Epilepsie bei Katzen und Rennmäusen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Jeder Tierhalter wünscht sich ein langes und gesundes Leben für sein Tier. Doch wie auch Menschen können Tiere von Krankheiten betroffen sein, deren Symptome sich erst im Laufe des Lebens zeigen. Epilepsie ist eine dieser Krankheiten, die bei Katzen und Rennmäusen auftreten können. Dieser Artikel soll umfassend über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Epilepsie bei diesen Tieren informieren.

Was ist Epilepsie? - Blitz und Donner im Gehirn

Das Wort Epilepsie stammt von lateinisch "epilepsia" ab, was so viel wie Anfall, Krampfanfall oder Anfallsleiden bedeutet. Unter Epilepsie versteht man ein Krankheitsbild, das durch das Auftreten zumindest eines krampfartigen Anfalls bzw. eines epileptischen Anfalls gekennzeichnet ist, dem kein erkennbarer Grund zugeordnet werden kann. Die Diagnose einer Epilepsie erfolgt in der Regel allerdings erst nach dem Auftreten eines weiteren Anfalls in einem Abstand von zumindest 24 Stunden.

Auslöser des Anfallsgeschehens ist eine plötzlich erfolgende, synchrone Entladung von Nervenzellen bzw. Neuronengruppen im Gehirn, die zu ungewollten und unkontrollierten Bewegungen und Bewusstseinseintrübungen führt. Das passiert dann, wenn bestimmte Stoffe, die die Aktivität des Gehirns steuern, in ein Ungleichgewicht geraten und es zu einer zu großen Differenz zwischen Erregung und Hemmung kommt.

Ursachen von Epilepsie

Eine Epilepsie kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Oft liegt eine genetische Disposition zugrunde.
  • Auch Hirnschädigungen, die z. B. durch Tumore oder Traumata ausgelöst wurden, können Epilepsien auslösen.
  • Zu den provozierenden Faktoren zählt z. B. Flickerlicht mit Stroboskopeffekt.

Bei Katzen kann der Grund für eine Epilepsie sogar außerhalb des Gehirns liegen, dann spricht man von einer extrazerebralen Epilepsie - Erkrankungen der Niere oder der Leber sowie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion können hier als Auslöser fungieren.

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Fokale und generalisierte Anfälle

Bei einer Epilepsie unterscheidet man zwischen fokalen und generalisierten Anfällen:

  • Ein fokaler Anfall ist zunächst innerhalb des Gehirns lokal begrenzt und beginnt in einer umschriebenen bzw. fest lokalisierbaren Region einer der beiden Hirnhälften.
  • Bei einem generalisierten Anfall lässt sich kein Hinweis auf eine anatomisch begrenzte Lokalisation finden und der Anfall erstreckt sich von Beginn an auf beide Hirnhälften.

Sowohl ein fokaler als auch ein generalisierter Anfall können mit oder ohne Störungen der Bewegung und des Bewusstseins auftreten und ein Anfall mit fokalem Beginn kann sich zu einem generalisierten Anfall ausweiten.

Bei Haustieren findet man auch die weitere Klassifikation von einfachen und komplexen fokalen Anfällen mit und ohne sekundärer Generalisierung, die vereinfacht dargestellt Auskunft über die Intensität des Anfallgeschehens gibt. Während sich ein einfacher fokaler Anfall lediglich über das unkontrollierte Zucken einzelner Gliedmaßen äußert, beinhaltet ein komplexer fokaler Anfall auch immer eine Eintrübung oder Störung des Bewusstseins und zeigt sich als starke Verhaltensauffälligkeit.

Die meisten epileptischen Anfälle enden nach wenigen Sekunden oder Minuten und erfordern keine Nachbehandlung, oft zeigt sich das betroffene Tier in der Folge eines Anfalls jedoch erschöpft. Das bedeutet aber nicht, dass eine Epilepsie unbehandelt bleiben kann, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Anfälle häufiger und schwerer werden, ohne entsprechende Behandlung enorm hoch ist. Zudem stellt ein akuter Anfall immer einen Notfall dar, da immer die Gefahr von Verletzungen oder Atemaussetzern besteht. Kommt es zu einer ganzen Reihe an Anfällen in kurzer Folge, ohne dass das Tier ausreichend Zeit zur Erholung hat, steigt die Gefahr irreversibler Hirnschäden und das Risiko eines tödlichen Verlaufs.

