Die Angst vor Demenz ist weit verbreitet, und viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, ihr persönliches Risiko einzuschätzen. Ein Selbsttest kann eine erste Orientierung bieten, ersetzt aber keine umfassende medizinische Untersuchung. Dieser Artikel gibt einen Überblick über verschiedene Selbsttests und diagnostische Verfahren, die bei der Früherkennung von Alzheimer und Demenz eingesetzt werden.
Wichtiger Hinweis vorab
Es ist entscheidend zu betonen, dass ein Selbsttest niemals eine medizinische Bewertung, Diagnose oder Beratung durch einen Arzt ersetzen kann. Er basiert auf abstrakten Kriterien und berücksichtigt nicht die individuellen Lebensumstände und Hintergründe einer Person. Bei Verdacht auf Demenz oder Fragen zur Erkrankung sollte immer ärztlicher oder fachlich qualifizierter Rat eingeholt werden.
Demenz-Tests: Eine erste Orientierung
Demenz-Tests bzw. psychometrische Tests erfassen Verhaltensweisen in standardisierten Situationen. Sie können Hinweise auf eine Demenz geben, sind aber keine zuverlässigen Testverfahren für Alzheimer und ersetzen keine ärztlichen Untersuchungen. Sie werden von Fachexperten erhoben und analysiert.
Bekannte Demenz-Tests
Es gibt verschiedene Testverfahren, die bei der Diagnose von Demenz eingesetzt werden:
- Der Demenz-Detektions-Test (DemTect): Ein einfaches und schnelles Verfahren, das wenig Vorwissen erfordert und das Alter des Patienten berücksichtigt.
- Der Mini-Mental-Status-Test (MMST): Ein etwas aufwändigerer Test, der aber aussagekräftiger ist und häufig in Arztpraxen und Krankenhäusern von geschultem Personal verwendet wird. MMST steht für Mini-Mental-Status-Test und ist ein psychometrisches Testverfahren, mit dem kognitive Beeinträchtigungen festgestellt werden können. MMSE steht für Mini-Mental-Status-Examination. Der Test umfasst 30 Fragen, die jeweils einen Punkt geben. Der Höchstwert beim MMST / MMSE liegt bei 30 Punkten. 27 bis 30 Punkte sind der Bereich, in dem höchstens leichte Beeinträchtigungen des Denkvermögens vorliegen. Komplett gesunde und geistig fitte Menschen sollten 30 Punkte erreichen.
- Der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test): Sollte von geschultem Personal durchgeführt werden.
- Der Uhrentest: Ein einfacher Test, bei dem die Testperson eine Uhr mit Zeigern auf einer bestimmten Uhrzeit zeichnen muss. Die Zeichnung der Uhr selbst, das Verhalten während des Tests und die Zeitdauer werden beurteilt. Verweigert die Patientin oder der Patient, überhaupt eine Uhr zu zeichnen, ist auch dies ein Ergebnis, das auf eine Demenzerkrankung hinweisen kann.
- Der Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD): Dient vor allem dazu, eine Depression als mögliche Ursache für die Symptome auszuschließen.
- Der Syndrom-Kurztest (SKT): Erfasst vor allem Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Informationsverarbeitung.
Darüber hinaus gibt es Testverfahren, die ausschließlich von medizinischem und psychologischem Personal durchgeführt werden können.
Lesen Sie auch: Teureres Fernsehen, schlechtere Inhalte
Grenzen einfacher Demenz-Tests
Einfache Testverfahren für Demenz können keine absolut zuverlässigen Ergebnisse liefern, da sie nur Symptome erkennen können, die auch Anzeichen für andere Erkrankungen sein können. Es kann also sein, dass ein Demenz-Test Hinweise auf eine Demenz liefert, obwohl die Testperson an einer ganz anderen Krankheit leidet.
