Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, pulsierende Kopfschmerzen äußert, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Für Betroffene kann die Erkrankung den Alltag erheblich beeinträchtigen. Rehakliniken, die von der Knappschaft unterstützt werden, bieten spezielle Programme zur Behandlung von Migräne und anderen Kopfschmerzerkrankungen an. Ziel ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und ihnen Strategien zur Bewältigung der Schmerzen zu vermitteln.
Die Knappschaft und ihre Leistungen im Bereich Rehabilitation
Die Knappschaft-Bahn-See (KBS) ist einer der größten Anbieter von Rehabilitationsleistungen in Deutschland. Jährlich nehmen rund 23.000 Patienten die Leistungen der Reha-Kliniken der Knappschaft in Anspruch. Die KBS bietet sowohl Anschlussheilbehandlungen als auch Heilverfahren an. Rehabilitation wird im Sozialgesetzbuch IX als Leistung zur Teilhabe bezeichnet, mit dem Ziel, den Patienten die aktive Teilnahme am Leben wieder zu ermöglichen.
Wer ist Leistungsträger?
Wer Leistungsträger ist, richtet sich nach den Hauptzielen der Rehabilitation und nach versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Private Krankenversicherungen (PKV) übernehmen je nach vertraglich vereinbartem Leistungsumfang ebenfalls anteilig die Kosten für die medizinische Rehabilitation. Ob und in welchem Umfang die PKV die Kosten übernimmt, sollte vor Antritt in die Reha mit der PKV geklärt werden.
Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel: Ein Überblick
Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie für Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen sowie alle Arten von Kopfschmerzen, einschließlich chronischer Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch und Clusterkopfschmerz. Darüber hinaus werden Nervenschmerzen (neuropathischer Schmerz), Rückenschmerzen und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen behandelt.
Aufnahmeformalitäten
Um einen Aufnahmetermin zu planen, sind folgende Schritte erforderlich:
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- Der behandelnde Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
- Der Arzt füllt die Aufnahme-Checkliste aus.
- Der Patient füllt den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
- Alle Unterlagen sowie Kopien relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. werden an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift gesendet.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Zahlreiche Krankenkassen haben eine integrierte Versorgung ihrer Versicherten mit dem Behandlungsnetz der Schmerzklinik Kiel vertraglich geregelt. Für Versicherte der AOK Schleswig-Holstein, der Techniker Krankenkasse, der Deutschen Angestelltenkrankenkasse, der Hanseatischen Krankenkasse HEK, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Schleswig-Holstein und Hamburg, der Knappschaft Bahn See, der BKK vor Ort und der E.ON Betriebskrankenkasse erfolgt die Kostenübernahme bei Vorliegen der Aufnahmebedingungen.
Integrierte Versorgung der Techniker Krankenkasse (TK)
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat einen innovativen, bundesweiten Vertrag nach § 140f SGB zur integrierten Versorgung von Versicherten mit Migräne, chronischen Kopfschmerzen, Neuralgien und Nervenschmerzen initiiert. Ziel ist es, eine zeitgemäße Versorgung bei hoher Qualität zu ermöglichen. Die Schmerzklinik Kiel hat die integrierte Versorgung bereits mit ihrer Konzeption im Jahr 1992 entwickelt und 1997 in der Versorgung etabliert.
Was bedeutet integrierte Versorgung?
Integrierte Versorgung bedeutet, dass die ambulante, stationäre und rehabilitative Versorgung von Patienten besser vernetzt werden. Gesundheitsberufe unterschiedlicher Fachrichtungen in Praxen und Krankenhäusern sollen verstärkt miteinander und mit nicht-ärztlichen Leistungserbringern zusammenarbeiten. Diese Vernetzung kommt in erster Linie den Patienten zugute.
Teilnahme am Behandlungsprogramm der TK
Um am Behandlungsprogramm der TK teilzunehmen, sollte zunächst ein Termin bei einem Netzwerkpartner vor Ort vereinbart werden. Schmerzexperten, die im bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetz kooperieren, sind auf der Kopfschmerznetzpartner-Landkarte zu finden. Ob das Behandlungsprogramm für den Patienten in Frage kommt, entscheidet der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten vor Ort aufgrund der Untersuchungsbefunde. Sollte kein zeitnaher Termin vor Ort verfügbar sein, kann auch ein ambulanter Vorstellungstermin im Kopfschmerzzentrum der Schmerzklinik Kiel vereinbart werden.