Aura

Unter einer Aura (griech. Wahrnehmung eines Lufthauches) versteht man das unbestimmte Vorgefühl eines sich anbahnenden epileptischen Anfalls, das sich z. B. durch ein Kribbeln, ein Taubheitsgefühl, Konzentrationsschwierigkeiten oder eine eingeschränkte Wahrnehmung äußern kann. Bei genauer Beobachtung kannst Du vielleicht auch bei Deiner Katze eine Aura in Form eines veränderten Verhaltens erkennen. So kann es z. B. sein, dass Deine Katze in dieser Phase besonders anhänglich oder scheinbar grundlos aggressiv wird, allerdings dauert diese Phase oft nur wenige Sekunden an, bevor der epileptische Anfall beginnt.

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Eine Aura ist das Ergebnis einer epileptischen Aktivierung der Nervenzellen bestimmter Hirnareale, die dem eigentlichen Anfall vorangeht.

Epilepsie bei Katzen

Katzen erkranken relativ selten an Epilepsie, man geht davon aus, dass nur circa 3 % der von einem Tierarzt behandelten Katzen betroffen sind. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass epileptische Anfälle bei Katzen zu Hirnschädigungen führen können. Zudem kann eine Epilepsie auch durch bereits vorhandene Grunderkrankungen ausgelöst werden, so z. B. durch Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis). Daher ist es wichtig, die Epilepsie so schnell wie möglich zu diagnostizieren und zu behandeln und weitere Krankheiten auszuschließen. Damit den betroffenen Fellnasen frühzeitig geholfen werden kann, ist es wichtig, die Symptome einer Epilepsie zu kennen.

Symptome von Epilepsie bei Katzen

Eine Epilepsie muss sich nicht immer zwingend in einem Anfall mit wilden Zuckungen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit ausdrücken, auch kleinere Störungen in der Wahrnehmung, Apathie oder auf einzelne Körperglieder beschränkte Krämpfe können Symptome einer Epilepsie sein. Die Dauer eines epileptischen Anfalls kann sich auf einige wenige Sekunden beschränken oder über mehrere Minuten erstrecken. Die konkreten Symptome sind sehr individuell und variieren hinsichtlich ihrer Schwere von Katze zu Katze, sodass die eindeutige Identifizierung der Signale sich oft als schwierig erweist.

Bei einer Epilepsie ist es durchaus üblich, dass Deine Katze schon einige Tage oder zumindest Stunden vor einem bzw. dem ersten Anfall ein atypisches Verhalten zeigt und sehr nervös und unruhig wirkt - diesen Zeitraum bezeichnet man auch als Prodromalphase. Der eigentliche epileptische Anfall beginnt dann mit der sogenannten Aura als Vorboten des sich anbahnenden Anfallgeschehens - in dieser Phase kann Dein Kätzchen vorübergehend ein komplett unmotiviertes Verhalten an den Tag legen, indem sie z. B. plötzlich und grundlos zu fauchen beginnt oder komplett apathisch wird.

An diesen Auftakt schließt sich die akute Phase (Iktus) an, während derer sich die folgenden Symptome in unterschiedlich starker Ausprägung zeigen können. Dabei kann es durchaus möglich sein, dass nur einzelne Krankheitszeichen auftreten:

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  • Plötzliches Stolpern oder Stürzen
  • Tonische (angespannte) oder klonische (zuckende) Muskulatur
  • (Über-)Strecken von Gliedmaßen
  • Unkontrollierte Kaubewegungen und erhöhte Speichelproduktion (Salivation)
  • Lautes Miauen, Schwanzbeißen, willkürliches Herumrennen (oft bedingt durch Bewusstseinseintrübungen bzw. Halluzinationen)
  • Unkontrollierter Kot- und Urinabsatz
  • Glasiger Blick
  • Bewusstlosigkeit
  • Wesensveränderung

Ist der akute Anfall überstanden, beginnt die sogenannte Postiktale Phase, die als Erholungs- bzw. Ruhephase dient, in der die meisten Katzen sehr müde sind und zumeist sehr viel schlafen.

