Regelschmerzen: Krämpfe lindern mit Medikamenten und alternativen Methoden

Viele Frauen leiden unter Regelschmerzen, die als Dysmenorrhö bezeichnet werden. Diese Schmerzen können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Medikamente und alternative Methoden, um die Krämpfe zu lindern und die Lebensqualität während der Menstruation zu verbessern.

Was sind Regelschmerzen?

Regelschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem. Etwa zwei Drittel der menstruierenden Menschen zwischen 14 und 50 Jahren sind betroffen. Die Schmerzen können leicht, mäßig stark oder sehr stark sein. In manchen Fällen sind die Schmerzen so heftig, dass ein normaler Alltag für ein bis drei Tage im Monat nicht möglich ist.

Mediziner unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhö. Die primäre Dysmenorrhö wird durch die Ausschüttung von Botenstoffen wie Prostaglandinen und Leukotrienen verursacht, die zu einer verstärkten Kontraktion der Gebärmutter führen. Die sekundäre Dysmenorrhö hingegen wird durch Erkrankungen der Gebärmutter oder Eierstöcke ausgelöst, wie z.B. Myome, Polypen, Endometriose oder Entzündungen.

Symptome von Regelschmerzen

Regelschmerzen können sich auf Krämpfe im Unterleib beschränken, aber auch in den Rücken und die Beine ausstrahlen. Zusätzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall und Kopfschmerzen können auftreten. Viele Frauen fühlen sich während der Menstruation schwach und regelrecht krank.

Medikamentöse Behandlung von Regelschmerzen

Es gibt verschiedene Schmerzmittel, die bei Regelschmerzen helfen können. Dazu gehören:

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  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac sind besonders wirksam bei Regelschmerzen. Sie hemmen die Bildung von Prostaglandinen, die für die Schmerzen und Krämpfe verantwortlich sind. Viele NSAR sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

    • Dolormin für Frauen: Dieses Medikament enthält den Wirkstoff Naproxen und wurde speziell zur schnellen Hilfe bei Menstruationsbeschwerden entwickelt. Es kann starke Regelschmerzen bis zu 12 Stunden lindern.

    • Dolormin Extra: Dieses Medikament enthält Ibuprofen und ist für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene geeignet. Es wird zur symptomatischen Kurzzeitbehandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Regelschmerzen und Fieber eingesetzt.

    • Dolormin Schmerztabletten: Dieses Medikament enthält ebenfalls Ibuprofen und ist für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene geeignet. Es wird zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Regelschmerzen und Fieber eingesetzt.

  • Krampflösende Medikamente: Der Wirkstoff Butylscopolamin entspannt die Muskeln der Gebärmutter und löst Krämpfe.

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    • Buscopan plus: Dieses bewährte Schmerzmittel lindert Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe zuverlässig. Es enthält Butylscopolaminiumbromid und Paracetamol.
  • Paracetamol: Paracetamol kann auch bei Regelschmerzen helfen, wirkt aber vor allem schmerzlindernd und fiebersenkend. Es hat weniger entzündungshemmende Eigenschaften als NSAR.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Schmerzmitteln

  • Nehmen Sie Schmerzmittel nur in den zwei bis drei schmerzhaften Tagen Ihrer Periode ein.
  • Achten Sie auf die richtige Dosierung. Es ist besser, einmal die richtige Dosis zu nehmen als mehrmals zu niedrige Dosen, die nicht wirklich helfen.
  • Magenempfindliche Frauen sollten NSAR mit Vorsicht verwenden, da es bei längerfristiger und hochdosierter Verwendung zu Magengeschwüren und Magenblutungen kommen kann.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Schmerzmittel einnehmen, um mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu besprechen.
  • Schmerzmittel sind keine langfristige Option. Bei starken oder chronischen Regelschmerzen sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.

Alternative Behandlungsmethoden bei Regelschmerzen

Neben Medikamenten gibt es auch verschiedene alternative Behandlungsmethoden, die bei Regelschmerzen helfen können:

  • Wärmeanwendungen: Wärme wirkt entspannend und kann so Schmerzen lindern. Versuchen Sie es mit Wärmepflastern, Wärmegürteln, Wärmflaschen oder einem warmen Bad.

  • Körperliche Aktivität: Sanfte Sportarten wie Radfahren, Gymnastik oder Joggen können ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Intensität der Schmerzen haben. Durch die Bewegung wird die Durchblutung gesteigert und der schmerzverursachende Botenstoff Prostaglandin wird schneller aus dem Körper entfernt.

  • Entspannungstechniken: Nehmen Sie sich Zeit für sich und probieren Sie Atemübungen, Yoga oder Tai-Chi aus, um Ihre Regelschmerzen zu lindern.

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  • Pflanzliche Mittel: Seit Jahrhunderten vertrauen Frauen auf pflanzliche Wirkstoffe in der Frauenheilkunde.

    • Mönchspfeffer: Mönchspfeffer kann bei Rhythmusstörungen der Regelblutung und beim prämenstruellen Syndrom eingesetzt werden. Er soll dafür sorgen, dass während der Menstruation weniger von dem Botenstoff Prostaglandin ausgeschüttet wird.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit weniger Zucker und vielen Ballaststoffen kann helfen, sich während der Periode besser zu fühlen. Ballaststoffe kommen fast ausschließlich in Pflanzen vor. Einen besonders hohen Ballaststoffgehalt haben etwa Schwarzwurzeln, Artischocken und Kichererbsen. In Vollkorngetreide stecken ebenfalls viele Ballaststoffe.

  • Akupunktur: Akupunktur wird auch gegen Regelschmerzen eingesetzt.

  • Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche: Einige Frauen empfinden Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche als angenehmer als Tampons oder Binden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Die Regelschmerzen plötzlich auftreten oder viel intensiver sind als früher.
  • Die Schmerzen den Alltag stark beeinträchtigen.
  • Zusätzliche Symptome wie Fieber, starke Blutungen oder ungewöhnlicher Ausfluss auftreten.
  • Der Verdacht auf eine Erkrankung wie Endometriose besteht.
  • Schmerzmittel nicht ausreichend helfen.

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