Schlaganfall: Symptome, Ursachen und Behandlung

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Er entsteht, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird, was zu einer Schädigung des Gehirngewebes führt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Schlaganfalls, einschließlich seiner Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall, auch Apoplex genannt, tritt auf, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn gestört wird. Dies kann zu neurologischen Defiziten wie Lähmungen, Sprachproblemen oder Gedächtnisverlust führen. Es gibt zwei Haupttypen von Schlaganfällen:

  • Ischämischer Schlaganfall: Hierbei wird die Blutversorgung des Gehirns durch ein verstopftes oder blockiertes Blutgefäß unterbrochen. Diese Verstopfung kann durch einen Blutpfropf (Thrombus) oder ein Blutgerinnsel verursacht werden.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Dieser tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt und eine Blutung verursacht. Diese Blutung kann das umliegende Hirngewebe schädigen.

Laut Daten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erleiden jährlich etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ereignen sich weltweit jedes Jahr etwa 15 Millionen Schlaganfälle.

Schlaganfall bei Frauen und Männern

Das Schlaganfallrisiko kann je nach Geschlecht variieren. Bei jüngeren Menschen sind Männer häufiger von einem Schlaganfall betroffen als Frauen. Mit steigendem Alter steigt jedoch das Schlaganfallrisiko bei Frauen. Dies ist u.a. auf biologische Faktoren wie Hormone zurückzuführen. Bei Frauen steigt das Schlaganfallrisiko auch während bestimmter Lebensphasen wie Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahren aufgrund hormoneller Veränderungen an.

Ursachen und Risikofaktoren

Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit dem Alter. Das Durchschnittsalter für ischämische Schlaganfälle liegt bei 65 bis 75 Jahren, bei hämorrhagischen Schlaganfällen zwischen 45 und 65 Jahren. Weitere wichtige Risikofaktoren sind:

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  • Hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie): Erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das sechs- bis achtfache.
  • Rauchen: Erhöht das Schlaganfallrisiko um das 1,5 bis 2-fache im Vergleich zu Nichtrauchern.
  • Diabetes (Zuckerkrankheit): Erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das Zwei- bis Dreifache.
  • Hoher Cholesterinspiegel: Insbesondere ein Gesamt-Cholesterinwert über 240 mg/dl erhöht das Schlaganfallrisiko.
  • Herzerkrankungen: Insbesondere Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko um das Fünffache.
  • Übergewicht: Erhöht das Risiko um das Ein- bis Zweifache.
  • Bewegungsmangel
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Familiäre Veranlagung

Arten von Schlaganfällen

Ischämischer Schlaganfall

Ein ischämischer Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns aufgrund eines verstopften oder blockierten Blutgefäßes unterbrochen wird. Diese Verstopfung oder Blockade der Blutgefäße kann durch einen Blutpfropf oder ein Blutgerinnsel hervorgerufen werden. Ohne eine ausreichende Blutzufuhr erhält das betroffene Gehirngewebe nicht genügend Sauerstoff und Nährstoffe, was zu Schädigungen und einem Absterben der Gehirnzellen führen kann. Ischämische Schlaganfälle sind die häufigste Art von Schlaganfällen.

Hämorrhagischer Schlaganfall

Ein hämorrhagischer Schlaganfall tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt und eine Blutung verursacht. Diese Blutung kann das umliegende Hirngewebe schädigen, indem es Druck auf das Gehirn ausübt und die normale Funktion beeinträchtigt. Häufige Ursachen für hämorrhagische Schlaganfälle sind der Bruch eines geplatzten Aneurysmas oder der Riss eines Blutgefäßes aufgrund von Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen. Hämorrhagische Schlaganfälle treten seltener auf als ischämische Schlaganfälle, sind jedoch oft schwerwiegender.

Typische Schlaganfall Symptome

Ein Schlaganfall kann plötzlich auftreten und führt, je nachdem welcher Teil des Gehirns betroffen ist, zu unterschiedlichen Symptomen. Mit dem FAST-Test lassen sich schnell Anzeichen für einen Schlaganfall erkennen. Dabei wird geprüft, ob das Gesicht (Face) beim Lächeln hängt, ein Arm (Arms) absinkt oder die Sprache (Speech) verwaschen ist. Bei Auffälligkeiten sollte sofort (Time) der Notruf gewählt werden.

Die wichtigsten Symptome sind:

  • Schwäche oder Lähmung einer Körperseite: Eine Seite des Gesichts hängt herab, ein Mundwinkel oder eine Armseite kann nicht angehoben oder gehalten werden. Die sogenannte Hemiparese ist durch Beeinträchtigungen der Feinmotorik in Arm und/oder Bein einer Körperhälfte gekennzeichnet.
  • Sprach- und Verständnisstörungen: Das Sprechen ist erschwert, die Worte wirken verwaschen oder unverständlich, und ein Nachsprechen ist oft nicht möglich. Bei Aphasie und Dysarthrie leiden Betroffene unter einem schlagartigen Verlust der Sprache.
  • Plötzliche Sehstörungen: Bei einem Schlaganfall kann es zu einer plötzlichen Sehverschlechterung in einem oder sogar in beiden Augen kommen. Die Person nimmt Dinge auf einer Körperseite schlechter oder nicht mehr wahr. Andere sehen doppelt oder verschwommen.
  • Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme: Es können plötzlich Schwindel, Koordinationsprobleme oder auch Schwierigkeiten beim Gehen auftreten. Die Betroffenen haben das Gefühl, dass sich alles dreht oder schwankt wie auf einem Schiff.
  • Starke Kopfschmerzen: Typisch für einen Schlaganfall sind plötzliche, starke Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen.