Was tun während eines akuten Anfalls?

Während eines akuten Anfalls gibt es leider nichts, was Du für Deine Samtpfote tun kannst - versuche nicht, sie anzufassen oder anders zu beruhigen, sondern sorge dafür, ihr ein möglichst verletzungsfreies Umfeld zu schaffen. Besteht z. B. die Gefahr eines Sturzes, hülle Deine Katze vorsichtig in eine Decke und bringe sie an einen sicheren Ort. Fasst Du Deine Samtpfote während eines Anfalls an, besteht die Möglichkeit, dass Du Dich selbst in Gefahr bringst, da Deine Katze in dieser Situation keine Kontrolle über ihre Krallen hat. Aber auch Dein Kätzchen kann sich verletzten, wenn Du versuchst, sie festzuhalten. Dauert der Anfall länger als fünf Minuten oder setzt die Atmung aus, besteht natürlich ein akuter Notfall und Dein Tier muss sofort medizinisch behandelt werden! Aber auch, wenn es Deinem Kätzchen nach dem Anfall wieder gut geht und es wirkt, als sei nichts geschehen, ist es wichtig, dass Du in jedem Falle einen Tierarzt aufsuchst, um die Ursache des Anfalls zu klären und eine sichere Diagnose mit Anschlusstherapie zu erhalten bzw. schwerwiegende Grunderkrankungen wie z. B. Krebs oder eine Enzephalitis auszuschließen.

Diagnose von Epilepsie bei Katzen

Die Diagnose einer Epilepsie wird ein Tierarzt erst stellen können, wenn auf den ersten Anfall ein zweiter folgt - vorher spricht man von einem Gelegenheitsanfall. Tatsächlich kann es bei einer Katze genauso wie beim Menschen passieren, dass ein epileptischer Anfall bzw. ein Gelegenheitsanfall ein isoliertes Ereignis bleibt und sich nie im Leben wiederholt.

Häufiger kommt es allerdings leider vor, dass ein Anfall kein singuläres Ereignis bleibt und sich weitere Anfälle anschließen. Die Diagnose und Behandlung einer Epilepsie ist u. a. wichtig, da das Gehirn sich nach und nach an die vermehrte Aktivität der Nervenzellen während eines Anfalls gewöhnt und die Anfälle in der Folge immer heftiger und länger werden können. Treten mehr als zwei Anfälle innerhalb von 24 Stunden auf, spricht man von einem Cluster- oder Serienanfall. Dieser kann dann schnell zu einem Status epilepticus werden, einem Anfall mit einer Dauer von mehr als fünf Minuten, der immer einen medizinischen Notfall darstellt.

Bei Katzen unterscheiden die Tierärzte zwischen einer idiopathischen (angeborenen) und einer sekundären (erworbenen) Epilepsie, wobei die Ursachen einer idiopathischen Epilepsie bisher kaum erforscht sind.

Sekundäre Epilepsien können durch bakterielle oder virale Infektionen ausgelöst werden, wie z. B. durch Enzephalitis oder Meningitis, aber auch Tumorerkrankungen oder Verletzungen können ursächlich für die erworbene Form der Erkrankung sein.

Besteht bei Deiner Katze also der Verdacht auf eine Epilepsie, gilt es zuerst herauszufinden, ob eine vorhandene Grunderkrankung inner- oder außerhalb des Gehirns als Auslöser vorliegt. Dafür ist natürlich eine umfassende Untersuchung Deiner Samtpfote notwendig. So kann z. B. eine Blutuntersuchung Aufschluss über eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Erkrankung der Leber oder der Nieren geben. Um Infektionen nachweisen bzw. ausschließen zu können, kann Flüssigkeit aus dem Rückenmark entnommen werden und bildgebende Verfahren wie z. B. ein Röntgenbild oder eine CT können helfen, Tumoren oder innere Verletzungen aufzuspüren.

