Quetiapin und das Risiko epileptischer Anfälle: Was Sie wissen sollten

Quetiapin ist ein Antipsychotikum, das zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen eingesetzt wird. Obwohl es wirksam sein kann, ist es wichtig, die potenziellen Nebenwirkungen zu kennen, einschließlich des Risikos von Krampfanfällen oder epileptischen Anfällen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Quetiapin und Epilepsie, die Risikofaktoren und Vorsichtsmaßnahmen.

Was ist Quetiapin und wofür wird es eingesetzt?

Quetiapin ist ein Wirkstoff, der zu einer Gruppe von Arzneimitteln gehört, die als Antipsychotika bezeichnet werden. Es wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt, darunter:

  • Schizophrenie: Eine psychische Erkrankung, die durch Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Denkstörungen und sozialer Rückzug gekennzeichnet ist.
  • Manie: Eine Phase extremer Hochstimmung, Energie und Aktivität, die oft mit einem verminderten Urteilsvermögen und riskantem Verhalten einhergeht.
  • Bipolare Depression: Eine depressive Phase im Rahmen einer bipolaren Störung, die sich durch Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Energiemangel und Interessenverlust äußert.

Quetiapin kann helfen, diese Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Wie wirkt Quetiapin?

Quetiapin wirkt, indem es die Wirkung bestimmter chemischer Botenstoffe im Gehirn beeinflusst, insbesondere von Dopamin und Serotonin. Diese Botenstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Denken und Verhalten. Durch die Blockierung bestimmter Rezeptoren für Dopamin und Serotonin kann Quetiapin dazu beitragen, das Gleichgewicht dieser Botenstoffe wiederherzustellen und psychotische Symptome zu reduzieren.

Das Risiko von Krampfanfällen unter Quetiapin

Krampfanfälle oder epileptische Anfälle sind eine bekannte, wenn auch gelegentliche Nebenwirkung von Quetiapin. In den Produktinformationen von Quetiapin HEXAL und Quetiapin Aurobindo werden Krampfanfälle als gelegentliche Nebenwirkung aufgeführt, die bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen kann.

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Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder, der Quetiapin einnimmt, einen Krampfanfall erleiden wird. Das Risiko ist jedoch erhöht, insbesondere bei Personen mit bestimmten Risikofaktoren.

Was sind epileptische Anfälle?

Epileptische Anfälle sind eine unspezifische Reaktion des Gehirns, die verschiedene Ursachen haben kann. Sie können als akut symptomatische Anfälle im Rahmen einer akuten Hirnerkrankung, einer Stoffwechselstörung, durch Drogen- oder Medikamenteneinnahme oder als Fieberkrämpfe im Kindesalter auftreten. Unprovozierte Anfälle treten ohne erkennbare Ursache auf.

Akut symptomatische Anfälle machen einen erheblichen Teil aller Anfälle aus und werden oft durch zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schädel-Hirn-Traumata, ZNS-Infektionen oder Drogen- und Medikamentenmissbrauch verursacht.

Risikofaktoren für Krampfanfälle unter Quetiapin

Bestimmte Faktoren können das Risiko für Krampfanfälle unter Quetiapin erhöhen:

  • Vorherige Krampfanfälle: Personen, die bereits einmal einen Krampfanfall hatten oder an Epilepsie leiden, haben ein höheres Risiko, unter Quetiapin erneut einen Anfall zu erleiden.
  • Hohe Dosierung: Höhere Dosen von Quetiapin können das Risiko für Krampfanfälle erhöhen.
  • Schnelle Dosissteigerung: Eine zu schnelle Erhöhung der Quetiapin-Dosis kann das Gehirn überlasten und Krampfanfälle auslösen.
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Die gleichzeitige Einnahme von Quetiapin mit anderen Medikamenten, die das Anfallsrisiko erhöhen, kann das Risiko zusätzlich steigern. Dazu gehören bestimmte Antidepressiva, Neuroleptika und Antibiotika.
  • Vorerkrankungen: Bestimmte medizinische Bedingungen wie Hirnschäden, Stoffwechselstörungen oder Alkohol- oder Drogenmissbrauch können das Anfallsrisiko erhöhen.
  • Älteres Alter: Ältere Menschen haben möglicherweise ein höheres Risiko für Krampfanfälle unter Quetiapin.

Symptome eines Krampfanfalls

Ein Krampfanfall kann sich auf verschiedene Weise äußern. Einige häufige Symptome sind:

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  • Bewusstseinsverlust
  • Muskelkrämpfe oder Zuckungen
  • Sturz
  • Schaumbildung vor dem Mund
  • Zungenbiss
  • Atembeschwerden
  • Verwirrtheit oder Desorientierung nach dem Anfall

Es ist wichtig, diese Symptome zu erkennen und im Falle eines Anfalls sofort einen Arzt zu informieren.

Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen

Wenn Sie Quetiapin einnehmen, ist es wichtig, die folgenden Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um das Risiko von Krampfanfällen zu minimieren:

  • Informieren Sie Ihren Arzt: Teilen Sie Ihrem Arzt unbedingt mit, wenn Sie in der Vergangenheit Krampfanfälle hatten oder an anderen Erkrankungen leiden, die das Anfallsrisiko erhöhen könnten.
  • Befolgen Sie die Dosierungsanweisungen: Nehmen Sie Quetiapin genau nach den Anweisungen Ihres Arztes ein. Überschreiten Sie nicht die empfohlene Dosis und ändern Sie die Dosierung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
  • Vermeiden Sie plötzliches Absetzen: Setzen Sie Quetiapin nicht abrupt ab, da dies zu Entzugserscheinungen und möglicherweise zu Krampfanfällen führen kann. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, die Dosis schrittweise zu reduzieren, bevor Sie die Behandlung beenden.
  • Seien Sie vorsichtig bei der Einnahme anderer Medikamente: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Einige Medikamente können mit Quetiapin interagieren und das Anfallsrisiko erhöhen.
  • Vermeiden Sie Alkohol und Drogen: Alkohol- und Drogenmissbrauch können das Anfallsrisiko erhöhen und sollten während der Behandlung mit Quetiapin vermieden werden.
  • Achten Sie auf Warnzeichen: Achten Sie auf mögliche Warnzeichen für einen Krampfanfall, wie z. B. Muskelzuckungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Sehstörungen oder Verwirrtheit. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie solche Symptome bemerken.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen: Gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Arzt, um Ihre Behandlung zu überwachen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Was tun bei einem Krampfanfall unter Quetiapin?

Wenn Sie während der Einnahme von Quetiapin einen Krampfanfall erleiden, ist es wichtig, schnell zu handeln:

  1. Sorgen Sie für Sicherheit: Schützen Sie die Person vor Verletzungen, indem Sie gefährliche Gegenstände aus dem Weg räumen und den Kopf polstern.
  2. Bleiben Sie ruhig: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und die Zeit des Anfalls zu stoppen.
  3. Rufen Sie den Notruf: Wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, die Person sich verletzt hat oder es der erste Anfall ist, rufen Sie sofort den Notruf.
  4. Informieren Sie den Arzt: Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt über den Krampfanfall, damit er die Behandlung entsprechend anpassen kann.

Weitere Nebenwirkungen von Quetiapin

Neben dem Risiko von Krampfanfällen kann Quetiapin auch andere Nebenwirkungen verursachen, darunter:

  • Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
    • Schwindel (kann zu Stürzen führen)
    • Kopfschmerzen
    • Mundtrockenheit
    • Schläfrigkeit (kann zu Stürzen führen)
    • Absetzsymptome (Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Gereiztheit)
    • Gewichtszunahme
    • Unnormale Muskelbewegungen
    • Änderungen bestimmter Blutfettwerte (Triglyceride und Gesamtcholesterin)
  • Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
    • Erhöhter Herzschlag
    • Gefühl von Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern
    • Verstopfung, Magenbeschwerden (Verdauungsstörungen)
    • Schwächegefühl
    • Anschwellen der Arme oder Beine
    • Niedriger Blutdruck beim Aufstehen (kann zu Schwindel oder Ohnmacht führen)
    • Erhöhte Blutzuckerwerte
    • Verschwommenes Sehen
    • Ungewöhnliche Träume und Albträume
    • Stärkeres Hungergefühl
    • Reizbarkeit
    • Schwierigkeiten beim Sprechen und mit der Sprache
    • Suizidgedanken und Verschlimmerung der Depression
    • Kurzatmigkeit
    • Erbrechen (hauptsächlich bei älteren Patienten)
    • Fieber
    • Veränderung der Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut
    • Verminderung der Anzahl bestimmter Blutzellen
    • Anstieg der Leberenzymwerte
    • Anstieg der Menge des Hormons Prolaktin im Blut
  • Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
    • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • Unangenehme Empfindungen in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom)
    • Schluckbeschwerden
    • Potenzstörungen
    • Zuckerkrankheit (Diabetes)
    • Veränderung der elektrischen Aktivität des Herzens sichtbar im EKG (QT-Verlängerung)
    • Langsamere Herzfrequenz als normal
    • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
    • Ohnmacht (kann zu Stürzen führen)
    • Verstopfte Nase
    • Verminderung der Anzahl an roten Blutzellen
    • Verminderung des Natriumgehaltes im Blut
    • Verschlechterung einer bestehenden Zuckerkrankheit
    • Verwirrtheit
  • Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):
    • Gelbliche Verfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht)
    • Entzündung der Leber (Hepatitis)
    • Anschwellen der Brüste und unerwartete Milchproduktion (Galaktorrhö)
    • Menstruationsstörungen
    • Gehen, Sprechen, Essen oder andere Aktivitäten, während Sie schlafen
    • Verminderte Körpertemperatur (Hypothermie)
    • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
    • Metabolisches Syndrom
    • Darmverschluss
    • Anstieg der Kreatinphosphokinase im Blut
  • Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):
    • Starker Hautausschlag, Blasen oder rote Flecken auf der Haut
    • Unangemessene Ausschüttung eines Hormons, das das Urinvolumen kontrolliert
    • Abbau von Muskelfasern und Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse)
  • Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
    • Entzugssymptome bei neugeborenen Babys, deren Mütter Quetiapin während der Schwangerschaft einnahmen
    • Schlaganfall
    • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopatie)
    • Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis)
    • Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis)

Es ist wichtig, alle auftretenden Nebenwirkungen Ihrem Arzt mitzuteilen.

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