Selbsttests für zu Hause
Es gibt verschiedene psychometrische Tests, mit denen man selbst zuhause das Denkvermögen einer Person einordnen kann. Die Ergebnisse können ein Hinweis auf eine Demenz oder Alzheimer sein. Besonders bekannt und ziemlich zuverlässig sind „DemTect“, der „Mini-Mental-Status-Test (MMST)“, der „MoCa-Test“ und der „Uhrentest“. All diese Tests können aber nur Hinweise auf eine mögliche Demenz geben. Die meisten Demenz-Tests bestehen aus einer Reihe von Aufgaben, wie zum Beispiel einem Demenz Test Fragebogen und Zeichenübungen.
Einige Beispiele für Selbsttests, die man zu Hause durchführen kann, sind:
- Gedächtnis-Selbsttest: Ein einfacher Test, um Veränderungen im Gedächtnis zu erkennen.
- Mini-Mental-Status-Test (MMST): Ein weit verbreiteter kognitiver Test, der zur Einschätzung der geistigen Gesundheit verwendet wird.
- Uhrzeichentest: Ein einfacher Test, um räumliche Wahrnehmungsprobleme zu erkennen.
- Selbstbewertung: Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten: Ein einfacher Ansatz zur Überwachung der eigenen kognitiven Fähigkeiten.
- Online-Gedächtnistests: Eine Vielzahl von Online-Tests, die dazu beitragen können, die kognitiven Fähigkeiten zu bewerten.
Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
Die oben genannten Tests können als Anhaltspunkt dienen, sollten jedoch niemals eine professionelle medizinische Beurteilung ersetzen. Ein Facharzt oder Neurologe kann eine gründliche Untersuchung durchführen und geeignete diagnostische Verfahren, wie Bluttests oder bildgebende Verfahren, empfehlen.
Die Rolle des MMST im Detail
Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ist ein Schnelltest für die Erfassung kognitiver Störungen bei älteren Menschen. Er hat eine hohe Aussagekraft über die Diagnose Demenz. Gerade bei dem Verdacht auf eine Demenz wird er häufig als Erst-Test angewandt. Darüber hinaus wird er auch genutzt, um den Krankheitsverlauf zu verfolgen. Der Test wurde 1975 von Marshal F. Folstein entwickelt. pflege.de bietet eine kostenlose MMST Vorlage zum Download an.
Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige
Durchführung des MMST
Der MMST-Test wird am besten von einem geschulten Experten durchgeführt und besteht aus einem Gespräch zwischen dem Experten und der betroffenen Person. In jeder der fünf Kategorien gibt es mehrere Fragen zu beantworten oder Aufgaben zu erledigen. Für jede richtig gelöste Aufgabe oder Frage gibt es einen Punkt, also maximal 30 Punkte. Die Bearbeitungszeit beträgt bis zu 30 Minuten.
Inhalt des MMST
Der MMST umfasst verschiedene Bereiche:
- Orientierung zur Zeit: Fragen nach Datum, Wochentag, Jahreszeit, Jahr und Monat.
- Orientierung zum Ort: Fragen nach Bundesland, Landkreis/Stadt, Ort, Gebäude/Einrichtung und Stockwerk/Raum.
- Merkfähigkeit: Die Testperson soll sich drei Begriffe merken und diese nach einer kurzen Ablenkung wiederholen.
- Aufmerksamkeit und Rechnen: Die Testperson soll von 100 beginnend fünfmal in Folge 7 abziehen oder das Wort „S-T-U-H-L“ rückwärts buchstabieren.
- Abruf: Die Testperson soll noch einmal die drei Begriffe nennen, die sie sich in Aufgabe 2 merken sollte.
- Sprache: Benennen von Gegenständen (z.B. Stift, Uhr), Wiederholen eines Satzes, Ausführen einer dreiteiligen Anweisung, Schreiben eines Satzes und Abzeichnen einer geometrischen Figur (zwei sich überschneidende Fünfecke).