Erst im Anschluss kann festgestellt werden, ob Deine Katze unter einer idiopathischen, sekundären oder extrazerebralen Epilepsie leidet und welche Therapie durchgeführt werden kann.

Für Deinen Tierarzt kann es übrigens für die Diagnose außerordentlich hilfreich sein, wenn Du Deine Katze während eines akuten Anfallgeschehens filmst!

Therapie - ist Epilepsie heilbar?

Eine idiopathische, also angeborene Epilepsie ist leider nicht heilbar! Eine entsprechende Medikamentengabe erhöht die Lebensqualität und in der Regel die Lebenserwartung Deiner Samtpfote jedoch immens. Allerdings müssen die Medikamente ein Leben lang korrekt verabreicht werden und deren Dosierung durch eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt immer wieder überprüft werden.

Ziel ist es hierbei, das erneute Auftreten eines Anfalls zu verhindern oder zumindest deren Frequenz und Intensität deutlich zu reduzieren. Als Medikament wird oft Phenobarbital verordnet, das als Beruhigungs- und Schlafmittel gegen Krampfanfälle wirkt. Gerade zu Beginn der Therapie kann es sein, dass Deine Katze sehr müde sein wird und viel schlafen wird. Bei Freigängerkatzen ist es im Übrigen empfehlenswert, der Fellnase in dieser Phase Stubenarrest zu erteilen und sie erst wieder in die Freiheit zu entlassen, wenn sie sich an das Medikament gewöhnt hat und sich die erwünschte Wirkung eingestellt hat.

Bei einer sekundären oder extrazerebralen Epilepsie korrespondieren die Heilungschancen der Epilepsie selbst mit denen der zugrunde liegenden Erkrankung bzw. Verletzung. Kann diese gut behandelt oder sogar komplett auskuriert werden, gilt das auch für die Epilepsie.

Epilepsie bei Rennmäusen

Die Neigung zu Epilepsie scheint bei den einzelnen Mäusearten recht unterschiedlich verteilt. Vor allem bei Mongolischen Rennmäusen tritt sie öfter auf. Aber auch bei Vielzitzenmäusen konnte ich sie schon mehrfach beobachten. Trotzdem ist sie eine eher unbekannte Erkrankung. Entsprechend oft wird sie nicht erkennt oder Tierärzte und Halter sind unsicher im Umgang mit der Erkrankung. Auch die Veterinärliteratur gibt zu Mäusen und Epilepsie eher wenig her, weshalb dieser Artikel hauptsächlich auf praktischen Erfahrungen aufbaut.

Ursachen für Epilepsie bei Mäusen

Epilepsie ist eine vermutlich ererbte Erkrankung und kann deshalb in Familien gehäuft auftreten. Bei Mongolen treten die Anfälle ab einem Alter von 8 bis 12 Wochen auf. Bei Vielzitzenmäusen beginnen sie meiner Beobachtung nach ab etwa 12 Wochen.

Auslöser eines Anfalls kann jeder beliebige Stressor sein. Die Bandbreite reicht hier von offensichtlichen Momenten wie Handling und Transport bis hin zu Temperaturschwankungen, Änderung von Lichtverhältnissen oder ungewohnten Geräuschen.

Neben Vielzitzen und Mongolischen Rennmäusen konnte ich die Epilepsie bei außerdem bei einer Persischen Rennmaus beobachten, die aus einer auch anderweitig gesundheitlich vorbelasteten Familie stammt.

Symptome einer Epilepsie bei Mäusen

Epileptische Anfälle können eine sehr große Bandbreite haben. Manche Tiere sitzen einfach regungslos da und sind nicht ansprechbar. Andere verharren stillsitzend, aber extrem angespannt. Deutlich sichtbar sind Anfälle, bei denen die Mäuse krampfen und zum Teil wie die Flummies unkontrolliert durchs Gehege schießen.

