Epilepsie: Muskelzuckungen (Myoklonien) bei Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren.
  • Dravet-Syndrom: Sehr seltene und schwere Form der Epilepsie bei Kindern mit tonisch-klonischen Krampfanfällen und oft kognitiven Einschränkungen.

Provozierte Anfälle

Provozierte Anfälle sind epileptische Anfälle, die nur bei bestimmten Gelegenheiten auftreten und deswegen nicht mit einer Epilepsie gleichzusetzen sind. Sie werden durch exogene oder endogene Noxen oder akute zerebrale Erkrankungen provoziert.

Die mit Abstand häufigsten provozierten Anfälle sind die praktisch ausschließlich im Kindesalter auftretenden Fieberkrämpfe. Im jungen Erwachsenenalter ist Alkoholentzug die häufigste Ursache für provozierte Anfälle, im höheren Lebensalter überwiegen akute zerebrovaskuläre Prozesse als Ursache.

Leben mit Epilepsie

Die Diagnose Epilepsie kann für Betroffene und ihre Familien eine Herausforderung sein. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und sich Unterstützung zu suchen.

Tipps für den Alltag

  • Regelmäßiger Tagesablauf: Achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesablauf mit ausreichend Schlaf.
  • Anfallauslösende Faktoren meiden: Vermeiden Sie Stress, Schlafentzug, Reizüberflutung und Alkohol in größeren Mengen.
  • Anfallskalender führen: Notieren Sie Anfälle, mögliche Auslöser und Medikamentenwirkungen, um Risiken zu erkennen und im Alltag ggf. zu vermeiden.
  • Angehörige und Bekannte aufklären: Informieren Sie Angehörige und Bekannte über Ihre Erkrankung, sodass diese im Ernstfall helfen können.
  • Selbsthilfegruppen: Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus und holen Sie sich Rat und Unterstützung.

Berufswahl

Bestimmte Berufe dürfen von Betroffenen nicht ausgeübt werden - selbst dann wenn nur ein einziger Anfall im Leben erlebt wurde. Dies dient dem Schutz der/des Betroffenen selbst sowie dem Schutz Ihrer Mitmenschen. Andere Berufe stehen Betroffenen offen, sofern die medikamentöse Behandlung wirksam ist.

Schwangerschaft

Grundsätzlich muss ein Kinderwunsch wegen Epilepsie nicht aufgegeben werden. Einige Medikamente, die gegen Epilepsie wirken, können jedoch das Risiko für kindliche Fehlbildungen erhöhen. Lassen Sie sich zu diesem Thema am besten von der Ärztin/dem Arzt Ihres Vertrauens beraten. Wichtig ist, dass Sie im Fall einer Schwangerschaft Ihre Medikation nicht einfach absetzen.

Fazit

Epilepsie ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die viele Gesichter hat. Dank moderner Therapien können die meisten Menschen mit Epilepsie jedoch ein weitgehend normales Leben führen. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose, eine individuelle Behandlung und eine umfassende Information und Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familien.

Die Lebenserwartung von Menschen mit Epilepsie ist in den meisten Fällen nicht wesentlich verkürzt. Allerdings hängt die Prognose stark von der Schwere und der Kontrolle der Anfälle ab. Unkontrollierte Anfälle, insbesondere wenn sie häufig auftreten, können Risiken bergen, wie Verletzungen während eines Anfalls oder das sogenannte plötzliche unerwartete Todesrisiko bei Epilepsie (SUDEP).

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