Manchmal treten auch Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf.

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Schlaganfall Folgen

Die Auswirkungen eines Schlaganfalls sind vielfältig und hängen von der Schwere, Art des Schlaganfalls und dem betroffenen Bereich des Gehirns ab. Während manche Menschen nur leichte Einschränkungen erleben, können andere dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sein.

Mögliche Folgen sind:

  • Lähmungen und Bewegungseinschränkungen: Je nachdem, welcher Teil des Gehirns vom Schlaganfall betroffen ist, können Lähmungen oder Schwäche in einem oder mehreren Körperteilen auftreten.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Nach einem Schlaganfall können Probleme wie Gedächtnisverlust, eingeschränkte Konzentration, verminderte Aufmerksamkeit und Störungen weiterer geistiger Funktionen auftreten.
  • Sprachstörungen: Aphasie kann dazu führen, dass Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen oder Finden von Wörtern auftreten.
  • Veränderungen der Sinneswahrnehmung: Sehstörungen, Hörprobleme oder sensorische Veränderungen sind als Schlaganfall-Folgen möglich.
  • Emotionale und psychische Veränderungen: Depressionen (die sogenannte Post-Stroke-Depression), Angstzustände, Stimmungsschwankungen und emotionale Herausforderungen sind häufige Folgen.
  • Schluckstörungen: Dysphagie kann zu Problemen beim Essen und Trinken führen.
  • Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme: Schwierigkeiten beim Gehen und beim Erhalt des Gleichgewichts sind mögliche Schlaganfall-Folgen.

Maßnahmen und Behandlung

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Behandlung, um das Gehirn vor weiteren Schäden zu schützen. Die Behandlung hängt von der Art des Schlaganfalls ab.

  • Ischämischer Schlaganfall: Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung schnell wiederherzustellen. Dies kann durch die Verabreichung von thrombolytischen Medikamenten (Lysetherapie) zur Auflösung von Blutgerinnseln oder durch einen Eingriff wie eine Thrombektomie erfolgen. Die Lysetherapie ist nur innerhalb der ersten viereinhalb Stunden (4,5 h) nach Eintritt eines Schlaganfalls zugelassen.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Hier ist die Kontrolle der Blutung und des Drucks im Gehirn entscheidend. In einigen Fällen kann eine operative Intervention erforderlich werden.

Nach der akuten Phase folgt die Rehabilitation, um die verlorene Funktionalität wiederherzustellen. Eine frühzeitige Reha nach dem Schlaganfall sowie weitere Präventionsmaßnahmen können helfen, das Risiko für Folgeschäden oder weitere Schlaganfälle zu verringern.

Reha nach Schlaganfall

Therapiemöglichkeiten in den neurologischen Abteilungen umfassen sowohl Gruppen- als auch Einzeltherapien, die eine ganzheitliche Betreuung bei psychischen und physischen Beschwerden ermöglichen. Dazu gehören neben den klassischen neurologischen Verfahren auch:

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  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Kunsttherapie
  • Sozialdienst

Vorbeugung

Vorbeugung ist der beste Schutz vor einem Schlaganfall. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die beeinflusst werden können, um das Schlaganfallrisiko zu senken:

  • Blutdruckkontrolle: Regelmäßige Messung und gegebenenfalls medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck.
  • Nichtrauchen: Verzicht auf Zigaretten reduziert das Schlaganfallrisiko erheblich.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit wenig tierischen Fetten und viel Obst und Gemüse hilft, den Cholesterinspiegel zu senken.
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauersportarten helfen, Übergewicht abzubauen und den Kreislauf zu stärken.
  • Diabeteskontrolle: Eine gute Blutzuckereinstellung bei Diabetes ist wichtig, um Gefäßschäden zu vermeiden.
  • Behandlung von Herzerkrankungen: Insbesondere die Behandlung von Vorhofflimmern mit Antikoagulantien kann das Schlaganfallrisiko deutlich senken.

Transitorische ischämische Attacke (TIA)

Die sogenannte transischämische Attacke (TIA) kann der Vorbote eines Schlaganfalls sein. Bei diesem Mini-Schlaganfall, der umgangssprachlich auch als schleichender Schlaganfall bezeichnet wird, treten vorübergehend die gleichen Symptome wie bei einem Schlaganfall auf, verschwinden jedoch nach kurzer Zeit wieder. Etwa jeder dritte TIA-Betroffene erleidet irgendwann in seinem Leben einen Apoplex.

Wichtig: Achten Sie auf Symptome wie plötzlichen Sprachverlust, Doppeltsehen oder Gefühlsstörungen in Armen und Beinen. Auch wenn die Symptome schnell wieder verschwinden, sind sie ein wichtiges Warnsignal und sollten umgehend medizinisch betreut werden.

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