Sauerstofftherapie bei Epilepsie: Eine Übersicht über Studien und Anwendungen

Einführung

Die Sauerstofftherapie, insbesondere die Oxyvenierung, wird als ergänzende Maßnahme in verschiedenen medizinischen Bereichen diskutiert. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Anwendungen der Sauerstofftherapie, insbesondere im Kontext von Epilepsie, und gibt einen Überblick über relevante Studien. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei den hier genannten Verfahren um solche der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin handelt, die nicht zu den allgemein anerkannten Methoden der Schulmedizin gehören.

Was ist Oxyvenierung?

Die Oxyvenierung ist eine Form der Sauerstofftherapie, bei der reiner medizinischer Sauerstoff intravenös verabreicht wird. Ziel ist es, eine Reihe von positiven Effekten im Körper zu erzielen. Als Folge lassen sich antientzündliche, antiödematöse (Ödem = übermäßige Ansammlung von Wasser im Körpergewebe) und durchblutungsfördernde Effekte beobachten. Die Oxyvenierung wirkt gefäßerweiternd und fördert so die Durchblutung bis hin zu den kleinen Kapillarblutgefäßen (Verbesserung der Mikrozirkulation z. B. im Gehirn, Leber und Nieren).

Wirkungsweise der Oxyvenierung

Die intravenöse Sauerstofftherapie entfaltet ihre Wirkung auf verschiedenen Ebenen:

  • Erhöhung der eosinophilen Granulozyten: Der venös applizierte Sauerstoff erhöht die Zahl der eosinophilen Granulozyten (Untergruppe der weißen Blutkörperchen), welche daraufhin das Enzym 5-Lipoxygenase-1 freisetzen.
  • Prostacyclin-Bildung: Die intravenöse Sauerstofftherapie fördert die Bildung von Prostacyclin, welches gefäßerweiternd wirkt und die Verklumpung von Blutplättchen verhindert (Hemmung der Thrombozytenaggregation, Aspirin®-Effekt). Prostacyclin wirkt darüber hinaus antioxidativ, d.h. es inaktiviert freie Radikale, welche für den oxidativen Stress verantwortlich sind. Prostacyclin hat auch antientzündliche Wirkungen und hemmt die Metastasenbildung bei Tumorerkrankungen.
  • Ödemausschwemmung: Ein Zusatzeffekt ist die Ausschwemmung von Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe).
  • Stoffwechselanregung: Auch auf den Stoffwechsel wirkt die Oxyvenierung positiv.

Anwendung der Sauerstofftherapie in verschiedenen Bereichen

Die Oxyvenierung wird in der Praxis für verschiedene Beschwerden eingesetzt. In unserer Praxis setzen wir dieses Heilverfahren z. B. bei arteriellen Durchblutungsstörungen (KHK=koronare Herzkrankheit, pAVK = Schaufensterkrankheit/Claudicatio intermittens) sowie begleitend bei Hörsturz, Hyperakusis (Überempfindlichkeit des Gehörs) und akutem Tinnitus (Ohrgeräusche) ein. Darüber hinaus wird sie als begleitende Maßnahme in der Biologischen / Komplementären Krebstherapie und Tumornachsorge eingesetzt, um Nebenwirkungen zu minimieren. Der Erfolg konventioneller Behandlungen kann gesteigert werden. Das Tumorwachstum hängt eng mit der Sauerstoffversorgung zusammen. Auch bei Ekzemen (entzündliche Hauterkrankungen) wie z.B. Lebererkrankungen wird sie angewendet.

Sauerstofftherapie bei Epilepsie: Studienlage

Obwohl die Sauerstofftherapie in verschiedenen Bereichen Anwendung findet, ist die Studienlage bezüglich der Anwendung bei Epilepsie begrenzt. Es gibt eine Reihe von Studien, die einzelne Wirkungen der Oxyvenierung nachweisen konnten. Allerdings sind diese Studien recht klein und es liegen nicht zu allen Anwendungsgebieten Studien vor. Daher stellt die Oxyvenierung nach wie vor keine schulmedizinisch anerkannte Therapiemethode dar.

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Es bedarf weiterer Forschung, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Sauerstofftherapie bei Epilepsie umfassend zu bewerten. Zukünftige Studien sollten größere Patientengruppen einschließen und randomisierte, kontrollierte Designs verwenden, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

Durchführung der Oxyvenierung

Während der Oxyvenierung liegt der Patient bequem. Mit einer sehr dünnen Butterflykanüle wird über einen Zeitraum von 10-30 Minuten reiner medizinischer Sauerstoff in die Armvene eingebracht. Insgesamt werden in dieser Zeit bei Frauen bis zu 40 ml Sauerstoff und bei Männern maximal 60 ml verabreicht. Die Dosis wird von Behandlung zu Behandlung allmählich bis zur Maximaldosierung gesteigert. Nach der Behandlung bleiben Sie noch eine Weile entspannt liegen. Insgesamt sollte circa eine Stunde pro Behandlungssitzung eingeplant werden. Da die Oxyvenierung überwiegend bei chronischen Erkrankungen eingesetzt wird, sind meist 20 Behandlungen erforderlich.

Mögliche Nebenwirkungen

Anfangs kann die Behandlung müde machen. Vorübergehend kann Hustenreiz auftreten, der jedoch meist nach einigen Minuten vorbei ist. Manche Patienten bemerken auch ein Druckgefühl hinter dem Brustbein. Dies kann als etwas unangenehm wahrgenommen werden, ist aber ungefährlich. Bei diesen Erscheinungen werden wir die Sauerstoffdosis etwas reduzieren, so dass die Symptome rasch abklingen bzw. geringer ausfallen. Die Anwendung ist sicher. Wir verwenden das als Medizinprodukt zugelassene Gerät der Fa. Oxyven.

Wichtiger Hinweis

Wir setzen die Behandlung erst nach einer ausführlichen Anamnese, klinischer Untersuchung und ggf. EKG, Arteriensteifigkeits-Messung und speziellen Blutuntersuchungen ein.

Fazit

Die Sauerstofftherapie, insbesondere die Oxyvenierung, ist ein Verfahren, das in verschiedenen Bereichen der Medizin als ergänzende Behandlung eingesetzt wird. Während es Hinweise auf positive Effekte bei bestimmten Erkrankungen gibt, ist die Studienlage bezüglich der Anwendung bei Epilepsie begrenzt. Weitere Forschung ist notwendig, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Sauerstofftherapie bei Epilepsie umfassend zu bewerten. Es ist wichtig zu betonen, dass die Sauerstofftherapie derzeit keine schulmedizinisch anerkannte Behandlung für Epilepsie darstellt.

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