Ein solcher Anfall kann nur wenige Sekunden oder aber auch mehr als eine Minute anhalten. Vor allem nach Krampfanfällen sind die Tiere danach noch mehrere Minuten lang völlig erschöpft und sitzen schwer atmend da. Dann laufen sie weiter, als sei nichts geschehen.

Bei einer anhaltenden Stresssituation (etwa Transport) kann Ihr Patient plötzlich kollabieren und versterben. Beim Mäuseasyl verstarben mehrere unerkannte Epileptiker (Vielzitzenmäuse) auf dem Weg in ihr neues Heim. Erst später, als die familiäre Belastung klar war, erklärten sich die Todesfälle der ansonsten gesunden Tiere.

Außerhalb ihrer Anfälle fallen Epileptiker nicht auf. Sie sind normal genährt und zeigen ein normales Verhalten mit dem Partner oder der Gruppe. Der Allgemeinzustand der Patienten ist in der Regel gut.

  • geistige Absenz
  • Myoklonie
  • Katalepsie
  • moderate bis extreme Krampfanfälle

Diagnose von Epilepsie bei Mäusen

Die Epilepsie lässt sich nur aufgrund ihres klinischen Erscheinungsbildes - also durch ihre Anfälle - diagnostizieren. Andere Nachweise gibt es für die Erkrankung nicht. Eine gründliche Beobachtung und der Ausschluss anderer möglicher Ursachen führt dann zur Diagnose "Epilepsie".

Typische Ergebnisse der Anamnese:

  • außerhalb eines Anfalles normales, gesundes Tier
  • Halter berichtet von "komischem Verhalten" oder "Anfällen"

Weitere Untersuchungen: keine -> Diagnose anhand von klinischem Bild

Differentialdiagnosen:

  • bestimmte Herzerkrankungen mit Anfallsgeschehen

Behandlung einer Epilepsie bei Mäusen

Da Epilepsie erblich ist, kann sie nicht ursächlich behandelt werden. Starke Krampfanfälle könnten zwar mit Phenobarbital behandelt werden. Da aber schon die Berührung des Patienten einen tödlichen Kollaps auslösen kann, sollten Sie darauf verzichten.

Das Mittel der Wahl für Epileptiker heißt Stressvermeidung. Sie sollten also - soweit sie einer sozialen Art angehören - in einem stabilen, streitfreien Sozialverband mit eher ruhigen Charakteren sein. Außerdem sollten Sie einen ruhigen Gehegestandort suchen und plötzliche Geräusche oder Erschütterungen in der Gehegeumgebung vermeiden. Im Idealfall verzichten Sie auch darauf, die Maus - etwa für die Reinigung - aus ihrem Gehege zu fangen. Nehmen Sie bei einer Gruppe mit Epileptiker(n) immer nur eine Teilreinigung vor, bei der die Gruppe im Gehege verbleiben kann.

Außerdem sollten Sie in der Lebenszeit des Epileptikers nach Möglichkeit Vergesellschaftungen vermeiden oder - so unbedingt nötig - eine möglichst entspannte Kombination wählen.

Verzichten Sie außerdem darauf, Mäuse mit konkretem (!) Epilepsieverdacht zu transportieren. Selbst kurze Wege können trotz schonendem Transport schnell im Tod des Patienten resultieren. Zeigen Sie Ihrem Tierarzt deshalb am besten Videos von dem Tier in der anfallsfreien Zeit und während eines Anfalls. So ist zumindest eine grundlegende Anamnese möglich.

Verhalten während eines Anfalls

Auch wenn es schwer fällt, fassen Sie den Patienten während eines Anfalls nicht an! Selbst wenn er unkontrolliert durch das Gehege springt, sollten Sie auf keinen Fall nach ihm greifen. Falls der Stressor keine Momentaufnahme war und weiter besteht, stellen Sie diesen sofort ab. Warten Sie, bis die Maus sich wieder erholt hat und ansprechbar ist. Bis dahin können Sie lediglich beobachten.

