Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle können unvorhersehbar auftreten und stellen insbesondere im Schlaf eine Gefahr dar. Rauchmelder und spezielle Alarmsysteme können eine wichtige Rolle spielen, um die Sicherheit von Menschen mit Epilepsie zu gewährleisten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen verfügbaren Technologien und gibt Hinweise zur Auswahl des passenden Systems.
Die Bedeutung von Rauchmeldern
Brände stellen eine erhebliche Gefahr dar, und Rauchvergiftungen sind eine der Hauptursachen für Todesfälle bei Wohnungsbränden. Besonders tragisch ist dies, da man sich leicht schützen kann. In Deutschland sterben monatlich etwa 35 Menschen an Bränden, oft durch Rauchvergiftung. Da der Geruchssinn im Schlaf herabgesetzt ist, kann man eine Rauchentwicklung oft nicht rechtzeitig bemerken.
Seit dem 11. Juli 2013 gilt in Baden-Württemberg eine Rauchmelderpflicht für alle Wohnungen. Diese Pflicht schreibt vor, dass in jedem Schlafraum und in Fluren, die als Fluchtwege dienen, mindestens ein Rauchmelder installiert sein muss. Rauchmelder retten Leben, indem sie frühzeitig vor einer Brandgefahr warnen.
Hausnotrufsysteme: Sicherheit und Unabhängigkeit im Alltag
Hausnotrufsysteme bieten pflegebedürftigen, älteren oder allein lebenden Personen die Möglichkeit, in Notlagen schnell Hilfe zu rufen. Sie sind elektronische Meldesysteme, die mit einer Notrufzentrale verbunden sind, welche im Bedarfsfall Hilfe organisieren kann.
Wer benötigt ein Hausnotrufgerät?
Hausnotrufgeräte eignen sich besonders für Menschen, die ihre Selbstständigkeit erhalten möchten, aber aufgrund von Behinderung, chronischer Krankheit oder altersbedingten Beeinträchtigungen gefährdet sind und in Notlagen das Telefon nicht rechtzeitig erreichen können. Für Menschen mit Demenz ist ein Hausnotrufgerät möglicherweise weniger geeignet, da sie unter Umständen nicht in der Lage sind zu entscheiden, wann sie Hilfe benötigen, oder den Notruf unkontrolliert betätigen könnten.
Lesen Sie auch: Kann ein Anfall tödlich sein?
Funktionsweise eines Hausnotrufsystems
Der Notruf wird in der Regel über einen wasserdichten Funksender ausgelöst, den der Nutzer um den Hals oder als Armband trägt. Das Notrufgerät mit Freisprechanlage stellt die Verbindung zur Notrufzentrale her und wird an die Telefondose und das Stromnetz angeschlossen. Ein Mitarbeiter der rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale nimmt bei Alarm Kontakt mit der hilfesuchenden Person auf.
In der Notrufzentrale sind wichtige persönliche Daten des Kunden hinterlegt, darunter:
- Adresse und Zugang zur Wohnung
- Gesundheitszustand und Vorerkrankungen
- Kontaktdaten von Angehörigen und/oder Bezugspersonen
- Verordnete Medikamente
- Sofortmaßnahmen und individuell vereinbarte Hilfepläne
Je nach Situation werden Angehörige, der Rettungsdienst oder ein Notarzt verständigt. Es gibt auch Notrufsysteme, die bis zu 10 gespeicherte Zielnotrufnummern wählen, bis der Ruf bestätigt wird. Sollte der Hilfesuchende nicht mehr sprechen können, werden automatisch Name und Adresse genannt. Viele Hausnotrufanbieter bieten auch einen Service an, bei dem ein Kontrollruf erfolgt, wenn sich der Nutzer nicht innerhalb einer vereinbarten Frist meldet.
Technische Voraussetzungen und Leistungen
Für ein Hausnotrufsystem benötigt man eine Teilnehmerstation, die zusätzlich zum Telefon installiert wird, sowie einen handlichen Notrufsender. Technische Voraussetzungen sind ein normaler Telefonanschluss mit dreifach-TAE-Dose und eine freie Steckdose für die Stromversorgung. Bei Telefonen, die über einen Router laufen, sollte die Verbindung gesondert geprüft werden.
