Prominente mit Hirntumor: Eine Liste von Betroffenen und Einblicke in die Erkrankung

Die Diagnose Hirntumor ist ein einschneidendes Erlebnis, das das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend verändert. Viele Menschen, darunter auch Prominente, haben diese Herausforderung angenommen und ihren Weg im Umgang mit der Krankheit gefunden. Dieser Artikel beleuchtet einige prominente Persönlichkeiten, die mit einem Hirntumor konfrontiert waren, und gibt Einblicke in die verschiedenen Aspekte dieser Erkrankung.

Betroffene Prominente und ihre Geschichten

Roland Emmerich

Vor mehr als 20 Jahren sah der Hollywoodregisseur Roland Emmerich dem Tod ins Auge. Im Jahr 2001 wurde bei ihm ein Gehirntumor entdeckt. »Da dachte ich schon, dass es zu Ende geht«, sagte er dem Magazin. Zweimal sei er operiert worden. »Das war ein Tumor mittleren Grades, aber wenn er zurückgekommen wäre, dann wahrscheinlich als hochgradiger Tumor, und das wäre mein Todesurteil gewesen.« Auf die schreckliche Diagnose reagierte er aber nicht mit Fatalismus. »Ich bin nie ein Typ gewesen, der die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sagt: ›Oh, ich muss sterben.‹ Das hat mich eher angespornt.« Er habe dann seinen Film über den Klimawandel, »Day After Tomorrow« gemacht, weil er noch etwas Gutes für die Welt tun wollte. Außerdem bewerte er seit dem Tumor sein Leben anders. »Ich nehme mir jetzt mehr Zeit für mein Privatleben. Freundschaft. Gutes Essen. Liebe. Sei treu zu deinem Ehemann. Alle diese Dinge sind im Leben wichtig.« In der Beziehung mit seinem 33 Jahre jüngeren Mann geht Emmerich davon aus, dass er wahrscheinlich als Erster sterbe. Die Eheschließung als solche habe für ihn wenig geändert. »Ich bin immer monogam gewesen. So bin ich nun mal gepolt. Und ich habe einen jungen Mann gefunden, der auch monogam ist. Noch heute erinnert ihn eine lange Narbe an seinem Kopf an die Erkrankung vor 23 Jahren. Emmerich trägt die Operationsnarbe mit Stolz.

Toni Sailer, Yves Saint Laurent, Maria von Welser, Mark Ruffalo, Kate Walsh, Lance Armstrong und John McCain

Auch Toni Sailer, Yves Saint Laurent, Maria von Welser, Mark Ruffalo, Kate Walsh, Lance Armstrong und John McCain sind an einem Hirntumor erkrankt. Die TV-Journalistin Maria von Welser hat das Thema in Deutschland in die Öffentlichkeit gebracht. Mit ihrem Buch "Ich habe beschlossen, dass es mir nur noch gut geht - Leben mit dem Tumor" will sie anderen Betroffenen Mut machen.

Konstantin "Konsti" Streifling

Bei dem Eventmanager Konstantin „Konsti“ Streifling (36), Sohn von Höhner-Star Jens Streifling (59), wurde vor anderthalb Jahren ein Gehirntumor entdeckt. Die Diagnose kam „aus dem Nichts“.

Marie Fredriksson

Als Marie Fredriksson 2002 die Diagnose Hirntumor bekam, war sie 44 Jahre alt, glücklich verheiratet, Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter und die großartige Stimme des schwedischen Pop-Duos Roxette. Ein bis bestenfalls drei Jahre gaben ihr die Ärzte noch, nachdem sie einen kleinen Hirntumor aus dem Hinterkopf der Patientin geholt hatten. Aus den maximal drei Jahren wurden dann 17.

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Pauline Petszokat

2007 war bei Pauline ein Tumor im Gehirn diagnostiziert worden, der 2019 operativ entfernt wurde. Nach der Operation wurde sie zur Epileptikerin, erlitt Nervenschäden und bekam eine Angststörung.

Hirntumore: Eine Übersicht

Ein Hirntumor ist eine Neubildung von Gewebe im Gehirn. Es gibt gutartige und bösartige Hirntumore. Gutartige Tumore wachsen langsam und zerstören das umliegende Gewebe nicht. Bösartige Tumore wachsen schnell und zerstören das umliegende Gewebe. Sie können auch in andere Teile des Körpers streuen.