Auswertung des MMST
Für jede richtig gelöste Aufgabe wird ein Punkt gezählt. Die Gesamtpunktzahl wird anhand einer Skala ausgewertet, die Hinweise auf den Grad der kognitiven Beeinträchtigung gibt.
Es ist wichtig zu beachten, dass der MMST eine ausführliche Diagnose und Untersuchung bei einem Arzt nicht ersetzen kann. Der MMST wird häufig in Hausarztpraxen eingesetzt, in denen das Personal oder der Arzt speziell in der Anwendung dieses Tests geschult sind.
Früherkennung und ihre Bedeutung
Bei Alzheimer und Demenz ist die Früherkennung sehr wichtig, weil die Behandlung dann viel mehr Aussicht auf Erfolg verspricht. Ein gutes Mittel zur Früherkennung sind regelmäßige psychometrische Tests. Diese messen, wie gut das Denkvermögen einer Person ist.
Lesen Sie auch: Kinder-Alzheimer: Ein umfassender Überblick
Die Früherkennung macht eine effektive Demenz Therapie möglich und verzögert den weiteren Verlauf der Krankheit um lange Zeit. Die Diagnose Demenz bietet eine Erklärung für bislang unerklärliches Verhalten und andere Auffälligkeiten.
Demenz vorbeugen - ist das möglich?
Studien zeigen, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und die gezielte Beeinflussung von Risikofaktoren verhindert oder hinausgezögert werden können. Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und geistige Aktivität spielen dabei eine zentrale Rolle.
Anzeichen und Symptome von Demenz
Verschiedene Anzeichen im Verhalten einer Person können auf eine Demenz hinweisen. Eine mögliche Auffälligkeit ist es, wenn eine Person mehrmals am Tag die gleiche Geschichte erzählt, ohne das selbst wahrzunehmen. Außerdem fehlen betroffenen Personen gelegentlich die richtigen Worte während des Gesprächs (auch Wortfindungsstörung genannt).
Typische Demenz-Symptome sind Störungen des Gedächtnisses und der Merkfähigkeit sowie Störungen des Denkens, der Sprache, der Wahrnehmung, der logischen Argumentation und des Verhaltens. Ein erstes Anzeichen ist Vergesslichkeit: Gegenstände werden verlegt, Termine verpasst, Namen und Worte vergessen. In einer fremden Umgebung ist die oder der Betroffene zunehmend orientierungslos.
Sehr belastend für Familie und Freunde sind zudem die Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensstörungen, die mit der Demenz einhergehen. Dazu gehören Aggressivität, Streitlust und Ablehnung ebenso wie starke Anhänglichkeit und Angstreaktionen. Manche Betroffenen leben wieder in ihrer Kindheit oder Jugend. Angehörige werden nicht mehr erkannt.
Die Rolle von Angehörigen
Eine Demenz kommt schleichend und verändert nicht nur die Erkrankte oder den Erkrankten, sondern auch das Leben seiner Familie. Es ist wichtig, dass Angehörige sich frühzeitig informieren und Unterstützung suchen.
Mit Hilfe eines speziellen Online-Fragebogens können nahestehende Personen von älteren Menschen deren kognitiven Abbau einschätzen. Bei dem Fragebogen IQCODE handelt es sich um ein weltweit verbreitetes und wissenschaftlich abgesichertes Früherkennungsinstrument für demenzielle Erkrankungen.
Anlaufstellen und Unterstützung
Es gibt viele regionale Anlaufstellen für das Thema Demenz, die man mit Fragen und Sorgen kontaktieren kann. Eine gute Auflistung von Beratungsstellen, Gedächtnissprechstunden und Memory-Kliniken findet man bei der Selbsthilfe Übersicht der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Die Pflegeberatung der AOK hilft dabei, einen individuellen Versorgungsplan zu erstellen, unterstützt bei der Organisation und nimmt Kontakt zu anderen Beteiligten wie etwa dem Pflegedienst auf.
tags: #qualitat #alzheimer #selbsteinschatzungsbogen