Beim Leistungsangebot von Hausnotruf-Systemen gibt es verschiedene Tarife. Ein Basistarif sollte die Aufstellung und Programmierung der Geräte, die Einweisung des Nutzers und einer Kontaktperson sowie die Reparatur von Mängeln beinhalten. Komforttarife können zusätzliche Leistungen wie Schlüsselhinterlegung, zusätzliche Geräte oder regelmäßige Kontrollrufe umfassen.
Lesen Sie auch: Cortison-Therapie bei Epilepsie im Detail
Zusätzliche Leistungen und Qualitätskriterien
Viele Anbieter bieten Zusatzpakete an, wie z.B. sichere Schlüsselaufbewahrung, Module für Personen ohne Festnetzanschluss, zusätzliche Funkfinger, Verbindung zu Rauch-, Temperatur- oder Wassermeldern, Falldetektoren und Zweitgeräte. Vor Vertragsabschluss sollte man prüfen, welche Leistungen wichtig sind. Einige Anbieter offerieren auch zusätzliche Serviceleistungen wie Medikamentenerinnerung, Menüservice, Besuchshundedienst oder ambulante Pflege.
Ein wichtiges Qualitätskriterium ist, ob der Anbieter qualifizierte Fachkräfte in der Notrufzentrale und beim Hilfspersonal vor Ort beschäftigt. Ein regionaler Anbieter kann von Vorteil sein, da die Helfer schneller vor Ort sein können. Die Wahl eines Anbieters, der keine eigene Notrufzentrale betreibt, kann in akuten Situationen zu Verzögerungen führen.
GSM-Lösung für mehr Flexibilität
Die GSM-Lösung macht Hausnotruf auch dort möglich, wo kein Festnetzanschluss verfügbar ist. Das Lifeline GSM ist vom Festnetz unabhängig und leicht zu installieren, da nur noch ein Stromanschluss und eine SIM-Karte benötigt werden. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit eines Mobilfunknetzes. Optional kann das Lifeline GSM auch an herkömmliche Telefonanschlüsse angeschlossen werden. Das System besteht aus dem Hausnotruf- und Servicemelder Lifeline GSM und einem Funksender. Durch Zubehör wie Rauchmelder, Bewegungsmelder, Falldetektor und Zugtaster können die Funktionen erweitert werden.
Spezielle Alarmsysteme für Epilepsie
Neben den allgemeinen Hausnotrufsystemen gibt es auch spezielle Alarmsysteme, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Epilepsie zugeschnitten sind. Diese Systeme können Anfälle erkennen und automatisch Hilfe rufen.
Emfit Epilepsiealarm
Der Emfit Epilepsiealarm ist ein Bewegungsmonitor, der verwendet wird, um tonisch-klonische Krampfanfälle und Abwesenheit vom Bett zu erkennen. Er besteht aus einem Bettsensor, der unter die Matratze platziert wird, und einer Steuereinheit, die die Pflegekraft durch Blinken und einen Warnton benachrichtigt. Dieses System ist ideal zur Benachrichtigung eines Angehörigen in der häuslichen Pflege.
Lesen Sie auch: Ein umfassender Leitfaden zur idiopathischen generalisierten Epilepsie
Es ist wichtig zu beachten, dass das Gerät kein Diagnosegerät ist und nicht zwischen einem tonisch-klonischen Krampfanfall und anderen schnellen Bewegungen unterscheiden kann. Der Hersteller kann nicht garantieren, dass das Gerät sämtliche Episoden von durch einen tonisch-klonischen Krampfanfall ausgelösten Körperbewegungen bei der überwachten Person erkennt. Falsche Bewegungsmeldungen können auftreten, insbesondere wenn die Person wach ist. Der Emfit Epilepsiealarm ist ausschließlich als Hilfsmittel für eine Pflegekraft vorgesehen.