Epilepsie bei Mäusen vorbeugen

Vorbeugen lässt sich der Epilepsie nicht. Als Halter können Sie nur durch Stressvermeidung die Zahl der Anfälle reduzieren. Als Züchter können Sie aber zumindest das Risiko der Weitergabe der Erkrankung an nachfolgende Generationen deutlich senken, indem Sie Tiere aus Epileptiker-Linien konsequent von der Zucht ausschließen.

Feline Hyperästhesie: Eine Sonderform der Epilepsie?

Bei der Felinen Hyperästhesie bzw. "Feline Hyperästhesie Syndrom" (FHS) handelt es sich um ein Krankheitsbild, über das bislang nur wenig bzw. kaum gesichertes Wissen vorliegt. Wissenschaftlich formuliert, handelt es sich bei der Felinen Hyperästhesie bzw. FHS um eine anfallsartige Überreaktion, die durch äußere bzw. Umweltreize verursacht wird, die eine Katze als negativ empfindet. In der Folge können also z. B. Berührungen oder Geräusche zu einer anfallsartigen Überreaktion führen können. Experten vermuten, dass die Feline Hyperästhesie als Sonderform der Epilepsie interpretiert werden kann.

Symptome der Felinen Hyperästhesie

Die Symptome der Felinen Hyperästhesie können erheblich variieren. Es ist auch möglich, dass die Symptome auf andere gesundheitliche Probleme, wie z. B. Futtermittelunverträglichkeiten, hinweisen. Im Folgenden wird beschrieben, welche Symptome im Fall einer Felinen Hyperästhesie auftreten können.

  • Zuckungen der Haut, insbesondere im Bereich des Rückens.
  • Überempfindlichkeit bei Berührungen.
  • Die Katze putzt sich exzessiv, insbesondere im Bereich des Rückens, der Flanken oder des Schwanzes.
  • Die Katze beißt oder kratzt sich selbst.
  • Unkontrolliertes Schwanzpeitschen.
  • Erweiterte Pupillen oder einen starren bzw. abwesenden Blick.
  • Die Katze wirkt desorientiert und reagiert nicht auf äußere Ansprache.
  • Hektisches Wegrennen bzw. unkontrolliertes Umherlaufen.
  • Muskelkrämpfe, insbesondere der Rückenmuskulatur.

Die Dauer der einzelnen anfallsartigen Episoden kann zwischen wenigen Sekunden oder auch mehreren Minuten andauern.

Diagnose und Therapie der Felinen Hyperästhesie

Da die Ursachen der Felinen Hyperästhesie noch nicht vollständig geklärt sind, gestaltet sich eine eindeutige Diagnose bzw. erfolgreiche Therapie erschwert. Es gibt keine spezifischen Tests, um FHS festzustellen. Daher ist es wichtig, andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen. Stress kann ein Auslöser sein, aber auch ernstzunehmende gesundheitliche Probleme wie z. B. Parasitenbefall oder Allergien können Stress auslösen. Es ist auch möglich, dass mehrere Faktoren treten - wie z. B. eine Kombination verschiedener Krankheitsbilder handelt.

Um andere Ursachen auszuschließen, sollte die Katze gründlich untersucht werden, um z. B. Hauterkrankungen, Parasitenbefall oder einen Bandscheibenvorfall als Ursache der Beschwerden auszuschließen. Auch eine Verhaltensanalyse kann Teil der Diagnose sein.

Da die Krankheit nach heutigem medizinischen Stand nicht heilbar ist, zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Katze zu verbessern. Tierärzte empfehlen sowohl eine Verhaltenstherapie als auch die Gabe von Medikamenten. Ziel ist es, das Stresslevel Deiner Katze dauerhaft senken zu können. Hierbei geht es z. B. darum, Stressoren zu identifizieren und zu minimieren.

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