Ein Schlaganfall ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die nicht nur ältere Menschen betrifft. Zwar ist er primär eine Krankheit des Alters, doch weltweit ereignen sich etwa ein Viertel aller Schlaganfälle bei Menschen unter 65 Jahren, und jeder siebte Schlaganfallpatient ist jünger als 50. Gerade bei Frauen um die 40 können bestimmte Faktoren das Risiko erhöhen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen für Schlaganfälle bei Frauen in dieser Altersgruppe.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall, auch Apoplex oder Hirninsult genannt, ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen. Er tritt auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird, entweder durch ein verstopftes Gefäß (Hirninfarkt) oder eine Blutung (Hirnblutung). In beiden Fällen erhalten die betroffenen Hirnregionen nicht genügend Sauerstoff und Nährstoffe, was zu Schädigungen und Funktionsverlust führen kann.
Es gibt auch die sogenannte Transitorisch Ischämische Attacke (TIA), bei der die Hirndurchblutungsstörung nur kurzzeitig oder kleinteilig stattfindet. Aber auch ein "kleiner" Schlaganfall ist ein Notfall! Denn er kann Vorbote eines "richtigen" Schlaganfalls sein.
Schlaganfall bei jüngeren Menschen: Definition und Häufigkeit
Wenn im Zusammenhang mit Schlaganfall von "jüngeren Menschen" die Rede ist, sind damit Altersgruppen zwischen 18 und 50 oder 55 Jahren gemeint. Bei Patienten im Alter zwischen 18 und 50 Jahren spricht man vom Schlaganfall beim jungen Menschen oder dem sogenannten juvenilen Schlaganfall.
Die Anzahl der Schlaganfälle bei jüngeren Menschen scheint anzusteigen. Diese Daten stammen zumeist aus Registern, die auf den Diagnosekodierungen der Krankenhäuser beruhen. Studien zeigen einen Anstieg in den Schlaganfallzahlen bei jüngeren Menschen, wohingegen die Anzahl an Schlaganfallpatienten insgesamt stagniert. Ein vermehrtes Auftreten von Schlaganfällen kann aber auch z. B. durch veränderte Definitionen und Diagnosemethoden begründet sein. In der Schlaganfalldiagnostik spielt beispielsweise die MRT-Bildgebung eine immer größere Rolle. Sie ist qualitativ besser geworden und wird mittlerweile sehr häufig eingesetzt, so dass heutzutage auch Schlaganfälle erkannt werden, die vor 10 oder 15 Jahren unentdeckt geblieben wären. Es scheint also einen Trend zu geben, jedoch lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen, wie groß der Anstieg tatsächlich ist.
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Ungefähr alle zwei Minuten erleidet jemand in Deutschland einen Schlaganfall. Im Jahr sind es über 250.000 Fälle. Fast jeder siebte davon ist ein “juveniler Schlaganfall”, das heißt: die Patienten sind jünger als 50 Jahre. Und es werden immer mehr.
Ursachen für Schlaganfälle bei Frauen um die 40
Bei jüngeren Schlaganfallpatienten, insbesondere bei Frauen, können die Ursachen vielfältig sein. Zwischen 18 und 35 Jahren sind Frauen statistisch gesehen häufiger vom Schlaganfall betroffen als Männer. Einige spezifische Risikofaktoren für Frauen in dieser Altersgruppe sind:
- Hormonelle Faktoren: Die Einnahme der Antibabypille, vor allem in Kombination mit Rauchen, erhöht das Thromboserisiko und somit das Schlaganfallrisiko. Auch Schwangerschaften erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall: Um die Entbindung, bzw. die Zeit kurz nach Entbindung, ist das Schlaganfallrisiko erhöht.
- Migräne mit Aura: Deutlich mehr Frauen als Männer leiden unter Migräne. Migräne mit Aura stellt einen zusätzlichen Risikofaktor für Schlaganfälle dar.
- Spontane Gefäßdissektionen: Ärzte gehen davon aus, dass bis zu einem Viertel der Schlaganfälle bei unter 50-Jährigen durch eine so genannte Spontane Gefäß-Dissektion einer Halsarterie entstehen: Durch eine kleine Verletzung kommt es zu einem Einriss in der Gefäßinnenwand. Es bildet sich ein Wandhämatom, das zu einer Engstelle oder sogar einem Gefäßverschluss führt.
- Andere Ursachen: Weitere Ursachen für einen juvenilen Schlaganfall können zum Beispiel Gerinnungsstörungen sein oder auch Blutgefäßentzündungen. Bei einem großen Teil der Schlaganfall-Patienten unter 50 finden die Ärzte und Ärztinnen jedoch keine konkrete Ursache.
In der Altersgruppe der 35 bis 50-jährigen hingegen findet man vorwiegend die klassischen Ursachen, wie Gefäßverkalkung oder ein durch Herzrhythmusstörung aus dem Herzen eingeschwemmtes Blutgerinnsel, die zu einer Verengung oder gar Verschluss einer Arterie führen können. Bei diesen Patienten kommen zumeist die typischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen und geringe körperliche Aktivität zum Tragen.
Risikofaktoren für Schlaganfall
Neben den spezifischen Risikofaktoren für Frauen gibt es eine Reihe von allgemeinen Risikofaktoren, die das Schlaganfallrisiko erhöhen:
- Bluthochdruck: Erhöhter Blutdruck schädigt die Gefäße und fördert die Entstehung von Arteriosklerose.
- Vorhofflimmern: Diese Herzrhythmusstörung erhöht das Risiko von Blutgerinnseln, die ins Gehirn gelangen und einen Schlaganfall verursachen können.
- Diabetes: Diabetes mellitus schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Arteriosklerose.
