Chronische Erkrankungen wie Migräne und Neurodermitis stellen für Betroffene, insbesondere Kinder und Jugendliche, eine erhebliche Belastung dar. Rehakliniken bieten hier einen ganzheitlichen Ansatz, der auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten ist. Dieser Artikel beleuchtet das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten in Rehakliniken, insbesondere im Hinblick auf Migräne und Neurodermitis, und gibt Einblicke in die verschiedenen Therapieansätze und Rahmenbedingungen.
Zielgruppen und Indikationen für eine Reha
Rehakliniken behandeln chronisch kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 3 bis 22 Jahren. Das Behandlungsspektrum umfasst ein breites Spektrum an Erkrankungen, darunter:
- Über- und Untergewicht
- Diabetes Typ 1 und Typ 2
- Atemwegs- und Hauterkrankungen (z.B. Asthma, Neurodermitis)
- Kopfschmerzen und Migräne
- Psychosomatische Krankheitsbilder und Entwicklungsstörungen
- Sprachentwicklungsstörungen
- Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen (AD(H)S)
- Ausscheidungsstörungen (z.B. Einnässen)
- Orthopädische Erkrankungen
Auch Kinder mit psychischen Problemen wie AD(H)S, Depressionen oder Essstörungen finden in Rehakliniken Unterstützung. Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, genetische Faktoren und ungünstige Lebensumstände können bei Kindern zu Zuckerkrankheiten, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkschäden führen. Kinder und Jugendliche mit Gewichtsproblemen leiden oft körperlich und seelisch.
Seit 2022 werden in einigen Fachkliniken für Kinder- und Jugendreha auch Betroffene mit post-akuten Infektionssyndromen, wie zum Beispiel Post-Covid, und chronischem Fatigue-Syndrom CFS behandelt. Grundsätzlich orientiert sich die Aufnahme an chronischen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters, die ambulant nicht ausreichend behandelt werden können.
Interdisziplinäre Therapiekonzepte
Rehakliniken verfolgen einen interdisziplinären Ansatz, der verschiedene Fachbereiche integriert, um den individuellen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden. Dafür wurde ein interdisziplinäres Diagnostik- und Therapiekonzept entwickelt, das ICF-Kriterien berücksichtigt. Auf Grund der Erfahrungen mit diesem Konzept kann die Klinik ein breites Spektrum an Indikationen abdecken. Einzelne Diagnosen bedürfen jedoch vor der Aufnahme der Absprache mit der Ärztlichen Leitung, vor allem dann, wenn ein hoher Behandlungs- und Betreuungsaufwand erforderlich und zu erwarten ist.
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Psychosomatische Aspekte von Migräne und Neurodermitis
Psychische Faktoren spielen bei chronischen Erkrankungen wie Migräne und Neurodermitis eine wichtige Rolle. Psychosomatische Rehakliniken berücksichtigen daher seelische, soziale und körperliche Aspekte der Erkrankung. Die Therapiekonzepte sind multimodal und integrativ und beinhalten psychodynamische und verhaltenstherapeutische Aspekte. Ziel ist es, die Selbstregulationsfähigkeiten und Achtsamkeit der Rehabilitanden zu entwickeln.
Behandlungsangebote in psychosomatischen Rehakliniken
Psychosomatische Rehakliniken bieten ein breites Spektrum an Behandlungen für psychische und psychosomatische Störungen, darunter:
- Psychische Störungen
- Depressive und andere affektive Störungen
- Angsterkrankungen
- Zwangsstörungen
- Konversionsstörungen
- Anpassungsstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung
- Psychosen
- Persönlichkeitsstörungen
- Somatoforme und psychosomatische Störungen
- Somatoforme Schmerzstörungen
- Psychische Faktoren bei körperlichen Beschwerden wie Asthma, Migräne, Myalgien, Neurodermitis und Tinnitus
- Funktionelle Schlafstörungen
- Funktionelle Sexualstörungen
- Somatisierungsstörungen
- Erschöpfungssydrom/Burnout
- Stimulanzienabhängigkeit (Crystal und Amphetamine)
- ADHS
Einige Kliniken haben sich auf bestimmte Störungen spezialisiert, wie z.B. Depressionen, Angststörungen, Arbeitsstörungen oder Traumata.
Reha an der Ostsee: Ein besonderes Umfeld für die Genesung
Die Ostseelandschaft und das Meeresklima können das innere Gedankenkarussell zum Schweigen bringen und so die Genesung unterstützen. Der Inselcharakter und die Nähe zur Natur wirken entspannend und üben auf Menschen mit chronischen Erkrankungen eine positive Wirkung auf Seele und Gemüt aus. Viele Rehakliniken an der Ostsee bieten daher neben erstklassiger medizinischer Versorgung auch eine angenehme Atmosphäre, in der sich die Patienten wohlfühlen können. Die nähere Umgebung der Rehakliniken bietet verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der Entspannung an. So kann der Genesungsprozess bestmöglich gefördert und in der Therapie Erlerntes besser integriert werden.
Qualität und Zertifizierung von Rehakliniken
Reha-Zentren sind oft nach dem Qualitätsmanagementsystem QMS-REHA zertifiziert. Einige Kliniken zählen außerdem zu den von FOCUS empfohlenen TOP Kliniken für den Bereich Psyche. MEDIAN ist mit circa 120 Kliniken der größte private Anbieter von Rehakliniken in Deutschland, wodurch eine langjährige Erfahrung in verschiedenen Behandlungsgebieten der Rehabilitation besteht. MEDIAN kooperiert mit unterschiedlichen Universitäten und Forschungseinrichtungen, um das Know-how in der Medizin laufend zu vergrößern und immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein. Um Patienten innovative Behandlungsmethoden und die neuesten Forschungserkenntnisse schnellstmöglich zugänglich zu machen, herrscht ein stetiger Austausch innerhalb des Kliniknetzwerks in Deutschland. Darüber hinaus werden die Rehabilitationsangebote stetig im Rahmen des Qualitätsmanagements optimiert.
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Der Weg zur Reha: Antragstellung und Kostenübernahme
Im Vorfeld einer psychosomatischen Reha stellen sich viele Fragen, beispielsweise ob Ihnen eine Reha-Behandlung zusteht und inwiefern die Behandlung von einem Kostenträger übernommen wird. Grundsätzlich haben Sie ein Recht auf Rehabilitation. Das Wunsch- und Wahlrecht sieht vor, dass Sie die Klinik für Ihren Reha-Aufenthalt selbst wählen dürfen - völlig unabhängig von Ihrem Wohnort. Unterschiedliche Faktoren bestimmen hingegen, welcher Kostenträger für Ihren Reha-Aufenthalt zahlt. Dies ist auch abhängig davon, ob Sie selbst einige Kosten tragen müssen. Rehakliniken unterstützen Sie im Zuge der Vorbereitung Ihres Reha-Antrags mit weiteren Informationen zur Kostenübernahme.
Erfahrungen von Patienten
Patienten berichten von positiven Erfahrungen in Rehakliniken. Die Ärzte und Therapeuten versuchen einem wirklich viele Werkzeuge an die Hand zu legen. Zu allererst, eine Rehaklinik ist Hilfe zur Selbsthilfe und das hat das Team sehr gut gemacht. Bei manchen dermatologischen Erkrankungen kann auch eine Rehaklinik keime Wunder wirken. Aber alle Therapien waren zielführend gewählt. Letztendlich eine sehr gute Rehazeit, mit vielen medizinischen Erfolgen, auf einer liebenswerten Insel.
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