Arten von Hirntumoren

Insgesamt existieren über 150 verschiedene primäre Hirntumorarten. Bei Erwachsenen treten Gliome, die vom Stützgewebe der Nervenzellen ausgehen, am häufigsten auf. Fast drei Viertel aller Gliome sind die sogenannten Glioblastome, die zu den bösartigen Hirntumoren zählen. Hirnmetastasen hingegen sind Absiedlungen von Krebserkrankungen, die von anderen Organen ausgehen.

Gutartige vs. bösartige Tumore

70 % der diagnostizierten Hirntumore sind gutartig und wachsen im Vergleich zu bösartigen Tumoren weniger aggressiv und schnell. Dennoch können auch gutartige Tumore das Leben der Betroffenen stark verändern, vor allem dann, wenn sie sich nur schlecht oder gar nicht operativ entfernen lassen. Durch die geschützte Lage innerhalb des Schädels bzw.

Ursachen und Risikofaktoren

Trotz intensiver Forschung ist über die Faktoren, die einen Hirntumor auslösen können, leider wenig bekannt. Bei einigen Krebserkrankungen wird ein Zusammenhang mit einem insgesamt ungesunden Lebensstil, wie z.B. Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum, vermutet. Diese Risikofaktoren konnten für Hirntumore nicht nachgewiesen werden. Nach derzeitigem Stand der Forschung kann man Hirntumoren tatsächlich kaum vorbeugen. Belegt ist lediglich, dass Bestrahlungen im Kindes- und Jugendalter mit einem leicht erhöhten Risiko für Hirntumore einhergehen können.

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Diagnose und Behandlung

Da sich die verschiedenen Hirntumore hinsichtlich Lage, Wachstum und Bösartigkeit stark unterscheiden, sollte individuell entschieden werden, welche Behandlung am wirksamsten ist. Betroffene sollten daher immer ihren behandelnden Arzt zu Rate ziehen. Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Hirntumoren: die Operation, die Chemo- und die Strahlentherapie. Für eine sorgfältige Beratung und Betreuung empfehlen Fachgesellschaften die Behandlung in spezialisierten Zentren.

Leben mit einem Hirntumor

Krebs im Gehirn verläuft bei jedem Patienten anders. Manche Betroffenen leben nach der Diagnose nur wenige Monate, andere noch viele Jahre. Und dann gibt es Fälle wie Roxette-Sängerin Marie Fredriksson, die eine schlechte Prognose um viele Jahre überlebte.

Die Lage des Tumors

Wo die Krebszellen im Kopf sich befinden, bestimmt die Möglichkeit und den Umfang einer Operation. Bereits kleinste Schäden bei einer Operation können verheerende Folgen für die wichtigste Schaltzentrale des menschlichen Körpers haben.

Die Therapie

Bei aggressiven Hirntumoren wird auch aggressiv therapiert. Das ist heute als Standard eine Kombi-Therapie mit einer dichten Abfolge von Bestrahlungs- und Chemo-Zyklen. Die Behandlungsmöglichkeiten bei Hirntumoren haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten maßgebend gewandelt und erweitert. Operation, Bestrahlung, Chemo- sowie innovative Therapien wie etwa elektrische Wechselfelder, lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise kombinieren, wodurch zuletzt ein signifikanter Anstieg der Lebenserwartung bei bösartigen Formen erzielt werden konnte.

Die Folgewirkungen der Therapie

Die Roxette-Sängerin klagte besonders über die Bestrahlungsschäden, die bei ihr durch die zweijährige Intensivtherapie entstanden waren. Heute bestrahlen Radiologen an den Hirntumor-Zentren viel präziser und zielgerichtet auf den Tumor. Dennoch sind langfristige Schäden nicht ausgeschlossen. Auch bei der Operation im sensiblen Hirngewebe kann es zu Schäden kommen, die lebenslange Folgen haben. Heute, da unsere Patienten länger leben, darf es uns nicht nur um das reine Überleben gehen. Die Langzeit-Überlebensqualität wird immer wichtiger.

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Der Patient

Das Alter und eventuelle Vorerkrankungen bestimmen mit, wie lange der Patient Krankheit und Therapie überlebt.

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