Stationäre Behandlung
Sollte der behandelnde Arzt eine stationäre Behandlung für erforderlich halten, stellt er eine Verordnung zur Krankenhausbehandlung aus. Der Patient füllt den Schmerzfragebogen aus und sendet diesen zusammen mit Kopien relevanter Arztbriefe, Vorbefunde, Befundberichte von MRT- und Röntgenuntersuchungen sowie Gutachten ein. Zusätzlich wird ein Schmerzkalender über mindestens drei Monate ausgefüllt und mit den Unterlagen eingereicht.
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Therapieangebote in Rehakliniken
Rehakliniken bieten eine Vielzahl von Therapieangeboten zur Behandlung von Migräne und anderen Schmerzerkrankungen. Dazu gehören:
- Physiotherapie: Stärkung von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit.
- Ergotherapie: Verbesserung der Hand-, Finger- und Fußfertigkeiten sowie Anregung der Sensibilität.
- Gleichgewichtstraining.
- Hirnleistungstraining.
- Thermische Anwendungen.
- Ernährungsberatung: Entwicklung persönlicher Ernährungspläne und Vorträge zur Ernährung bei unterschiedlichen Erkrankungen.
Naturheilverfahren und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Naturheilverfahren werden in Rehakliniken weitgehend in die konventionelle Medizin integriert. Sie eignen sich hervorragend für die Vorbeugung von Krankheiten und werden ergänzend bei akuten und chronischen Krankheiten eingesetzt, da sie die Selbstheilungskräfte des Organismus unterstützen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Akupunktur, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammt. Durch die Reizung bestimmter Punkte an den Meridianen kann der Energiefluss reguliert werden. Das Anwendungsspektrum der Akupunktur umfasst insbesondere die Schmerztherapie, die Behandlung chronischer und funktioneller Beschwerden, die Linderung unterschiedlicher Leiden sowie die Prophylaxe. Anwendungsbereiche sind Kopfschmerz, Migräne, Rückenschmerzen sowie Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen.
Weitere Therapieangebote
- Sozialberatung: Unterstützung bei sozialrechtlichen Themenbereichen.
- Psychologische Betreuung: Ressourcenorientierte Einzel- und Gruppengespräche zur Verarbeitung von Krankheits- und Therapiefolgen sowie sonstiger Belastungen.
Die Klinik Am Haussee: Ein Beispiel für eine Rehaklinik
Die Klinik Am Haussee ist eine private Rehabilitationseinrichtung mit drei Fachkliniken inmitten des Naturparks Feldberger Seenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Sie bietet mit 235 Betten einen idealen Ort der Regeneration, Prävention und Rehabilitation. Federführender Beleger ist die DRV Knappschaft-Bahn-See. Die Klinik ist mehrfach zertifiziert und bietet unter anderem kardiologische Rehabilitation nach den Qualitätsstandards der DGPR sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung gemäß der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz.
Schmerztherapie an den Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum
Die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum bietet das gesamte Spektrum der modernen Schmerzmedizin an. Dazu gehört auch ein innerklinischer Akutschmerzdienst, der eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung gewährleistet. Es erfolgt eine tägliche Schmerzvisite mit Erfassung der Schmerzintensität, eventuell aufgetretener Nebenwirkungen sowie der bedarfsgerechten Anpassung der Medikation. Patienten mit chronischen Schmerzen werden in der Schmerzambulanz behandelt.
Multimodale Schmerztherapie (MMST)
Seit Dezember 2015 wird in Kooperation mit der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie eine multimodale Schmerztherapie (MMST) zur Behandlung von chronischen Schmerzen angeboten. Die multimodale Schmerztherapie erfolgt stationär in enger Kooperation zwischen zuweisenden Ärzten, Physiotherapie, Psychotherapie und den Kollegen der Gesundheits- und Krankenpflege. Neben den klassischen Therapiemöglichkeiten stehen sowohl für ambulante als auch stationäre Patienten wissenschaftlich geprüfte, komplementäre Therapiemethoden zur Verfügung. Dies schließt eine ganzheitliche Schmerztherapie auf Basis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ein, unter anderem durch Akupunktur und Wärmetherapie (Moxibustion).
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Indikationsspektrum
Zum Indikationsspektrum gehören akute und chronische Schmerzen, welche durch die klassische Therapie keine (ausreichende) Linderung erfahren oder medikamentös schwer einzustellen sind. Therapiert werden beispielsweise Rücken- und Gelenksschmerzen, verschiedene Arten des Kopfschmerzes (u.a. Migräne, Spannungskopfschmerz, Trigeminusneuralgie), Phantomschmerzen, Zosterschmerz oder andere neuropathische Schmerzen. Darüber hinaus kann Akupunktur im Bereich der Anästhesie zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach einer Vollnarkose und zur Linderung der Angst vor einem operativen Eingriff eingesetzt werden.
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