- Fettstoffwechselstörungen: Erhöhte Cholesterinwerte fördern die Entstehung von Ablagerungen in den Gefäßen.
- Rauchen: Nikotin schädigt die Gefäße und erhöht das Risiko für Blutgerinnsel.
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Ein ungesunder Lebensstil mit Übergewicht und mangelnder Bewegung fördert die Entstehung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.
- Erhöhtes Lipoprotein (a): Hinweise dafür finden, dass beispielsweise auch ein erhöhtes Lipoprotein (a) gerade für junge Menschen einen Risikofaktor darstellt.
Symptome eines Schlaganfalls
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Sollte eines der genannten Symptome plötzlich auftreten, kann das laut Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe auf einen Schlaganfall hinweisen. Es ist wichtig, die Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen und sofort zu handeln:
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- Plötzliche Taubheit oder Schwäche: Besonders auf einer Körperseite, im Gesicht, Arm oder Bein.
- Sprachstörungen: Schwierigkeiten, zu sprechen oder Gesprochenes zu verstehen.
- Sehstörungen: Plötzliches Verschwommensehen, Doppeltsehen oder Verlust des Sehvermögens auf einem oder beiden Augen.
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen: Plötzlicher Schwindel, Koordinationsprobleme oder Gangunsicherheit.
- Starke Kopfschmerzen: Plötzlich auftretende, heftige Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache.
Ein einfacher Test, der sogenannte FAST-Test, kann helfen, einen Schlaganfall zu erkennen:
- F = Face (Gesicht): Kann die Person lächeln? Hängt ein Mundwinkel herab?
- A = Arms (Arme): Kann die Person beide Arme nach vorne strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen? Sinkt ein Arm ab?
- S = Speech (Sprache): Kann die Person einen einfachen Satz nachsprechen? Ist die Sprache verwaschen oder undeutlich?
- T = Time (Zeit): Wenn eines dieser Symptome auftritt, sofort den Notruf 112 wählen!
Diagnose und Behandlung
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist eine schnelle Diagnose entscheidend. In der Klinik kommen Betroffene dann meist in eine so genannte Stroke Unit, eine Art Schlaganfall-Spezialstation. Sie ist auf die schnelle Behandlung von Schlaganfall-Patienten spezialisiert. Entweder wird mit einer Infusion versucht, den Blutpfropf, der ein wichtiges Gefäß verstopft, wieder aufzulösen, damit die Gehirn-Durchblutung wieder funktioniert. Oder, falls das nicht gelingt, mit einem Katheter diesen Blutpfropf aus dem Gefäß herauszuziehen durch eine so genannte Angiografie, über die Leiste.
Es werden bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um die Art und das Ausmaß des Schlaganfalls festzustellen. Weitere Untersuchungen dienen dazu, die Ursache des Schlaganfalls zu ermitteln und weitere Risikofaktoren zu identifizieren.
Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung des Gehirns wiederherzustellen, weitere Schäden zu verhindern und die Rehabilitation zu fördern. Je nach Art des Schlaganfalls können Medikamente zur Blutverdünnung, Thrombolyse (Auflösung von Blutgerinnseln) oder operative Eingriffe eingesetzt werden.
Rehabilitation nach einem Schlaganfall
Nach einem Schlaganfall geht es dann vor allem darum, verlorene Funktionen wieder zu erlernen. Und das ist richtig harte Arbeit. Auch hier gilt: keine Zeit verlieren. Denn in den ersten drei bis sechs Monaten nach einem Schlaganfall ist die Kompensationsfähigkeit des Gehirns am höchsten.
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Die neurologische Rehabilitation spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung von Funktionen und der Verbesserung der Lebensqualität. Durch gezielte Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können Patienten lernen, mit den Folgen des Schlaganfalls umzugehen und ihre Fähigkeiten wiederzuerlangen.
Prävention: Was Frauen um die 40 tun können
Auch in dieser Altersgruppe könnten durch einen gesünderen Lebensstil mit ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung sowie einer optimalen Einstellung des Blutdrucks und Nikotinverzicht viele Schlaganfälle verhindert werden. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Frauen um die 40 ergreifen können, um ihr Schlaganfallrisiko zu senken:
- Gesunder Lebensstil: Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, sowie der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sind entscheidend.
- Blutdruckkontrolle: Regelmäßige Blutdruckmessungen und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung bei Bluthochdruck sind wichtig.
- Cholesterinspiegel: Achten Sie auf gesunde Cholesterinwerte und lassen Sie diese regelmäßig überprüfen.
- Diabetes-Management: Bei Diabetes ist eine gute Blutzuckerkontrolle wichtig, um Gefäßschäden zu vermeiden.
- Hormonelle Verhütung: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Risiken und Alternativen hormoneller Verhütungsmittel, insbesondere wenn Sie rauchen oder unter Migräne leiden.
- Herzgesundheit: Lassen Sie Ihr Herz regelmäßig untersuchen, um Herzrhythmusstörungen oder andere Herzerkrankungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.
- Stressmanagement: Achten Sie auf ausreichend Entspannung und Stressabbau, um Ihren Blutdruck und Ihr allgemeines Wohlbefinden zu verbessern.
Experte Bäzner ist sich sogar sicher, “dass man bis zu 90 % des Schlaganfallrisikos selbst in der Hand hat”. den Blutdruck kontrollieren und gegebenenfalls behandeln, Eine Blutzuckertherapie machen, falls Blutzuckerwerte erhöht sind, Bewegung ist sehr wichtig. Damit schafft man eine Reduktion vieler Risikofaktoren auf einen Schlag, Rauchen aufhören, Auf keinen Fall Drogen nehmen, Sich gesund ernähren.
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