Emfit SafeBed
Emfit SafeBed ist ein Bewegungsmonitor zur An- und Abwesenheitserkennung. Verlässt eine Person das Bett, wird ein Alarm an eine Assistenzperson ausgelöst, wenn die Person nicht innerhalb eines voreingestellten Zeitraums zurückkehrt. Auch dieses Produkt besteht aus einem Bettsensor und einer Steuereinheit und ist ausschließlich als Hilfsmittel für eine Pflegekraft vorgesehen.
Bellman Visit System: Ein umfassendes Warnsystem
Das Bellman Visit 868 ist ein drahtloses Signalsystem, das Personen hilft, wichtige akustische Ruf- und Alarmsignale zu erkennen. Es kann bei verschiedenen Ereignissen in der Wohnung benachrichtigen, z.B. wenn es an der Tür klingelt, das Telefon läutet, ein Baby Aufmerksamkeit braucht oder der Rauchmelder aktiviert wurde.
Komponenten des Bellman Visit Systems
- Tragbarer Empfänger: Der Bellman Visit 868 Tragbare Empfänger gibt ein Tonsignal aus, dessen Lautstärke zwischen 0 und maximal 93 dBA eingestellt werden kann. Zudem blinken LEDs mit einem grellen, weißen Licht. Optional kann ein Vibrationskissen angeschlossen werden, das unter das Kopfkissen gelegt wird.
- Rauchmeldesender: Der Bellman Visit 868 Rauchmeldesender wird an der Decke angebracht und durch Rauch und große Hitze aktiviert. Er sendet ein klares Signal an die Bellman Visit 868 Empfänger. Der Rauchmelder verfügt über eine Batterie-Überwachung, die bei schwacher Batterie benachrichtigt.
- Pager: Der Visit Pager benachrichtigt mit deutlichen Vibrationen, wenn jemand auf eine Matte getreten ist. Er kann leicht am Gürtel oder Hosenbund befestigt werden.
Flexibilität und Erweiterbarkeit
Das Bellman Visit System ist sehr flexibel und ermöglicht es, die für den individuellen Bedarf passende Lösung zu schaffen. Da die Signalanlage drahtlos ist, kann man sich frei im Haus bewegen und trotzdem auf Signale reagieren. Das System ist problemlos erweiterbar. Bei Verwendung mehrerer Türklingeln oder Sender können die Signalmuster umprogrammiert werden, um zu erkennen, welcher Sender ausgelöst wurde.
Die Reichweiten betragen in der Regel zwischen dem Sender und einem Visit868 Empfänger ca. 200m bei freier Sicht, in Gebäuden bis zu 50m. Mehrere Funk-Empfänger können gleichzeitig genutzt werden.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Beim Kauf von Rauchmeldern und Alarmsystemen für Menschen mit Epilepsie sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Zuverlässigkeit: Das System muss zuverlässig funktionieren und Fehlalarme vermeiden.
- Reichweite: Die Reichweite des Funksenders muss ausreichend sein, um alle relevanten Bereiche der Wohnung abzudecken.
- Lautstärke: Das Alarmsignal muss laut genug sein, um auch im Schlaf gehört zu werden.
- Zusatzfunktionen: Je nach Bedarf können Zusatzfunktionen wie Vibrationsalarm, optische Signale oder die Möglichkeit zur Anbindung an eine Notrufzentrale sinnvoll sein.
- Einfache Bedienung: Das System sollte einfach zu bedienen und zu warten sein.
- Batterielaufzeit: Die Batterielaufzeit der Geräte sollte ausreichend lang sein, und es sollte eine Warnung bei niedrigem Batteriestand geben.
- Zertifizierungen: Achten Sie auf Zertifizierungen und Prüfsiegel, die die Qualität und Sicherheit des Produkts bestätigen.
- Beratung: Lassen Sie sich von Fachleuten beraten, um das passende System für Ihre individuellen Bedürfnisse zu finden.
tags: #rauchmelder #fur #epilepsie